Soundscape Mixtreme 192 Set
Produkt: Soundkarte + Erweiterung
Preis: 690,- €, Soundkarte 342,- €
Released: 2003
Der Belgische Hersteller Soundscape kommt mit einem Konzept an, dass nicht jeder Hersteller bieten, dafür aber auch ganzer Linie überzeugen kann...
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Gibt es in der Regel eine Audiokarte, die entweder über PCI, USB oder Firewire angesteuert wird, kommt Soundscape mit einem ganz anderen Format zu uns. Als Grundausrüstung dient hier die Mixtreme 192-Soundkarte, die durch einen DSP-Prozessor "angetrieben" wird. Dieser ist nicht nur für das Signal-Routing, sondern auch für die Errechnung spezieller Plug-Ins verantwortlich, die, kurz gesagt, aller erste Sahne sind. Später aber dazu mehr.
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PCI Audiokarte, DSP on board, DSP Mixer, 16 I/O Streams zu Sequenzer-Programmen wie Cubase oder Logic, 16 Ch TDIF @ 48k, 8 Ch TDIF @ 96k, 4 Ch TDIF @ 192k, 0-Latenz DSP Plug’s, Video Sync, Word-/Superclock, 2 ch S/PDIF option.
Die Daten sehen nicht nur interessant aus, sondern sind in der Tat auch ansprechend. Auffallend sind die unterschiedlichen Angaben zu den TDIF-Ports. Nun werden viele nicht diesen Standart kennen und so kommt erst einmal eine kurze Erläuterung:
Mit dem TDIF-Port, der eine geringere Größe wie ein Druckeranschluss hat, kann man in der Grundfrequenz 44, 1 kHz 16 Kanäle digital übertragen. Dies gelt auch bei 48 kHz. Erhöht man nun die Sampling-Frequenz, so verringert sich die Anzahl der Kanäle. Bei 96 kHz sind es acht Kanäle, bei 192 kHz dann nur noch vier. Die Angaben zu DSP on board und DSP Mixer beziehen sich, wie oben schon genannt, auf die Plug-Ins. Der Mixer selber ist dabei nicht als Plug-In zu sehen, wird aber trotzdem vom DSP-Chip errechnet.
Die bis zu 16 möglichen Streams sind virtuelle Kanäle im Computer. Hier ist es möglich Audio-Signale von einem Sequenzer-Programm zum DSP-Mixer und umgekehrt zu schicken. Weiter unten gibt's dazu eine ausführlichere Erläuterung. Die letzten Angaben beziehen sich auf die 0 ms Latenz der errechneten DSP-Plug-Ins, der Video-Synchronisation, den Word- und Superclock-Anschlüssen und der optionalen S/PDIF-Erweiterung.
Die Karte selber hat einen TDIF-Anschluss. Weiterhin gibt es dort die Word-/Superclock-Anschlüsse. Zusätzlich hat Soundscape eine Blende mitgeliefert. Schließt man diese an die Karte an, stehen einem noch ein weiterer TDIF- und MIDI-Anschluss zur Verfügung. Letzterer ist übrigens in Form des Game-Ports vorhanden.
Mit dieser Soundkarte ist aber nur das Grundgerüst ausgestattet. Hier gibt es nämlich nicht die Möglichkeit externe Audio-Signale, zum Beispiel von einem XLR- oder Klinken-Kabel kommend, anzuschließen. Hier hat der Belgische Hersteller die zusätzlichen Breakout-Boxen, die jeweils die Größe eines halben 19 Zoll-Racks haben, entworfen.
Es gibt dazu eine gute Auswahl von Boxen, die eine unterschiedliche Anzahl und Qualität vorweisen.
