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Stanton - Final Scratch


Hersteller: Stanton
Produkt: MP3-Abspielgerät
Preis: 650,- €
Released: 2002

Die Schallplatte hat einen neuen Konkurrenten. mp3s + Vinyl. Was Stantos Final Scratch alles kann, erfahrt ihr hier.


Stanton
 
Nun kommt doch irgendwie ein neues Zeitalter des Musik-Auflegens. DJ John Acquaviva hat eine Idee gehabt, mp3s über eine gewöhnliche Schallplatte abspielen zu lassen. Diese Idee haben nun Stanton und Native Instruments umgesetzt und dabei herausgekommen ist Final Scratch.



Mit Final Scratch kann man per Turntable oder CD-Player mp3s, Wave- Dateien, oder Aiv - Datein steuern. Dabei haben die Entwickler stets versucht, das Emulieren einer Schallplatte genau hinzubekommen. Ob sie das nun geschafft haben, erfahrt ihr nun hier.

 
Anschluss
Als Verbindung zum Computer dient das ScratchAmp, welches über eine ganz normale USB-Schnittstelle angeschlossen wird. Der ScratchAmp ist per USB mit dem Computer, dem Mischpult und den Plattenspielern verbunden. Am Mixer ist der der ScratchAmp zusätzlich angeschlossen. Als nächstes haben wir die Software installiert. Es muss Linux oder ein Apple-Betriebssysteme benutzt werden. Eine reine Lösung für Windows-User gibt es bisher leider nicht. Sie müssen wohl leider zur speziellen Linux-Version zugreifen, die im Lieferumfang mit enthalten ist. Es ist aber nicht erforderlich, das Windows-Betriebssystem zu löschen. Es muss lediglich eine Partition frei sein, auf welcher man die Software installiert. Die Installation selber ist ein Kinderspiel, wenn man sich zuvor das Update herunter geladen hat.

Als Linux auf dem Bildschirm endlich stand, haben wir eine saubere Bedienoberfläche erkannt. Nun kann jeder selber nach eigenem Geschmack urteilen, ob er lieber auf viel Farbe und buntes steht oder es doch lieber geordnet haben möchte. Auf jeden Fall ist zu sagen, dass man bei Stantons Final Scratch nicht viel falsch machen kann. Die Bedienung der Software ist zwar für Windows-User etwas umständlich und nicht gerade alltäglich, da man teilweise mit unbekannten Short-Cuts arbeiten muss. Mit etwas Umgewöhnung klappt der Spielbetrieb aber reibungslos.


ScratchAmp
 
Generell gibt es bei Final Scratch zwei Wiedergabe Modi: der Software-und Final Scratch-Modus. Im Final Scratch-Modus werden die Tracks ausschließlich per angeschlossenen Plattenspieler oder CD-Player gespielt, positioniert und gepitcht. Im Software-Modus wird der geladenen Track gespielt, ohne auf das Signal vom ScratchAmp zu achten. Dabei muss man aber den Eingangsschalter am Mischpult ändern.

Bevor man mit dem Auflegen anfangen will, sollte man die Lieder analysieren lassen, da einem sonst einige Informationen über einen Song fehlen. Wir haben daher erst einmal unsere Stücke alle analysieren lassen. Dies dauert nicht all zu lange!

Danach ging es aber richtig los! Man hat bei der Software zwei Sichtfenster für die Turntables. Das linke Fenster dient für den linken Turntable, das rechte für den rechten Plattenspieler. Wird ein Track gespielt, so wird bei vorheriger Analyse des Liedes die Wellenform wiedergegeben. Dies geschieht auch bei sehr schnellen Bewegungen mit der Platte. Das Beat - Juggling funktionierte ebenso tadellos, wie das scratchen. Während der gesamten Testphase haben wir keinen Absturz der Software festgestellt. Wir kamen sogar zur Überzeugung, dass bei einem Windows-Betriebssystem die Anforderung an die Hardware höher gewesen wäre. Dies könnten wir aber erst bei einem Software-Update auf Windows testen.

Wellenformen
 
Weiterhin ist uns positiv aufgefallen, dass man seine Tracks auch direkt von einem CD-ROM Laufwerk spielen kann. Dies ist sehr vorteilhaft, wenn man es mal etwas eiliger hat und direkt das Signal einspielen möchte.

Negativ aufgefallen sind uns eigentlich nur zwei Bereiche. Dies ist der Preis, der mit stolzen 650 € recht amtlich ist, und die Auswahl der Betriebssysteme. Das Preisleitungsverhältnis ist aber in Ordnung, wenn man sich dabei anschaut, dass eigentlich keine Schallplatten, sondern mp3s völlig ausreichen, um den Flow der DJ-Culture zu haben. Eigentlich schade!!!

Nicht desto Trotz müssen wir auch sagen, dass der Hersteller sich an eine Windows-Version heranwagen sollte. Die Konkurrenz schläft nicht und bekommt eine windowsbasierte Version zustande. Dies ist ein wichtiger Faktor, denn nicht jeder Musiker ist von Linux angetan, obwohl es eigentlich das bessere Betriebssystem zum Musizieren ist. Hat man einen Apple ist man eh fein raus.


 
Software Übersicht

Fazit Final Scratch

Ansonsten können wir nur jedem zu Final Scratch von Stanton raten, der sich für diesen Weg des Auflegens interessiert. Die CD-Player rennen dem Turntable immer mehr Rang ab.

Ob das Final Scratch auch schafft, wird die Zukunft zeigen. Das Zeug hat es jedenfalls dazu, denn die Umsetzung digitaler Informationen über eine analoge Quelle zu steuern ist den Entwicklern von Stanton sehr gut gelungen!



Zum Schluss wollen wir euch natürlich nicht die technischen Mindestanforderungen eines Computers verheimlichen, der bei Stanton Final Scratch benutzt werden muss. Gebraucht wird ein Pentium 3 mit 500 MHz Taktfrequenz, 128 MB RAM, USB 1.1-Anschluss und WIN 98/ME/2000/XP oder einen G3/500 MHz oder G4/400 MHz , 128 MB RAM, USB-Port und MAC OS X.

Stanton Final Scratch Homepage

Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.
19.11.2017, 22:42 h | 8 Junglists online