Home   Stage   Interviews

Tenor Fly


Tenor Fly ist einer der bekanntesten Reggae und Drum and Bass MCs. Durch mehrere Tanzflächen- und Chart-Hits wie „Ruff Neck Fashion“, „Tribal Bass“, „B Boy Stance“ (produziert von den Freestylers) und „Tarantula“ (produziert von Pendulum, lyrics von MC Spyda und Tenor Fly) hat er sich weltweit einen Namen gemacht.

Seit wie vielen Jahren bewegst Du Dich in der Reggae- und in der Jungle-Szene?

Ich beschäftige mich seit 25 Jahren mit Reggae und seit 15 Jahren auch mit Jungle-Musik.

Zu welchem Soundsystem und zu welchem DnB-DJ hast Du als erstes gesungen?

Das erste Soundsystem hieß „Stereophonic“ und wurde von mir und ein paar Freunden während unserer Schulzeit gegründet. Zu dieser Zeit hatten die Reggae-Sounds noch ihre eigenen mächtigen Anlagen. Wir hatten selbstgebaute 18 und 22inch Boxen und spielten Dubplates und Vinyl. In meiner Umgebung in Brixton (Süd-London) hatte ich mir ziemlich schnell einen guten Ruf erarbeitet. Die größte Plattform habe ich mit Sir Coxsone bekommen. Wir spielten sieben Tage die Woche gemeinsam mit Daddy Freddie, Ricky Tuffy und Fathead. Die Tapes von Sir Coxsone wurden in der ganzen Welt gehört und meine Bekanntheit wuchs damit enorm. Der erste Jungle-DJ, mit dem ich als Mc gearbeitet habe, war natürlich Rebel MC aka Congo Natty.

Hast Du einen Lieblings-Sound?

Mein Lieblings-Soundsystem wird immer Sir Coxsone bleiben, da ich mit Ihm die schönste Zeit in meinem Leben verbracht habe. Der beste Drum and Bass DJ ist für mich Congo Natty.

Wie ist der Unterschied zwischen dem Reggae- und Jungle-Publikum?

Es kommt sehr darauf an, in welchem Teil der Welt Du Dich befindest. In London sind auf Reggae-Partys über 90 Prozent der Besucher schwarz und auf Jungle-Partys sind mittlerweile über 80 Prozent weiß. In jedem Fall gibt es eine gute Stimmung.

Bitte gib uns ein paar Informationen über die Congo Natty Crew.

Rebel MC ist Congo Natty. Wir beiden sind wie Brüder und haben schon vor 19 Jahren, lange vor der Drum and Bass Bewegung, zusammen gearbeitet. Die Crew besteht aus Ihm, Top Cat, Daddy Freddie, David Boomer, Connie B und mir.

Was sind die ersten fünf Dinge die Dir in den Sinn kommen, wenn Du an Deutschland denkst?

Ok, lass mich nachdenken: 1. Ich mag den Vibe des deutschen Publikums, die Leute sind immer gut zu mir. 2. Ich mag die Raves in Deutschland. 3. Ich bin wie Du ein großer Fussball-Fan und muss Klinsmann loben weil er schon immer einer meiner Lieblingsspieler war. 4. Natürlich erinnere ich mich daran wie England Deutschland geschlagen hat… 5. …und an Owens „Hattrick“ in dem Spiel. Entschuldigung, aber Du hast mich gefragt.

Hast Du einen guten Tipp, wie man als “Berufs- MC” weiter vorankommen kann?

Wenn Du in dem Geschäft für mehr als zehn Jahre überleben möchtest, brauchst Du einen eigenen Stil und eine gute Stimme. Versuch nicht wie jemand anderes zu klingen, wenn andere Deinen Song hören müssen Sie Dich sofort wieder erkennen. Natürlich sind auch die Texte wichtig, aber die Punchline und die Melodie können fast noch wichtiger sein. Es muss halt catchy sein, so dass alle beim ersten Hören mitsingen können. Du musst daran glauben ein guter MC zu werden und eine Menge Liebe für die Musik mitbringen, das ganze ist kein Sprint sonder ein Marathon und man benötigt auch ein bisschen Glück.

Was können wir 2009 von Dir erwarten?

Zurzeit arbeite ich mit Congo Natty an einem neuen Album - im Sommer werden die ersten Maxis veröffentlicht. Ich arbeite auch an ein paar Reggae-Projekten und habe mehrere Tracks für das neue Freestylers Album eingesungen.


www.myspace.com/tenorfly

Text: Oliver Lüddecke, Illustration: Buero Buero
Der Text erschien im Headliner Magazin und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.


Ihr habt Kommentare / Fragen? Diskutiert das Interview im Future Forum!

22.11.2017, 19:34 h | 8 Junglists online