Home   Tech Report   DJ Tools

Technics SH-MZ 1200


Hersteller: Technics
Produkt: DJ-Mischpult
Preis: 550,- €
Released: Herbst 2005

Nach längerer Zeit stellen wir Euch mal wieder ein Mischpult vor. Wir haben ja schon sehr viele Hersteller in dieser Sektion getestet. Die Mutter aller Firmen im DJ-Bereich haben wir bis jetzt ausgelassen. Grund genug, um bei Technics mal wieder anzufragen, was es neues in Sachen DJ-Mixer gibt.


Technics / Panasonic
 
Der neuste DJ-Mixer heißt SH-MZ1200, ist in schwarz/gold oder silber erhältlich und eine Mischung aus Battle- und Clubmixer.

Mit seinen vier Kanälen ist er bestens für jede Art des Mixens geeignet, denn er bietet ein Feature, das es so bis jetzt noch nicht gibt. Später aber mehr dazu. Kommen wir erst einmal zum Aufbau des Gerätes. Fangen wir mit der Hinterseite und den Anschlüssen an.

Die Rückseite besteht aus dem Poweranschluss, dem austauschbaren Stromkabel, der Massefunktion und jeder Menge Anschlussmöglichkeiten. Beim Masseanschluss hat der Hersteller leider nur einen und keine separaten Anschlüsse zur Verfügung gestellt.

An Anschlüssen stehen drei Phono-, fünf Line/CD-, zwei Mikrofon und zwei Effekt Return/Send- Anschlüsse bereit. Die Mikros sind über große Klinke anzuschließen. Weiterhin gibt es noch Miniklinkenanschlüsse für die Faderstart-Option, einen Digital Out und zwei Digital- Ins im coaxialischem SP/DIF-Format.

In der Master-Sektion stehen ein XLR plus zwei Cinch- Anschlüsse und ein Cinch-Anschluss jeweils für Monitor- und Rec.- Out zur Auswahl.

 
Technics SH-MZ 1200
Die Vorderseite sieht folgendermaßen aus:
Links unten ist die Crossfader- Zuweisung untergebracht. Hier hat Technics sich glücklicherweise von anderen Herstellern abgewandt und diese Funktion nicht neben dem Crossfader verbaut, um ein versehentliches Umschalten während des Mixens zu vermeiden. Gerade im Turntablism, bei schnellen Aktionen wie Scratchen oder Beat-Juggeling, kann das sehr leicht passieren. Gleich darüber ist der CUE-Knopf für die Effekte untergebracht. Darüber hat Technics jeweils einen Poti für Effekt Send und Return plus Pre/Post- Schalter für separate Effektgeräte verbaut. Auch diese Sektion ist vorbildlich gelöst, da der DJ alle wichtigen Parameter regeln kann.

Links oben ist die Regulierung für die beiden Mikrofone mit Höhen- und Tiefen- EQ verbaut. Dummerweise lassen sich aber die beiden anschließbaren Mics. nicht separat regeln, was in Live-Situationen zu unangenehmen Folgen führen kann, dass eine Stimme zu laut, die andere eventuell zu leise verstärkt wird. Die Künstler auf der Bühne müssen dann sehr konzentriert arbeiten und jeweils den gleichen Pegel mit ihrer Stimme liefern.
Oben in der Mitte hat Technics die Kanalzuweisung untergebracht. Hier hat sich der Hersteller etwas Besonderes einfallen lassen, was es so bis jetzt nicht gibt. Man kann einen Kanal ganz normal steuern oder diesen auf zwei Kanälen splitten.

Teilt man das Signal auf zwei Kanäle auf, so sind der linke Linefader für den linken und der rechte Kanalfader für den rechten Kanal verantwortlich. Bei „gewöhnlichem“ Mixen macht dies kein Sinn, da man ja nicht vier Fader für zwei mixende Signale steuern kann. Denkt man aber wieder an die Turntablism-Fraktion, macht dieses Splitten sogar sehr viel Sinn. Mit flinken Fingern kann man da Soundvariationen hin bekommen, die mit anderen DJ-Mixern nicht hinzubekommen sind.


Anzeige
 
Kommen wir nun zu den einzelnen Kanälen, die alle, bis auf die Eingangsquellen, identisch aufgebaut sind. Der erste Kanal kann entweder zwei Line- Signale oder ein digitales Signal im Coax-Format regeln. Der zweite und dritte bietet eine Auswahl zwischen Plattenspieler und CD und der vierte bietet ebenfalls eine Line/Digital-Quelle oder einen Turntable an.

