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Sieben Jahre Fight Club - It's (not) over baby!


Im Jahr 2000 wurde der Fight Club aus einem einzigen Grund ins Leben gerufen: Es gab bis dato schlicht und ergreifend keine regelmäßigen Drum'n'Bass Clubs in der Rhein-Neckar-Region und somit keine Chance für die, mittlerweile eigenständig und selbstbewusst auftretende lokale D&B Szene, ihre Vorstellungen und ihren Lifestyle umzusetzen.

Als erster Club setzte der Fight Club deshalb vor allem auf Artists die aus Deutschland und insbesondere aus der Region kamen. Mit dabei waren von Anfang an nicht nur die Künstler der ersten stunde, wie Bassface Sascha, Bassline Generation, Deejay E, Funky Drummer Alex, E.Decay, das ganze Rawhill Camp sowie natürlich Tobi, Jonathan und Soulsurfer, um nur ein paar zu nennen, sondern gerade auch unbekannte, junge, aufstrebende Künstler.

Viele derer, die im Fight Club ihre ersten Gigs hatten, haben später gezeigt, dass so einiges in ihnen steckt: MC Dragoon, DJ Connecta, Funksta, Easy T, Sabrination, J Frequency, MC Life, etc. Aber auch Crews aus ganz D wie NME Click, Tease und Redrum oder Giana Brotherz haben im Fight Club gerockt. Fast jeder DJ, der mal im FC gefeiert hat, hat dort irgendwann auch mal aufgelegt. Echte Demokratie! Die Mischung aus etablierten Acts und frischen Newcomern sollte für die nächsten 7 Jahre ein Erfolgrezept für den Fight Club sein, ebenso die einzigartige Ausrichtung auf D&B Made in Germany.

Initiiert haben den Fight Club die 1992 gegründete Bassline Generation, ein Team von Produzenten, DJs & Live-Performern aus Heidelberg, die seit den milk events, den ersten Meditation Raves und Vibration Parties in der nationalen und internationalen Szene aktiv sind. Der Fight Club fand einmal monatlich statt und zwar regelmäßig am zweiten Freitag des Monats danach (ab 2004) jeden 2ten Samstag des Monats.

Mit Besucherzahlen von ungefähr 200-300 und einer Lokalität, die optimal für D&B geeignet war (einem Konzertsaal mit großer Bühne) war der Fight Club schnell ein Geheimtipp und wurde nach wenigen Monaten für Jahre zum Selbstläufer. Es gab Parties mit 850 Leuten, aber da war der ganze Schwimmbad Musicclub  mit D&B beschallt und das fällt deshalb aus dem Rahmen, so wie auch die Events mit Mickey Finn, wo immer über 400 Leute da waren. Natürlich schläft die Konkurrenz nie und so wurde die Club-Landschaft immer lebendiger. Mit Veranstaltungen wie dem Mannheimer Phaze Club (R.I.P) gab es nach und nach immer mehr D&B Veranstaltungen die mit einem Club-Konzept funktionierten.

Paradoxer- oder logischerweise, je wie man es sieht, bekam der Fight Club gerade durch die von UK Artists dominierten Drum’n’Bass Clubs die stärkste Konkurrenz.

Leider musste man feststellen, dass auf Dauer die Idee des regelmäßigen Events mit rein einheimischen Lineup, auch wenn musikalisch qualitativ gut, zumindest vorerst gescheitert war. Auch deshalb buchte der Fight Club, ab 2004, in Form von Specials auch internationale Artists wie Nu:tone, Future Prophecies, Brockie, Mickey Finn, Shimon, Ragga Twins, Five-O, Five Alive u.v.m. Die eigenen Artists wie z.B. Funksta, Easy T, Connecta, Swirl, Dragoon, Life, Sabrination haben letztendlich mehr zum langen lustigen Bestehen des FC beigetragen als jeder UK, auch wenn die Jungs teils heftig mit der Massive gefeiert haben!

Über die Jahre hinweg war in der durch ständig neue Talente aufgefrischten Fight Club Crew ein fließender Generationswechsel zu bemerken, sowohl auf Artist-, wie auch auf Publikums-Seite. Fest steht auf jeden: Für viele Headz war der Fight Club ein besonderes Erlebnis, das sie nie vergessen werden. Nicht zuletzt der (eigentlich jedem zugängliche) Backstagebereich des FC ist legendär.

Aber alles hat ein Ende: Nach sieben tollen Jahren findet am Samstag dem 08.09.07, die Fight Club Closing Down Party zum letzten Mal im Konzertsaal des Schwimmbad Musicclub mit insg. 15 Artists in Heidelberg statt.

Dass das kein Anlass zur Trauer ist, soviel sei gesagt. Aber wo und wie es weitergeht wird noch nicht verraten. „Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage“, so die Macher des Figh Club.

Die Fight Club Crew bedankt sich bei allen DJs, MCs, Live Acts und Partypeople, die den FC in den sieben Jahren tat- und tanzkräftig unterstützt und zu einer Institution für Drum’n’Bass gemacht haben.


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20.11.2017, 16:30 h | 6 Junglists online