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Record Reviews & Rezensionen


Ostinato - Antiaircraft Rmx / DJ Da Cut - Fake Democracy Rattlesnake MX (Rudel Records 002)

Nach den heißen Diskussionen über das erste Release des Rudel Record Labels (Stichwort "Referenzloop") erscheint im Januar 2008 die zweite Veröffentlichung auf dem Hamburger Label.

Ostinato ist eine amerikanische Post-Rock-Band die 2006 ihr "Chasing the Form" Album an den Start brachte. Darauf der Track "Antiaircraft", der nun von den Rudel Records Köpfen baze.djunkiii und DJ Da Cut als "Damp Silence Summer Rain" Remix überarbeitet und Drum'n'Bass Konform gemacht wurde.
Der Track startet mit einem live eingespielten Halftime Drumbeat, untermalt von einem psychodelisch-hypnotischem Gitrarrenriff. Nach einem langen Break geht es etwas technoider zur Sache, bevor ein Mitte 90er Junglebeat, unterbrochen von kurzen Saxophon-Riffs, den Track den festen Rahmen gibt.

Auch "Fake Democracy" beginnt mit einem swingenden Halftimebeat, zu dem der live eingespielte Bass gut passt. Im Hauptteil des Tunes kommen noch Spuren von gelayerten Percussions, Drums und Synthiesounds hinzu. Insgesamt wird der Teil etwas zu überladen und wenig geradlinig. Die Halftime-Passagen gefallen am Besten.

Bewertung: 6 von 10    (future-music.net, 01.2008)


Nude - Black Box Album (Sabotage Concept Rec.)

Das ehemalige Trio um Marc Werner und Isabelle Gernand hat sich nach dem Debutalbum "Fake Credibility" Verstärkung über MySpace geholt. Mit DJ Terraformer (UK), dem Drum'n'Bass Spezialisten Georgie Weeratunga (D) und Johannes Buchner aus Österrreich haben Sie zusammen das neue Album "Black Box " produziert.

Die 12 Tracks setzen sich aus Drum'n'Bass Smashern, Electro, Bigbeat, Breaks und psychodelischen Tunes, die an alte Chemical Brothers Veröffentlichungen erinnern, zusammen.

Parallel zum Album Release gibt es eine Vinyl VÖ speziell für DJs und ein Live Video einer ihrer "Secret Shows", welche unangekündigt in ausgesuchten Venues stattfinden. Live sind Nude mit 6 Leuten, plus Drummer und Tänzer am Start. Ab Frühjahr 2008 sind mehrere Shows im In- und Umland sowie Festivals im Sommer geplant.

Bewertung: 8 von 10    (future-music.net, 12.2007)


Enea feat. MC Fava - Mood 4 Love / Telmo A - U Need my love (Have A Break 009)

Nachdem Enea mit dem Track "Kill" sein Debüt auf der Have A Break 005 im Frühjahr dieses Jahres feiern konnte, liefert der Produzent und DJ aus Freiburg mit "Mood 4 Love" einen smoothen liquid-Track. Lyrics und Vocals stammen von MC Fava - Teil der Breakbeat Movement Crew - der mit dieser Produktion seine Vinyl-Prämiere macht. "... lockere, spätsommerliche Atmosphäre" steht im Pressetext. Bei dem Releasedatum 2. November wohl eher frühwinterlich - locker aber allemal.

"U need my Love" von Telmo A (Mitglieder der Tübinger Santorin Crew) auf der Flip besticht durch eingängige Harmonien und das Vocalsample. Schönes, rollendes B-Seiten Tool das gut in die Reihe der ruhigeren Have A Break Veröffentlichungen passt.

Bewertung: 7 von 10    (future-music.net, 12.2007)


High Contrast - Tough Guys Don´t Dance (Hospital Rec.)

Vieles hat sich verändert seit der Waliser Lincoln Barret aka High Contrast sein viel gefeiertes Debütalbum „True“ Colors 2002 auf den Drum’n’Bass-Markt brachte. 2004 folgte sein zweiter Longplayer „High Society“ mit den absoluten Smashern „Racing Green“ und „Basement Track“. In der Szene hat er sich über die Jahre eine Namen als der Drum’n’Bass Remixer gemacht und arbeitete für Missy Elliot, The White Stripes, Blaze und Basement Jaxx.

Anfang Oktober erschien nun das dritte Album des Hospital-Artists. „Tough Guys Don’t Dance“ heisst das 13 Tracks umfassende Werk. Für die ersten beiden Tracks hat er sich gleich vokale Unterstützung geholt: „If we Ever“ featuring Diane Charlemagne und „Everything’s Different“ featuring Ian Shaw.

