Home   Stage   Record Reviews

Record Reviews & Rezensionen


Jubei - To Have & Have Not (Metalheadz)

Man kann es eigentlich nicht anders sagen: Jubei ist einfach mal eins der größten Talente die der Drumandbass-Kosmos derzeit zu bieten hat. Seit 2006 veröffentlicht Paul Ager unter seinem Pseudonym auffällig gute und an Eigenständigkeit kaum zu überbietende Tracks auf Labels wie Renegade Hardware, 31 Records, Critical oder Metalheadz. Den eigentlichen Durchbruch erlangte der Londoner Produzent allerdings 2012 mit dem Halftimetrack “Say Nothin‘” der, mit Grime MC Flowdans vokaler Unterstützung, zu einem der wohl wichtigsten Tunes des Jahres wurde. Ehre wem Ehre gebührt – und so erhält Jubei dieser Tage seinen offiziellen Ritterschlag in Form eines eigenen Albums auf Goldies Label.

Die stilistische Bandbreite könnte, bei anhaltend darker Grundstimmung, kaum größer sein und passt perfekt ins Metalheadzsche Sound-Spektrum. Ausflüge in verschiedene BPM-Bereich und hochkarätige Gäste wie dBridge, Flowdan, SPMC, Intalex und natürlich Goldie himself machen To Have & Have Not zu einer so runden wie vielschichtigen Sache.


Bewertung: 9 von 10
(feindsoul, 10.2013)
Audio Habitat & Mad Vibes - Profiler EP (SCD024)

Das Frankfurter Drumandbass Label Sidechain Music konzentriert sich seit einiger Zeit auf den geradezu unendlichen Output von Audio Habitat. Nach dem Album der Produzenten-Crew folgt nun, wieder in Kooperation mit Labelboss Mad Vibes, die „Profiler EP“.

Die vier vertretenen Tracks stechen allesamt durch extrem filigran ausgearbeitete Sounds und fast schon als perfekt zu bezeichnenden Arrangements aus der Flut der aktuellen Drumandbass-Veröffentlichungen hervor. Ihre wahre Stärke entfalten die durchgehend düsteren aber dennoch unterschiedlichen Roller „Plan B“ featuring InPut, „Profiler“, „Entourage“ und „Black Korridor“ aller- dings erst im Club: Mehr Bass hat man selten erlebt.


Bewertung: 9 von 10
(feindsoul, 09.2013)
Monty Battles - Landfall CD (Zeitgeist)

Im Februar 2013 erschien die Debüt-CD "Landfall" vom aus Bonn stammenden Drum'n'Bass Künstler Monty Battles. Die 9 Tracks auf dem Silberling sind einzigartig und wahrlich "epic & catocalyptic" wie es der Producer Patrick Schröder beschreibt.

Knurrende Virus-Bässe, epische Metal-Vibes, live eingespielte Drums plus etwas Oldschool und Funk. "Landfall" entführt in Phantasiewelten, drischt aber auch mit konkreter Kritik an kriegstreibischer Politik, Religion und seelenloser Fun-Kultur vorwärts.

"Heute klingen viele DnB-Produktion in meinen Ohren etwas klinisch, weil sie ausschließlich im Rechner entstehen. Ich wollte für Landfall einen ganz anderen, möglichst lebendigen Klang. Deshalb habe ich mir im Bonner Make-My-Day-Studio ein Jungle-Schlagzeug zusammengestellt, um den Sound eines gegepitchten Schlagzeugs zu imitieren: mit einer 16er Bassdrum, sowie einer 6er und 10er Snare.", so Monty Battles.

Auch das Cover der CD ist anders: Ein knapp 80 Meter großer Kater, der durch Zufall den Weg in die Stadt findet und dort enormes Unheil anrichtet. Aber nicht absichtlich, er ist ein liebevoller Trampel im Schlafwandel. Geistiger Vater des riesigen Töffels ist der Kölner Illustrator Peter Böhme.

Tracklist:

1. Landfall
2. Cold Deep Ocean
3. Komet
4. Katzilla
5. High-society Jungle
6. On Top Of The Wall
7. Apeirophobia
8. Sleep, Monty, Sleep!
9. Sunburst

Reinhören ins Album kann man hier.


