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Sly and Robbie




Sie haben über vier Jahrzehnte Dub & Reggaemusik geprägt und immer wieder erneuert. Sie verkörpern bis heute das Prinzip Drum & Bass. Mit der Band Black Uhuru gewannen sie 1985 den ersten Reggae-Grammy der für ein Reggaealbum verliehen wurde. Die Rede ist von Schlagzeuger Sly Dunbar und Bassist Robbie Shakespear. Schlagzeugerlegende Sly Dunbar gewährte uns Einblick in ihr Paralleluniversum, in dem sich alles um Musik und Rythmus dreht. Run di track!


Wie haben sich Robbie und du kennengelernt?

In Jamaika gab es ein Studio namens Randys Studio. Dort trafen sich die meisten Musiker. So kamen Robbie und ich öfter ins Gespräch. Ich habe vier Abende die Woche im Tit for Tat Club gespielt. Robbie spielte im Evil People Club nebenan. Wenn ich Pause hatte, bin ich rüber und hab mir seine Band angehört, wenn er Pause hatte kam er zu uns.

Für welche Platte habt ihr zum ersten Mal zusammengespielt?

Das war für das Album "Forgot to say I love you till i am gone” von John Holt, produziert von Bunny Lee.

Was waren die drei wichtigsten Alben, auf denen ihr gespielt habt?

produziert von Ansel Collins. “Double Barrell” von David & Ansel Collins und “Private Life” & “Pull Up To My Bumper” von Grace Jones.

Du hast für die Beatsammlung "Reggae Drum Splash" über 800 verschiedene Grooves aufgenommen. Wie kam es dazu?

Die Idee dazu hatte Ray Williams, ein Produzent aus Canada. Es war sein Projekt. Ich war mir zuerst nicht sicher, ob das funktioniert, aber er glaubte daran. Dann habe ich einfach gespielt und er hat sich um die Aufnahmen und alles andere gekümmert.

Worum ging es beim „Taxi Sound"?

Wir wollten zeitlose Platten machen, die die Leute glücklich machen.

Was hältst du vom aktuellen Sound auf Jamaika?

Die Musik ist OK. Ich glaube, wir brauchen bessere Songs und gute Melodien.

Was denkst du über die deutsche Reggaeszene?

Die deutsche Reggaeszene ist gewachsen. Ich spiele gerne hier und habe mittlerweile auch viele Freunde in Deutschland. Ich mag Gentleman. Er ist gut und kommt oft nach Jamaika.

Jamaikanische Musik hat verschiedene elektronische Musikrichtungen inspiriert. Was hältst du von Stilen wie Jungle oder Dubstep?

Ich mag elektronische Musik. Jungle und Dubstep gefallen mir gut - und House Music.

Benutzt ihr Computer und digitale Technik im Studio?

Ja.

Ich habe gehört, ihr arbeitet auch an einem virtuellen "Drum & Bass" Programm. Was kannst du uns darüber sagen?

Ja, das machen wir für die Firma Steinberg - zusammen mit Ray Williams, der auch schon “Reggae Drum Splash“ aufgenommen hat.

Was waren die wichtigsten Werkzeuge bei der Produktion für euer Album?

Das wichtigste war, dass wir mit Musikern live zusammen gespielt haben. Ich habe dann noch ein paar Percussion- Overdubs eingespielt.

Eure neue Platte ist ein komplettes Dub Album. Ihr steht im Zentrum der Aufmerksamkeit. Wie war es für euch, ohne Sänger zu arbeiten?

Wir haben uns mehr auf Schlagzeug und Bass konzentriert. Das war der Hauptunterschied. Mit einem Sänger hätten wir eher an Backing Vocals und Harmonien gearbeitet.

Ihr habt mit so vielen verschiedenen Künstlern zusammen gespielt. Gibt es jemanden oder eine Situation, die euch besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Alle Künstler, mit denen wir gearbeitet haben, bedeuten uns sehr viel. Jeder Künstler ist besonders.

Worauf könntest du nicht verzichten?

I couldn`t do without music. Music is my life! I eat it, drink it, sleep. I talk it, I dance it.

Gibt es eine Stadt oder ein Land, in dem ihr noch nicht wart. Wo wollt ihr noch spielen?

Da gibt es einige. Wir würden gerne in China, Russland und Israel spielen.

Noch ein paar letzte Worte für unsere Leser?

den Support danken – für Sly & Robbie und für Reggaemusik. Weiter so. Danke für alles.

Danke für das Interview.


Text: Claas Sandbothe
Der Text erschien im Headliner Magazin und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.


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21.11.2017, 12:57 h | 9 Junglists online