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Der Aufbau der I Box 2 sieht folgendermaßen aus: Ganz links befindet sich der Power-Schalter und der Kopfhörerausgang mit eigenem Volume-Regler. Zentral findet man die Regler für die Eingänge, die Umschaltung zwischen Line und Mikrofon-Signal, die Zuschaltung für die Phantomspannung und eine TDIF-Kontrolllampe vor. Ganz rechts sind die beiden Mikrofon-Anschlüsse vorhanden. Auf der Rückseite befinden sich zwei TDIF-Porte, einen für den Direktanschluss und einen zum Durchschleifen, die Line-In und Out-Anschlüsse und die Stromzufuhr. Die Sampling-Frequenz beträgt 44,1 oder 48 kHz bei 24 Bit Wortbreite.
Die SS8IO-3 sieht etwas anders aus: Ganz links befinden sich ebenfalls der Power-Schalter und die Kontrolllampen für die Sampling-Frequenz und den Clock-Modus. Als Sampling-Frequenz kann auch hier zwischen 44,1 und 48 kHz bei 24 Bit gewählt werden.
Im Clock-Modus kann man sich aussuchen, ob man die Karte intern, über TDIF oder über das externe Signal Wordclock bzw. Superclock synchronisieren will. Ganz rechts hat der Hersteller eine Input-Pegel-Anzeige für alle Eingänge untergebracht. Diese zeigt die Werte -30 dB und -3 dB an. Schöner wäre eine noch genauere Abstufung oder zumindest der Wert um -10 dB hilfreicher gewesen. Will man sich nur auf die -3 dB-Leuchte verlassen, geht man das Risiko ein, dass es zu einem Clipping kommen kann, da der Headroom nur noch drei dB beträgt. Dafür kann man aber per Software das Metering genauer nachvollziehen.
Auf der Rückseite sind die Chinch-Ein- und Ausgänge und die Wordclock-Ein- und Ausgänge vorhanden.
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Dazu haben wir mal wieder ein paar Testaufnahmen mit einer CD, einer Schallplatte und einem Kondensator-Mikrofon gemacht. Dabei ist uns aufgefallen, dass die Wandler-Qualität der SS8IO-3-Box bei den Chinch-Anschlüssen schon gut ist. Hier haben fast alle Konkurrenz-Produkte das Nachsehen. Der Knaller kommt aber bei der I Box 2. Hier hat Soundscape zwei sehr gute AKM-Wandler verbaut. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Im Vergleich zur Konkurrenz hat der Belgische Hersteller in der Preisklasse bis 1000 € eindeutig die Nase vor. Bei unseren Aufnahmen haben wir kaum Unterscheide zu der Schallplatte oder der CD gehört. Die Aufnahmen mit dem Mikrofon haben ein ähnlich gutes Ergebnis erbracht.
Die oben schon mehrmals genannten DSP-Möglichkeiten sind das I-Tüpfelchen des gesamten Soundscape-Konzepts. Hier hat der Hersteller eine ungewöhnliche, aber dafür durchschlagkräftige Möglichkeit verfolgt.
Der DSP-Mixer kann dabei bis zu 128 Kanäle verwalten. Ein sehr großer Pluspunkt ist dabei die Möglichkeit, einen Mixer nach eigenen Wünschen zu kreieren. Alles was man in der realen Mischpult-Welt vorfindet, kann man auch in dieser Mixer-Konsole erstellen. Die Routings-Möglichkeiten sind dabei ebenso enorm, wie die Einbindung spezieller DSP-Plug-Ins.
Die Plug-Ins sind dabei alle sehr hochwertig. Fremdhersteller wie TC Electronic oder Dolby, um nur zwei zu nennen, bieten hier Plug-Ins an. Wer am Anfang den Eigenbau einer Mixeroberfläche scheut, kann zudem auf vorgefertigte Presets wie etwa 2 Band EQ + Dynamics, 4 Band EQ, 7 Band Graphic EQ, 16 Channel Mono + 2 Band EQ, Mix 1, 2, 3, 4, TC Dynamizer oder TC Reverb zurückgreifen.
