Nach längerer Zeit stellen wir Euch mal wieder ein Mischpult vor. Wir
haben ja schon sehr viele Hersteller in dieser Sektion getestet. Die Mutter
aller Firmen im DJ-Bereich haben wir bis jetzt ausgelassen. Grund genug, um
bei Technics mal wieder anzufragen, was es neues in Sachen DJ-Mixer gibt.
Technics / Panasonic
Der neuste DJ-Mixer heißt SH-MZ1200, ist in schwarz/gold oder silber erhältlich
und eine Mischung aus Battle- und Clubmixer.
Mit seinen vier Kanälen ist er bestens für jede Art des Mixens geeignet,
denn er bietet ein Feature, das es so bis jetzt noch nicht gibt. Später aber
mehr dazu. Kommen wir erst einmal zum Aufbau des Gerätes. Fangen wir mit
der Hinterseite und den Anschlüssen an.
Die Rückseite besteht aus dem Poweranschluss, dem austauschbaren Stromkabel,
der Massefunktion und jeder Menge Anschlussmöglichkeiten. Beim Masseanschluss
hat der Hersteller leider nur einen und keine separaten Anschlüsse zur Verfügung
gestellt.
An Anschlüssen stehen drei Phono-, fünf Line/CD-, zwei Mikrofon und
zwei Effekt Return/Send- Anschlüsse bereit. Die Mikros sind über große
Klinke anzuschließen. Weiterhin gibt es noch Miniklinkenanschlüsse
für die Faderstart-Option, einen Digital Out und zwei Digital- Ins im coaxialischem
SP/DIF-Format.
In der Master-Sektion stehen ein XLR plus zwei Cinch- Anschlüsse und ein
Cinch-Anschluss jeweils für Monitor- und Rec.- Out zur Auswahl.
Technics SH-MZ 1200
Die Vorderseite sieht folgendermaßen aus:
Links unten ist die Crossfader- Zuweisung untergebracht. Hier hat Technics sich
glücklicherweise von anderen Herstellern abgewandt und diese Funktion nicht
neben dem Crossfader verbaut, um ein versehentliches Umschalten während des
Mixens zu vermeiden. Gerade im Turntablism, bei schnellen Aktionen wie Scratchen
oder Beat-Juggeling, kann das sehr leicht passieren. Gleich darüber ist der
CUE-Knopf für die Effekte untergebracht. Darüber hat Technics jeweils
einen Poti für Effekt Send und Return plus Pre/Post- Schalter für separate
Effektgeräte verbaut. Auch diese Sektion ist vorbildlich gelöst, da
der DJ alle wichtigen Parameter regeln kann.
Links oben ist die Regulierung für die beiden Mikrofone mit Höhen- und
Tiefen- EQ verbaut. Dummerweise lassen sich aber die beiden anschließbaren
Mics. nicht separat regeln, was in Live-Situationen zu unangenehmen Folgen führen
kann, dass eine Stimme zu laut, die andere eventuell zu leise verstärkt wird.
Die Künstler auf der Bühne müssen dann sehr konzentriert arbeiten
und jeweils den gleichen Pegel mit ihrer Stimme liefern.
Oben in der Mitte hat Technics die Kanalzuweisung untergebracht. Hier hat sich
der Hersteller etwas Besonderes einfallen lassen, was es so bis jetzt nicht gibt.
Man kann einen Kanal ganz normal steuern oder diesen auf zwei Kanälen splitten.
Teilt man das Signal auf zwei Kanäle auf, so sind der linke Linefader für
den linken und der rechte Kanalfader für den rechten Kanal verantwortlich.
Bei „gewöhnlichem“ Mixen macht dies kein Sinn, da man ja nicht
vier Fader für zwei mixende Signale steuern kann. Denkt man aber wieder an
die Turntablism-Fraktion, macht dieses Splitten sogar sehr viel Sinn. Mit flinken
Fingern kann man da Soundvariationen hin bekommen, die mit anderen DJ-Mixern nicht
hinzubekommen sind.
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Kommen wir nun zu den einzelnen Kanälen, die alle, bis auf die Eingangsquellen,
identisch aufgebaut sind. Der erste Kanal kann entweder zwei Line- Signale oder
ein digitales Signal im Coax-Format regeln. Der zweite und dritte bietet eine
Auswahl zwischen Plattenspieler und CD und der vierte bietet ebenfalls eine Line/Digital-Quelle
oder einen Turntable an.
