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Phantasy & Digital - The Jungle Story


Die Geschichte von Jungle Musik ist lang und bunt. Über die Jahre sind viele Künstler gekommen und gegangen, andere haben es geschafft ihren Platz im schwierigen Geschäft zu behaupten. So auch die beiden Legenden Digital und DJ Phantasy, die sich für das „Jungle Story“ Projekt gefunden haben. Nein, das ist kein neuer Disney Film, sondern ein Album auf dem das „who is who“ der britischen Szene jeweils die eigene Fassung der Jungle-Geschichte niedergelegt hat.

“Drum and Bass ist die gesichtsloseste Musik die es gibt” erklärt Phantasy bevor die erste Frage aufkommt. “Genau das wollen wir ändern. Es ist sehr schwierig für Drum and Bass in der Medienwelt akzeptiert zu werden. Wir möchten die jahrelange Arbeit der einzelnen Künstler an die Öffentlichkeit bringen. Wir wollen den MCs mit diesem Album eine Plattform geben, auf der sie bisher nicht wahrgenommen werden.“ Die hohe Motivation ist deutlich spürbar, welches Ziel fokussiert wird auch. Warum gerade die beiden zusammengekommen sind erklärt Phantasy gleich weiter: „Digital hat vor Jahren eine Platte für mein Label Easy Records produziert. Obwohl wir einen anderen Sound spielen haben wir häuffg zusammen gefeiert.”

Der Stein des Anstoßes war das Lied „Ghetto Story“ von dem Jamaikaner Babycham, das weltweit hunderte Interpretationen der jeweils eigenen Sicht der Historie nach sich zog. Einer dieser Tunes: „England Story“ entsprang aus der Feder von YT, ein enger Freund von Digital. „Mit diesem Lied hat das Projekt für uns begonnen und wir haben uns entschieden ein Konzept aufzustellen.“ Wie weit haben sie es bisher geschafft? Auf der Tracklist steht ein massiver Block an bekannten Namen: YT, UK Apache, Skibadee, 2Shy, Tiki, D.BO General, Tali, Fatman D, MC Biggie, The Ragga Twins, Shabba D, MC CD, MC Rhymes, Navigator, Spyda. Alle berühmt und berüchtigt von den großen Ravebühnen dieser Welt. Die Beats kommen von Nicky Blackmarket, Benny Page, Micky Finn, Drumsound & Bassline Smith und weiteren Größen.

Da alle Künstler selber durch die alte Schule inspiriert wurden gibt es natürlich viel Erzählstoff: “Wir lieben die guten alten Tage, dass ist auch der Grund warum sie so heißen, das waren halt wirklich gute Tage! Diese Zeiten sind unschlagbar, du wusstest nie was als nächstes geschieht oder wohin sich die Musik entwickelt, genau das hat es so aufregend gemacht. Natürlich gibt es immer noch einen guten Vibe, aber die Zeiten waren einfach einzigartig stimulierend. Hoffentlich kann das Jungle Story Album ein wenig davon rüberbringen.”

Zurzeit ist die musikalische Reaktion aus der Szene unterschiedlich, ob das “Jungle Story” Album in der breiten Medienwelt großen Anklang finden wird bleibt spannend abzuwarten. Abschließend sickert die Gewissheit, dass immer mehr Drum and Bass Künstler versuchen verschiedene Grenzen zu durchbrechen. Im Moment wirkt die bunte Vielfalt auf vielen Ebenen belebend.


Text: Jeryl Wilton, Oliver Lüddecke
Der Text erschien im Headliner Magazin und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.


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18.11.2017, 11:14 h | 5 Junglists online