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Propellerheads Reason 2.0


Hersteller: Propellerheads
Produkt: Virtuelles Musikstudio
Preis: 449,- € / Upgrade,- 99€
Released: Mai 2002

Reason 1.0 war schon ein Knaller. Nun ist endlich Reason in der zweiten Version da . Wir haben das Programm für euch getestet.


Propellerheads Reason
 
Was braucht man eigentlich so alles zu Musik produzieren? Da wären der Sequenzer, ein Synthesizer, die Beat-Box, der Drumcomputer, ein Mischpult und ein Programm wie Logic Audio oder Cubase. Und für letzteres braucht man auch noch einen Computer, der ein gewisses Leistungspotential besitzt. Das alles kostet eine ganz schöne Stange Geld.
Und die meisten von euch haben eben nicht das nötige Kleingeld für all diese netten Dinge. Es gibt aber auch schon seit einiger Zeit ein Programm Namens Reason, das die ganzen Dinge beinhaltet. Natürlich sollte man noch einen Computer haben, der möglichst viel Power bereitstellt und ein Masterkeyboard ist auch nicht schlecht. Ansonsten hast du Probleme Melodien zu erstellen.

 
Sequencer
Reason hat übrigens den Vorteil, dass man nicht unbedingt eine Supersoundkarte im dreistelligen Eurobetrag haben muss, da die Sounds schon vorhanden sind und diese nicht erst erzeugt werden müssen. Sie sind sogar schon richtig fett gemastert. Das hat einen grossen Vorteil und spart eine Menge Geld.
Die ganze Be- und Verarbeitung passieren bei Reason auf digitaler Ebene im Computer. So müssen auch keine Audiosignale mehr gewandelt werden und das hat eine ziemliche Verbesserung der Audioqualität von sich. Eine Soundkarte im Preissegment von ca. 30,- € richtet es hier locker. Wer eine bessere hat und mehr dafür ausgeben will, bekommt auch mehr vom Programm und profitiert natürlich von den Asio-Treibern. Gute Karten mit Asio-Unterstützung gibt's schon ab ca. 200,- €.

Reason 1.0 war schon ein Knaller. Nun ist endlich Reason in der zweiten Version da und man hat an die Erfolege von Reason 1.0 angeknüpft. Wenn man das Produktpaket öffnet, dann verwundert die reichliche Anzahl an CDs, nämlich drei Stück insgesamt. Eine für das Programm selber und die beiden anderen sind randvoll mit Sounds zugestopft: einerseits mit den typischen Sounds, die bei der elektronischen Musik zur Geltung kommen, andererseits haben die Entwickler sogar klassische Sounds mitgeliefert. Mit soviel Zeugs kann man schon eine Menge anstellen. Das sagen sich auch schon einige Produzenten im Technobereich und benutzen das Programm als Hauptproduktionsmittel. Zugegeben, die Installation von Reason ist nicht so ganz einfach, aber sinnvoll gelöst.

Beim Start des Programms fällt sofort die Oberfläche ins Auge. Standardmäßig sieht man das Mischpult, einige Effektgeräte, Synthesizer, den Redrum-Klangerzeuger, der so ähnlich aufgebaut ist, wie die Roland TB 909, die Matrix, mehrere Sampler und Platz für noch mehr Geräte. Je mehr Power dein Rechner hat, desto mehr Geräte kannst du gleichzeitig benutzen. Man kann natürlich auch ein Gerät mehrmals verwenden, was der Kreativität zu gute kommt. Alle Geräte sind schon miteinander verkabelt und man kann sofort loslegen. Wer sich schon als fortgeschritten bezeichnet, kann diese natürlich auch selber konfigurieren. Jedenfalls fühlt man sich, wie in einem echten Studio.

 


Vorne, hinten
Nun kann man denken, dass man keine eigenen Wav-Dateien importieren kann. Das stimmt aber nicht. Zugegeben, man importiert sie nicht wie bei anderen Programmen, wie Cubase. Bei Reason geschieht dies über den "Dr. Rex", der Rex-Dateien abspielen kann. Und was sind nun Rex-Dateien? Das ist das Programmformat, welches der Hersteller von Reason benutzt. Einige Geräte spielen ausschließlich nur diese Dateien. Nun hat man ein eigenes Wav und will dies auch bei Reason zum Laufen bringen. Dafür muss man sein Wav mit dem Programm Recycle, in eine Rex-Datei umwandeln. Recycle stammt auch wie Reason von dem schwedischen Hersteller Propellerheads. Richtig fett, kommt die Synchronisation mit Cubase SX, dem neusten Flagschiff von Steinberg. Und das ermöglicht dann noch mehr Möglichkeiten. Man denke nur an die verschiedenen Plug-Ins. Wenn also mal etwas nicht mit Reason zu bewerkstelligen ist, dann geht's aber mit Cubase. Auf die Erläuterung von Cubase SX wird jetzt aber nicht eher eingegangen, da das den Rahmen sprengen würde.

