Reason 1.0 war schon ein Knaller. Nun ist endlich Reason in der zweiten Version
da . Wir haben das Programm für euch getestet.
Propellerheads Reason
Was braucht man eigentlich so alles zu Musik produzieren? Da wären der Sequenzer,
ein Synthesizer, die Beat-Box, der Drumcomputer, ein Mischpult und ein Programm
wie Logic Audio oder Cubase. Und für letzteres braucht man auch noch einen
Computer, der ein gewisses Leistungspotential besitzt. Das alles kostet eine ganz
schöne Stange Geld.
Und die meisten von euch haben eben nicht das nötige Kleingeld für all
diese netten Dinge. Es gibt aber auch schon seit einiger Zeit ein Programm Namens
Reason, das die ganzen Dinge beinhaltet. Natürlich sollte man noch einen
Computer haben, der möglichst viel Power bereitstellt und ein Masterkeyboard
ist auch nicht schlecht. Ansonsten hast du Probleme Melodien zu erstellen.
Sequencer
Reason hat übrigens den Vorteil, dass man nicht unbedingt eine Supersoundkarte
im dreistelligen Eurobetrag haben muss, da die Sounds schon vorhanden sind und
diese nicht erst erzeugt werden müssen. Sie sind sogar schon richtig fett
gemastert. Das hat einen grossen Vorteil und spart eine Menge Geld.
Die ganze Be- und Verarbeitung passieren bei Reason auf digitaler Ebene im Computer.
So müssen auch keine Audiosignale mehr gewandelt werden und das hat eine
ziemliche Verbesserung der Audioqualität von sich. Eine Soundkarte im Preissegment
von ca. 30,- € richtet es hier locker. Wer eine bessere hat und mehr dafür
ausgeben will, bekommt auch mehr vom Programm und profitiert natürlich von
den Asio-Treibern. Gute Karten mit Asio-Unterstützung gibt's schon ab
ca. 200,- €.
Reason 1.0 war schon ein Knaller. Nun ist endlich Reason in der zweiten Version
da und man hat an die Erfolege von Reason 1.0 angeknüpft. Wenn man das Produktpaket
öffnet, dann verwundert die reichliche Anzahl an CDs, nämlich drei Stück
insgesamt. Eine für das Programm selber und die beiden anderen sind randvoll
mit Sounds zugestopft: einerseits mit den typischen Sounds, die bei der elektronischen
Musik zur Geltung kommen, andererseits haben die Entwickler sogar klassische Sounds
mitgeliefert. Mit soviel Zeugs kann man schon eine Menge anstellen. Das sagen
sich auch schon einige Produzenten im Technobereich und benutzen das Programm
als Hauptproduktionsmittel. Zugegeben, die Installation von Reason ist nicht so
ganz einfach, aber sinnvoll gelöst.
Beim Start des Programms fällt sofort die Oberfläche ins Auge. Standardmäßig
sieht man das Mischpult, einige Effektgeräte, Synthesizer, den Redrum-Klangerzeuger,
der so ähnlich aufgebaut ist, wie die Roland TB 909, die Matrix, mehrere
Sampler und Platz für noch mehr Geräte. Je mehr Power dein Rechner hat,
desto mehr Geräte kannst du gleichzeitig benutzen. Man kann natürlich
auch ein Gerät mehrmals verwenden, was der Kreativität zu gute kommt.
Alle Geräte sind schon miteinander verkabelt und man kann sofort loslegen.
Wer sich schon als fortgeschritten bezeichnet, kann diese natürlich auch
selber konfigurieren. Jedenfalls fühlt man sich, wie in einem echten Studio.
Vorne, hinten
Nun kann man denken, dass man keine eigenen Wav-Dateien importieren kann. Das
stimmt aber nicht. Zugegeben, man importiert sie nicht wie bei anderen Programmen,
wie Cubase. Bei Reason geschieht dies über den "Dr. Rex", der Rex-Dateien
abspielen kann. Und was sind nun Rex-Dateien? Das ist das Programmformat, welches
der Hersteller von Reason benutzt. Einige Geräte spielen ausschließlich
nur diese Dateien. Nun hat man ein eigenes Wav und will dies auch bei Reason zum
Laufen bringen. Dafür muss man sein Wav mit dem Programm Recycle, in eine
Rex-Datei umwandeln. Recycle stammt auch wie Reason von dem schwedischen Hersteller
Propellerheads. Richtig fett, kommt die Synchronisation mit Cubase SX, dem neusten
Flagschiff von Steinberg. Und das ermöglicht dann noch mehr Möglichkeiten.
