Atlantic Connection & Mathematics – Let it burn / The Johnsons (C.I.A. Deep Kut 002)
America´s finest mit einer Kollaboration, die es in sich hat! Die A-Seite bietet den gewohnten Mathematics Qualitäts-Standard, heißt: ein dubbiger Roller mit fetten Beats, tollen Samples und einem DJ-freundlichen Arrangement. Business as usual auf hohem Niveau.
Das wirkliche Highlight befindet sich allerdings auf der B-Seite: ein Disco-Sample unterlegt mit subtilen Streichern, Vocal-Snippets und kurz eingespielte dreckige Bass-Sounds fusionieren mit einem rollendem Amen-Loop zu einem souligen Tune der Extraklasse. Seit 3AM von Marcus Intalex konnte kein Tune dieser Spielart so überzeugen. Zu dieser Musik fährt Shaft mit geöffnetem Verdeck in den Sonnenuntergang… BIG Tune!
Boh! Eins steht fest: das einzige, was man den ausgebrannten Legenden Ed Rush und Optical heute noch hoch anrechnen kann, ist, dass sie so begnadete Producer wie Phace maßgeblich beeinflusst haben.
Crocker bounced in guter alter Virus Manier und ist ein technoider Drum´n´Bass Track wie aus dem Bilderbuch. Abgehackte Subbässe massieren einem die Magengrube und schroffe Midrange-Sounds injizieren den Funk in die perfekt konstruierten Beats.
Die Jungs von Catacomb beweisen auf der B-Seite, dass es in Kanada auch noch etwas anderes als Ragga-Jungle gibt und releasen ihren bis dato besten Track. Wer Break, Virus Recordings oder Quarantine mag, wird großen Gefallen an diesem Release finden. Syndrome kann zwar bisher nur auf vier Releases zurückblicken, der Qualitätsstandard ist jedoch gigantisch. Auf dieses Label sollte man achten!
(DJ Soulsurfer, 03.2007)
Various Artists – Treasures of the Deep VOL 2 (Fokuz LP)
Der zweite Review in kurzer Zeit – und das zu Recht! Diese LP ist mit Abstand die beste Compilation, die in letzter Zeit erschienen ist. Natürlich werden nicht Allen alle Tracks gefallen – aber der Qualitätsstandard ist herausragend, der Name ist Programm. Von treibenden, deepen Bassmonstern von z.B. Mathematics (USA) und Mindscape (Ungarn) über minimal-jazzige Liquid-Perlen von z.B. Zyon Base (UK) bis zu Bass-orientierten Mix-Tools von z.B. Icicle (NL) vereint diese LP alles, was momentan das Herz eines jeden anspruchsvollen Drum´n´Bass Hörers höher schlagen lässt.
Alle Soul:R, Hospital, Calibre Fans aufgepasst – mindestens 5 Hits auf 4 Platten = Pflichtkauf!
(DJ Soulsurfer, 03.2007)
Chase & Status – Dumpling Riddim / Disco (Ram 064)
Der nächste Release aus der beständigen Rave-Hymnen Schmiede Ram Records besticht in erster Linie durch seinen witzigen Namen: wer wollte nicht schon immer mal den Knödel-Rhythmus auf seiner Party hören!
Das vielseitige Chase & Status Duo bietet einen soliden Raggamuffin Tune im Stile ihres sehr erfolgreichen Duppy Man Remixes, welcher vor knapp 1.5 Jahren auf Breakbeat Kaos erschienen ist. Der Tune dürfte also auch für die Dancehall- und Grime- Liebhaber interessant sein! Leider - und das ist für Ram Records wirklich ungewöhnlich - macht die Abmischung einen eher unausgeglichenen Eindruck, was aber wahrscheinlich auf den Mega-PAs der großen Raves nicht wirklich auffällt.
Die B-Seite „Disco“ ist leider nichts anderes als ein billiger Pendulum-Klon und weiß überhaupt nicht zu überzeugen. Eigentlich gute Tunes, aber auf Ram erwartet man definitiv mehr!
(DJ Soulsurfer, 03.2007)
Mistical – The Eleventh Hour LP (Soul:R)
Hinter Mistical verbergen sich drei der angesagtesten und zukunftsweisendsten Producer aus der Drum´n´Bass Welt, nämlich Marcus Intalex, ST Files und Calibre. Wo andere Producer nur noch sich selbst und andere kopieren, sind die drei jederzeit bedacht, neue und eigene Wege zu gehen. Das ihnen eine stetige Weiterentwicklung ihres Sounds und eine größere Verbreitung von Drum´n´Bass abseits pubertierender englischer Hooligans am Herzen liegt, sieht man unter anderem auch daran, dass John Tejada und Underground Resistance kürzlich einen Remix-Auftrag für zwei Perlen aus dem genialen Soul:R Back-Katalog bekamen.
Die neue LP der drei besticht durch einen eher minimal gehaltenen Sound, der ihre Einflüsse von Detroit Techno bis Funkadelic spielerisch in die hohe Geschwindigkeit der pulsierenden Drum´n´Bass Rhythmen einarbeitet. Für einige ihrer Stücke konnten die drei fantastische Vocalists gewinnen, so sind auf der CD neben House-Legende Robert Owens auch Reggae-Altmeister Ras T-Weed (u.a. bekannt von Kruder & Dorfmeister´s Label G-Stone), Soul-Diva Diane Charlemagne sowie MC DRS vertreten.
