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Record Reviews & Rezensionen


DJ Clipz – Rubbish / Push it up (Audio Zoo 002)

Auch wenn sich manch einer fragt, warum solche Tunes immer noch veröffentlicht werden, muß man wohl neidlos anerkennen, dass primitive JumpUp Tools à la "Rubbish" nach wie vor der Renner bei MC Liebhabern und englischen Chavs sind.

Immerhin stimmen bei Clipz die Beats und auch die Sample-Auswahl, auch wenn man wirklich anzweifeln muss, warum zum 1000. Mal die gleiche, einfallslose Bassline benutzt wird.

Etwas interessanter ist da schon der Track "Push it up", bei dem sich Clipz die Unterstützung von den Vocalists Redskin und der Sängerin Hollie G aus Bristol holt. Ein Peaktime Smasher mit einer ebenfalls ziemlich belanglosen Bassline, der aber durch das wirklich nette Reggae Break die Whistle- and Horn-Massive begeistern wird.


Bewertung: 5 von 10
(DJ Soulsurfer, 05.2007)
Random Movement – Face to Face / Reaching deeper (Creative Source)

Die Meister der Deepness aus dem Mittelwesten der USA ziehen mittlerweile eine beständige und breite Spur durch die Landschaft der anspruchsvollen Labels… dieses Mal konnte Fabios "Creative Source" Imprint den Zuschlag erhalten.

"Face to Face" ist ein deeper Roller mit merkwürdig rasselnden Shakern und zahlreichen jazzigen Elementen, der einem sofort das Gefühl eines aufkommenden Gewitters an einem warmen Sommertag vermittelt. Der erste Tune, bei dem einem ein rückwärts abgespielter Sub-Bass nicht auf die Nerven geht. Deeper geht´s kaum…!

"Reaching Deeper" hingegen ist ein souliger Roller mit perfekten Apache-Drums und Percussions, der deutlich besser für den Club-Einsatz geeignet ist. Ein verhalltes Gitarrensample trägt ein männliches Vocal durch den Track und bringt trotz der obligatorischen Portion Deepness garantiert den Club zum beben!


Bewertung: 7 von 10
(DJ Soulsurfer, 05.2007)
Submorphics – Stray Bullets / Miles ahead (Kubiks Remix) (Future Retro 002)

Das amerikanische Duo Submorphics ist eine der großen Hoffnungen des jazzigen und deepen Drum´n´Bass. Obwohl es gerade mal sechs Releases von Ihnen gibt, muß man sie schon zu den ganz Großen zählen. Sie sind wohl die einzigen Newcomer, die sich gekonnt auf dem Niveau eines Nu:Tone oder z.B. London Elektricity bewegen.

"Stray Bullets" ist ein treibender, percussiver Roller mit wunderschönen Flächen- und Gitarrensounds, einem vorsichtig gefilterten Soul-Lick und Pistolen-Sounds, ähnlich wie man sie von „Western Tune“ kennt. Das ganze bekommt einen unheimlichen Touch durch die gesprochenen Vocals, die augenscheinlich in irgendeiner geschlossenen Anstalt Ihren Ursprung haben. Ganz großes Kino!

Der Kubiks Remix vom fantastischen „Miles ahead“ ist leider ziemlich überflüssig – die Beats sind statisch, hölzern, ja beinahe: klobig und werden dem Original in keinster Weise gerecht. Deswegen nur 8 Punkte.


Bewertung: 8 von 10
(DJ Soulsurfer, 04.2007)
Atlantic Connection - Leaving Home / What' chu know feat. MC Deviant (Westbay)

Hinter "Atlantic Connection" verbirgt sich Nathan Hines aus Los Angeles, der seines Zeichens Mitglied bei dem umtriebigen Trio "Basic Operations" ist. Er liefert auf dieser Maxi seinen bis dato besten Solo-Track ab: „Leaving Home“ ist ein liquider Roller mit intelligent eingesetzten, karzigen Bass-Stabs und wunderschönen Streichern, der aber weit von dem üblichen Kitsch enfernt ist.

D-Bridge & Calibre Fans aufgepasst – TUNE! „What´chu know“ auf der B-Seite ist ein percussiver Half-Time Track, der auch durch die Lyrics des mir bisher unbekannten MC Deviant definitiv nicht nur der Drum´n´Bass Crowd sympathisch sein wird, sondern – sollten die DJs sich trauen – bestimmt auch unter den HipHop Headz großen Anklang finden kann.

