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Ed Rush - Trecker mit Heizung


Der Name "Ed Rush" war vor einiger Zeit noch ausschließlich mit No UTurn in Verbindung zu bringen. Inzwischen ist No U Turn phatter geworden und ED Rush even more. Seit "Killimanjaro" auf Grooveriders Prototype Label und "Skylab" auf Metalheadz scheint den Darkstepper nichts mehr aufhalten zu können.
"Mothership", sein letzter Streich auf No U Turn war ein Vorgeschmack auf das was da noch kommen wird ...


Wie war das als Du angefangen hast zu produzieren.


Ungefähr '89 bin ich auf einer Spiral Tribe Party in Oxford gewesen. Dort habe ich Drum'n Bass eigentlich zum ersten Mal gehört... That was me switched. Ich habe dann Nico kennengelernt, der zu der Zeit in meiner Straße wohnte. Er war sozusagen mein Nachbar. Ich bin dann runter zu Black Market und habe Platten gekauft ..so Sachen, wie Two Bad Mice's "Bombscare" oder Doc Scott's "Here Come The Drums" zum Beispiel. Nico hat zu dieser Zeit schon als Engineer in einem normalen Studio gearbeitet. Ich habe ihn dann auf Drum' Bass gebracht. Anfänglich konnte er sich damit noch nicht anfreunden und ich brauchte einige Zeit, um ihn zu überzeugen.

Wir haben dann angefangengen bei ihm zuhause Tracks zu produzieren. Das war alles noch ziemlich schwierig. Wir arbeiteten bei ihm unterm Dach und zeitweise war es so heiß, daß Wirden Atari mit meinen Ventitoren kühlen mußten, damit das Cubase noch korrekt lief. Mit der Zeit haben wir dann ein paar White Labels rausgebracht. Das Zeug war nicht sonderlich gut und brachte nur ca. 500 verkauftee Platten. Dann hatten wir die Idee das Label zu starten: No U Turn. Die erste 12" war die Bloodclot Artattack' (die blaue). Von dem Moment an hat sich die Sache dann immer mehr ausgeweitet. Irgendwann kam dann eine Phase, da war ich ncht mehr so drin in der Sache, ich habe die Vibes nicht mehr gerafft.

Also habe ich eine Pause von ungefähr neun Monaten eingelegt, bin in die Clubs gegangen, habe mir die Entwicklungen angesehen. Ich wollte einfach keinen Bullshit rausbringen, mein Ziel war es etwas neues, einen eigenen Style, eigene Sounds zu bekommen. Dann habe ich 'Guncheck' gemacht. Das war der eigentliche Auslöser, wenn vom 'Horny Mutant Jazz-Remix absieht.


Du warst das? Es hieß doch er sei von Trace ...

Ich habe die Bassline und die Strings gemacht, Nico die Beatz und Trace hat dann später die Credits dafür bekommen.... Aber das geht in Ordnung. So ist das nun manchmal im Leben. "Guncheck" war mein Ding. Dann Kam "West Side Sax" und so weiter.

Es scheint so, als hinge Nico bei allen Projekten mit drin ...

Ja das ist so eine Sache mit Nico. Am coolsten ist er immer dann, wenn er im Team arbeitet. Er ist ein genialer Engineer. Im Moment wollen alle seine Basslines

...und die Spidernet, wer war das?

Spidernet, das ist Pete Parsons, der Typ der das ganze Dee Jay recordings und Lucky Spin Zeug macht. Die Tracks entstanden, nachdem ich mein Skunk über Nacht im Studio gelassen hatte. Pete war über Nacht im Studio. Er ist nicht gerade der Gras-Raucher, aber es hat ihm wohl ganz gut getan, denn als ich am nächsten Tag ins Studio kam spielte er mir "The Sleeper" vor. Du hast das Resultat gehört ..., sollte er öfter machen!

Wie kam's zu der Platte auf Prototype?


Oh, ich war bei Grooverider und spielte ihm Stücke vor. Da war dieses Stück von mir und Nico...'Airborn'. Grooverider wollte das sofort haben und ich sagte o.k. Später haben wir es dann in "Killiamanjaro" umbenannt. Die Flipside habe ich dann mit Dom vom Dom & Roland zusammen gemacht...'Subway'.... und so ging das dann weiter. Goldie fragte mich eines Tages im Blue Note, ob ich nicht etwas für ihn machen könne und ich habe die 'Slylab' gemacht. Die kommt jetzt auch bald raus.

Wie sollen die Dinge weitergehen? Wohin willst du soundmäßig?

I'm stayin' with the future. Im Moment teilt sich die Szene irgendwie. Es geht mir eigentlich gegen den Strich von einer Spaltung zu sprechen, aber ich muß zugeben, daß es sie gibt.. Jeder ist auf diesem JumpUp Trip oder auf der Jazz Schiene.

Ich meine, die Jazz Sachen gehen voll in Ordnung, aber es ist nun einmal völlig ambient vom Sound. Sicherlich ist das rollling Drum'n Bass, aber ich höre solche Sachen lieber zuhause.

Wenn man es slightly harder mag, dann sollte man mal ins Blue Note gehen und sich Grooverider anhören. Im Moment ist es halt einfach das harte, darke Zeug, das kickt. Viele haben Darkness als kurze Phase des Drum'n Bass gesehen, aber es ist einfach nicht unterzukriegen. Alles komnt und geht, Darkless ist geblieben. Und es kommt noch viel von der Sorte. Ich hab einiges gehört. Photek zum Beispiel. He's bad. Er macht gute Sachen, genauso wie Dillinja... und die machen alle futuristisches Zeug. So ist das eben.


Interview: Metro (Mai 1996)
Das Interview erschien 1996 im Berliner D&B Magazin "easy" und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.
23.11.2017, 04:54 h | 6 Junglists online