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Arturia Storm 2.0


Hersteller: Arturia
Produkt: Virtuelles Musikstudio
Preis: 149,- €, Update kostenlos
Released: Janaur 2003

Vor mehr als einem Jahr gab es die erste Version von Storm. Nun geht das Produkt in die zweite Runde.


Arturia
 
Programme mit denen man Musik produzieren kann, gibt es ja schon seit geraumer Zeit. Angefangen hat es unter anderem mit dem Magix Music Maker. Mit ihm konnte man damals schnell ein Musikstück machen. Die Zeit ist aber nicht stehen geblieben. Seit damals hat sich einiges in diesem Segment getan und Programme wie „Reason“ stehen nun am Start. Wir nehmen uns heute den Konkurrenten Storm 2.0 von Arturia vor und schauen was er so kann.

Vor mehr als einem Jahr gab es die erste Version von Storm. Damals sollte man so einfach wie möglich schnell Musik machen können. Dieses Ziel wurde damals auch erreicht. Nun geht das Produkt in die zweite Runde.

Besonders positiv ist uns aufgefallen, dass Storm eine einfache Benutzeroberfläche hat. Das Programm ist extra in Deutsch übersetzt worden und verfügt über ein deutsches Handbuch, was bei Musikprogrammen nicht selbstverständlich ist. Außerdem hat das Programm noch eine gute Menühilfe auf Lager. Fährt man mit der Maus über einen Gerät, so erscheint nach ein paar Sekunden ein kleines Fenster, in dem die Funktionen des Gerätes auf Deutsch erklärt werden.

 
Musikstudio
Ganz am Anfang hat man auch mehre Assistenten für verschiedene Stilrichtungen wie z.B. Dance, Hip Hop, Trance, Jazz Funk, House, Dub oder Ambient zur Auswahl. Klickt man auf eines der Fenster, so ertönt dann gleich die Musik. Zu dieser sieht man gleich noch das Studio, mit dem der Track produziert wurde. Der Assistent führt mit ca. 30-60 Schritten durch das Programm und am Ende hat man einen fertigen Track im gewünschten Stil.

Wählt man die zweite Variante, so baut man sich sein eigenes Tonstudio mit bis zu vier Geräten und drei Effekten, wobei natürlich jegliche Kombinationen möglich sind. Dabei ist dann auch gleich der erste Haken. Man kann leider nur diese Auswahl nutzen. Es ist zwar möglich, die Geräte während einer Produktion auszutauschen, wobei damit aber der Verlust der produzierten Sektion mit diesem Gerät in Kauf zu nehmen ist. Eine Systemaufbau, die nur von der Computerleistung abhängig ist, kann leider nicht realisiert werden. Die einzige Möglichkeit, diese benutzte Spur ohne Verlust weiter zu benutzen, kann nur über das Bouncen realisiert werden. Das Bouncen wird zum Zusammenfügen einzelner Musiksamples benutzt. Dies hat zum einen den Vorteil, dass man einen Audiotitel benutzt und somit den Computer entlastet, andererseits kann man diese Spur aber nicht mehr im Sequenzer so einfach bearbeiten. Die andere Möglichkeit ist, einfach eine zweite Storm Instanz zu starten und diese im ReWire Modus parallel laufen zu lassen. Damit hat man dann doppelt so viele Instrumente und Effekte.

Effekte
 
Im eigenen Tonstudio kann man sich dann die wildesten Kombinationen einfallen lassen. Vom Stepsequencer, der supereinfach gutklingende Patterns erstellt, über einen Sampler, mit dem verrückte Sachen realisierbar sind bis zur virtuellen DJ-Corner, mit der man zwei Waves oder mp3s, in Form von Schallplatten ineinander mixen, cutten und scratchen kann, ist alles vorhanden, was das Musikherz höher schlagen lässt. Nimmt man sich den Sampler näher unter die Lupe und durchforstet die Sounds, stockt einem schon fast der Atem. Die Sounds, die Arturia hier anbietet sind allererste Sahne. Solche fetten Snares, Claps, Hihats, Basses ect. gibt es in diesem Preissegment ganz selten. Die Samples sind sogar schon gemastert.

