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Sun and Bass - Für immer mein Zuhause


Wir leben in einer kleinen Welt. Und in den hektischen Zeiten wird die Welt mit zunehmender Geschwindigkeit kleiner. In den Metropolen dieser Welt leben viele Immigranten in der zweiten Generation, die jede Möglichkeit wahrnehmen sich möglichst viel auf der Erdkugel zu bewegen. Bedauerlicherweise sind diese modernen Zeiten auch verantwortlich für viele allein erziehende Familien. Oft gibt es in den Haushalten Kinder die sich nur schwer zwischen den vielen verschiedenen Einflüssen zurecht finden. Meine Generation scheint ihre urzeln nicht zu finden.
Viele Menschen die ich kenne leben eine Art modernes Nomadentum.

Wegen meines facettenreichen und internationalen Backgrounds werde ich häufig gefragt in welcher Stadt ich mich heimisch fühle.

Prägende Orte wie Hawaii, New York, Düsseldorf und die Eiffel liegen mir alle am Herzen – aber richtig zu Hause fühle ich mich erst dann wenn ich inneren Frieden verspüre – ganz unabhängig von der Umgebung in der ich mich gerade befinde. Ich brauche Frieden, Wärme – am liebsten von der Sonne, und Beschaulichkeit – am liebsten vom Meer.

Und wenn Freunde, gute Musik, gutes Essen und womöglich noch eine atemberaubende Frau dazukommen, dann bin ich wahrlich im Himmel.

Meine Generation scheint ein Gefühl zu suchen, bei dem Gleichgesinnte als erweiterte Familie angesehen werden. Das Sun and Bass Festival bietet karibische Strände und berauschende Musik. Aber viel wichtiger ist die familiäre Atmosphäre in der Partylustige, Crew und Künstler eins sind und gemeinsam den Frieden, die Wärme und das Gefühl von zu Hause genießen.

Ich könnte euch erzählen wie ich stundenlang zu Sets von D:Bridge mit SP:MC und Randall b2b Doc Scott mit Lowqui und Stamina geskankt, gegrindet und gebounct habe. Wie schwer meine Kleidung an meinem nassen Körper klebte, während um mich Schatten von Körperteilen durch Lichtstrahlen tanzten.

Wie die Menge und ich eins waren, wie in der Tanzszene in “Matrix” – wo Tanz, Sex, Revolution, Freiheit und Liebe total verflochten sind. Ich könnte euch erzählen wie in dieser Nacht mein Herz gesungen hat, wie mein Körper im Mondlicht in Ekstase erschütterte und meine Seele zeitlos und frei war.

Ich könnte euch auch von einer paradiesischen Location namens “Bal Harbor“ erzählen, in der viele Live-Sessions meinen Geist beflügelt haben. Ich könnte beschreiben wie die geniale Band Sci-Clone allen ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Ich könnte von wunderschönen Zeiten mit guten Menschen berichten. Von Freundschaft und Liebe. Aber manche Momente kann man nicht mit einer Kamera festhalten oder durch eine Erzählung wiedergeben. Manche Erlebnisse sind für ewig. Und Sun and Bass ist für ewig mein Zuhause.


Bilder der Sun and Bass 2008 in unserer Gallery.

Text: Jimmy Blitz, Fotos: Mesalla Michaelis
Der Text erschien im Headliner Magazin und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.


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21.11.2017, 05:31 h | 5 Junglists online