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Alesis QS6.2


Hersteller: Alesis
Produkt: 64-stimmiger Synthesizer
Preis: 699,-
Released: Mai 2003

Der 64 - stimmige Synthesizer hat ganz scön was auf dem Kasten und zudem noch richtig schöne Sounds...


Alesis
 
Nun kommt die amerikanische Firma Alesis zum Zug. Das heute vorgestellte Modell heißt QS6.2 und ist ein 64-stimmiger Synthesizer mit 16 Bit Linear 48 kHz Sample ROM mit Tiefpassfilter. Der Alesis QS6.2 ist also ein ROM-Player. Standardmäßig stehen 16 MB Wellenformspeicher zur Verfügung, welche mit einer Speicherkarte auf bis zu 24 MB erweitert werden kann. Leider gibt es nur einen Tiefpassfilter. Hochpassfilter hat der Hersteller leider gar nicht mit verbaut. Im Gegensatz zur vorigen QS6 wurde das Design verändert. Im schicken Silberglanz erstrahlt er nun. Ebenso hat man die Ausgangs-D/A-Wandler verbessert. Diese hat man von 18 Bit - Wandler durch 24 Bit-Wandler ersetzt. Dadurch kommt es zu einer besseren Klangauflösung.

Kommen wir aber erst einmal zum generellen Aufbau: in der linken Sektion befindet sich das Pitch- und Modulationsrad. Weiter rechts findet man die Schieberegler für Volume, Filter, Delay, Envelope und Reverb vor. Zentral angeordnet sind das Display und die Bedienauswahl. Ganz rechts haben die Entwickler die Auswahlelemente für schnellen Zugriff nochmals unterteilt. Ebenso befindet sich rechts die Transpose-Funktion.

Der QS enthält insgesamt fünf interne Bänke. Eine Bank ist die Sammlung von 128 Programmen und 100 Mixes. Die Programme sind in Pianos, Chromatic, Organ, Guitar, Bass, Strings, Brass, Winds, Synth, Rhythm/FX und Drums/Perkussions aufgeteilt. Insgesamt enthält der Synthesizer im Programm-Mode 512 Presets und 128 User und im Mix Mode 400 Presets und 100 User-Möglichkeiten.

 


Gesamtansicht und Rückseite
Zudem bietet der Alesis QS6.2 verschiedene Möglichkeiten den Sound beim Spielen zu kontrollieren: die Velocity gestattet einem den Klang durch die Härte des Anschlags zu formen. Abhängig davon, wie intensiv man eine Taste spielt, ändern sich die Lautstärke und die Klangeigenschaft eines Sounds. Der Aftertouch verändert einen Sound, wenn die angeschlagene Taste gehalten und weiter herunter gedrückt wird. Hierdurch können die Klangeigenschaften ebenfalls verändert werden. Das Sustain Pedal, welches im Lieferumfang mit enthalten ist-sehr lobenswert!-, wird verwendet, um Noten nach dem Loslassen der Tasten zu halten. Das Pitch-Bend Rad ermöglicht das Verbiegen der Tonhöhe der gespielten Noten. Mit dem Modulationsrad kann man einen Modulationseffekt wie zum Beispiel Tremolo oder Vibrato zum Sound hinzufügen. Durch die Controller A bis D Schieberegler kann man verschiedene Parameter des Klanges beeinflussen. In den meisten Bänken kontrolliert der linke Regler A einen Filter oder Filter-Sweep-Effekte, steuert Regler B ein Delay, Regler C die Hüllkurvenzeit und der letzte Regler D einen Reverbeffekt. Der Reverb-Schieberegler dient auch zugleich für die Reverb-Value. Hier kann man also auch die einzelnen Paramter der Filter verändern. Beim Bewegen der Schieberegler erhält man zudem eine optische Rückmeldung im Display.

Die technischen Daten des Synthesizers sind: 64 Stimmen, jede mit stimmbaren Tiefpassfilter und 16-fach multitimbral spielbar. Die Fünf-Oktaven-Klaviatur ist ordentlich verbaut und lädt zum fleißigen Spielen ein. Des weiteren nennt der Alesis QS6.2 noch drei LFOs, drei Hüllkurvengeneratoren und programmierbaren Effects Sends sein eigen. Der Silberkasten ist aber nicht nur ein ROM-Player. Er arbeitet nach dem Prinzip einer Workstation. Acht unterschiedliche Wellenformen, wie Sägezahn, Triangel, Square ect. stehen hier zur Verfügung. Weiterhin kann man die einzelnen Parameter, wie zum Beispiel die ADSR-Hüllkurve und die LFOs bestimmen. Die einzelnen Modulationsziele müssen mit den Auswahltastern bzw. dem Reverb-Schieberegler verändert werden. Man hat leider keinen direkten Zugriff auf die Parameter und muss sich durch die Menüs steppen. Dies ist aber nicht so das Problem, da über die Taster und den Edit-Schalter alles bedient werden kann.

