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Nu:Tone - Brave Nu Drum and Bass


Ich liebe Hospital Records für ihren typischen warmen und souligen Sound. Im Januar bekam ich das Angebot mit Dan alias Nu:Tone ein Telefoninterview zu führen. Also rief ich ihn drei Wochen später auf seinem Mobiltelefon an, er war gerade in einem Pub und feierte den Geburtstag seines Bruders! Vielen Dank für die zwanzigminütige Unterbrechung der Feier!


Du hast schon mehrere Releases und Remixe veröffentlicht, aber dein Album, das demnächst auf Hospital erscheint, ist dein erstes komplettes Album. Man könnte es auch ein Debütalbum nennen. Bist du aufgeregt?

Ja sehr! Ich habe lange daran gearbeitet, und bin glücklich, dass das Album nun fertig ist. Jetzt passt alles so gut zusammen, dass man es veröffentlichten kann (lachend).

Wie lange hast du an dem Album gearbeitet?

Hm, ich schätze, alles in allem anderthalb Jahr. Aber wirklich konzentriert, drei Monate im vergangenen Jahr.

Hast du einen Lieblingstrack den du uns besonders ans Herz legen möchtest?

(Lachend) Ich würde sagen "Spread Love" Es ist einer der ersten Tracks die ich für das Album gemacht habe. Aber ich denke, dass er noch frisch genug klingt, hoffentlich! (lacht)

Es sind sehr viele Tracks mit Gesang auf dem Album. Die in Zusammenarbeit mit Sängerinnen wie Natalie Williams und Rose Windross (Soul lI Soul) entstanden sind. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit diesen großartigen Sängerinnen?

Hospital Records hat mir sehr viel dabei geholfen. Sie haben eine Menge Einfluss in der Musikindustrie. Nicht nur in der in der D’n’B Szene. Sie haben für mich diese Kontakte geknüpft. So kam glücklicherweise gute Musik dabei heraus.

Wie kam es dazu, dass du bei Hospital Records gesigned wurdest?

Sie kannten schon einige Tracks, die ich vorher auf einem anderen Labeln veröffentlicht hatte. Es kam so: ich schickte ”Hospital Records” eine Demo CD, gleichzeitig ”High Contrast” eine Demo CD mit anderen Tracks. High Contrast nahm die CD mit zu Hospital und sie hörten sich diese zusammen an. Hospital Records erinnerten sich dann an die CD, ich Ihnen geschickt hatte. Ja, und dann, wurde ich zu einem Gespräch eingeladen.

Hospital hat einen sehr einzigartigen Sound. Ich würde Ihn als Soul und Jazz, trifft Drum and Bass beschreiben. Eine sehr soulige Mischung. Denkst du, deine Musik passt gut in dieses Schema. . . Ein Grund auch dass du bei Hospital gesigned wurdest?

Hmm, ich denke schon. Sie haben einen sehr spezifischen souligen Sound. Aber es gibt auf dem Label auch Leute, wie Cyantific oder Logistics. Die haben einen ganz anderen Sound und musikalischen Anspruch. Es gibt also nicht nur einen bestimmten Sound. Aber du hast recht, Sie haben einen sehr einzigartigen und warmen Sound.

  "Bis vor kurzer Zeit habe ich auch noch CDs aufgelegt, bin aber dann wieder zurück zum Vinyl. Mit dieser Entscheidung bin auch sehr glücklich, fühlt sich besser an, sieht besser aus und klingt auch besser. Ich denke viele Leute haben auch ein Problem damit, wenn Sie für Hunderte von Pfund einem DJ buchen, dieser kommt dann mit einer kleinen CD-Tasche an, drückt dann nur ein paar Knöpfe. Nicht sehr interessant."
Du warst schon immer sehr an Jazz interessiert?

Ich habe früher sehr viel Soul, Funk und Jazz aufgelegt.

Und du hast auch in einem Klavierjazztrio gespielt?

Ja richtig, das Don Schwartz Trio ...

Spielt Ihr noch zusammen?

Nein, schon einige Zeit nicht mehr. Aber es gibt uns noch. Ich hoffe, dass wir mit ein bisschen Glück eines Tages eine 7”Inch Single aufnehmen werden.

Der Track ”Countdown” auf deinem neuen Album hast du zusammen mit deinem jüngeren Bruder aka Logistics produziert. Das ist aber nicht euer erster gemeinsamer Track?

Richtig wir haben schon mehrere Tracks unter dem Namen Nu:Logistics veröffentlicht - es ist ein Wortspiel.

Ist es einfacher für dich mit deinem Bruder zu produzieren, oder vollkommen anders als mit Anderen?

Es ist vollkommen anders. Wir haben beide eine unterschiedliche Arbeitsweise, dass macht es sehr interessant. Es ist immer ein Riesenspaß wenn wir zusammen arbeiten.

Ich habe das Gerücht gehört, dass dein jüngerer Bruder Matt dich mit dem Drum and Bass Virus infiziert hat?

Ja richtig. Er ist voll eingestiegen während ich für eine Zeit in den Staaten war. Als ich zurück kam, spielte er mir einige Sachen vor und es war auch um mich geschehen.

