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Thetaphi


Wir haben in unserer News-Section im vergangenen Jahr ja bereits zum Erscheinen ihres aktuellen Debut-Albums "Chronic" kurz über Thetaphi, ein Produzentenduo aus dem Tübinger Raum, berichtet. Der eine oder andere wird auch an unser Gewinnspiel zurückdenken, dass wir damals am Start hatten. In einem Interview, das wir mit den beiden führten, möchten wir zu Beginn gerne grundsätzliche Dinge über die Artists bzw. die "Macher" von Thetaphi und das Projekt selbst erfahren. Im Anschluss gehen wir dann etwas näher auf das derzeitige Release ein.

Thetaphi, besteht ja aus euch beiden - Bjoern und Sebi. Alte Freundschaft oder Interessensverbund? Kennt ihr euch schon länger, habt ihr euch über die Musik kennengelernt oder wie kam es zu dieser Zusammenarbeit? Seit wann gibt es Thetaphi?

Bjoern: Wir haben uns Ende '97 über die Musik kennengelernt. Sebi legte zu dieser Zeit Jungle/ D&B auf und ich schraubte zu dieser Zeit mit Basti, der Sebi kannte, an diversen Beats rum. So haben wir uns dann über Basti kennen gelernt. Darauf entstanden dann die ersten Ideen zur Produktion von D&B/ Jungle und Anfang 2001 entstand Thetaphi.

Ihr beide produziert gemeinsam unter dem Pseudonym Thetaphi, gibt es einen bestimmten Background bzgl. des Namens? Steht er in irgendeinem Verhältnis zu eurem Sound und hat er eine Bedeutung?

Sebi: Der Witz an dem Namen ist, dass man damit nichts assoziiert. Man weiss objektiv also nichts wirklich damit anzufangen. Unser Ziel war, einen Eigennamen für unser Tun und unsere Musik selbst zu finden unter dem wir produzieren, und wenn die Leute dann irgendwo Thetaphi hören oder sehen, dann wissen sie, dass das wir sind oder unsere Musik (Natürlich gibt es die eine oder andere Verwendung in Zusammenhang mit diesen beiden griechischen Buchstaben, aber nichts wirklich Bekanntes).

Was macht ihr ausser Musik produzieren, Musik konsumieren und im Studio sitzen sonst noch?

Wir studieren nebenher (Sebi: Soziologie, Bjoern: Biologie).

Wie seid ihr zum Produzieren gekommen? Ging das bei euch über den Weg des Konsumierens, selber Auflegens und dann zum Umsetzen von 'Eigenem' oder habt ihr schon immer selber Musik gemacht?

Wir haben beide schon immer selbst Musik gemacht.
Bjoern: Ich habe eigentlich von klein auf diverse Instrumente gelernt. Da mir aber immer schon die Motivation gefehlt hat, vorgegebene Musikstücke zu spielen, habe ich es wieder aufgegeben. Und als ich dann vor vielen vielen Jahren entdeckt habe, dass man mein Keyboard mit dem PC verkabeln kann, war ich wie besessen von den vielfältigen Möglichkeiten, die ich dadurch hatte, meine eigenen Ideen umzusetzen. So hat meine Leidenschaft zur elektronischen Musik begonnen.


Und wie siehts bei dir aus Sebi?

Sebi: Ich hab mich auch jahrelang von einem Instrument zum anderen gehangelt, was aber immer an letztendlicher Langeweile mit dem jeweiligen Instrument scheiterte. Ich suchte stets was neues und kehrte letztendlich den klassischen Instrumenten den Rücken, und bin nun bei D&B-Auflegen und Produzieren hängengenblieben, da dies mich nun endlich erfüllt. Bei einer Jam-Session, zum Melodien suchen oder einspielen greife ich aber auch gerne zur Gitarre.

Von wem oder von was lasst ihr euch inspirieren? Habt ihr Artists oder bestimmte Produzenten, von denen ihr euch beeinflussen lasst? In wie weit fliessen eigene Gefühle und Gedanken in die Musik ein?

