Vor mehr als einem Jahr gab es die erste Version von Storm. Nun geht das Produkt
in die zweite Runde.
Arturia
Programme mit denen man Musik produzieren kann, gibt es ja schon seit geraumer
Zeit. Angefangen hat es unter anderem mit dem Magix Music Maker. Mit ihm konnte
man damals schnell ein Musikstück machen. Die Zeit ist aber nicht stehen
geblieben. Seit damals hat sich einiges in diesem Segment getan und Programme
wie „Reason“ stehen nun am Start. Wir nehmen uns heute den Konkurrenten
Storm 2.0 von Arturia vor und schauen was er so kann.
Vor mehr als einem Jahr gab es die erste Version von Storm. Damals sollte man
so einfach wie möglich schnell Musik machen können. Dieses Ziel wurde
damals auch erreicht. Nun geht das Produkt in die zweite Runde.
Besonders positiv ist uns aufgefallen, dass Storm eine einfache Benutzeroberfläche
hat. Das Programm ist extra in Deutsch übersetzt worden und verfügt
über ein deutsches Handbuch, was bei Musikprogrammen nicht selbstverständlich
ist. Außerdem hat das Programm noch eine gute Menühilfe auf Lager.
Fährt man mit der Maus über einen Gerät, so erscheint nach ein
paar Sekunden ein kleines Fenster, in dem die Funktionen des Gerätes auf
Deutsch erklärt werden.
Musikstudio
Ganz am Anfang hat man auch mehre Assistenten für verschiedene Stilrichtungen
wie z.B. Dance, Hip Hop, Trance, Jazz Funk, House, Dub oder Ambient zur Auswahl.
Klickt man auf eines der Fenster, so ertönt dann gleich die Musik. Zu dieser
sieht man gleich noch das Studio, mit dem der Track produziert wurde. Der Assistent
führt mit ca. 30-60 Schritten durch das Programm und am Ende hat man einen
fertigen Track im gewünschten Stil.
Wählt man die zweite Variante, so baut man sich sein eigenes Tonstudio mit
bis zu vier Geräten und drei Effekten, wobei natürlich jegliche Kombinationen
möglich sind. Dabei ist dann auch gleich der erste Haken. Man kann leider
nur diese Auswahl nutzen. Es ist zwar möglich, die Geräte während
einer Produktion auszutauschen, wobei damit aber der Verlust der produzierten
Sektion mit diesem Gerät in Kauf zu nehmen ist. Eine Systemaufbau, die nur
von der Computerleistung abhängig ist, kann leider nicht realisiert werden.
Die einzige Möglichkeit, diese benutzte Spur ohne Verlust weiter zu benutzen,
kann nur über das Bouncen realisiert werden. Das Bouncen wird zum Zusammenfügen
einzelner Musiksamples benutzt. Dies hat zum einen den Vorteil, dass man einen
Audiotitel benutzt und somit den Computer entlastet, andererseits kann man diese
Spur aber nicht mehr im Sequenzer so einfach bearbeiten. Die andere Möglichkeit
ist, einfach eine zweite Storm Instanz zu starten und diese im ReWire Modus parallel
laufen zu lassen. Damit hat man dann doppelt so viele Instrumente und Effekte.
Effekte
Im eigenen Tonstudio kann man sich dann die wildesten Kombinationen einfallen
lassen. Vom Stepsequencer, der supereinfach gutklingende Patterns erstellt, über
einen Sampler, mit dem verrückte Sachen realisierbar sind bis zur virtuellen
DJ-Corner, mit der man zwei Waves oder mp3s, in Form von Schallplatten ineinander
mixen, cutten und scratchen kann, ist alles vorhanden, was das Musikherz höher
schlagen lässt. Nimmt man sich den Sampler näher unter die Lupe und
durchforstet die Sounds, stockt einem schon fast der Atem. Die Sounds, die Arturia
hier anbietet sind allererste Sahne. Solche fetten Snares, Claps, Hihats, Basses
ect. gibt es in diesem Preissegment ganz selten. Die Samples sind sogar schon
gemastert.
Des weiteren ist positiv zu bemerken, dass die Samples nach Gerätetyp, Musikstil,
Takten und BPM gegliedert sind. So kann man sofort einschätzten, was für
die Produktion von Interesse ist.
