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Mickey Finn


Mickey Finn ist einer der 'original' Pioniere des Drum'n Bass. Er war von Anfang an dabei und sah die Entwicklung der Musik bis zum heutigen Stand. music-mag.com führte dieses exklusive Interview und stellte es freundlicher Weise Future zur Verfügung.

In welchem Club legst Du momentan am liebsten auf?

Mickey Finn: Ich habe in einer Menge Clubs auf der ganzen Welt gespielt und wirklich gut finde ich die 'Sound Factory' in New York. Das Sound dort ist wirklich genial. Auch 'Gold' in Japan ist sehr gut. Das machen die gleiche Jungs, die auch die 'Sound Factory' machen. Der Bass haut dich einfach um. Dort sind die Bass-Boxen in den Boden einbetoniert!

Wenn es einen Moment in Deinem Leben gab, wo Du gesagt hast 'jetzt werde ich DJ'. Welcher wäre das?

Mickey Finn: Als ich anfing Platten aufzulegen, gab es keine Mixer oder so was. Wir spielten eine Platte durch, nahmen sie runter und legten die nächste auf. Ich spielte regelmässig im 'Dorringtons', sah es aber nie als einen Job an. Ich machte es aus Liebe zur Musik. Dann in 1987 legte ich bei der Party eines Kumpels auf und Andy Weatherall kam zu mir und meinte er hätte einen DJ-Job für mich. Ich dachte mir 'Klar man, warum solltest du mir helfen wollen?'. Aber er meinte es tatsächlich ernst. Von diesem Zeitpunkt an wurde ich sozusagen zum Pro-DJ. Ich legte zusammen mit Carl Cox und Sasha auf Acid House Raves auf. Es gab eigentlich nur eine Szene - nicht so zersplittert wie heute.

Carl Cox und Sasha sind dann musikalisch andere Wege als Du gegangen. Warum hast Du den Breakbeat-Pfad eingeschlagen?

Mickey Finn: Der Hardcore-Sound, den wir alle spielten hat mich dann gelangweilt. Er war nicht experimentell genug und steckte in einer Sackgasse. 1990/1991 hörte ich dann das erste Mal Breakbeat Sachen und dachte 'Yeah, that music is different and I can do something with it'.

Du bist einer der 'original' Drum'n Bass DJ's und viele werden sich erinnern Dich das erste Mal bei AWOL (A Way of Life) gehört zu haben. Was glaubst Du haben Clubs wie AWOL für die Szene bedeutet?

Mickey Finn: Als AWOL damals startete war ich, Trevor Fung, Swane-E, Kenny Ken und Jumpin' Jack Frost dabei. Später kamen noch Randall und Darren Jay dazu. AWOL hat Drum'n Bass mit geprägt. Wir konnten da rein gehen, unsere Dubplates testen und die Crowd gab und uns Feedback über das was wir machten.

AWOL veranstaltete dann auch größere Events im Stile von 'World Dance'. Glaubst Du, dass Events wie World Dance' zeigen, dass Drum'n Bass in die Tage gekommen ist?

Mickey Finn: Wir haben Lydd Airport mit 10-15.000 Leuten gefüllt, die alle bewusst wegen der Musik dort hin gekommen sind. Lydd war auf jeden Fall einer meiner liebsten Orte an denen ich spielte. Es ist eine Schande, dass Lydd für Veranstaltungen dicht gemacht wurde. ich glaube, dass solche Events zeigen wie Drum'n Bass jetzt von den Massen akzeptiert wird.

Es gab einen auch in der Öffentlichkeit ausgetragenen Krach zwischen Dir und World Dance. Was lief da ab?

Mickey Finn: Als AWOL und World Dance an den Start gingen hatten sie immer die Party zum Ziel und wussten, was die Leute wollten. Das blieb aber nicht so. Ich glaube, dass die World Dance Leute nie auf die Bühne gegeangen sind um den Vibe zu spüren. Sie haben nur in hinter der Kasse gesessen und ihr Geld gezählt. Sie fühlten sich wohl unantastbar und als DIE Veranstalter schlechthin. Uns haben sie gedrängt auf keinem anderen Event in der Nacht als World Dance war zu spielen. Das war dann sozusagen der Anfang vom Ende.

Drum'n Bass hat sich im Laufe der Jahre entwickelt und wrude von vielen anderen Musikstilen beeinflusst. Was war für Dich beste oder angenehmste Zeit?

Mickey Finn: Ich fand es wirklich gut, als die Musik stark von Ragga und Hip Hop Breaks beeinflusst war. Wie hatten einen Underground Sound. Dann aber brachten so viele Leute so viel Shit heraus und ruinierten alles. Jedes Reggae Label sprang auf den Drum'n Bass-Zug auf und dachte nicht darüber nach, was sie da realeasen.

