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Stanton S-450 DJ CD-Player


Hersteller: Stanton
Produkt: DJ - CD Player
Preis: 579,- €
Released: Sommer 2004

Dass gute DJ Scratch-CD-Player nicht teuer sein müssen, hat Stanton bewiesen. Das ist aber noch nicht alles, denn der Hersteller überzeugt in gewohnt guter Qualität, sodass es für die Konkurrenz nicht ganz einfach werden wird diesen CD - Player im Preisleistungsverhältnis zu toppen...


Stanton DJ Tools
 
In der Vergangenheit haben wir bis Dato CD-Player von Pioneer, Denon und Gemini vorgestellt. Stanton, momentan mit ihrem Final Scratch-System in aller Munde, zieht nun wieder einmal nach und präsentiert uns mit den Modellen S-350 und S-450 ihre neuste Errungenschaft. Dabei ähneln sich die Geräte bis auf die Scratch-Funktion sehr stark. Aus diesem Grund haben wir uns für das Spitzenmodell S-450 entschieden und können schon einmal im Voraus sagen, dass Stanton hier ein zuverlässiges Gerät zu einem fairen Preis gefertigt hat.

Der Aufbau des Gerätes erweißt sich logisch durchdacht. Links unten ist der Auswurf - Knopf. Darüber befindet sich der Start / Pause-Knopf, der CUE-Knopf und die Auswahlsektion für den Loop- und Suchmodus.

Rechts daneben befindet sich das Hauptbedienfeld mit dem gut lesbaren Display. Hier werden alle nötigen Funktionen des CD-Players im coolen, aber nicht nervigen Blau angezeigt. Die Richtung der laufenden CD wird im Übrigen optisch dargestellt.

 
Stanton S-450
Das Bedienfeld besteht aus den Time- und Ratio-Drehreglern, der Pitchstärken-Auswahl und der Effektsektion. Darunter ist dann der Sampler mit seinen vier Bänken, die Zeitanzeigenauswahl und das gut dimensionierte Drehrad. Mag man sich am Anfang etwas an den kleinen „Plattenteller“ gewöhnen, merkt man beim Auflegen, dass die geringe Masse des Rads von Vorteil ist. Will man zum Beispiel die CD „zurückschieben“, so geht das mit einem kleinen Rad natürlich angenehmer, als mit einem großen, wie ihn die Konkurrenz anbietet.



Ganz rechts außen kann der User den langen Pitchstift, der im übrigen im Null Prozent-Bereich, wie der Original-Technics-Plattenspieler auch, einen Widerstand hat, und die Pitchbend-Tasten bestaunen.

Der Hersteller hat zudem ganz rechts außen Ein- und Ausschaltknöpfe für den Pitch-Stift und den Master-Tune-Effekt beigesteuert. Letzteres ist für das Verhindern des Micky Maus-Effekts bei Stimmen verantwortlich. Wird diese Taste betätigt und das Pitch –Tempo stark erhöht, gibt es keine nervenden Quietsche-Stimmen.
Auf der Rückseite hat Stanton die Analog- und Digitalanschlüsse untergebracht, die den Sound so weitergibt, wie man ihn hört. Digitales Scratchen ist da schon eine feine Sache...

Weiterhin gibt es auf der Rückseite noch den Relay-Anschluss zu entdecken. Relay bezeichnet der Hersteller als den kleinen Miniklinken-Anschluss. Wird der CD-Player mittels einen Klinkenkabel mit einem steuerfähigem DJ-Mixer verbunden, kann der CD-Player vom DJ-Mixer gesteuert werden. Ein Beispiel ist hier das Bewegen des Cross-Faders. Bei einigen Profimischpulten kann man per Bewegung des Cross-Faders den Start eines CUE - Punktes auslösen. Sehr praktisch, da man sich dann nur auf eine Sache konzentrieren muss.

Die Bedienbarkeit des S-450 hat uns im Test zudem hoch erfreut. Die Eject-Taste für den CD-Auswurf funktioniert nur, wenn die CD sich im Pause-Modus befindet. Ein versehentliches Drücken dieser Taste im Play-Modus kann somit nicht passieren.
Will man eine CD in den CD-Player laden, so wird die CD sofort gestartet, es sei denn, es wurde der Single-Modus ausgewählt. Dann gerät die CD in den Wartemodus und die CD kann mit Hilfe der CUE-Taste gesampelt werden. Drückt man im übrigen die Start / Pause-Taste und nicht die Eject-Taste, wird die Musik immer sofort gestartet. Praktisch, wenn es mal zu einer hektischen Situation kommt und die Musik sofort starten soll. Abgespielt werden können Audio CDs, CD-Rs und CD-RWs.


 


Gesamtbild, Display
Die Loop und Reloop-Taste sind für das Loopen verantwortlich. Bei Betätigung der In-Taste wird der Startpunkt der Loopstelle gesetzt, bei Out geschieht genau das Gegenteil. Drückt man dazu die Reloop-Taste, so wird die Stelle, die ausgesucht wurde, so lange wiederholt, bis der Benutzer den Loop-Modus unterbricht. Will man die Anfangs- und Endstellen auch noch genauer verändern, so hilft einem das Drehrad, mit dem Sample für Sample ausgewählt werden kann. Einfacher kann man es dem DJ nicht machen.