Viele der Tracks haben wir alle schon mal im Club gehört, sind sie doch bei den big dogs schon seit Monaten in der Plattentasche.

Auch wenn viele der letzten Releases auf Hospital eher durchschnittlich waren, „Tough Guys Don’t Dance“ ist sein Geld absolut wert. Don’t sleep!


Bewertung: 9 von 10    (future-music.net, 11.2007)


Young Ax - Soulsearchin' / Hanuman Tribe – Feeling Good Rewind (Young Ax Sugar Rmx) (Beatalistics)

Auf dem nun schon fünften Vinylrelease des Bremer Liquid Labels Beatalistics gibt sich der deutsche Vorzeige-Producer Young Ax nach seiner Veröffentlichung auf Beatalistics 001 erneut die Ehre und erfreut uns mit zwei wunderbaren von Funk und Jazz beeinflussten Tracks.

"Soulsearchin'2 startet mit ein warmen Pianosound und leicht geshuffelten Beats, bevor sich dezent eingesetzte Vocals zusammen mit einem tighten Beat und Jazz-Elementen zu einem langem aber sehr abwechslungsreichen Arrangement aufbauen. Die Liebe zu Details zeigt sich auch bei dieser Arbeit von Young Ax.

Die Vocals von "Feeling Good Rewind" wird jeder gleich erkennen: "It's a new dawn, it's a new day, it's a new life for me, yeah...". Human Tribe nahm diese Vorlage und produzierte eine "Rewind" Version mit dem Liveprojekt Turntroop. Diese wiederum nahm Young Ax und zauberte den vorliegenden Remix.

Bewertung: 8 von 10    (future-music.net, 10.2007)


DVD: Phoneheads & The Düsseldorf Philharmonic Orchestra - Live At Tonhalle (Infracom!)

Drum'n'Bass goes Symphony. Alleine für den Mut, ihre Musik so aufwändig live umzusetzen, gebührt den Phoneheads jede Menge Respekt.

Das Ergebnis hat nicht den rockenden, stadionfüllenden Anspruch wie es die Neuseeländer von Shapeshifter haben, sondern geht wirklich mit beiden Beinen im neuen Szenario der Tonhalle auf. Dafür hat Heike Beckmann, die Dirigentin der Düsseldorfer Symphoniker nicht nur ihr Orchester motiviert, sondern auch neun Tracks von den vier Alben der Phoneheads zum zehnjährigen Jubiläum für den neuen Rahmen umgeschrieben.

Zusammen mit der Band der Geburtstagskinder Philipp Maiburg und Michael Scheibenreiter sowie Cleveland Watkiss entstand so ein Abend, der die schnellen Beats spielerisch mit nicht länger digitalen sondern vielmehr authentischen Streichern und Bläsern versieht und ihm einen Glanz verleiht, der die nächsten zehn Jahre überdauert.

Keine absolute Sensation, aber ein Weg, den Drum'n'Bass weiter gehen sollte – und die klassische Musik auch. Spätestens mit der Videosammlung, der Dokumentation ‚Behind The Scenes', einer Bonus-CD und der wohl verdienten Konzert-Zugabe wird ein ungewöhnliches Projekt abgerundet.

Bewertung: 8 von 10    (m.path.iq, 10.2007)


v.a. - Sambass 4 (Irma / MConnexion)

Compiler Frank Siccardi kennt in der überschaubaren „Szene" für brasilianischen Drum'n'Bass wirklich Jeden. So kann er mit Ausnahme von Drumagicks Remix für Mitchell & Dewbury auf die großen Namen wie Marky, XRS, Patife und Co. verzichten und bringt dennoch 15 amtliche Tunes zusammen. Klar, Bassline-Junks werden bei der einen oder anderen Nummer abwinken, doch hier geht es auch nicht um missverstandene Elitenbildung, sondern eher darum, einen durchaus massenkompatiblen Ausweg aus dem Jungle-Sackgassen-Labyrinth zu zeigen. Aber eben auch nur einen. Auf dem jedenfalls haben und machen DJ LK, Farrapo & Yanez, Riovolt etc. eine Menge Spaß.

Für Vinyl-Käufer gibt es neben den Extended Versions noch einen Track von XRS on top. So gehört sich das.

Bewertung: 7 von 10    (m.path.iq, 08.2007)


Shar-Pei & Systec / Redagain P. - The 3rd Milk! EP [Dragon Technicals Records 002]

Die zweite E.P. des Mannheimer Hardcore- und Breakbeat Labels "Dragon-Technicals-Records" ist erhältlich. Auf der 4 Track E.P. präsentieren Shar-Pei & Systec zwei unveröffentlichte Breakbeat Tracks aus dem Jahr 1992 von Redagain P., der u.a. die legendären milk! E.P.s veröffentlichte. Daher ist das Cover auch mit dem Logo des für Drum'n'Bass in Deutschland historischen Clubs verziert.

