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Soundscape - Mixpander Power Pak


Hersteller: Soundscape
Produkt: Soundkarte & 9er-DSP-Karte
Preis: 2000,- / 3500,- €
Released: Herbst 2004

Vor ein paar Monaten haben wir Euch das kleine Soundscape - Syste gezeigt. Nun kommt zum Ende des Jahres die geballte Power. Die fette DSP Karte, gute Plug - Ins und eine 24 In- und Out - Wandlerbox lassen keine Wünsche mehr offen!


Soundscape Mixpander 9
 
Im Sommer haben wir Euch ein Mixtreme Power Pak vorgestellt. Nun kommt genau zur besten Zeit des Jahres ein neues Produkthighlight von Soundscape auf den Markt.

Die Rede ist vom Mixpander Power Pak. Die Paks gibt es in verschiednen Ausführungen, wobei das heute vorgestellte Mixpander Power Pak 48 eine sehr gute Wahl darstellt.

Das Pak besteht aus iBox 48-TA – Audiointerface, Mixpander 9er – DSP – Karte und einem nettem Softwarepaket. Zu diesem Paket muss man allerdings noch die Mixtreme 192 – Soundkarte oder ein Soundscape – Device haben. Wir haben uns für die deutlich preisgünstigere Variante entschieden und baten Soundscape, diese Karte mit in unser Paket zu legen. Wer genauere Infos über diese Karte haben will, sollte sich unseren Testbericht aus dem Sommer anschauen.

In diesem Test geht es also nur um das neue Audiointerface iBox 48-TA, der Mixpander 9er – DSP – Karte und den Plug – Ins.
Zuvor wollen wir Euch aber noch einmal den Mixer vorstellen, der die Grundlage des Soundscape – Systems darstellt.

 
LED Anzeige
Der Mixer ist der gleiche, wie der vom Sommer vorgestellte. Dies zeigt allein schon die Update – Möglichkeit der Soundscape – Produkte, da man sich bei den Belgiern Stück für Stück steigern kann und nicht gleich ein bestimmtes Produkt erworben werden muss. Der Mixer erlaubt dabei freie Manipulation des Signalflusses innerhalb des Kanalzugs, sowie das aller Objekte wie Splitter, Amplifier, Fader, EQ’s, Send Elemente, physikalische Inputs und Outputs, Plug-Ins usw.

Man kann also die jeweiligen Tools dort einsetzen, wo man sie benötigt. Überall im Kanalzug kann man an jeder beliebigen Stelle ein Plug-In einsetzen. Zu den Plug-Ins gehören bei Soundscape auch Sends, Inputs, Outputs, Peakmeter etc.
Schiebt man zum Beispiel einen EQ über einen Send, durchläuft das Signal zuerst den EQ und geht danach via Send in den ausgewählten Bus oder den gewählten physikalischen Output, bei der TI-48 also ein XLR - Ausgang.
Schiebt man den EQ unter diesen Send, wird das unbearbeitete Signal in den Send gespeist. Dabei gilt das Pre/Post – Fader – Schalten genau so, wie bei einem großem Hardware - Digitalmischpult!
Zudem kann man mitten im Kanalzug auch einfach einen Output einsetzen, der die Signale an separate Hardware – Geräte, zum Beispiel ein Effektgerät, sendet. Der bearbeitetet Sound wird vom Ausgang des Effektgerätes an das Audiointerface zurückgesendet und schon hat man eine Insert/ Return - Kette zur Außenwelt gebaut.

 
iBox 48-TA
Das iBox 48-TA – Audiointerface ist Soundscapes neueste Errungenschaft. Diese 2-HE-Rack bietet 24 symmetrische Ein- und Ausgänge und das ganze noch in einer Top-Qualität bis zu 96 kHz bei 24 Bit Wortlänge. Auf der Vorderseite sind 24 Status – LEDs zur Kontrolle und verscheiden Einstellmöglichkeiten zur Sample – Frequenz, der In- und Outputwahl, und der Levelanzeige vorzufinden. Mit letzterem kann man angeben, ob die Status – LEDs Ein- oder Ausgangssignale anzeigen soll.
Weiterhin hat der Hersteller drei TDIF – Ports für den digitalen Datenaustausch, ein Expanson Port und einen MADI – Anschluss verbaut. Nun werden sich die meisten unter Euch fragen, wie denn so viele Anschlüsse an ein 2-HE-Rack unterbracht werden können und was diese ganzen Anschlüsse denn überhaupt bedeuten?