Kleines Manko: die schlechte Abmischung der Vocals, aber ansonsten bleibt nur eins zu sagen: genau SO erreicht man mit Drum'n'Bass neue Hörer!


Bewertung: 8 von 10
(DJ Soulsurfer, 04.2007)
Jazz Thieves - Tonko Stomp / Feelin' Easy (Pushin Wax Rec. 003)

Nach dem Erfolg mit "Keep on Pushin" und "Good Inside" auf Pushin 001 bringen sie auf dem aktuellen dritten Release zwei Tunes für den Sommer.

"Tonka Stomp" zeichnet sich durch den 70er Jahre beeinflussten Gangsterfilm-Streicher aus, die sich zusammen mit funkigen Stabs fast  durch den gesamten Track ziehen. Abwechslung bringt der der Break mit den schönen gefilterten Frauenvocals nach 3,5 Minuten. Insgesamt wirkt "Tonko Stomp" zu statisch...

"Feeling Easy" auf der Flip gefällt besser. Die Drums variieren mit Percussions und die Strings und Brass-Sounds sind passend eingesetzt. Es ist Sommer!
Bewertung: 6 von 10
(future-music.net, 04.2007)
Kryptic Mindz & Leon Switch – Lost all Faith (DefCom 023 / 024 und CD)

Irgendwie ist es toll, mit anzusehen, wie sich die früher recht fragwürdigen Kryptic Minds und Leon Switch geändert und besonders: gesteigert haben. Das Label Defcom begann mit sinnlosem und schon 1000fach dagewesenem Amen- und Reese- Geprügel und glänzte meist durch schrottiges Mastering und höchst einfallslose Tunes. Jedoch konnte man bereits bei den letzten Releases feststellen, dass sie ihre Hausaufgaben in punkto Sound / Abmischung gemacht haben und zeitgleich auch musikalisch wesentlich reifer geworden sind. So wie es aussieht, katapultieren sie sich mit ihrer zweiten LP endgültig in den Olymp des geschmackvollen Drum´n´Bass.

VOL 1 / DefCom 023: Der erste Track „Minor 9“ erinnert stark an Amit - ein stakkatoartiger Bass frisst sich hartnäckig durch bouncende Half-Time Beats und „The Forgotten“ dürfte so manchem Calyx- und Teebee- Fan eine wahre Freude sein. Zum Einsatz im Club dürften allerdings hauptsächlich die beiden anderen Tunes kommen: der „After Life VIP“ Mix erinnert an den frühen Matrix - und an die Zeiten, in denen Neurofunk tatsächlich noch Funk hatte. Diverse midrangelastige Bass-Sounds morphen durch frische, kristallklare und minimale Beats und erzeugen einen nie enden wollenden Groove. Das letzte Stück „Dark Flower Remedy“ hat ebenfalls Neuro-Anleihen, findet jedoch durch das soulige Vocal und die rollenden Beats seine Fans sicherlich eher im D-Bridge / Calibre Lager.

VOL 2 / DefCom 024: „Dimensions“ betört einen zunächst mit einem atmosphärischen Intro, aber sobald man sich in Sicherheit wiegt, bohrt sich eine gewaltige Midrange-Bassline ins Gehirn, die mit leichtfüßigen und rollenden Beats unterlegt ist. „Road less travelled“ ist ein sehr zurückhaltender Track mit orientalisch anmutenden Soundscapes und auch „Ocean Blue“ gehört mit seinen komplexen Beats und Jazz-Samples eher in die Listening-Ecke. „Lost all Faith VIP“ dagegen ist wieder ein Neurofunk Roller der Extraklasse: ähnlich wie bei „Afterlife VIP“ handelt es sich um perfekt konstruierten Neurofunk, der garantiert in jedem Club ein absolutes Chaos anrichtet.

Fazit: ungeheuer vielseitig und interessant. Tip!