Wir bauen ein paar Spuren zusammen und wollen schauen, was die Geräte so
alles könne. So dauert es auch nicht lange, bis wir eine Automation schreiben
wollen. Dies ist besonders einfach. Will man einem Gerät zum Beispiel den
Befehl geben, dass er ein Pattern zu wechseln, oder ein Effekt anders zu spielen
hat, so macht man diese Veränderungen einfach im laufenden Betrieb und schon
ist die Automation geschrieben. Beim nächstmaligen abspielen, macht das Gerät
dann genau das nach, was zuvor eingegeben hat. Will man die Automation nicht mehr
haben, stellt man sie Regler einfach wieder in die Ausgangsposition.
Die Effetsektion hat ebenfalls einiges zu bieten. Die Geräte sind sehr einfach
zu bedienen und können auch genau so einfach geroutet werden. Somit kann
man mehrere Effekte kombinieren.
DJ-Corner
Will man die Möglichkeit nutzen, dass man nicht alleine arbeitet, sondern
mit mehrere in einem Team produziert, kann Arturia hier die Onlinevariante bieten.
Da ja alle Storm-Versionen die gleichen Sounds haben, muss man im Onlinemodus
nicht auch noch die Sounds rüber schicken. Selbstverständlich können
aber auch einzelne Sounds oder sogar Projekte ausgetauscht werden. Reichen einem
die Möglichkeiten nicht, was Storm so zu bieten hat, so kann man problemlos
noch ein zweites Storm anbinden und die doppelte Anzahl an Geräten benutzen.
Negativ ist und aufgefallen, dass das Arbeitsfenster viel zu klein ist. Will man
also lange Nächte durchmachen, so ist hier viel Geduld angesagt. Das gleiche
Problem hat der Sequenzer. Hier hätte der Hersteller ruhig mehr Arbeitsfläche
spendieren können. Des weiteren hat der Mixer keine Solofunktion. Man ist
also immer an die Mutetaste gebunden, wenn man eine Spur alleine hören will.
Ebenfalls hätte man die Bedienungsanleitung noch üppiger mit spezifischen
Geräteinformationen füllen könne. Wie oben schon berichtet, ist
zwar die Menüführung sehr simpel. Die Geräte sind aber leider nicht
im Einzelnen erklärt. Neben der deutschen Bedienungsanleitung gibt es auch
eine deutsche Online-Hilfe, per Mausklick bekommt man hier ausführliche Infos
und Bedienhinweise zu den einzelnen Geräten.
Fazit Arturia Storm 2.0
AAlles in allem kann man sagen, dass man für den Preis von 149,- € ein
ordentliches Programm bekommt. Will man eben ein paar schnelle Pattern zusammenstellen
bzw. ein „einfaches“ Stück machen, so ist das Programm nahezu
ideal. Weiß man nicht so recht, was man überhaupt für ein Stück
produzieren will, so kann man sich von Storm 2.0 auf jeden Fall inspirieren lassen.
Über das Bouncen kann man ja jederzeit seien Ideen auch in ein anderes Programm
übertragen. Storm 2.0 kann außerdem direkt in Cubase als VST Instrument
oder einfach zusammen mit Ableton Live eingesetzt werden.
In Bezug zu der vorgegeben Soundbank, die immerhin fast 500 MB groß ist,
können wir dieser Software ein absolutes Plus vergeben.
Schaut man, was die Konkurrenz von Propellerheads auf den Markt geworfen hat,
muss man zugeben, dass Reason wesentlich mehr kann, aber auch höhere Anschaffungskosten
hat, Arturias Storm 2.0 kostet immerhin nur ein Drittel des Reason Preises.
Bisher hat Arturia regelmäßig Updates für das Storm Music Studio
veröffentlicht und neue Sounds und Assistenten zum Download bereitgestellt.
Hier ist bestimmt noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht und sobald es
ein weiteres Update gibt werden wir das natürlich wieder testen.
Weitere Infos gibt es beim deutschen Arturia Vertrieb Tomeso oder direkt bei Arturia. Arturia
Storm Homepage Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net
und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.