Der Hersteller verwendet keine XLR – Stecker auf der Rückseite, sondern ausschließlich TDIF – Anschlüsse. Soundscape hat auf der Rückseite insgesamt drei TDIF – Ports für die Eingänge und drei für die Ausgänge bereitgestellt. Jeder TDIF – Port ist für acht Kanäle zuständig. An die Ports werden spezielle Multicore - Kabel angeschlossen, die am Ende jeweils auf weibliche oder männliche XLR – Anschlüsse enden. Schade ist allerdings, dass es keine Multicores auf Klinke zu kaufen gibt. Der Anschluss über ein Multicores hat nun Vor- sowie Nachteile.
Ein großer Vorteil ist erst einmal der Anschluss von so vielen Kanälen. Es gibt bis jetzt kein Interface, das in einem Rack so viele Anschlüsse vereinigt. Ein großer Nachteil ist allerdings der Zukauf von den Multicore – Kabel. Ein Multicore – Kabel, dass auf acht XLR – Anschlüsse wandelt, kostet bei Soundscape schon einmal 115 €. Will man nun alle 48 Anschlüsse auf einmal verwendet, muss man zum Cable – Pack greifen, das insgesamt 400 € kostet. 400 € allein für Kabel auszugeben ist für viele kein Pappenstiel, aber dafür gerechtfertigt. Bedenkt man einmal den Kauf von 48 guten XLR- oder Klinkenkabel in kleiner Länge, kommt man ebenfalls ganz schnell auf 400 €, wenn nicht sogar weit mehr.

Die drei weiteren TDIF – Ports für den digitalen Datenaustausch sind zur Kommunikation zu einem anderen Gerät mit TDIF – Ports gedacht. So kann man beispielsweise eine zweite Wandlerbox von Soundscape kaskadieren.

Zur Info: TDIF kann man mit ADAT und in gewisser Weise auch mit S/PDIF vergleichen. Nur heißen hier die Schnittstellen anders und unterscheiden sich zudem in den technischen Spezifikationen. Vergleicht man TDIF mit anderen Digitalschnittstellen, so wird man sehen, dass hier wesentlich mehr Kanäle übertragen werden können.
MADI ist ebenfalls eine weitere professionelle Digitalschnittstelle. Hier geht’s allerdings noch ’nen Schritt weiter. MADI kann nämlich 64 Kanäle auf einmal übertragen.

Das absolute Highlight ist aber die DSP – Karte. Die Soundscape Mixpander Plattform bietet mit 64 Ein- und 64 Ausgängen zur Außenwelt, 32 internen Mix- Bussen und 64 Sends plus 64 Returns zu Software ein wahres Feuerwerk an Möglichkeiten.
Mit neun Motorola Hi-Speed DSPs bestückt, findet das komplette Routen, Mixen, Summieren und Ein- und Ausspielen in der latenzfreien DSP - Welt statt.

 
9er-DSP-Karte
Das besondere an der Mixpander-9-Karte ist die Flexibilität. Mit bis zu 32 Kanälen, 32 Bussen, einem 5.1 Surround - Mixer, 4 Masterkanäle zur Ausgabe von 5.1 Sound, Dolby Surround und Stereo besitzt dabei jeder Kanal einen vollparametrischen 4 Band - EQ, Dynamik - Prozessing und 8 Sends.
Parallel kann dazu ein Dolby Surround Encoder, 2 x Stereo Aphex Aural Exciter, ein Aphex Big Bottom Pro, 24 Stereo Delay basierte Effekte und ein Multi-Band Prozessor, wie zum Beispiel der TC Dynamizer, auf dem Stereo - Submix laufen.

Dies alles wird von einer Karte berechnet und kann zudem noch ausgeweitert werden. So kann man zum Beispiel noch bis zu drei weitere Mixpander Karten kaskadieren. Holt man sich noch ein PCI Expansion Chassis, kann man sogar noch mehre DSP – Karten zusammenschließen.

Schade ist allerdings, dass man keine Soundmodule zur Verfügung hat. Die Berechnung von Synthesizern durch DSP - Chips wäre sicherlich auch sehr interessant. Die Firmen TC Electronic und Access Music bieten zum Beispiel diese Möglichkeit an.

Zum Mixpander – Soundpack bekommt man noch ein FX1 DSP Bundle bestehend aus AudioToolbox, Spinaudio Roomverb, Spiaudio Spindelay, Acuma Labs und Final Mix Mastering mitgeliefert.
Die Audio – Toolbox besteht aus einer Kompressor-, einer Delay-, Dither- und einer Flanger – Einheit. Ebenfalls hat uns Soundscape noch die Möglichkeit gegeben einige andere Plug – Ins, wie den Big Bottom und Aural Exicter von Aphex, verschieden Kompressoren, Dynamizer und Reverb von TC Electronic, Final Mix, SatFat, etc. auszuprobieren.

