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Jungle 68 Dokumentation


Jungle 68 ist eine Dokumentation der Jungle/Drum'n'Bass-Szene im Rhein-Neckar-Gebiet 2001/2002. Ein Film von und über die Szene, der versucht für diese jugendliche Lebenswelt und deren Musik zu interessieren und sie möglichst authentisch wiederzugeben.
Wir haben die Macher des Films getroffen und sie zu dem Projekt "Jungle 68" befragt...


Stellt Euch doch am besten mal vor und beschreibt kurz wer von Euch wie bei "Jungle 68" mitgewirkt hat.

Hi ich bin Katja (mitte), 32 Jahre und mache zur Zeit mein Diplom in Sozialpädagogik. Ich bin die Projektleiterin des Films und kümmerte mich u.a. um die ganze Organisation. Im Film habe ich die Teile Entwicklung, Neue Konzepte und Ideale gemacht.

Ich bin die Claudia (2.v.l.), 20, mache gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr. Da ich selbst schon seit Jahren Jungle höre und auch bereits bei einem Videoprojekt mitgewirkt habe, war ich sofort interessiert. Ich wirkte vor und hinter der Kamera.
   

Mein Name ist Daniel (r.), bin 24 Jahre alt und Student. Ich habe hauptsächlich Interviews geführt, aber genauso wie alle anderen gefilmt, geschnitten und an so manch anderen Sachen noch mitgeholfen. Mit René habe ich den Part Musik (Produzenten, DJ's, MC's, Dubplate, XXL-Radioshow,...) sowie den Part Geschichte gemacht, und mit Jens zusammen das Intro.

Ich bin René (l.), 24 Jahre und Student. Wie Daniel schon erwähnte haben wir zusammen die Geschichte und Musik gemacht. Ich selber habe am Anfang die Kontakte zu den einzelnen Artists hergestellt, da ich über meine Internet Seite Baesse.de die meisten Leute kenne.

Hi, ich bin Basti, 19 (2.v.r.). Ich habe bei der Doku Kamera gemacht und war für technische Belange zuständig. Außerdem habe ich mit Claudia den Mannheim, Tanzen und den Leute Teil geschnitten.

Katja, wie kamst Du überhaupt auf die Idee so eine Doku über die Mannheimer Drum'n'Bass Szene zu machen?

Die Idee zu einem solchen Projekt hatte ich schon vor 3 Jahren. Damals war ich Trainerin im TSV 1846 für eine HipHop Tanzgruppe und wollte eben über die HipHop Szene einen Videofilm machen, indem die Jugendlichen auch selbst ihre Welt/ Kultur vorstellen.

Als ich dann im Frühjahr 2001 mein Praktikum im Medienzentrum MA machte, wurde das Projekt sozusagen machbar, weil dort alles Verfügung stand. Doch zwischenzeitlich hatte ich mehr Lust über die Szene eine Doku zu machen, die mir auch privat am besten gefällt, die Jungle/D&B-Szene.

Selbst bin ich seit ca. 95 begeistert von dieser Musik, die für mich einfach den entspannendsten Abend bedeutet, zum Abtanzen, locker machen und interessante Leute sehen und kennenlernen. So lag der Schluß nahe, einen Film über Jungle zu machen. Nachdem ich dann noch so ein patentes Team zusammenhatte, wurde das Projekt immer größer bzw. der Film immer länger, denn unser Projekt fand sehr viel Anklang und Unterstützung.

Was ist das Konzept von "Jungle 68"? Was war Euer Ziel und was wird gezeigt?

Das Grundkonzept ist eigentlich, dass eine Dokumentation von den Leuten gemacht wird, über die der Film auch geht, d.h. von Junglisten.

1. Szene Information sowie auch Aussenstehende über die Szene aufklären.
2. Sichtweise von schon zu vielen festgefahrenen Leuten in und um das "Phänomen" Mannheim + Jungle, sei es jetzt den Engländer-Hype der hier betrieben wird, oder das denken innerhalb dieser Musikkultur. Auch das zusammenbringen von gleichdenkender was schon einen ersten Erfolg bei der Vorpremiere gezeigt hat.

Denn unserer Meinung nach ist authentisches Material über Jugend- bzw. Subkulturen rar bzw. gerade die "Technoszene" wird oft etwas seltsam dargestellt. Natürlich besteht dann die Gefahr der Subjektivität, doch wir haben uns bemüht, sehr viele Aspekte dieser Lebenswelt reinzubringen und auch kritische Gesichtspunkte aufzunehmen, um größtmögliche Objektivität zu erlangen. Zudem wollten wir auch einen Film versuchen, der die Faszination ein bisschen nahe bringt.

    Wer kommt bei den Statements und Interviews in "Jungle 68" alles zu Wort?

Bassface Sascha, Jan Sirup, Soulsurfer, Tobi, Jonathan, Loo-P, Dragoon, Bad Boy Kaiza, Shoota, Djane Simoné, Connecta, Bassline Generation: Yana + Matthias + (Funky Drummer) Alex, Christoph (Red Busta Flex), Navigator, Christian Behrent (Vibration, Meditation, Crime ...), sowie auch das Publikum und Leute die eher indirekt was damit zu tun haben.

Ihr habt auch "historisches" Material in die Doku eingebaut. Was bekommt der Zuschauer zu sehen?

Als einen Extra Bonus haben wir noch einiges altes Material an Land ziehen können, was zwar manchmal etwas mehr Geduld verlangt hat, sich aber im Endeffekt sehr gelohnt hat.

