Die Schallplatte hat einen neuen Konkurrenten. mp3s + Vinyl. Was Stantos Final
Scratch alles kann, erfahrt ihr hier.
Stanton
Nun kommt doch irgendwie ein neues Zeitalter des Musik-Auflegens. DJ John Acquaviva
hat eine Idee gehabt, mp3s über eine gewöhnliche Schallplatte abspielen
zu lassen. Diese Idee haben nun Stanton und Native Instruments umgesetzt und dabei
herausgekommen ist Final Scratch.
Mit Final Scratch kann man per Turntable oder CD-Player mp3s, Wave- Dateien, oder
Aiv - Datein steuern. Dabei haben die Entwickler stets versucht, das Emulieren
einer Schallplatte genau hinzubekommen. Ob sie das nun geschafft haben, erfahrt
ihr nun hier.
Anschluss
Als Verbindung zum Computer dient das ScratchAmp, welches über eine ganz
normale USB-Schnittstelle angeschlossen wird. Der ScratchAmp ist per USB
mit dem Computer, dem Mischpult und den Plattenspielern verbunden. Am Mixer ist
der der ScratchAmp zusätzlich angeschlossen. Als nächstes haben wir
die Software installiert. Es muss Linux oder ein Apple-Betriebssysteme
benutzt werden. Eine reine Lösung für Windows-User gibt es bisher
leider nicht. Sie müssen wohl leider zur speziellen Linux-Version
zugreifen, die im Lieferumfang mit enthalten ist. Es ist aber nicht erforderlich,
das Windows-Betriebssystem zu löschen. Es muss lediglich eine Partition
frei sein, auf welcher man die Software installiert. Die Installation selber ist
ein Kinderspiel, wenn man sich zuvor das Update herunter geladen hat.
Als Linux auf dem Bildschirm endlich stand, haben wir eine saubere Bedienoberfläche
erkannt. Nun kann jeder selber nach eigenem Geschmack urteilen, ob er lieber auf
viel Farbe und buntes steht oder es doch lieber geordnet haben möchte. Auf
jeden Fall ist zu sagen, dass man bei Stantons Final Scratch nicht viel falsch
machen kann. Die Bedienung der Software ist zwar für Windows-User
etwas umständlich und nicht gerade alltäglich, da man teilweise mit
unbekannten Short-Cuts arbeiten muss. Mit etwas Umgewöhnung klappt
der Spielbetrieb aber reibungslos.
ScratchAmp
Generell gibt es bei Final Scratch zwei Wiedergabe Modi: der Software-und Final
Scratch-Modus. Im Final Scratch-Modus werden die Tracks ausschließlich per
angeschlossenen Plattenspieler oder CD-Player gespielt, positioniert und gepitcht.
Im Software-Modus wird der geladenen Track gespielt, ohne auf das Signal vom ScratchAmp
zu achten. Dabei muss man aber den Eingangsschalter am Mischpult ändern.
Bevor man mit dem Auflegen anfangen will, sollte man die Lieder analysieren lassen,
da einem sonst einige Informationen über einen Song fehlen. Wir haben daher
erst einmal unsere Stücke alle analysieren lassen. Dies dauert nicht all
zu lange!
Danach ging es aber richtig los! Man hat bei der Software zwei Sichtfenster für
die Turntables. Das linke Fenster dient für den linken Turntable, das rechte
für den rechten Plattenspieler. Wird ein Track gespielt, so wird bei vorheriger
Analyse des Liedes die Wellenform wiedergegeben. Dies geschieht auch bei sehr
schnellen Bewegungen mit der Platte. Das Beat - Juggling funktionierte ebenso
tadellos, wie das scratchen. Während der gesamten Testphase haben wir keinen
Absturz der Software festgestellt. Wir kamen sogar zur Überzeugung, dass
bei einem Windows-Betriebssystem die Anforderung an die Hardware höher
gewesen wäre. Dies könnten wir aber erst bei einem Software-Update auf Windows testen.
Wellenformen
Weiterhin ist uns positiv aufgefallen, dass man seine Tracks auch direkt von einem
CD-ROM Laufwerk spielen kann. Dies ist sehr vorteilhaft, wenn man es mal etwas
eiliger hat und direkt das Signal einspielen möchte.
Negativ aufgefallen sind uns eigentlich nur zwei Bereiche. Dies ist der Preis,
der mit stolzen 650 € recht amtlich ist, und die Auswahl der Betriebssysteme.
Das Preisleitungsverhältnis ist aber in Ordnung, wenn man sich dabei anschaut,
dass eigentlich keine Schallplatten, sondern mp3s völlig ausreichen, um den
Flow der DJ-Culture zu haben. Eigentlich schade!!!
Nicht desto Trotz müssen wir auch sagen, dass der Hersteller sich an eine
Windows-Version heranwagen sollte. Die Konkurrenz schläft nicht und
bekommt eine windowsbasierte Version zustande. Dies ist ein wichtiger Faktor,
denn nicht jeder Musiker ist von Linux angetan, obwohl es eigentlich das bessere
Betriebssystem zum Musizieren ist. Hat man einen Apple ist man eh fein raus.
Software Übersicht
Fazit Final Scratch
Ansonsten können wir nur jedem zu Final Scratch von Stanton raten, der sich
für diesen Weg des Auflegens interessiert. Die CD-Player rennen dem Turntable
immer mehr Rang ab.
Ob das Final Scratch auch schafft, wird die Zukunft zeigen. Das Zeug hat es jedenfalls
dazu, denn die Umsetzung digitaler Informationen über eine analoge Quelle
zu steuern ist den Entwicklern von Stanton sehr gut gelungen!
Zum Schluss wollen wir euch natürlich nicht die technischen Mindestanforderungen
eines Computers verheimlichen, der bei Stanton Final Scratch benutzt werden muss.
Gebraucht wird ein Pentium 3 mit 500 MHz Taktfrequenz, 128 MB RAM, USB 1.1-Anschluss und WIN 98/ME/2000/XP oder einen G3/500 MHz oder G4/400 MHz , 128 MB
RAM, USB-Port und MAC OS X. Stanton
Final Scratch Homepage Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net
und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.