Bewertung: 9 von 10
(DJ Soulsurfer, 04.2007)
Icicle & Nymfo – Shadows of Tomorrow / Unbreakable (Critical 028)

Der Holländer Icicle ist gewiss so etwas wie der Mann der Stunde. Zusammen mit Partner Nymfo schafft er zwei perfekt konstruierte, dubbige Roller mit minimalen Beats und simplen, aber effektiven Sub-Bässen, die sich als Mixing-Tools in nahezu jedes Set perfekt einfügen. "Shadows of Tomorrow" ist beinahe eine Hommage an alte DJ Die Tunes – man muss unweigerlich an Klassiker wie "Special Treat" denken.

Auf der B-Seite zeigen sie Jonny L, wie es sich anhören würde, wenn er heutzutage noch gute Tracks produzieren würde. Scharfe Percussions ätzen sich durch eine abfallende Dub-Bassline und der stakkato-artige Beat entwickelt einen ganz eigenen Groove. Diese Tunes funktionieren sicherlich nur auf einer guten und sehr lauten Club-Anlage, also passt gut auf, wenn ihr die Tunes im Plattenladen eures Vertrauens checkt!


Bewertung: 8 von 10
(DJ Soulsurfer, 04.2007)
Atlantic Connection & Mathematics – Let it burn / The Johnsons (C.I.A. Deep Kut 002)

America´s finest mit einer Kollaboration, die es in sich hat! Die A-Seite bietet den gewohnten Mathematics Qualitäts-Standard, heißt: ein dubbiger Roller mit fetten Beats, tollen Samples und einem DJ-freundlichen Arrangement. Business as usual auf hohem Niveau.

Das wirkliche Highlight befindet sich allerdings auf der B-Seite: ein Disco-Sample unterlegt mit subtilen Streichern, Vocal-Snippets und kurz eingespielte dreckige Bass-Sounds fusionieren mit einem rollendem Amen-Loop zu einem souligen Tune der Extraklasse. Seit 3AM von Marcus Intalex konnte kein Tune dieser Spielart so überzeugen. Zu dieser Musik fährt Shaft mit geöffnetem Verdeck in den Sonnenuntergang… BIG Tune!
Bewertung: 9 von 10
(DJ Soulsurfer, 03.2007)
Phace / Catacomb - Crocker / The Zodiac (Syndrome Audio 004)

Boh! Eins steht fest: das einzige, was man den ausgebrannten Legenden Ed Rush und Optical heute noch hoch anrechnen kann, ist, dass sie so begnadete Producer wie Phace maßgeblich beeinflusst haben.

Crocker bounced in guter alter Virus Manier und ist ein technoider Drum´n´Bass Track wie aus dem Bilderbuch. Abgehackte Subbässe massieren einem die Magengrube und schroffe Midrange-Sounds injizieren den Funk in die perfekt konstruierten Beats.

Die Jungs von Catacomb beweisen auf der B-Seite, dass es in Kanada auch noch etwas anderes als Ragga-Jungle gibt und releasen ihren bis dato besten Track. Wer Break, Virus Recordings oder Quarantine mag, wird großen Gefallen an diesem Release finden. Syndrome kann zwar bisher nur auf vier Releases zurückblicken, der Qualitätsstandard ist jedoch gigantisch. Auf dieses Label sollte man achten!
Bewertung: 8 von 10
(DJ Soulsurfer, 03.2007)
Various Artists – Treasures of the Deep VOL 2 (Fokuz LP)

Der zweite Review in kurzer Zeit – und das zu Recht! Diese LP ist mit Abstand die beste Compilation, die in letzter Zeit erschienen ist. Natürlich werden nicht Allen alle Tracks gefallen – aber der Qualitätsstandard ist herausragend, der Name ist Programm. Von treibenden, deepen Bassmonstern von z.B. Mathematics (USA) und Mindscape (Ungarn) über minimal-jazzige Liquid-Perlen von z.B. Zyon Base (UK) bis zu Bass-orientierten Mix-Tools von z.B. Icicle (NL) vereint diese LP alles, was momentan das Herz eines jeden anspruchsvollen Drum´n´Bass Hörers höher schlagen lässt.

Alle Soul:R, Hospital, Calibre Fans aufgepasst – mindestens 5 Hits auf 4 Platten = Pflichtkauf!
Bewertung: 9 von 10
(DJ Soulsurfer, 03.2007)
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18.12.2017, 23:15 h | 7 Junglists online