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T.C. Electronic - Powercore Firewire


Hersteller: T.C. Electronic
Produkt: DSP-Karte
Preis: 1.290,-
Released: 2002

Wer nicht gleich auf ein Komplett-System von Soundscpae, Digidesign oder Creamware abfahren will, ist bei T.C. Electronic sehr gut aufgehoben. Mit vier kräftigen DSP-Chips und Plug-Ins von Sony, Access Music, T.C Electronic etc. bekommt man tatkräftige Unterstützung.


t.c. electronic
 
Nun machen wir seit über zwei Jahren Testberichte für Euch und haben immer noch nicht alles beim Testen durch. Dass das auch nicht so kommen wird, sorgen Hersteller jedes Jahr aufs Neue. Nun hat die Firma TC Electronic vor über zwei Jahren eine DSP-Karte herausgebracht, die dem Produzenten bei seinem Handwerk unterstützen soll.
Heute geht es um die TC Powercore Firewire.

Viele von Euch werden die Firma TC Elektronic gar nicht kennen. Dabei ist die Firma schon ganz lange dabei, haben sie doch in den letzten Jahren immer wieder bewiesen, was sie so für amtliche Geräte bauen können.
Dass diese dann auch eine Stange Geld kosten können, ist dabei nicht verwunderlich. Professionelle Qualität kostet eben seinen Preis. Ein großer Kostenfaktor in der Vergangenheit war ja immer das Gehäuse und die Bedienung inklusive Hardware gewesen. Der Preis ist glücklicherweise gesunken. Man bezahlt zwar nicht wenig Geld für eine Powercore-Karte nebst Plug-Ins. Die Software und somit die Algorithmen sind aber austauschbar und nicht so teuer wie die Original-Hardware. Zudem steuert man die Software mittels Computer, sodass der frühere Kostenfaktor nicht mehr zum Tragen kommt.

 
Gesamtansicht Powercore - Firewire
Das Powercore-Konzept ist zudem nicht kompliziert. Neben den drei Hardware-Varianten, die als interne „PCI“-Variante, kleiner „Compact“-Variante und großer „Firewire“-Variante erscheinen, gibt es neben dem unterschiedlichen Aussehen noch in den technischen Eigenschaften Unterschiede. So hat die PCI- bzw. Elements-Variante, die sich nur von der Software-Ausstattung unterscheiden, vier Motorola 100 MHz DSPs mit 128 kWord SRAM pro DSP und eine 200 MHz Motorola 8240 PowerPC-CPU.

Die Hardware ist in einem 19’ Zoll Einschubrack, das die Größe einer Höheneinheit besitzt, verbaut. Dieser Kasten besitzt an der Frontseite das Powercore-Logo, das in den unterschiedlichen Betriebsarten leuchtet. Gleichzeitig werden hierüber auch Fehlermeldungen angezeigt. Im Gehäuse sind 4 x Motorola 56367 DSP/150 MHz verbaut, wobei man ungefähr sagen kann, dass 100 MHz DSP-Power mit 1000 MHz einer Intel CPU vergleichbar sind. Auf der Rückseite sind nun der Strom- und Firewire-Anschluss verbaut.

Im Lieferumfang gibt es von TC Electronic noch gute Effekt - Plug-Ins, wie:

Plug-In
 
24/7•C Limiting Amplifier: Kompression und Limiting in absolut überzeugender Vintage-Qualität für die PowerCore-Plattform-das ist der 24/7•C. Der 24/7•C wurde nach dem Vorbild eines beliebten klassischen Dynamikprozessors entwickelt, der als Synonym für edelsten Vintage - Sound gilt. Er eignet sich für Mix und Mastering

Chorus-Delay: Das Chorus - Delay wurde nach dem Vorbild des TC Electronic 1210 Spatial Expander entwickelt und ermöglicht sowohl Modulationseffekte wie Chorus und Flanger als auch Slap - Delays. Um die Arbeit bei tempo-basierten Anwendungen zu erleichtern, haben die Entwickler den Delaytime - Parameter durch einen BPM - basierten Eingabebereich ergänzt. Hierdurch wird das Arbeiten für Neulinge zum Kinderspiel. Erfahrenen Profis wissen aber auch damit umzugehen, wodurch eine Arbeitsweise für alle Interessenten in Frage kommt und nicht nur den alten Hasen ermöglicht wird.

Classic Verb: Das Classic Verb erweitert die Bandbreite der »ab Werk« mit PowerCore realisierbaren Reverbs erheblich. Dieses Reverb bietet einen warmen und üppigen Klang, wie man ihn eigentlich nur von sehr teueren Hardwaresystemen kennt.