Alle vier Kanäle besitzen einen Gain-Regler plus Dreifach-EQ. Die Filter
regeln bei 80, 1.000 und 10.000 Hz und steuern von -24 dB bis +12 dB. Darunter
ist der Schalter für die Effektzuschaltung und die Kopfhörerauswahl
verewigt.
Ganz unten sind die leichtgängigen vier Line- und der Crossfader verbaut,
die allesamt ausgetauscht werden können.
Auf der rechten Seite hat der Hersteller die Pegelanzeige, die aus Master- und
Kanalanzeige besteht, untergebracht. Sie reicht bis 8 dB. Uns ist aufgefallen,
dass das Mischpult bei zu starkem Pegel auch stark verzerrt. Dies ist zwar angesichts
von +8 dB nicht verwunderlich. Konkurrenzpulte haben da aber größeren
Spielraum und einen angenehmeren Klang. In einer Wohnzimmeranlage wird man das
kaum bemerken. Bei einer großen PA im Club, wo die DJs regelmäßig
an die Grenzen eines Systems fahren, ist das schon bemerkbar. Weiter unten ist
die Playmode-Anzeige für’s Splitten, die Master- und die Monitor-Sektion
verbaut. Bei der Master-Sektion hat man zwei Kanäle für das Mastersignal
zur Verfügung. Dies ist sehr von Vorteil, wenn man separate Verstärker
für seine Boxen ansteuern mag. Man kann sich nun aussuchen, ob das Signal
über den ersten oder den zweiten Masterkanal ausgegeben werden soll. Leider
gibt der Hersteller das Mastersignal, wie weiter oben schon erwähnt, in XLR
und Cinch gleichzeitig aus. Dies macht nicht so viel Sinn, da in der Regel PA-Verstärker
generell mit XLR und nicht mit Cinch angesteuert werden. Wünschenswert wäre
es, wenn Technics den Cinch in einen XLR- Kanal umbaut, um so ein symmetrisches
Signal für lange Strecken zu gewinnen.
Wer nun seine verschiedenen Verstärker alle mit XLR ansteuern will, kann
den XLR-Kanal wie gewohnt nutzen und muss das Cinch-Signal über eine DI-Box
symmetrieren. Eine DI-Box gibt es ab ca. 50,- € im Handel.
Die Monitor-Sektion hat der Hersteller ebenfalls vorbildlich gelöst. Neben
dem sehr lauten Kopfhörerausgang kann man das mixende Signal im Kopfhörer
auf den linken und rechten Signal aufteilen und zudem auch noch vormischen. Sehr
schön!
Crossfader
Die Frontseite: Hier kann man die Crossfader-Kurve in drei Variationen und außerdem
rückwärts einstellen. Zudem bietet jeder einzelne Kanal ebenfalls die
Möglichkeit an, den Linefader rückwärts zu vertauschen. Weiterhin
ist ein großer Kopfhöreranschluss plus eine Faderstart-Option für
den ersten und vierten Kanal vorgesehen.
Haben wir nun den Aufbau des Gerätes gecheckt, will ich Euch noch unsere
Erfahrungen mit dem Pult verraten. Wieder einmal haben ein HipHop- und Techno
DJ an diesem Pult vier Wochen gemixt. Den HipHop-DJ haben wir dieses Mal in den
Test mit einbezogen, da er den kleinen Bruder SH-EX 1200 sehr gut kennt und daher
auch einen Vergleich machen kann. Zu allen Fadern ist zu sagen, dass Technics
hier im Vergleich zum früheren Modell einen kleinen, aber feinen Sprung nach
vorne gemacht hat. Die Bewegungen sind butterweich hinzubekommen. Auch die Stabilität
hat uns überzeugt. Alle Bedienteile haben in unserem Dauertest nicht gewackelt.
Ebenfalls der Klang ist positiv zu erwähnen.
Die UVP liegt bei 650,- €, im Laden ist er ab ca. 550,- € zu bekommen.
Fazit Technics SH-MZ 1200
Der SH-MZ1200 ist eine gelungene Mischung aus Battle- und Clubmixer, der seine
Aufgaben zum größten Teil sehr gut vollbringt. Die Master- und Mikrofonsektion
könnten lediglich ein bisschen überarbeitet werden. Vom Klang, der Stabilität
und dem Aufbau ist hingegen nichts einzuwenden. Hier können wir eine klare
Kaufempfehlung. Mit einem Ladenpreis ab ca. 550,- € bietet er gute Qualität
zum fairen Preis. Technics
SH-MZ 1200 Homepage Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net
und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.