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Pendulum - In Silico


Am 30. Mai 2008 erschien das "In Silico" Album von Pendulum. Dazu einige Facts: "In Silico" ist in die UK-Album-Charts auf die #2 eingestiegen. Nach der Veröffentlichung wurden alleine in der ersten Woche 34.000 Alben verkauft. Bei den iTunes UK-Charts schaffte es "In Silico" auf die #14, in den iTunes-Electronic-Charts Deutschland kletterte "In Silico" auf #23. Die Single "Propane Nightmares" rangierte bereits in den Top10 der UK-Single-Charts und war sieben Wochen in der A-Liste von BBC Radio 1.

Gründe genug um mit Gareth ein Interview zu führen und über "In Silico", die Pendulum Liveauftritte, den "Overground", die Auftritte bei Rock am Ring und Rock im Park sowie eine mögliche Deutschlandtour zu plaudern.


Hi Gareth, wieviele Leute seid Ihr derzeit bei Pendulum? Hat sich das mit Euren Liveauftritten verändert?

Ja, ursprünglich gehören Rob, Paul und ich, Gareth, zu Pendulum. Bei den Liveperformances sind jetzt auch noch Paul Kodish an den Drums, Perry ap Gwynedd an der Gitarre und MC Verse als Frontmann dabei.

Das Internet lässt die Welt kleiner erscheinen, aber das Zentrum scheint immer noch London zu sein. Wohnt Ihr eigentlich noch in Australien?

Wir alle sind schon vor drei Jahren nach London gezogen und seitdem hier. Es war schwer eine Musikkarriere in dem Bereich voranzubringen und soweit von allem entfernt zu sein. Perth, wo wir wohnten, ist einfach zu weit weg von Europa. Perth ist tatsächlich die ab gelegenste Stadt der Welt.

Was wisst Ihr über die deutsche Drum’n’Bass Szene? Irgendwelche Labels, Artists...?

Wir kennen die Jungs von phace. Wir schätzen sehr was sie machen. Klasse!

Was oder wer aus der Drum’n’Bass Szene hat Euch am meisten beeinflusst?

Konflict (Kemal und Rob Data), Bad Company, Ed Rush & Optical, Dillinja…

... und außer Drum'n'Bass?

Led Zeppelin, Queens of the Stoneage, Muse, Strapping Young Lad, Job for Cowboy, The Beachboys, Testament, Deftones, The Shadows – eigentlich zu viele um sie hier alle aufzuzählen, die Liste wäre ewig lang.

  "In Silico" Tracklist:
1. Showdown
2. Different
3. Propane Nightmares
4. Visions
5. Midnight Runner
6. The Other Side
7. Mutiny
8. 9,000 Miles
9. Granite
10. The Tempest

Beim Urban Art Forms Festival in Österreich habt ihr eine heftige Liveshow abgeliefert. Eine Woche später habt ihr dann bei „Rock am Ring“ gespielt. Wie sind die Rockfans zu eurem Sound abgegangen?

Zuerst waren wir etwas unsicher wie wir bei den Leuten in Deutschland ankommen würden. Rock am Ring und Rock im Park sind solche Megafestivals, und obwohl wir genau solche Musik lieben und es auch für uns ein Erlebnis war die anderen Bands zu sehen, waren wir uns nicht 100%ig sicher wie die Leute auf unseren Auftritt reagieren würden. Aber so wie es aussah und die Leute abgegangen sind, und auch das Feedback danach war – wir scheinen gerockt zu haben.

Viele sagen dass es gut ist, wenn Acts wie Pendulum bei solchen großen Konzerten spielen um einfach neue Leute für Drum’n’Bass zu begeistern. Was denkt Ihr darüber?

Yeah! Es ist toll mehr und mehr Leute für die Musik zu begeistern. Manche sehen das als eher negativ weil für sie Drum’n’Bass mit „underground“ verbunden ist. Aber wir wollen uns nicht verstellen und sind ehrlich zu uns selbst.

Und wenn wir noch mehr Leute begeistern können ist es für uns etwas Gutes, einfach weil wir die Musik lieben.