In welchem Jahr war das?

1995 . . . auch schon zehn Jahre her.

Was passiert auf deinem eigenen Label BrandNu?

Ich habe vor ein paar Wochen eine neue Single mit zwei Künstlern aus Deutschland veröffentlicht, Syncopix und Young Ax. In ein paar Wochen geht es weiter mit neuen Veröffentlichungen. Es sieht also gut aus. Ich bemühe mich es am Laufen zu halten.

Young Ax von Santorin?

Ja, da hat er schon einiges veröffentlicht.

Du bist ausgebildeter Lehrer und hast einen Abschluss in Musik. Arbeitest du noch als Lehrer, bzw. hast du noch Zeit dafür?

Ich habe vier Jahre Musiktechnologie unterrichtet, habe damit aufgehört einen Monat bevor ich zu Hospital ging.

Als du selbst Schüler warst hast du in einem Schulchor mitgesungen. War das deine freie Entscheidung, oder war es der Wille deiner Eltern dem Chor beizutreten?

Es war so, die Freunde meiner Eltern hatten einen Sohn, etwas älter als ich, der war schon in diesem Chor und so wollte ich auch unbedingt dorthin.

War der Chor dein erster Kontakt zur Musik?

Bevor ich in den Chor eintrat, sielte ich schon drei Jahre Klavier. Aber das Singen im Chor war meine erste "professionelle" Zeit als Musiker. Wir waren für viele Auftritte gebucht, haben unter Hochdruck gearbeitet.

  "Ich bin seit einem Jahr verlobt und diesen Sommer werde ich heiraten, also verbringe ich meine gesamte Freizeit mit meiner wunderbaren Frau."
Hast du auch schon mal für einen deiner Tracks eingesungen?

Tja, bei dem Track "Breathless" habe ich gesungen, aber du musst schon sehr genau hinhören um mich herauszuhören.

Auf den Pressefotos für dein Album, siehst du wie ein Raumfahrer aus, der durch eine normale englische Stadt läuft. Was steckt hinter dieser Idee?

Es ist eine Art von . . . Wir machen uns einen Spaß aus dem Widerspruch zwischen dem altehrwürdigen Cambridge und einem dort lebenden D’n’B Producer. Es ist eine sehr friedliche und schöne Stadt. Ich mache dort laute Musik aus dem nächsten Jahrtausend.

Noch mal zurück zu deiner Kindheit, waren deine Eltern auch Musiker?

Nein, sie sind Künstler, aber Musik lief immer zu Hause. Als ich ein kleiner Junge war machte mein Vater auch Musik. Ich würde eher sagen, eine kreative Familie, aber nicht wirklich eine Musikerfamilie.

Wer war der "Musikhero" deiner Jugend?

Definitiv Quincy Jones.

Ich weiß, dass einer deiner großen D’n’B Helden DJ Fabio ist. Kannst du mir daneben Künstler nennen, bei denen du von einer Zusammenarbeit träumst?

Ich würde sehr gerne mit Jazzanova zusammen arbeiten, ganz klar. Sie sind unglaublich.

Legst du Vinyl auf?

Yeah, nur Vinyl und Dubplates. Ich hab eine Menge Geld ausgegeben um mir Dubplates schneiden zu lassen. Bis vor kurzer Zeit habe ich auch noch CDs aufgelegt, bin aber dann wieder zurück zum Vinyl. Mit dieser Entscheidung bin auch sehr glücklich, fühlt sich besser an, sieht besser aus und klingt auch besser. Ich denke viele Leute haben auch ein Problem damit, wenn Sie für Hunderte von Pfund einem DJ buchen, dieser kommt dann mit einer kleinen CD-Tasche an, drückt dann nur ein paar Knöpfe. Nicht sehr interessant. Und es fühlt sich auch nicht so gut an nur CDs aufzulegen.

Und was benutzt du im Studio für Equipment?

Ich habe alles mit dem Computer gemacht. Neben meinen Lautsprechern benutze ich keine Hardware. Ich benutze Reason zusammen mit Cubase SX. Viele Leute sagen Reason ist ein Spielzeug, aber wenn du damit umzugehen weißt, kannst du eine Menge damit machen.

Wie verbringst du neben touren, produzieren und ein eigenes Label managen, deine Freizeit?

Ich bin seit einem Jahr verlobt und diesen Sommer werde ich heiraten, also verbringe ich meine gesamte Freizeit mit meiner wunderbaren Frau.

Das ist die beste Art seine Zeit zu verbringen.

Yeah, du weißt was ich meine ...

Du wirst nächstes Jahr dreißig?

Ja nächstes Jahr.

Denkst du mit dreißig ändert sich etwas in deinem Leben?

Nein, es hat sich bereits alles geändert. Ich mache mir nur Sorgen, dass ich mich älter fühle als zuvor. Aber ernsthaft, Alter ist nur eine Zahl, es stört mich nicht.

www.hospitalrecords.com

Text: Michael Mück (Mai 2004)
Das Interview erschien im Cuemix Magazin Nr. 3 und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.

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21.11.2017, 18:08 h | 6 Junglists online