Prägende Locations und Partys wie z.B. Meditation 1 + 2 in der Walzmühle, Vibrationclub in Forst / Heidesee, sowie noch einiges weiteres Material, was vielleicht den einen oder anderen an alte Zeiten erinnert wird. Wir wollen aber hier noch nicht zu viel verraten, ein bisschen Spannung soll ja noch vorhanden bleiben.

Wie kann man sich die Kooperation mit dem Jugendamt Mannheim und dem Städtischen Medienzentrum Mannheim vorstellen?

Das Medienzentrum stellte uns die ganze Ausrüstung zur Verfügung, technische Hilfe und das Kino Cinema Quadrat, welches wiederum mit dem Medienzentrum kooperiert.

Die Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum lief hauptsächlich über Herrn Bernd Metzinger, der uns ein bisschen beraterisch begleitete. Über ihn kam Claudia Barthold ins Boot, die eine kompetente Autorin ist und schon in seinen Videoprojekten mitgemacht hatte. Auch ein Besuch beim örtlichen Drogenverein stand auf dem Plan um sich über den aktuellen Stand in der Szene zu informieren.

Wie lief und läuft die Finanzierung des Films? Wie deckt Ihr Eure Kosten?

Wir haben alles selber finanziert, von der ersten DV-Kassette bis zum letzten Tropfen Benzin. Trotzdem wurden wir von sehr vielen hilfsbereiten Leuten unterstützt, sei es, dass wir auf Partys, beim Dubplate schneiden oder im HR-Radio filmen durften usw..

An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an die, die uns so tatkräftig unterstützt haben. Natürlich hoffen wir durch Kino- und Videoeinnahmen unsere Kosten decken zu können. Für Spenden sind wir deshalb sehr dankbar.

Wie viele Minuten Filmmaterial habt Ihr denn insgesamt gedreht bzw. gesichtet? Und wie viele Minuten ist der Film dann letztendlich lang geworden?

Insgesamt haben wir um die 25 Stunden mit Interviews, Partybildern und weiteren Bildmaterial. Hinzu kommt noch sonstiges Bildmaterial von alten VHS-Kassetten, was auch noch mal ca. 35 Stunden sein dürften. Die Filmlänge beträgt in der vollen Version 79 Minuten.

Wo hattet Ihr die Möglichkeit den Film zu schneiden?

Wir schnitten im Offenen Kanal Ludwigshafen, im Rahmen des Projektes Bürger Medien des LPR LU.

Da diese Schnittplätze öffentlich sind, konnten wir immer nur abschnittsweise schneiden, so dass wir mehrmals unterbrochen wurden und neu einspielen mussten.
   

Einen Schnittplatz für 3 Monate nur für sich zu haben, um in Ruhe schneiden zu können ist mit dieser Datenmenge ein schwieriges Unterfangen und wir sind heilfroh, dass wir diese Doku unter diesen Produktionsbedingungen überhaupt fertigstellen konnten. Denn normalerweise kostet ein Schnittplatz, den man mieten kann mind. 100,- Euro am Tag.

Gab es bei den Dreharbeiten irgendwelche lustige Zwischenfälle oder Highlights?

Da gab es genügend, jedoch war das alles situationsbedingt. Z.B. die Oma aus dem Intro, die uns Morgens um 4:30 h begegnete und uns in die falschen Richtung schickte, was uns einen 30 km Umweg bescherte. Oder das Übliche: Versprecher, lustige Grimassen die uns beim anschauen selbst erheitert haben.

Premiere des Films ist am 23.11.02 um 22.30 h im Cinema Quadrat Kino in Mannheim. Wo kann man den Film dann noch sehen? Stehen schon weitere Termine fest?

Am 13.12.02 wird der Film im Schwimmbadclub (Fightclub) in Heidelberg gezeigt.
Am 10.01.03 sind wir zum zweijährigem Jubiläum im Phazeclub, wo der Film gleich zweimal gezeigt wird. Ein weiterer Kinotermin ist im Januar oder Februar geplant, watch out!

Weiterhin ist geplant, den Film auch außerhalb der Region zu zeigen. Außerdem wird er noch im Offenen Kanal Ludwigshafen gezeigt. Dieser Termin steht noch nicht fest.

Auf den Parties bzw. Clubs zeigen wir auch nur die kürzere Fassung, damit sich die Filmvorführung in das Partykonzept einfügt, sprich es legt zwischen den Vorführungen ein Dj auf!

Wird es die Möglichkeit geben "Jungle 68" käuflich zu erwerben?

Ab Januar 2003. Wir haben vor den Film als VHS Kassette zu verkaufen.
Im Gespräch ist noch eine DVD-Version mit vielen Specials, was aber von der Nachfrage abhängt.
Mehr Infos auf unserer Website www.jungle68.de

O.K, vielen Dank an Euch für das Interview!


Kontakt: info@Jungle68.de

Diskutiert über "Jungle 68" im Future Forum.

Falls Interesse oder Fragen zu kommenden Medienprojekten habt, meldet euch bei katauthentic@web.de. Z.B wenn ihr Lust oder eine Idee habt, über Euch oder ein spezielles Thema einen Film bzw. Projekt zu starten, meldet euch bei Katja Batzler.

Dank und Grüße:
Wir danken allen die uns bis hierhin geholfen haben, unseren Familien, Freunden, Freundinnen usw.. Um alle hier aufzuzählen, würde es etwas lange Dauern. DESHALB DANKE AN ALLE DIE DIESES PROJEKT ERMÖGLICHT HABEN UND UNS UNTERSTÜTZT HABEN.


Thanks to René@baesse.de!
29.07.2014, 00:31 h | 6 Junglists online