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Aphrodite - Aftershock LP


2002 ist das Jahr des Jungle und Drum'n'Bass. Es geht um gute Vibes, Funk, Vocals, Hymnen und überzeugende Lyrics. Egal, wen man fragt, die Antwort wird immer diesselbe sein - Im Jahre 2002 heißt die Devise"Shake Ur Bodyrock to Jungle", und Aphrodite ist dabei ganz weit vorn. Sein letztes Album verkaufte sich weltweit 100.000 Mal, nun steht seine neue LP "Aftershock" in den Plattenläden.

Aphrodite ist seit Jahren in der Szene aktiv, stand dabei immer mit einem Fuß im Jungle und war mit dem anderen schon weiter. Seine Remixes für die Jungle Brothers und Luniz beispielsweise, halb Drum'n'Bass, halb Future-Hip-Hop, sind langlebige Hymnen, die auch heute noch 100% frisch klingen. Jetzt, im Jahr der Vocal-Hymnen, geht Aphrodite noch einen Schritt weiter. "Ich habe schon immer gern mit Vocalists zusammengearbeitet", betont er. Es folgten Anrufe, Kontakte wurden geknüpft. Schooly D und Big Daddy Kane nahmen sich Zeit. Rah Digga braute ein paar erstklassige Rhymes zusammen. Newcomer Deadly Hunter erweiterte das Spektrum. Aphrodite programmierte dazu frische Beats.

"Ab und zu geht ein DJ ein Risiko ein, und manchmal funktioniert das richtig gut. Und wenn es gut funktioniert, dann liebt es die Crowd", meint Aphrodite. Seit 1988 hat er sich auf diesen Moment vorbereitet. Es war der "Summer of Love", und der Name "Aphrodite", benannt nach der Göttin der Liebe, war geboren. Seitdem ernährte sich Aphrodite vom frischen Jump Up, den er mit seinem Partner Mickey Finn produzierte. Zusammen mit Finn schuf er auf dem Label "Urban Shakedown" den Klassiker "Some Justice". 1994 betrieb er bereits sein eigenes Label Aphrodite Records. Klassiker wie "King of the Beats", "Bad Ass", "Calling the People" und "Woman That Rolls" definierten den Jump Up Sound, der Tanzflächen zum Kochen brachte und ein Lächeln auf die Gesichter zauberte. 1999 veröffentlichte er sein erstes Album "Aphrodite" auf V2, von dem 100.000 Exemplare verkauft wurden. Seiner darauffolgenden, langen Studioabstinenz, bedingt durch unzählige DJ-Gigs auf der ganzen Welt, bereitet er nun mit seinem neuen Album "Aftershock" ein Ende.

"Ich wollte kein Album machen, das nur aus einem Musikstil besteht", erklärt Aphrodite mit Blick auf seine zweite LP. "Als Fan und begeisterter Hörer von Drum'n'Bass finde ich es schwierig, mir eine ganze Stunde Sound im Stil von Bad Company oder eine Stunde Jump Up anzuhören. Als DJ lege ich eine halbe Stunde eine Stilrichtung auf und gehe dann zur nächsten über." Die neue LP spiegelt diesen breit angelegten Ansatz wieder. Doch große Namen wie Rah Digga, Schooly D, Barrington Levy und Big Daddy Kane sind dabei nur die halbe Miete.
Aphrodites Schwester liest das Intro des Albums, Marielle aus Holland hatte sich als MC für Aphrodite in Europa betätigt. Er brachte sie dazu, einen bewegenden Downtempo-Track zu singen. Ragga-Newcomer Deadly Hunter aus Reading zeigt mit dem Track "Ganja Man" sein Können, und die britischen MCs Wildflower und Navigator steuerten ebenfalls einige amtliche Lyrics zum Album bei.

Aphrodite versucht, die Energie, die ihm beim Auflegen umgibt, in einem einzigen Album zu verdichten. Im Rückblick auf ein bewegendes Set in Glastonbury sagt er: "Wenn du als DJ vor einem Publikum stehst, das dich liebt, ist das fantastisch. Wenn du vor 30.000 Leuten spielen kannst, die dich mögen, ist das umwerfend. Aber wenn du dann einen von dir produzierten Track auflegst, der die Leute zum Ausrasten bringt, ist das der ultimative Kick." "Aftershock" ist ein ganzes Album voller solcher Momente.

Text: Drumbase (Juni 2002)
21.11.2017, 01:49 h | 8 Junglists online