Des weiteren ist positiv zu bemerken, dass die Samples nach Gerätetyp, Musikstil, Takten und BPM gegliedert sind. So kann man sofort einschätzten, was für die Produktion von Interesse ist.
Wir bauen ein paar Spuren zusammen und wollen schauen, was die Geräte so alles könne. So dauert es auch nicht lange, bis wir eine Automation schreiben wollen. Dies ist besonders einfach. Will man einem Gerät zum Beispiel den Befehl geben, dass er ein Pattern zu wechseln, oder ein Effekt anders zu spielen hat, so macht man diese Veränderungen einfach im laufenden Betrieb und schon ist die Automation geschrieben. Beim nächstmaligen abspielen, macht das Gerät dann genau das nach, was zuvor eingegeben hat. Will man die Automation nicht mehr haben, stellt man sie Regler einfach wieder in die Ausgangsposition.

Die Effetsektion hat ebenfalls einiges zu bieten. Die Geräte sind sehr einfach zu bedienen und können auch genau so einfach geroutet werden. Somit kann man mehrere Effekte kombinieren.

DJ-Corner
 
Will man die Möglichkeit nutzen, dass man nicht alleine arbeitet, sondern mit mehrere in einem Team produziert, kann Arturia hier die Onlinevariante bieten. Da ja alle Storm-Versionen die gleichen Sounds haben, muss man im Onlinemodus nicht auch noch die Sounds rüber schicken. Selbstverständlich können aber auch einzelne Sounds oder sogar Projekte ausgetauscht werden. Reichen einem die Möglichkeiten nicht, was Storm so zu bieten hat, so kann man problemlos noch ein zweites Storm anbinden und die doppelte Anzahl an Geräten benutzen.

Negativ ist und aufgefallen, dass das Arbeitsfenster viel zu klein ist. Will man also lange Nächte durchmachen, so ist hier viel Geduld angesagt. Das gleiche Problem hat der Sequenzer. Hier hätte der Hersteller ruhig mehr Arbeitsfläche spendieren können. Des weiteren hat der Mixer keine Solofunktion. Man ist also immer an die Mutetaste gebunden, wenn man eine Spur alleine hören will.

Ebenfalls hätte man die Bedienungsanleitung noch üppiger mit spezifischen Geräteinformationen füllen könne. Wie oben schon berichtet, ist zwar die Menüführung sehr simpel. Die Geräte sind aber leider nicht im Einzelnen erklärt. Neben der deutschen Bedienungsanleitung gibt es auch eine deutsche Online-Hilfe, per Mausklick bekommt man hier ausführliche Infos und Bedienhinweise zu den einzelnen Geräten.

Fazit Arturia Storm 2.0

AAlles in allem kann man sagen, dass man für den Preis von 149,- € ein ordentliches Programm bekommt. Will man eben ein paar schnelle Pattern zusammenstellen bzw. ein „einfaches“ Stück machen, so ist das Programm nahezu ideal. Weiß man nicht so recht, was man überhaupt für ein Stück produzieren will, so kann man sich von Storm 2.0 auf jeden Fall inspirieren lassen. Über das Bouncen kann man ja jederzeit seien Ideen auch in ein anderes Programm übertragen. Storm 2.0 kann außerdem direkt in Cubase als VST Instrument oder einfach zusammen mit Ableton Live eingesetzt werden.

In Bezug zu der vorgegeben Soundbank, die immerhin fast 500 MB groß ist, können wir dieser Software ein absolutes Plus vergeben.

Schaut man, was die Konkurrenz von Propellerheads auf den Markt geworfen hat, muss man zugeben, dass Reason wesentlich mehr kann, aber auch höhere Anschaffungskosten hat, Arturias Storm 2.0 kostet immerhin nur ein Drittel des Reason Preises.

Bisher hat Arturia regelmäßig Updates für das Storm Music Studio veröffentlicht und neue Sounds und Assistenten zum Download bereitgestellt. Hier ist bestimmt noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht und sobald es ein weiteres Update gibt werden wir das natürlich wieder testen.

Weitere Infos gibt es beim deutschen Arturia Vertrieb Tomeso oder direkt bei Arturia.

Arturia Storm Homepage

Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.
24.02.2017, 04:41 h | 9 Junglists online