Der Track "M.I.L.K. - milk!" wurde damals von Redagain P., Bassface Sascha und Holger Groover Klein im "Dub Tools Keller" produziert. Typischer Anfang-90er-Hardcore Sound. Ohne Piano dafür mit umso fieseren Subbässen und Panik-Sound.

"Sweet Nation" von Redagain P. startet mit verzwirbelten Acid-Sounds, kommt dann aber genauso brachial, etwas gradlieniger aus den Boxen. Prodigy lassen grüßen.

Die beiden anderen Tracks kommen von Shar-Pei und Systec und wurden ebenfalls im damaligen Breakbeat Stil produziert. Dabei gehen sie aber mehr in die Happy-Richtung.

"Feeling my Desire" war im Original auf dem ersten Release von Dragon-Technicals zu hören. Der Remix wird genauso auf dem (Breakbeat-) Floor funktionieren und die Hände ich die Luft gehen lassen. Ramos und Supreme hätten es kaum besser gekonnt.

"Passion" macht da weiter wo der "Feeling my Desire" Remix aufhört. Streicher in den schönsten Harmonien, gepitchte Vocals, Happy-Piano - was will das Oldskool-Herz mehr? "I'm burning, I'm burning, I'm burning like fire, I gonna take you higher and higher..."

Für jeden der damals dabei war und nun in Erinnerung schwelgen will, sowie für die frischen Breakbeat Enthusiasts ein klare Kaufempfehlung.

Bewertung: 9 von 10    (future-music.net, 07.2007)


J Frequency & Smood / J Frequency – Killa Sound / Everything (Wicked Vibes 001)

Ein neues Mannheimer Label erblickt das Licht der Welt und wir waren wirklich gespannt, wie sich das wohl anhört, wenn ein Friseur aus Speyer und ein Plattenverkäufer aus Frankenthal gemeinsame Sache machen.

Die erste Seite kann leider überhaupt nicht überzeugen – ein langweiliger Standard-Beat mit lediglich zwei percussiven Elementen steppt durch eine monotone Bassline und hin und wieder fliegen einige wenige Vocal-Fetzen einfallslos durch den Track. 1998 hätte man mit diesem Track noch im guten Mittelfeld gelegen aber wie allen bekannt ist, schreiben wir bereits das Jahr 2007.

Auf der zweiten Seite ist der Beat etwas besser programmiert, aber durch eine statische und einfallslose Bassline, wie sie in 1000 anderen Clownstep-Tunes schon seit mehreren Jahren und ja: zu oft vorkommt, verschwindet auch dieser Track in der Menge der bedeutungslosen DJ Tools - hat aber wahrscheinlich wenigstens bei 18-jährigen englischen Chavs und Newcomer-DJs, die erst kürzlich angefangen haben, Vinyl zu kaufen, eine Chance, Gefallen zu finden.

Bewertung: 2 von 10    (DJ Soulsurfer, 07.2007)


Subz & J-Cut / Dub Tao – Creation / One Drop (Soundtrax 021)

Der ehemalige Good Looking Protegé Big Bud betreibt seit geraumer Zeit gemeinsam mit seinem Kollegen DJ Element das erfolgreiche Soundtrax
Label -  und featured immer mehr und mehr deutsche Künstler, Bravo! Dieses Mal hat er sich zwei der bedeutendsten deutschen Liquid Produzenten-Teams angenommen und das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen.

„Creation“ startet sehr verträumt mit atmosphärischen Flächen und einem zurückhaltenden Piano-Lick, bevor ein kurzes Reggae-Vocal einen Wahnsinns-Drop ankündigt. Eine sehr tief gefilterte und unglaublich groovige Reece-Bassline morpht durch toll editierte Beats mit exzellenten Percussions - Hit!

Auf der zweiten Seite kommen Dub Tao aus Berlin mit ihrem typischen Reggae Sound zum Zuge und mit tiefen, Detroit-ähnlichen Chords und einer relativ knackigen Bassline lassen sie die meisten anderen Produzenten, die gerade versuchen, auf der riesigen Reggae-Jungle Welle mitzuschwimmen, ganz schön alt aussehen. Sehr solider Tune mit tollen Beats, der auch abseits der Liquid-Fraktion viele Anhänger finden wird. Beide Tunes Bombe und außerdem die beste Soundtrax seit einer ganze Weile!

Bewertung: 8 von 10    (DJ Soulsurfer, 06.2007)


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20.07.2008, 09:11 h | 9 Junglists online