Bewertung: 8 von 10
(fmn, 03.2013)
Lynx - Ballons / Passing Time (SOUL:R)

"Balloons" ist einer der besten Tunes von Lynx seit langem. Diese Hoffnung macht sich während des Intros breit, wenn ohne Bassdrum auskommend und derbe reduziert pumpend der Bass einsetzt, der sich passend zum Titel wie ein Ballon aufzublasen scheint. Doch dann setzt ohne Vorwarnung ein mit Amen-Breaks versetztes 0815-Liquid-Drum-Pattern ein, das die ganze schöne Stimmung mir nichts dir nichts zu Nichte macht.

Die Ideen sind großartig. Doch mit deren Umsetzung möchte ich dann lieber nichts zu tun haben. Nicht schlecht, aber unglaublich langweilig. Schade!


Bewertung: 7 von 10
(CK, 03.2013)
V.A. - Basswerk Digital Compilation 3 (Basswerk)

Mit 24 wunderschönen Liedern und einem zusammenfassenden Mix des Labelchefs The Green Man setzt das international renommierte DnB Flagschiff aus Köln die Segel für 2013. Das Boot ist geladen mit Tunes von N.phect, Ultima C, Telmo A, Enea & MC Fava, MC Stunnah, den Basswerk Resident DJ´s und Produzenten Jumpat, Decon, TGM und vielen mehr.

Das edle Bassyacht bewegt sich größtenteils in sehr ruhigem und melodiösen Fahrwasser, weiß aber auch mit einigen harten Beats die Wellen zu kreuzen. Die Bandbreite reicht von leicht melancholischen Songs, über souligen DnB bis zu einem Jazz und Jungletrack. Wir wünschen gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel.


Bewertung: 8 von 10
(KA, 03.2013)
The Updeats - Diffused (Vision)

Die neue EP auf dem Label von Noisia strotzt nur so vor Energie. Bei allen vier Liedern tropft der Funk brutal aus jeder Bassecke. Mit "Diffused" haben es die Neuseeländer geschafft poppige Vocals düster und passend so einzubauen, dass es auch die Holländer mögen. Den Tune gibt es auch gleich im Remix von Opiuo und Drum and Bass Arena Award Gewinner S.P.Y.. Mit "Undertaker" werden die Erwartungen erfüllt, die ich vor dem Anhören hatte: Ein gelungenes Neuromonster für lange Märsche.


Bewertung: 8 von 10
(RN, 02.2013)
Lynx - Devils in Detail (Detail Rec.)

Das zweite Album hat einen sehr schweren Stand, da es ausschließlich als Folge des ersten rezipiert wird. Und weil „The Raw Truth“, das Debütalbum von Lynx & Kemo aus 2009, eines der größten Werke im Drum & Bass ist, stellte es bereits vor zwei Jahren die kürzlich erschienene LP „Devils In The Detail“, diesmal ein Soloalbum von Lynx, in Frage. Was sollte jetzt noch kommen? Der Brite hätte eine durchaus gute Antwort mit seinem neuen Album geben können.

Doch er hat einen Fehler gemacht: Hellrazor! Gleich fünf Tracks hat dieser mitzuverantworten, die alle des geliebten Charmes beraubt wurden. „Without Warning“ z.B. ist ein Klon des großen Hits „Disco Dodo“, der aufgrund von Hellrazor´s veränderter DNA zu einem E-Gitarren verzehren Krüppel mutierte. Bei den anderen vier spielen sich ähnlich Szenen ab. Doch glücklicher Weise gibt es noch neun weitere Tunes, die in wesentlich sinnvolleren Kollaborationen (unter anderem Noisia, Marcus Intalex, DRS und Kemo) stattfanden und den Lynx-Trademark entfalten lassen und ihn in neue Kontexte setzt. Und die hätten auf der Tracklist vollkommen ausgereicht. Der bester Track der Platte ist allerdings als einziger in Eigenarbeit entstanden: Rhythmisch dissonant pumpt die Bassline von „Playskool“ den erfrischenden Groove zwischen Uplifting und Deepness voran.

Ein gutes Album, das sich teils folgerichtig an „The Raw Truth“ anschließt und die Ideen weiter denkt. Wer digital kauft sollte allerdings die Möglichkeit nutzen und nur neun Stücke in den Warenkorb verfrachten.