Mit dem angeschlossenen Masterkeyboard kann man seine eigenen Melodien einspielen und diese auch mit einem Synthesizer wie Malström, den es erst ab der zweiten Version gibt, oder Subtractor verändern. Hier hat man nun genügend Möglichkeiten, indem man den LFOs über mehrere Modulationsziele (Filter-ENF, Amplifer, Envelope…) verändert. Alternativ kann man auch die LFO-Modulation über die Matrix einzeichnen, was sich auch sehr leicht bewerkstelligen lässt.

Ganz großes Plus ist Automation in Reason, was sonst nur große Mischkonsolen für mehrere tausend Euro bewerkstelligen. Es gibt aber allerdings auch kleine Mankos: mit dem hauseigenen Sequenzer lässt sich schon effizient arbeiten, doch es bedarf einiger Übung bis man sich damit eingearbeitet hat. Wen man etwas Eigenes eingezeichnet hat, so kann man dies nicht ohne weiteres auf jede beliebige Spur mittels "Cut, Copy, Paste" einfügen, was bei komplexen Zeichnungen nicht gerade von Vorteil ist. Hier kann man nur auf den Hersteller hoffen. Es wurden aber auch kleine "Fehler" aus Version 1.01 ausgemerzt. So zum Beispiel beim Auswählen der Sounds des jeweiligen Gerät. Es werden hier nur noch die Sounds angezeigt, die auch tatsächlich benutzt werden können. Ein zeitaufwendiges Durchsuchen der Dateien entfällt somit.

Redrum
 
Die Modulation der Sounds ist als Positiv zu betrachten. Hier kann nämlich eine ADSR-Hüllkurve verändert werden. Zusätzlich steht einem noch eine LFO-Modulation zur Verfügung. Der Bereich Effekte wertet mit Reverb, Chorus und Delay die Produktion ebenfalls auf. Der Clou ist dabei aber noch die jeweilige Preseteinstellung. Hier haben die Entwickler von Native Instruments ganze Arbeit geleistet. Ganz normale Effekteinstellungen bis hin zu extravaganten Optionen sind durchaus realisierbar.

Die Filter lassen einem ebenfalls noch einige Einstellungen offen. Hier können Hoch-, Band-, Notch-Filter oder EQ-Einstellungen vorgenommen werden.

Systemvorrausetzungen: Intel Pentium II Computer mit 233 MHz oder schneller. 64 Megabyte RAM und CD-ROM-Laufwerk. Windows 98, ME, NT 4.0, 2000 oder XP. Bildschirm 800 x 600 Punkte, 256 Farben. 16 bit Audiokarte, kompatibel mit Windows, vorzugsweise mit ASIO- oder DirectX-Treiber, Microsoft Direct X (sofern von der Karte unterstützt). Eine Windows kompatible MIDI-Schnittstelle.

Macintosh: Power Macintosh mit 604, 604e, G3 oder G4 Prozessor mit 166 MHz oder schneller. 64 Megabyte RAM und CD-ROM-Laufwerk. MacOS 8.6 oder spätere Version. (Support von MacOS X) Bildschirm 800 x 600 Punkte, 256 Farben. OMS 2.2 oder spätere (inkludiert).

Fazit Propellerheads Reason 2.0

Ihr seht also, für gerade 449 € ist einiges zu bekommen. Würde man sich das Ganze als Hardware holen, dann würde man ganz locker, in den vierstelligen Eurobereich gelangen. Man kann auf jeden Fall nur für den Kauf des Programms sprechen. So viele Vorteile bringt keine Hardware mit sich.

Allerdings sollte man auch wissen, dass man mit dem Programm keine Tracks machen kann, die sich wie Kernkraft 400 von Zombie Nation anhören. Diese Stücke werden meistens in Studios produziert, die die 100.000,- Euro-Grenze ganz locker sprengt. Wenn man Reason komplett verstanden hat, dann gibt's so viele Möglichkeiten, da bräuchte man aber schon eine gewisse Zeit, die alle auszuprobieren. Ein amtlicher Club-Track lässt sich allemal realisieren.

Propellerheads Website

Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.
21.10.2017, 01:22 h | 7 Junglists online