Eigentlich produzieren wir nur so, wie es uns gerade in den Sinn kommt, ohne uns auf irgendwas zu fixieren. Wir machen einfach. Der jeweilige Style unserer Tracks manifestiert sich im Entstehungsprozess. Wir fangen an, ohne genau zu wissen, was am Ende dabei rauskommt.

Euer aktuelles Release 'Chronic', dass ihr bereits im letzten Jahr veröffentlicht habt ist sehr abwechslungsreich. Es deckt sehr viele und unterschiedliche Styles ab, es ist unmöglich das Werk einzuorden. Jumpig, technoid, sphärisch, melancholisch...alles trifft in irgendeiner Weise zu. Von 'handmade' Gitarren-Sound, diversen Streichorchestern, einzelnen Vocals, orientalischen Loops bis zu verträumten Musiklandschaften und computerproduzierten Parts und Beats, die Vielseitigkeit fällt sofort auf. War das geplant, die Zuhörer auf diese Weise in denn Bann zu ziehen und sie so durch eine Art Geschichte zu führen? Konntet ihr euch bis jetzt noch keinem 'einzigen' Style unterwerfen, habt ihr es noch nicht geschafft oder ist das die Intension, sich nicht festzulegen?

Wir wollen uns eigentlich nicht festlegen, da wir dazu zu viele Ideen haben. Ausserdem konsumieren wir nicht nur D&B, und lassen somit auch andere Musikrichtungen in unsere Musik mit einfliessen. Es wäre uns auf Dauer auch zu langweilig nur eine bestimmte Musikrichtung zu produzieren. Die CD beinhaltet einfach einen Mix aus Tracks die im Zeitraum eines Jahres entstanden. Daher auch der Name 'Chronic'.

Die aktuelle CD erschien auf 'New Line Deluxe Records'. Wie kam es zur Connection und Zusammenarbeit mit dem deutschen Label?

Der Macher des Labels (Robert Schneider) war in meinem Abijahrgang. Er hatte bevor er das Label gründete eine Design-Firma und beschloss, nachdem er schon einige von meinen Tracks aus der Schulzeit kannte und vor einem Jahr einige unserer neuen Tracks hörte, ein Label zu gründen, um Thetaphi zu veröffentlichen.

Gibt es Thetaphi auch in 'live', wie sieht das dann aus? Back2back vor den Decks und den Synthi daneben?

Live wird's uns ab Mai zu sehen und zu hören geben. Wir sind momentan noch in der Vorbereitung. Back2Back allerdings nicht, da Bjoern nicht auflegt. Es wird auf eine Synthi-Performance mit anschliessendem Auflegen rauslaufen.

Sicherlich interessiert es die Leute auch, ob eine Vinyl-Version von 'Chronic' in Aussicht steht?

Vinyl gibt's im März. Auf der Platte sind dann 3 auf der CD schon enthaltene aber geremixte und 3 neue Tracks zu hören. Die MP3s dazu gibt es dann demnächst auf unserer Webpage.

Gibt es schon weitere Pläne bzgl. Thetaphi? Ist bereits ein weiteres Release in Planung?

Wir produzieren auch TripHop-Tracks und wollen diesbezüglich noch einige Lieder mit Frauengesang in Angriff nehmen. Auch auf dieser Schiene hat sich schon Einiges angesammelt, was dann mit den neuen Triphop-Produktionen im Sommer als CD/LP-Release zu haben sein wird. Desweiteren haben wir Ende letzten Jahres Musik für einen Kurzfilm gemacht, der auf dem Underground-Filmfestival in NewYork gezeigt werden soll. Im Umkehrschluss wollen die Produzenten des Kurzfilms (Schmierfilm-Productions) zu unserer Musik ein Video drehen, der genaue zeitliche Rahmen steht dafür jedoch nicht fest. Irgendwann im Laufe dieses Jahres halt.

Dann bedanken wir uns bei euch beiden für das Interview, hoffen auf weitere News von eurer Seite und wünschen viel Glück bei künftigen Projekten. Stay tuned...

Text: Drumbase (Februar 2002)
21.11.2017, 05:34 h | 7 Junglists online