Ein rundum gelungenes Album für Drum´n´Bass Headz und solche, die es werden wollen!
(DJ Soulsurfer, 03.2007)
Greg Packer – Dancehall Queen / Lady in my Life (Shout 014)
Das Dancehall-Bootleg Label von Nu Urban Music hat zwar schon einige wenige großartige Tunes veröffentlicht, glänzt aber insgesamt durch beständiges Mittelmaß. Eine Ausnahme ist durchaus das neue Release von Greg Packer.
Dancehall Queen ist ein smoother Roots-Rocker, der mit seinen rollenden Beats und seinen sweeten Vocals ein Lächeln auf die Gesichter der Tanzenden zaubert. Eine gut abgemischte Platte, die soundtechnisch die allseits beliebten Visionary Releases in den Schatten stellt.
Die Rückseite bootlegged ein Bootleg: Lady in my Life war ursprünglich ein Michael Jackson Klassiker, der in den 80ern bereits als Reggae-Version die Soundclashs auf Jamaica und der ganzen Welt aufmischte. Dieser Tune ist nichts wirklich besonderes und lebt hauptsächlich vom Sample, aber: er funktioniert.
(DJ Soulsurfer, 03.2007)
J-Cut / Electrosoul System - The Beginning / Come Around (Fokuz 026)
Endlich! „The Beginning“ von J-Cut, einem der ganz großen Talente aus der Domstadt Köln, befindet sich schon seit über einem Jahr in meinem CD Case und verursachte bisher überall Gänsehaut-Feeling vom Feinsten. Ein verträumter Gitarrenlick und ein ätherisches Vocal harmonieren auf wunderbare Weise mit einer weichen Reese-Bassline, die mal mehr, mal weniger in den Vordergrund tritt. DIE Platte für den Sonnenaufgang!
Auf der B-Seite befindet sich einer der bisher wohl ausgereiftesten Tracks von Electrosoul System aus Russland. Voluminöse Beats, eine jazzige Bassline und ein tolles, souliges Männer-Vocal fusionieren hier zu einem loungigen Hit. Checken!
(DJ Soulsurfer, 03.2007)
Alix Perez feat. MC Fats – Down the Line / Fingerclick (Shogun Audio 012)
Eines der wohl bedeutendsten neuen Talente im Drum´n´Bass Zirkus Alix Perez und Altmeister MC Fats im Team – das kann nur Gutes bedeuten. Die A-Seite ist auf jeden Fall ein zukünftiger Klassiker! Rollende, minimale Beats, eine deepe Bassline und hypnotische Hall-Effekte zaubern eine Atmosphäre, wie man sie sonst nur von Altmeister Calibre kennt. Der beste Tune mit MC Fats seit „Drop it down“ – ein Killer!
Die B-Seite kann leider trotz toller Beats und interessantem Jazz-Sample nicht ganz überzeugen, der Tune plätschert ziemlich belanglos vor sich hin. Insgesamt aber durchaus eine Kaufempfehlung!
(DJ Soulsurfer, 03.2007)
State of Mind - Sun King (Chris.SU Rmx) / Rise & Fall (C.I.A. Rec. 036)
Der bislang wohl größte Hit des Neuseeländischen Duo´s State of Mind wird hier gekonnt von Ungarn´s finest Chris.SU durch den Remixwolf gedreht. Das hypnotische Vocal und die Synth-Line aus dem Original bleiben weitgehend erhalten, aber trotz einer fetten, großraumtauglichen Bassline ist der Remix durch seinen atmosphärischen Breakdown und die weniger im Vordergrund stehenden Beats definitiv vielseitiger einsetzbar. Toller Remix!
Die B-Seite hat ebenfalls ein hohes Crossover-Potential und dürfte sowohl Liquid- , als auch JumpUp- und Neuro-Liebhaber in ihren Bann ziehen. Auch hier wabert ein verträumtes Vocal durch perfekt rollende Beats und eine angenehm funkige Midrange-Bassline bringt garantiert jeden Dancefloor zum beben.
(DJ Soulsurfer, 03.2007)
Enea - Kill / Cativo - My Soul go to Heaven (Have a Break)
Mit dem fünften Release startet Have a Break Recordings ins Jahr 2007. Zu hören gibt es Tracks von zwei italienisch-stämmigen Produzenten: Enea und Cativo.
Der zwischen Konstanz und Freiburt aktive DJ und Produzent Enea hat 2006 auf dem Ravensburger Sub.Version Label mit "Line in / Fligh High" eine gelungene Debut-Single hingelegt. Mit "Kill" liefert Enea einen eher düsteren, acidlastigen mit variationsreichem Drumwork versehenen Tune, der den Dancefloor füllen wird. Das Vocalsample stammt übrigens aus 2001- Odyssey im Weltraum, als HAL befragt wird: "HAL, despite your enormous intellect, are you ever frustrated by your dependence on people to carry out actions?" HAL: "Not in the slightest bit. I enjoy working with people..."
Der Würzburger D&B Veteran Cativo liefert mit "My Soul go to heaven" einen mediterran-anmutenden Tune, der mit gezielten Amenbreak- und Conga-Passagen zielstrebig rollt, aber Abwechslung vermissen lässt.