Compensator: Dieses native, also nicht die PowerCore-DSPs belastende, Plug-In unterstützt Sie, wenn Ihre Hostanwendung keine automatische Kompensation für die Plug-In-bedingte Signalverzögerung bietet. Die Kompensation sollte beim Host-Sequenzer eingeschaltet sein, da sonst das erzeugte Signal bzw. der errechnete Effekt nicht synchron zum Song-Tempo läuft. Das Programm braucht zur Verarbeitung der Algorithmen halt ein paar Millisekunden, was in Latenz ausgedrückt wird, und benötigt daher eine Puffer, der den ganzen Song eben um die Latenzzeit nach hinten verschiebt.

EQSat Custom: Der EQSat ist der Equalizer mit dem kristallklaren Klang für professionelles Mastering. Der Algorithmus dieses EQs wurde direkt vom TC Electronic Finalizer Mastering Processor übernommen! Er bietet Low und High Shelving - Bänder sowie drei parametrisch ausgelegte Stereobänder. Der EQSat Custom ist ein sehr gutes Werkzeug für die exakte Klangbearbeitung.

Master X3: Master X3 liefert den entscheidenden Kick für Mix und Mastering. Der MASTER X3 ist die virtuelle Nachbildung des TC Electronic Finalize jenes Masteringprozessors, der als Standard im professionellen Audiobereich gilt. Der X3 beschleunigt das Mastering, indem er mehrere Arbeitsschritte zusammenfasst und unter einer übersichtlichen, leicht bedienbaren Benutzeroberfläche zur Verfügung stellt. Er bietet Multiband- Signalverarbeitung, wobei Expansion, Kompression und Limiting separat auf jedes Band angewendet werden können. Die intuitive Benutzeroberfläche vereint zahlreiche Ideen, die das Mastering schneller und einfacher machen. Die Gesamtcharakteristik wird mit Zielkurven gesteuert, die durch eine einheitliche Steuerung der Equalizerbänder aller Module die Signalbearbeitung vereinfachen. Die Wechselwirkung zwischen den Bändern kann durch „Zielfaktoren“ abgestimmt werden, die den Wirkungsbereich jedes Moduls bestimmen. Auf diese Weise wird die Zahl der Parameter, die der Anwender für diesen komplexen Vorgang festlegen muss, erheblich reduziert. Und per »Soft Clipping« kann, wenn es gewünscht ist, sogar ein »analoger« Klangcharakter erzielt werden.

MegaReverb: Die Technologie des MegaReverb entspricht den Algorithmen Core 1 und 2 des TC Electronic M5000, wobei die Qualität der Hallfahne aufgrund neuer Innovationen bei der Reverbentwicklung nochmals verbessert werden konnte.

Plug-Ins für PowerCore müssen eigens für diese Plattform entwickelt, beziehungsweise angepasst werden. So genannten nativen Plug-Ins, die auf der CPU des Computers laufen, profitieren nicht von der DSP - Leistung des PowerCore.

Powercore - Firewire
 
Dritthersteller wie SONY, TC - Helicon, DSound, Waldorf, Acces Music, Noveltech und viele weitere programmieren ebenfalls für die Powercore-Plattform. Der große Vorteil liegt nun darin, dass man anderes Firmen Know How auf diese Weise nutzen kann. So ist es zum Beispiel möglich, die Equalizer der Sony Qxford-Mischkonsolen oder den Virus von Access Music virtuell zu benutzen.

Wer nun ordentlich die Powercore-Karte einsetzt, wird feststellen, dass die Leistung sich bald dem Ende zuneigen wird. Wem die Leistung daher zu niedrig ist, kann noch eine zweite Karte hinzukaufen und diese dann kaskadieren.

Letzt genanntes ist zudem auch gleichzeitig das einzige, was bei der Powercore-Karte zu bemängeln ist. Hier kann man nur an TC Electronic appellieren, dass die Leistungsfähigkeit durch stärke DSPs gesteigert wird und so nicht gleich zu einem zweiten Karte gegriffen werden muss.

Fazit T.C. Electronic - Powercore Firewire

Die Powercore Karte von TC Electronic ist ein gutes Zusatztool, dass den Produzenten beim Mischen und Sounds kreieren gut unterstützt. Der Name TC Electronic steht für Qualität und ist gerechtfertigt.

Wer nicht gleich auf ein großes DSP –System wie von Digidesign, Creamware und Soundscape aus ist, sollte sich die Karte von TC gut anschauen. Mit einem Straßenpreis von 1.290,- € ist sie angemessen im Preis bemessen.

Wir können hoffen, dass die Leistung der DSP-Prozessoren steigen und zudem immer mehr qualitative Software von namenhaften Herstellern angeboten wird.

T.C. Electronic - Powercore Firewire Homepage

Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.
26.05.2017, 07:33 h | 8 Junglists online