Als Speed Garage aufkam sahen viele das Ende für Drum'n Bass. Wie glaubst wurde Drum'n Bass von diesem neuen Style beeinflusst?

Mickey Finn: Als Speed Garage kam, nahm es all die schlechten Elemente von Raves mit. Das war das Gute. Eigentlich ist es ja nur eine langsamere Version von dem, was wir schon Jahre gespielte haben. Die Hälfte der Platten sind reine Kopien - nichts von Originalität. Ich will zwar nicht sagen, dass Drum'n Bass wirklich 'original' ist, aber es fließen wenigsten einige Gedanken in unsere Musik - wie nehmen keine Platten und kopieren ganze Stücke. Drum'n Bass ist größer und mächtiger geworden. Wir haben bewiesen, dass wir nicht nur eine Eintagesfliege sind. And anyway: Where ist Speed Garage now?

In welchen Ländern legst Du zur Zeit am liebsten auf?

Mickey Finn: Die Szene in Canada ist im Moment richtig fett. Da geht es richtig ab. Die Crowd respektiert dort jeden Musik-Stil. Es ist nicht wir hier, wo jeder sich in diese oder jene Musikkategorie einordnet. Die Leute dort drüben sind offener und wissen die verschiedenen Styles zu schätzen.

Man hörte in letzter Zeit eine Menge Kontroverses über den Radio 1 DJ 'Judge Jules' und seine 'Anti-Haltung' zu 'Rave Toys' (Glow Sticks, Gasmasken, weiße Handschuhe, etc.). Was denkst Du über die Sache?

Mickey Finn: Ich habe mitbekommen, dass er das Musik machen erst mal gestoppt hat. Er will erst wieder Anfangen, wenn er auf der Tanzfläche keine Leute mehr mit Altern8 Masken sieht... Welches Recht hat er zu bestimmen, welche Klamotten die Leute an sich zu tragen haben? Das ist doch nicht seine Sache. Wenn ich ein Promoter wäre, hätte ich IHN stattdessen rausgeschmissen! Wenn die Leute Glow Sticks mit in den Club nehmen wollen, soll er sie doch lassen und sein Maul halten.
Ich hörte ihn vor kurzem auf Ibiza und er gab sich überhaupt keine Mühe beim Auflegen. Die Leute zahlen eine Menge Kohle um ihn zu hören - und er gibt ihnen musikalisch nichts zurück. Das ist nicht O.K..

Hast du eine bestimmtes Set im Hinterkopf, wenn Du in einem Club spielst?

Mickey Finn: Ich kenne viele DJ's die sich ein festen Set planen. Ich richte mich nach dem Publikum. Manche Platten passen hier gut, manche besser da.... You have got to know when the crowd are ready to be taken to the next level.

Drum'n Bass wird meist von MC's begleitet. Was ist Deine Meinung über MC's? Bereichern Sie die Musik?

Mickey Finn: MC's müssen die Musik in- und auswendig kennen. Manche schreien einfach nur und ruinieren das DJ-Set. Ich mag MC GQ und MC Fearless sehr. GQ war auch mal DJ und weiss somit wann er was sagen kann und wann er ruhig sein soll. Er steigert sich in die Musik hinein und erzeugt einen packenden Vibe. Ich kenne ihn seit Jahren und arbeite sehr gerne mit ihm zusammen.

Wie glaubst Du wird das Internet die Musik in Zukunft beeinflussen?

Mickey Finn: Ich habe gehört, dass 'Public Enemy' ihr komplettes Album im Netz veröffentlicht haben. Es ist schwer zu sagen wie sich die Sache in Zukunft entwicklen wird. Die Labels sind im Moment ja etwas verunsichert und wissen nicht so recht wie sie sich verhalten sollen. Ich und 'Aphrodite' bringen Teile unserer Musik ins Web. Wir beabsichtigen auch Samples zur Verfügung zu stellen, so dass jeder unsere Sachen remixen kann. Das Internet bietet so viele Möglichkeiten und bringt die Musik an ein größeres Publikum. People all over the world can now listen to their favourite DJ's without even leaving their bedrooms.

Was können wir in Zukunft von Mickey Finn erwarten?

Mickey Finn: Ich habe gerade einen Werbeclip für Stanton fertig gestellt. In Zukunft werde ich mich mehr in meinem Studio sein und ein bisschen mehr über das Produzieren zu lernen.Mehr Info über Mickey Finn gibt es auf diesen Webseiten:
www.grooveconnection.co.uk und www.urbantakeover.co.uk

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21.11.2017, 05:38 h | 5 Junglists online