Man denke nur an die verschiedenen Plug-Ins. Wenn also mal etwas nicht mit Reason
zu bewerkstelligen ist, dann geht's aber mit Cubase. Auf die Erläuterung
von Cubase SX wird jetzt aber nicht eher eingegangen, da das den Rahmen sprengen
würde.
Mit dem angeschlossenen Masterkeyboard kann man seine eigenen Melodien einspielen
und diese auch mit einem Synthesizer wie Malström, den es erst ab der zweiten
Version gibt, oder Subtractor verändern. Hier hat man nun genügend Möglichkeiten,
indem man den LFOs über mehrere Modulationsziele (Filter-ENF, Amplifer,
Envelope…) verändert. Alternativ kann man auch die LFO-Modulation
über die Matrix einzeichnen, was sich auch sehr leicht bewerkstelligen lässt.
Ganz großes Plus ist Automation in Reason, was sonst nur große Mischkonsolen
für mehrere tausend Euro bewerkstelligen. Es gibt aber allerdings auch kleine
Mankos: mit dem hauseigenen Sequenzer lässt sich schon effizient arbeiten,
doch es bedarf einiger Übung bis man sich damit eingearbeitet hat. Wen man
etwas Eigenes eingezeichnet hat, so kann man dies nicht ohne weiteres auf jede
beliebige Spur mittels "Cut, Copy, Paste" einfügen, was bei komplexen
Zeichnungen nicht gerade von Vorteil ist. Hier kann man nur auf den Hersteller
hoffen. Es wurden aber auch kleine "Fehler" aus Version 1.01 ausgemerzt.
So zum Beispiel beim Auswählen der Sounds des jeweiligen Gerät. Es werden
hier nur noch die Sounds angezeigt, die auch tatsächlich benutzt werden können.
Ein zeitaufwendiges Durchsuchen der Dateien entfällt somit.
Redrum
Die Modulation der Sounds ist als Positiv zu betrachten. Hier kann nämlich
eine ADSR-Hüllkurve verändert werden. Zusätzlich steht einem noch
eine LFO-Modulation zur Verfügung. Der Bereich Effekte wertet mit Reverb,
Chorus und Delay die Produktion ebenfalls auf. Der Clou ist dabei aber noch die
jeweilige Preseteinstellung. Hier haben die Entwickler von Native Instruments
ganze Arbeit geleistet. Ganz normale Effekteinstellungen bis hin zu extravaganten
Optionen sind durchaus realisierbar.
Die Filter lassen einem ebenfalls noch einige Einstellungen offen. Hier können
Hoch-, Band-, Notch-Filter oder EQ-Einstellungen vorgenommen werden.
Systemvorrausetzungen: Intel Pentium II Computer mit 233 MHz oder schneller.
64 Megabyte RAM und CD-ROM-Laufwerk. Windows 98, ME, NT 4.0, 2000 oder XP.
Bildschirm 800 x 600 Punkte, 256 Farben. 16 bit Audiokarte, kompatibel mit Windows,
vorzugsweise mit ASIO- oder DirectX-Treiber, Microsoft Direct X (sofern von der
Karte unterstützt). Eine Windows kompatible MIDI-Schnittstelle.
Macintosh: Power Macintosh mit 604, 604e, G3 oder G4 Prozessor mit 166 MHz oder
schneller. 64 Megabyte RAM und CD-ROM-Laufwerk. MacOS 8.6 oder spätere
Version. (Support von MacOS X) Bildschirm 800 x 600 Punkte, 256 Farben. OMS 2.2
oder spätere (inkludiert).
Fazit Propellerheads Reason 2.0
Ihr seht also, für gerade 449 € ist einiges zu bekommen. Würde
man sich das Ganze als Hardware holen, dann würde man ganz locker, in den
vierstelligen Eurobereich gelangen. Man kann auf jeden Fall nur für den Kauf
des Programms sprechen. So viele Vorteile bringt keine Hardware mit sich.
Allerdings sollte man auch wissen, dass man mit dem Programm keine Tracks machen
kann, die sich wie Kernkraft 400 von Zombie Nation anhören. Diese Stücke
werden meistens in Studios produziert, die die 100.000,- Euro-Grenze ganz locker
sprengt. Wenn man Reason komplett verstanden hat, dann gibt's so viele Möglichkeiten,
da bräuchte man aber schon eine gewisse Zeit, die alle auszuprobieren. Ein
amtlicher Club-Track lässt sich allemal realisieren. Propellerheads
Website Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net
und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.