Bewertung: 7 von 10
(CK, 01.2012)
v.a. - Dubstep Chapter 1 (Greensleves)

Im Vergleich mit der Größe und Einwohnerzahl von Jamaica zu anderen Flecken auf unserem Planeten hat die kleine karibische Insel die Welt musikalisch enorm geprägt. Reggae und Dancehall ist nicht nur ein globale Begriff, sondern ein Lebensgefühl, dass von vielen gelebt wird. Trotzdem öffnen sich die Künstler und Promo- Agenten anderen Einflüssen wie in diesem Fall den Thema Dubstep. Das aufeinandertreffen von Namen wie Busy Signal, Yellowman, Mavado, Gyptian, Vybz Kartel, Barrington Levy auf Coki, Mala, The Bug und Kromestar klingt vielversprechend. Die Remixe bestechen fast alle durch deepe Beats ohne Wobblebass.

Besonders positiv stechen Yellowman vs Horsepower´s "Zungguzugguguzungguzeng" Remix, Sizzla vs Mala/Digital Mystic´s "One Love" Remix und Gappy Ranks vs TMSV´s "Stinkin Rich" Remix hervor. Admiral Bailey vs Terror Danjah´s "Jump Up" Remix und Gyptian vs L.D.´s "Nah Let Go" Remix stechen sehr noisy hervor.

Barrington Levy vs Kromestar´s "Here I Come" Remix ist der Hit auf dem Silberling. Insgesamt finden sich 14 Lieder auf der CD - eine absolut lohnenswerte Anschaffung.


Bewertung: 9 von 10
(OL, 01.2012)
Marcus Intalex - 21 Album (Soul:r)

Nach 21 Jahren im Geschäft veröffentlicht Marcus Intalex sein erstes Album. Die Veröffentlichungen auf seinen beiden Labels Soul:R und Revolve:r haben das deepe Geschehen im Drum and Bass stark geprägt. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an sein Debütalbum.

In der Presseinformation schreibt Mr. Intalex viel über den Einfluss von Techno auf seine Musik und dass die Zeit im Studio ohne Scheuklappen so viel Spaß macht wie noch nie. Aus einem Fundus von 35 Liedern hat er 13 ausgewählt. Drei Songs haben ein Tempo um die 130 bpm, die anderen spielen in typischer Drum and Bass Geschwindigkeit. Alle Lieder klingen auffällig nach dem Mann mit der markanten Brille: Präzise, Hypnotisch, Melodiös und Minimal. Ein Track sticht besonders heraus: „Climbing Up The Walls“ ist eine Coverversion des gleichnamigen Stückes von Radiohead. Die Vocals stammen unvorhergesehen von Danny Fierce. Lynx zeichnet sich für das Arrangement aus. Als weitere Kooperationspartner hat Markus Intalex Zed Bias, S.P.Y., Riya, DRS und Ras Tweed ins Boot geholt.

Jedes Lied auf "21" besitzt einen äußerst eigenständigen Charakter, was dem ohnehin individuellen Album noch eine positiveren Note verleiht. Die Techno und House-Stücke, die es nicht auf das Album geschafft haben, werden höchstwahrscheinlich auf Swamp81 veröffentlicht. Erwartungen erfüllt!


Bewertung: 8 von 10
(RN, 09.2011)
v.a. - New Blood 011 (Medschool)

Wenn ein System krank wird, braucht es häufig frisches Blut. Der Drum-and-Bass-Organismus ist zur Zeit gesundheitlich nicht angegriff en. Alle Organe der Breakbeat-Kreatur funktionieren tadellos. Die lebenswichtigen Elemente dieses Basskörpers: Ein quicklebendiges Partyleben und eine Vielzahl an unterschiedlichen und hochwertigen Veröffentlichungen.

Hospital schickt trotzdem wieder ein paar frische Künstler direkt aus der Dialyse in die Tonstudios um den Corpus mit neuem Material zu versorgen. Die Auswirkungen sind durchweg positiv. Auf zwölf Liedern beweisen New Blood´s wie Lung, Flame, Sato und Anile, dass Medikamente für die Tanzfläche nicht immer nach dem Rezept der Schulmedizin hergestellt werden müssen.

Von Rawtekk wird nach langer Zeit des Wartens endlich die Gänsehaut-Nummer „Snowflakes“ releast. Eleven8 füllt die Gefäße mit temperamentvollem Dubstep und Subreachers, Bulp und Furi Anga pumpen minimale Beats bei variablem Tempo in die Venen.

Das Herz freut sich über das zusätzliche Elixier und zeigt keinerlei negative Nebenwirkungen.


Bewertung: 8 von 10
(OL, 09.2011)
1 2 3 4 5 6  Weiter
24.11.2014, 07:37 h | 7 Junglists online