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Steinberg Groove Agent


Hersteller: Steinberg
Produkt: VST Sample-Player
Preis: 249,- €
Released: Ende 2003

Nachdem Steinberg uns schon beim letzten Test gezeigt hat, wo der Hammer hängt, zeigen die Hamburger nun, wo die Drums hängen. Aufpassen, es kann laut werden!...


Steinberg
 
In immer mehreren Techno -Produktionen hört man ein Schlagzeug. Meistens musste man bei Verwendung eines Schlagzeugs das gesamte Instrument aufbauen und dazu den Drummer den Part einspielen lassen. Die Hamburger Firma Steinberg hat sich nun genau diesem Thema gewidmet und ein Plug-In hergestellt, was bis jetzt seines gleichen sucht. Das Programm heißt Groove Agent und kann was es verspricht: amtliche Schlagzeugsounds aus den Boxen erklingen lassen.

Die Sounds lassen sich zudem noch in verschieden Stilarten zuweisen, so dass man sich seine eigenen Kits zusammenbasteln kann. Es gibt acht Drumspuren in einer Kategorie, von denen sich die Presets ebenfalls bequem separat austauschen lassen. Wer mehr braucht, der macht eben einfach dasselbe Plug-In noch einmal auf und kann den Stil weiter wechseln.

 
Gesamtansicht
Der Oberhammer ist jedoch, dass sich von allen Stilarten die vorprogrammierten Grooves plus den dazugehörigen Fill -ins MIDI - Noten aufzeichnen lassen. Streng nach dem Motto …was Du hörst, ist das was Du siehst!

Es entstehen keine Timingungenauigkeiten. Die Noten werden absolut genau und automatisch auf die richtigen Quantisierungswerte gesetzt. Die Latenzzeit ist jedoch von der Soundkarte abhängig. Die MIDI - Sequenzen können zudem im Sequenzer nach Herzenslust verändert werden.


Bei der Zeitauswahl steht einem das Jahr 1950 bis 2000 zur Verfügung. Musikalisch gesehen heißt das: Swing, Samba, Jazz Trio, Paint Cha -Cha, ¾, Rumba, Shuffle, Fox, Tom -Tom, Bossa Nova, Twist, 12/8, Train Beat, Tamla, Soul, Pop, Backbeat, New Orleans Funk, Songo, Olympic, Cajun, Bonzo, Dark Side, Reggae, Funk, Disco, Hard Rock, TexMex, Basic Hip Hop, Boogie, Elektro, Slick, Breakbeats, Arena, World Ethno, Detriot Techno, LA Shuffle, House, Westcost, Mini Works, Fusion, Trance, Modern Soul, Trip -Hop, Busy Beat, Drum´n Bass, Ambient, Hip Hop, 2 -Step, Tribal Techno, Nordic Pop, Nu RnB und Mini Club.

Die Krönung ist aber nicht die enorme Vielfalt an Sounds, sondern die verschiedenen Einstellungen für die Komplexität der Grooves. Insgesamt stehen dem Benutzer 25 unterschiedliche Einstellungen plus 25 verschiedene vorprogrammierte Drum Fill -Ins zur Verfügung. Die Komplexität ist so gestaffelt, dass es smooth anfängt und sich dann kontinuierlich steigert, bis der virtuelle Drummer so richtig die Sau raus lässt.





Infos, Limiter, Einstellungen
 
Bei der Kommunikation mit anderen Programmen hat sich Steinberg auch etwas einfallen lassen. So kann man im hauseigenen Sequenzer Cubase SX die Drumsounds problemlos auf vier Einzelausgänge routen, welche dann über die To - Host Schnittstelle auch im Cubasemixer mit EQ, Echo oder Hall weiterbearbeitet werden können.

Als weiteres Bonbon hat der Hersteller noch ein paar Extras eingebaut. Die Vintage - Funktion, die den alten Sound älterer Stile ein wenig authentischer macht, ist nur eine davon.
Die Automation und Steuerung der wichtigsten Parameter funktionieren einwandfrei. Sollte man trotz der einfachen Handhabung doch einmal Schwierigkeiten mit dem Programm haben, hilft dem User die Bedienungsanleitung, die in drei unterschiedlichen Sprachen aufgeführt ist, weiter.

Fazit Steinberg Groove Agent

Alles in allem können wir von dem Programm durchweg nur positives berichten. Nicht nur, dass die Sounds wunderbar eingespielt und programmiert worden sind. Groove Agent besticht vor allen Dingen durch seine simple Bedienung, was den Anfängern auf jeden Fall zu Gute kommt.

Aber nicht nur die Anfänger profitieren von dem Programm. Der ambitionierte Produzent kann endlich auch seine eigenen Schlagzeugsound einspielen.


Der Preis von 249,- € ist allemal gerechtfertigt. Wenn man bedenkt, dass ein Drummer sogar das das Gleiche, wenn nicht sogar mehr kostet, vom Instrument mal abgesehen, kann man eigentlich nur sagen, dass man hier bei Interesse sofort zuschlagen sollte.

Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.
17.10.2017, 14:58 h | 4 Junglists online