Input, Output, Clock...
 
Das Plug – In SatFat von Acuma Labs und der SDX 100 - Kompressor von Drawmer überzeugten dabei auf ganzer Linie. Bei allen Plug – Ins zeigt die DSP – Technologie, was momentan in ihr steckt. Man bekommt für einen ordentlichen Preis sehr gute Qualität.
Zwar müssen diese Plug – Ins separat dazu gekauft werden. Der jeweils verlangte Preis ist dabei angemessen berechnet. Für externe Hardware würde man deutlich mehr bezahlen.
Diese Plug – Ins sind aber längst nicht alle. Die Firma Dolby hat zum Beispiel auch ein Plug-In bereitgestellt, das für Surround – Anwendungen bestens geeignet ist.
Die DSP – Plug – Ins können natürlich auch mit anderen VST - Plug – Ins anderer Hersteller kombiniert werden. Die VST – Plug – Ins werden dabei wieder von der Host – CPU berechnet. Sehr positiv aufgefallen im Test ist dabei die Stabilität des gesamten Systems.

Wir hatten mit unserem Rechner nie ein Problem. Bei unserem Testrechner, einem Intel Pentium 4 mit 3 GHz, 1024 MB RAM und WIN XP, haben wir sogar eine Latenz von 3 ms hinbekommen. Was will man mehr?
Das System bis an die Grenzen fahren! Kein Problem. Wir setzten noch einen Drauf und binden in unser System die Powercore Firewire von TC Electronis ein. Wir haben dazu die Karte bis ans Limit gefahren, ein „dickes“ Arrangement hochgefahren und dann alles intern über S/PDIF aufgenommen. Zur unserer Bestätigung gab es keinerlei Abstürze, Aussetzer oder ähnliches.

Als letztes wollen wir noch auf den Service und den Support eingehen. Hier gibt’s wieder ein dickes Lob. Dem Hersteller gelingt es, Profi wie Laien schnell Informationen rüber zu bringen. Wer Hilfe braucht, wendet sich zudem an den kompetenten Telefonsupport.

Die Systemanforderungen lauten:
Intel CPU (empfohlen> 2GHz P IV):
Chipsatz: Intel 845/865/875 (mit ICH4/5/6)
OS: Windows XP Professional oder Windows 2000
RAM: Markenspeicher, Mindestens 512 MB Ram
PSU: In modernen PC’s kommt dem Netzteil eine große Bedeutung zu, da die Verbraucher, wie Festplatten, Mainboards und CPUs und Grafik/PCI Karten immer leistungshungriger werden.
Soundscape empfehlt Markenenetzteile mit Mindestens 450W, besser 550W.

Fazit Soundscape - Mixpander Power Pak

Das Mixpander Power Pak 48 besticht durch Profi – Qualität. Das iBox 48-TA – Audiointerface wandelt den Sound in sehr guter Qualität. Vor den Größen RME, Digidesign und MOTU braucht sich Soundscape nicht fürchten. Vergleiche haben sich kaum auf dem Messgerät deutlich gemacht. Das Ohr nimmt den Unterschied nicht wahr oder zeigt sogar, dass Soundscape teilweise noch bessere Ergebnisse hervorbringt.
Die Kombination mit der Mixpander-9er – DSP – Karte ist momentan das Novum im PC – Bereich. Was bei Pro Tools und Apple maßgeschneidert ist, kann Soundscape für den PC verbuchen.

Dass dieses System ordentlich Geld kostet, dürfte einleuchten. Gleichzeitig kann man dann aber auch mit absoluter Profiqualität rechnen. Im Gegensatz zu Pro Tools, wo der gehobener Produktionsstil bei über 7000 € anfängt, gibt man beim Soundscape die Hälfte aus.
Wer nicht gleich ganz so viel Geld ausgeben mag, kann natürlich auch preiswerter anfangen. Das ganze System ohne fetter DSP – Karte kostet ca. 2000,- €.

Der Vergleich zum Motu HD 192 zeigt ein ähnliches Preisgefälle, dafür aber nur halb so viele Ein- und Ausgänge. Wer also viele Ein- und Ausgangskanäle braucht, sollte sich dieses System sehr genau anschauen. Man wird kaum ein besseres Preisleistungsverhältnis vorfinden!

www.soundscape-audio.de

Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.
16.08.2017, 16:53 h | 2 Junglists online