Alle vier Kanäle besitzen einen Gain-Regler plus Dreifach-EQ. Die Filter regeln bei 80, 1.000 und 10.000 Hz und steuern von -24 dB bis +12 dB. Darunter ist der Schalter für die Effektzuschaltung und die Kopfhörerauswahl verewigt.

Ganz unten sind die leichtgängigen vier Line- und der Crossfader verbaut, die allesamt ausgetauscht werden können.

Auf der rechten Seite hat der Hersteller die Pegelanzeige, die aus Master- und Kanalanzeige besteht, untergebracht. Sie reicht bis 8 dB. Uns ist aufgefallen, dass das Mischpult bei zu starkem Pegel auch stark verzerrt. Dies ist zwar angesichts von +8 dB nicht verwunderlich. Konkurrenzpulte haben da aber größeren Spielraum und einen angenehmeren Klang. In einer Wohnzimmeranlage wird man das kaum bemerken. Bei einer großen PA im Club, wo die DJs regelmäßig an die Grenzen eines Systems fahren, ist das schon bemerkbar. Weiter unten ist die Playmode-Anzeige für’s Splitten, die Master- und die Monitor-Sektion verbaut. Bei der Master-Sektion hat man zwei Kanäle für das Mastersignal zur Verfügung. Dies ist sehr von Vorteil, wenn man separate Verstärker für seine Boxen ansteuern mag. Man kann sich nun aussuchen, ob das Signal über den ersten oder den zweiten Masterkanal ausgegeben werden soll. Leider gibt der Hersteller das Mastersignal, wie weiter oben schon erwähnt, in XLR und Cinch gleichzeitig aus. Dies macht nicht so viel Sinn, da in der Regel PA-Verstärker generell mit XLR und nicht mit Cinch angesteuert werden. Wünschenswert wäre es, wenn Technics den Cinch in einen XLR- Kanal umbaut, um so ein symmetrisches Signal für lange Strecken zu gewinnen.

Wer nun seine verschiedenen Verstärker alle mit XLR ansteuern will, kann den XLR-Kanal wie gewohnt nutzen und muss das Cinch-Signal über eine DI-Box symmetrieren. Eine DI-Box gibt es ab ca. 50,- € im Handel.

Die Monitor-Sektion hat der Hersteller ebenfalls vorbildlich gelöst. Neben dem sehr lauten Kopfhörerausgang kann man das mixende Signal im Kopfhörer auf den linken und rechten Signal aufteilen und zudem auch noch vormischen. Sehr schön!

 
Crossfader
Die Frontseite: Hier kann man die Crossfader-Kurve in drei Variationen und außerdem rückwärts einstellen. Zudem bietet jeder einzelne Kanal ebenfalls die Möglichkeit an, den Linefader rückwärts zu vertauschen. Weiterhin ist ein großer Kopfhöreranschluss plus eine Faderstart-Option für den ersten und vierten Kanal vorgesehen.

Haben wir nun den Aufbau des Gerätes gecheckt, will ich Euch noch unsere Erfahrungen mit dem Pult verraten. Wieder einmal haben ein HipHop- und Techno DJ an diesem Pult vier Wochen gemixt. Den HipHop-DJ haben wir dieses Mal in den Test mit einbezogen, da er den kleinen Bruder SH-EX 1200 sehr gut kennt und daher auch einen Vergleich machen kann. Zu allen Fadern ist zu sagen, dass Technics hier im Vergleich zum früheren Modell einen kleinen, aber feinen Sprung nach vorne gemacht hat. Die Bewegungen sind butterweich hinzubekommen. Auch die Stabilität hat uns überzeugt. Alle Bedienteile haben in unserem Dauertest nicht gewackelt. Ebenfalls der Klang ist positiv zu erwähnen.

Die UVP liegt bei 650,- €, im Laden ist er ab ca. 550,- € zu bekommen.

Fazit Technics SH-MZ 1200

Der SH-MZ1200 ist eine gelungene Mischung aus Battle- und Clubmixer, der seine Aufgaben zum größten Teil sehr gut vollbringt. Die Master- und Mikrofonsektion könnten lediglich ein bisschen überarbeitet werden. Vom Klang, der Stabilität und dem Aufbau ist hingegen nichts einzuwenden. Hier können wir eine klare Kaufempfehlung. Mit einem Ladenpreis ab ca. 550,- € bietet er gute Qualität zum fairen Preis.

Technics SH-MZ 1200 Homepage

Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.
24.04.2014, 08:25 h | 7 Junglists online