Hersteller: Native Instruments Produkt: Software-Sampler Preis: ca. 199,- Released: Sommer 2003
Sampler gibt's wie Sand am Meer. Native Instruments hat sich aber etwas ganz
besonderes einfallen lassen...
Native Instruments
Die Berliner Softwareschmiede beglückt dieser Tage die Musikproducer mit
einem neuen Programm Namens Kompakt. Bei erster Betrachtung mag man meinen, dass
es sich um einen gewöhnlichen Sampler handelt. Dies ist aber bei näherer
Betrachtung nicht der Fall.
Native Instruments Kompakt arbeitet generell nach dem Prinzip eines Romplers.
Dabei kann der Hersteller aber mit einigen Zusatzfunktionen und einer erheblich
größeren Soundlibrary auftrumpfen. Allein zwei Gigabyte an hochwertigen
Sounds ermöglichen dem User die Qual der Wahl. Dabei hat man bei der Konzeption
darauf geachtete, dass bei der Software kein geschlossenes, sondern etablierte
Soundformate benutzt werden können. Battery-, Akai S-1000/3000-, EXS-, Halion-,
SF2-, LM4- und Gigasampler- Dateien können in den Sampler geladen werden.
Natürlich besteht auch die Möglichkeit Wav, AIFF, und SDII-Dateien zu
benutzen. Leider kennt Kompakt kein Reason-Format. Die Möglichkeit REX2-Files
zu lesen bleibt uns leider verwehrt. Schade!
Gesamtansicht Kompakt
Kompakt ist generell in fünf Bereiche unterteilt. Die wären der Multi-,
Instrumenten-, Modulations-, Effektbereich und das Keyboard. Mit den 50 Drumkids,
30 verschiedenen Bässe, Klaviere, E-Pianos, und Gitarren und zusätzlich
einer Menge an synthetischen Klängen hat der Hersteller eine runde Sache
geschaffen. Die große Soundbibliothek ist dabei aber nicht das einigste,
was Kompakt so interessant macht. So hat man zum Beispiel die Möglichkeit
acht verschieden Instrumente zu laden. Dabei kann jedes Instrument einzeln eingestellt
werden. Per Drag & Drop-Verfahren können die Sounds auf jede Taste beliebig
gelegt werden. Dieses Feature erleichtert den Arbeitsfluss ganz schön. Es
wäre schön, wenn sich hiervon einige andere Hersteller inspirieren lassen
und das Drag & Drop-Verfahren kein Einzellfall bleiben wird.
Kommen wir aber nun zu den einzelnen Bereichen des Programms. In der Multi - Funktion
können insgesamt acht verschiedene Instrumente geladen werden. Diese erscheinen
dabei in einem Rack. Sehr praktisch ist der Infobereich. Hier werden Sample-Größe,
Polyphonie, der CPU-Verbrauch, Keyrange, Transpose, der MIDI-Kanal und der Output
angezeigt. Ebenfalls hilfreich ist das Zusammenfassen der Instrumente zu einer
Gruppe. Die Veränderung der Gruppe kann im Fenster Group-Edit realisiert
werden. Das Instrument steht dabei im nahen Zusammenhang zur Multifunktion. Filter,
Verstärker oder Sampler können selber noch einmal einzeln variiert werden.
Klangformung
Die Modulation der Sounds ist als Positiv zu betrachten. Hier kann nämlich
eine ADSR-Hüllkurve verändert werden. Zusätzlich steht einem noch
eine LFO-Modulation zur Verfügung. Der Bereich Effekte wertet mit Reverb,
Chorus und Delay die Produktion ebenfalls auf. Der Clou ist dabei aber noch die
jeweilige Preseteinstellung. Hier haben die Entwickler von Native Instruments
ganze Arbeit geleistet. Ganz normale Effekteinstellungen bis hin zu extravaganten
Optionen sind durchaus realisierbar.
Die Filter lassen einem ebenfalls noch einige Einstellungen offen. Hier können
Hoch-, Band-, Notch-Filter oder EQ-Einstellungen vorgenommen werden.
Fazit Native Instruments Kompakt
Als Resümee können wir also an euch eine Kaufempfehlung aussprechen.
Als Einsteigerprodukt kann man Kompakt, trotz des relativ niedrigen Preises von
199 €, nicht betrachten. Das Konzept ist schlüssig, am Anfang aber nicht
immer so ganz verständlich. Der Blick in die gut geschriebene Bedienungsanleitung
wird dem User aber weiterhelfen und so zu guten Ergebnissen kommen lassen.
Kompakt kann als Stand-Alone-Programm, wie auch als Plug-In verwendet werden.
An Hostschnittstellen mangelt es jedenfalls nicht. ASIO2.0, Direct Sound, MME,
Sound Manager, Core Audio, DXI 2, RTAS, VST und Sound Manager stehen dir zur Verfügung.
An Betriebssystemen steht einem MAC OS 9.2, WIN 98/ME/2000 und XP zur Verfügung.
Die Systemvorrausetzungen für einen flüssigen Ablauf sind 1200 MHz,
512 MB RAM, 2,5 GB Festplatte bzw. 733 MHz G4 sowie 512 MB RAM. Native
Instruments Kompakt Homepage Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net
und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.