Okay, weg von der Bühne, zurück ins Studio: Mit welchen Künstler andere Musikstile würdet Ihr gerne mal zusammen arbeiten?

Jimmy Page, Robert Plant, Metallica… Da gibt es einige bekannte Produzenten und Soundengineers mit denen wir gerne was zusammen machen würden.

In den letzten Jahren habt Ihr das produktionstechnische Niveau von Drum’n’Bass auf ein neues Level gebracht. Jetzt ist Euer aktuelles Album "In Silico" erschienen. Welches Konzept steckt dahinter? Gibt es überhaupt ein Konzept?

Bei unserem ersten Album !Hold Your Colour! haben wir unsere Einflüsse aus anderen Genres, fernab von Drum'n'Bass, noch zurückgehalten. Beim neuen „In Silico“ Album gab es nun keine Grenzen oder Marschrichtung. Wir ließen es einfach laufen und schauten was daraus wird.

Wie habt Ihr die Tracks für "In Silico" ausgewählt? Hattet Ihr die alle schon in der Schublade oder habt Ihr die zehn Tracks speziell für das Album produziert?

Die Tracks entstanden aus hunderten von Ideen, kurzen Clips und Melodien, die wir auf verschiedenen Rechnern und anderen Geräten gespeichert und gesammelt haben. Nachdem wir das Grundgerüst der Songs fertig hatten, haben wir die Liveinstrumente wie Gitarre und Schlagzeug aufgenommen. Im Studio haben wir die Aufnahmen dann zurechtgeschnitten und eingefügt.

Euer "Hold Your Colour" Album erschien damals auf Breakbeat Kaos und wurde bis dato über 225.000 Mal verkauft. Das "In Silico" Album habt Ihr nun bei einem Major Label – Warner Records – rausgebracht. Was ist anders, gibt es Vorteile?

Die Major Labels sind nicht mehr die Dinosaurier die sie mal waren. Das Label bei dem wir im Moment sind, verhält sich eher wie ein Independant Label.

Sie haben aber eben die Struktur eines Majors. So gesehen ist es von beiden Seiten her optimal. Bei allen Schritten haben wir immernoch die Zügel in der Hand. Da ist das Label sehr flexibel.

So wie sich die Musikindustrie entwickelt hat und heute da steht, kann es nur darum gehen zusammenzuarbeiten und nicht sich zu kontrollieren.

Was war der kleinste Club, oder der kleinste Besucherzahl vor der Ihr, sagen wir in den letzten drei Monaten, gespielt habt? Gab es da überhaupt Gigs mit weniger als 1.000 Gästen?

Unsere Album Launch Party in der Fabric in London war eine "private" Party, nur für geladene Gäste. Das waren weniger als 1.000. Da konnten wir viel Zeit mit unseren Fans verbringen, die die Tickets über unsere offizielle Webseite gewonnen hatten.

Ihr habt immer auch genreübergreifend verschieden Styles wie Breaks, Techhouse oder eben jetzt Rock gespielt. Was können wir demnächst erwarten und wo seht Ihr Pendulum in drei Jahren?

Wer weiß... Bis dahin ist auf jeden Fall eine nächste Platte fertig. Wir haben jetzt schon paar Ideen auf den Fahrten im Tourbus gesammelt...

Okay, gibt es irgendetwas was Ihr unseren Lesern noch sagen wollt?

Ja, Danke für die support! Besonderer Dank geht an diejenigen die beim Rock am Ring und Rock im Park Festival so ausgerastet sind. Heavy!

Das war auschlaggebend dafür, dass wir gegen Ende des Jahres eine eigene Pendulum Deutschlandtour planen. Die Termine gibts dann bald.

Ja, natürlich dann auch alle Infos zur Tour hier auf future-music.net.
Okay Gareth. Danke für das Interview!


Hörbeispiele des Albums "In Silico" gibt es bei Amazon. Dort könnt Ihr das Album auch einfach und bequem online bestellen.

www.pendulum.com
www.myspace.com/officialpendulum

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22.11.2017, 02:58 h | 6 Junglists online