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Hier gibt kommen nun die 16 I/O Streams ins Spiel. Man kann nun bis zu 16 Streams vom Sequenzer-Programm an den DSP-Mixer hin und zurück schicken. Ein großer Vorteil dieses Konzepts ist die Möglichkeit, dass man seine VST oder Direct X-Plug-Ins weiter nutzen kann und zudem amtliche Mastering-Tools über den DSP-Chip errechnen lässt. Sorge um einen Konflikt der jeweiligen Programme braucht man nicht haben, da die Errechnung der VST-Plug-Ins und der DSP-Plug-Ins nicht über die gleiche CPU läuft. Die Errechnung des Sequenzer-Programms inklusive derer Plug-Ins läuft nämlich über eine Intel oder AMD-CPU. Die DSP-Plug-Ins werden vom speziellen Motorola-DSP-Chip errechnet.
Weiterhin ist zu erwähnen, dass die verwendeten Treiber zu den stabilsten in der PC-Architektur gelten. Dies können wir auch bestätigen, denn in der gesamten Testphase kam es nicht einziges Mal zu Problemen.
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Kommen wir nun vom Aufbau und der Qualität zur Handhabung. Diese ist am Anfang etwas umständlicher. Wie bei jeder neuen unbekannten Hard- oder Software kommt man auch hier nicht um die Bedienungsanleitung rum. Diese ist allerdings gut in mehreren Sprachen verfasst, sodass das Lesen nicht schwer fallen dürfte.
Wer dann einmal das gesamte Konzept verstanden hat, wird wahrscheinlich nur noch damit arbeiten. Etwas nervig erscheint die zwanghafte Registrierung beim Hersteller, da man sonst die Hardware nicht zum Laufen bekommt. Dies dient aber allein der Produktsicherung, wovon ja im Endeffekt der User auch profitiert.
Weiterhin störend aufgefallen ist uns der Kopfhörerausgang bei der I Box 2. Dieser rauscht und knackst ein wenig.
Noch weitere negative Punkte gibt es aber bei Soundscape nicht. Zu all den großen Vorteilen, die dieses System mitbringt, ist der letztgenannte Kritikpunkt verschmerzbar.
Ein weiterer großer Pluspunkt ist bei Soundscape der Support. Man kann hier bei Fragen oder Anregungen auf das Forum oder die telefonische Hotline zurückgreifen und muss dabei nicht einmal viel Geld ausgeben, da nur die Verbindungskosten zu einer Festnetznummer und nicht eine kostenpflichtige Telefonnummer angewählt wird.
Wir haben zumal am anderen Ende der Leitung immer einen kompetenten Mitarbeiter vorgefunden und wurden nicht mit Standartantworten abgewiesen.
Wem nun die vorgestellte Konfiguration nicht reicht, braucht nicht verzagen. Dies ist hier die Einstiegsklasse, wobei wir ja gesehen haben, dass man hiermit schon ordentlich arbeiten kann. Da Soundscape im Ursprung aus der Profi-Ecke kommt, kann man nur Erahnen, was es da noch für Möglichkeiten gibt. Dass man dabei mehr Geld ausgibt, dafür aber auch höhere Qualität bekommt, ist eigentlich nur logisch.
Fazit Soundscape Mixtreme 192 Set
Das Soundsape-Konzept hat uns überzeugt. Muss man sich am Anfang etwas einarbeiten, bekommt man danach recht schnell gut Ergebnisse. Die Qualität und Stabilität hat es uns dabei am Besten gefallen, sodass wir hier eine sehr gute Kritik vergeben können. Die anfängliche Skepsis über den in dieser Preisklasse noch unbekannten Anbieter, sollte man überdenken. Wer eine gute Arbeitsumgebung haben will und nicht zuviel Geld ausgeben mag, ist bei Soundscape richtig aufgehoben.
Soundscape
Mixtreme 192 Set HomepageText: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.