Die Track-Auswahl ganz links oben gibt es in zwei Varianten. Mit den Track-Knöpfen kann man die Lieder ganz normal vor- oder zurückspulen. Die Search-Auswahl geht den einzelnen Track im Schnelldurchlauf durch. Dreht man das Rad nach rechts spult der S-450 vor. Bei Linksbedienung spult der CD-Player zurück.
Neben dem Display befindet sich die Effekteinheit. Diese besteht aus den acht Effekten Filter, Echo, Phase, Flange, Transform, Pan, Scratch, Skid, dem Hold-Knopf, einen Regler für die Effektzeit und einen für die Effektmischung. Weiterhin hat Stanton noch eine Schnellauswahl zur Beat-Synchronisation bereitgestellt. Zur Auswahl stehen 1/4, 1/2, 3/4, 1/1, 2/1 und 4/1. Will man schnelle Effektkombination realisieren, so kann der DJ schnell zwischen den einzelnen Parametern wechseln. Praktisch, wenn man das Publikum schnell verzaubern will.


Die Effektalgorithmen sind von der Qualität in Ordnung. Von sehr starken bis sehr schwachen Effekten kann der Künstler hier wählen.


Pitchrange
 
Der Effekt "Scratch" ist beim S-450 gesondert zu betrachten. Drückt man diesen Knopf, so kann der Stanton-CD-Player die Musik scratchen. Alles, was auf Vinyl möglich ist, kann auch auf die CD angewendet werden. Nur für das emulierte Auslaufen einer langsam werdenden Schallplatte sucht man beim S-450 vergeblich einen veränderbaren Parameter. Schaltet man die Scratch-Funktion ab, so wird der CD-Modus aktiviert. Dieser verstummt bei Pause nicht, sondern gibt die Musik framegenau wieder. Ein Frame bei einer CD sind 1/74 Sekunde.

Links neben dem Display hat der Hersteller die Pitchauswahl, die von acht bis 100 % reicht, die TAP- und die BPM –Taste untergebracht. Die BPM –Taste dient zur Auswahl zwischen BPM-Wert und Prozent-Angabe fürs Pitchen. Die TAP-Taste ist für Experten gedacht. Drückt man im Rhythmus des Liedes die Taste, so kann man selber versuchen, den ungefähren BPM-Wert zu ermitteln. Natürlich kann somit auch ein völlig willkürlicher Wert eingetippt werden und somit ein ziemlich straighter Effekt entstehen. Dem DJ sind hier keine Grenzen gesetzt.
Unter der TAP-Taste ist zusätzlich auch noch die Taste für den Rückwerts-Modus untergebracht.

Die Sampler-Funktion erweißt sich beim Stanton S-450 ebenso sehr nützlich. Nicht nur die Tauglichkeit hat sich bei uns unter Beweiß gestellt. Die Bedienung hat der Hersteller schön gelöst. Es gibt vier Speicherbänke plus Sample und Memory-Taste. Findet man eine Stelle gut, so kann man mittels Memory-Taste die gewünschte Stelle ganz einfach auswählen. Hier hat Stanton aber noch nicht aufgehört.


 
Key Corrector
Nimmt man die CD aus den CD-Player heraus, kann der S-450 die gespeicherten Samples immer noch abfeuern. Leider ist beim Ausschalten aber Schluss. Eine Memory-Funktion mittels Speicherkarte wäre noch schöner gewesen, hätte den Preis aber erhöht.

Wer dann auch noch CD und Sample gleichzeitig erklingen will, wird nicht enttäuscht. Einfach CD und Sample starten. Die eventuell unterschiedlichen Lautstärken stellen im Übrigen auch kein Problem dar. Der Time- und Ratio-Regler sind noch für die Geschwindigkeit und den Pegel verantwortlich. Wer sich hier wundert, warum der Pegel und die Geschwindigkeit sich zwar verändern lassen, aber sofort danach wieder in ihre vorige Position wandern, muss nur die Hold-Taste drücken. Der eingestellte Wert bleibt so gespeichert und der Mix sollte kein Problem mehr sein.

Der Pitchstift auf der rechten Seite muss sich auch nicht verstecken. Nicht nur die Auswahl für den Pitch-Bereich, sondern auch die Aktivierung des Pichers macht Sinn. So kann chergestellt werden, dass der Regler nicht aus versehen aktiviert wird.


Effektauswahl
 
Rechts neben den Speicherbänken hat Stanton noch die Single- und Zeitanzeigen-Taste verbaut. Bei Aktivierung des Single-Modus wird immer nur das eine Lied gespielt. So kann sichergestellt werden, dass die CD nicht weiterlaufen soll und in den automatischen Wartemodus wechselt. Bei der Art der Zeitanzeige kann man sich die einzelne Zeit, vorwärts- und rückwärts laufend, und die Gesamtzeit anzeigen lassen.

Was will man also mehr? Eine Schutzfunktion des Motors vor Leerlauf? Diese greift nämlich ein, wenn sich die CD 15 Minuten im Pausenmodus befindet. Stanton will so die Haltbarkeit des CD-Players verlängern.

Fazit Stanton S-450

Der Stanton S-450 überzeugt mit seinen Funktion und seinem Preis von 579,- €. Zu den ganz großen wie dem Pioneer CDJ-1000 oder dem Denon S-5000 kann und will er gar nicht aufschließen. Verstecken muss er sich aber nicht, denn klein ist hier eben fein.

Der leichte Umgang und der noch günstigere Straßenpreis kann der Konkurrenz das Leben schwer machen. Stanton hat mit seiner Blackbox aufgeholt und zeigt uns, dass gute Scratch-CD-Player nicht immer teuer sein müssen. Wer es eine Nummer preiswerterhaben möchte, der kann sich an Stantons S-350 wenden. Dieser kostet über 200,- € weniger.

Stanton S-450 Homepage

Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.
21.11.2017, 20:11 h | 9 Junglists online