Man muss nicht zwingend in die verständlich geschriebene Bedienungsanleitung schauen, da auf dem Gehäuse alle notwendigen Parameter, die verändert werden können, aufgedruckt sind. An Effekten kann der Synthesizer auch einiges vorweisen: Chorus, Flanger, Detune, Delay, Reverb und EQ, die im Mix-Mode konfiguriert werden müssen, stehen zur Auswahl. Die Effekte müssen zwar erst einmal geroutet werden. Hat man dies aber geschafft, kann man mit der Effektstektion so einiges anstellen. Die einzelnen Effekte hören sich dabei sehr gut an. Schade ist nur die Tatsache, dass Alesis bei so einer amtlichen Effektsektion keine externen Audio-Signale zulässt. Somit hätte man das Gerät auch noch als kleine Effekteinheit ansehen können, schade!

 
Pitch- und Modulationsrad
Weiter geht’s zum nächsten Feature, dem Drum-Mode. Dieser ermöglicht einem, eigene Drum Kits innerhalb eines Programms zu konstruieren. Im Dumm-Mode kann man zehn Drum-Samples pro Sound auswählen. Zudem können unterschiedliche Einstellungen für Pitch, Level, Panning, Effects Routing und Position zugewiesen werden. Insgesamt hat man 343 Samples zur Auswahl. Dies ist aber noch nicht alles. Der Hersteller hat dem Synthesizer nämlich noch 90 vorprogrammierte Drum-Loops mit hinzu gegeben.


Weiterhin positiv zu bemerken ist das Stichwort MIDI. Im Display werden die MIDI-Kanäle nämlich wunderbar angezeigt. Spielt man auf einem bestimmten MIDI-Kanal, bekommt man durch das Display direkte Auskunft. Natürlich kann man selber bestimmen, welchen der 16 MIDI-Kanäle man nutzten will. Kommen wir aber nun zum eigentlichen, den Sounds. Diese hören sich absolut klar und rein an. Sie überzeugen von einer amtlichen Qualität. Man muss beim Durchhören der Sounds bedenken, dass es sich bei diesem Gerät um kein analoges Gerät handelt. Dadurch erscheinen die fetten Drums nicht so „dreckig“, wie bei anderen analogen oder virtuell-analogen Synthesizern. Diese Tatsache ist aber von Alesis bestimmt so gewollt. Man sollte sich beim Durchsteppen der einzelnen Bänke einmal die Piano- und Orchestersounds zudem sehr genau anhören. Hier gibt es nämlich überhaupt nichts zu beanstanden. Das Piano bzw. Klavier hört sich nämlich genau so an, wie ein Original. Steht man genau auf diesen Sound, dann sollte man sich den QS6.2 sehr genau anschauen. Für ca. 699,- € bekommt man nicht nur amtliche Klavierklänge, sondern auch noch fette Snares, die es richtig krachen lassen.

Fazit Alesis QS6.2

Kann man damit leben, dass bei diesem Gerät von Alesis keine Synthese-Form, sondern nur Sounds den Klang erzeugen, ist man mit diesem Gerät sehr gut bedient. Als Bonus für weitere Sound gibt es außerdem noch die Möglichkeit der Speichererweiterung. Zudem ist die Kompatibilität zu den anderen Modellen aus der QS-Reihe gegeben. Etwas unverständlich für uns ist allerdings die Tatsache, dass die Speichererweiterung nur so marginal ausfällt. In heutigen Zeiten ist es locker möglich, Speicherkarten von einem Gigabyte und mehr herzustellen. So viel hätten es nicht sein müssen, 24 MB sind aber nicht der Hit.

Ansonsten wird man mit dem Alesis QS6.2 seinen richtigen Spaß haben. Man bekommt einen Klangerzeuger und ein gutes Master –Keyboard in einem Gerät. Das Preisleistungsverhältnis ist unter den gegebenen Aspekten mehr als O.K. Zu guter letzt können wir euch noch eine freudige Botschaft machen. Das Gerät, welches wir zum Test hatten, geht an euch weiter. Check unser Gewinnspiel, beantwortet unsere Fragen und schon kannst du in die Tasten reinhauen...

Alesis QS6.2 Homepage

Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.
29.03.2017, 20:58 h | 5 Junglists online