RME kündigt es schon richtig an: Die Luft brennt. Mit dem Fireface 800
werden mobile Producer, wie auch Home - Producer der gehobenen Zunft zufrieden
sein. Die neue Firewire 800 - Technologie ermöglicht zudem den leichten
Ausbau, so dass an Flexibilität nicht gespart werden muss.
RME - Intelligent Audio Solutions
Nachdem wir von der Firma RME eine gut Soundkarte für mobile Einsatzzwecke
getestet haben, kommen wir nun zu einer Soundkarte, die ebenso für den
mobilen Einsatz konzipiert wurde und außerdem im Tonstudio eine sehr gute
Figur macht.
Das Fireface 800 unterstützt den neuen Firewire 800 – Standart und ist zusätzlich
voll zum alten 400er Standart kompatibel. Zur Firewire – Technik nehme ich aber
später noch Stellung.
Gute Deutsche Markenqualität an den Mann oder die Frau zu bringen, ist
schon immer RMEs Grundleitspruch. Dies beweisen sie mit den neuen eingebauten
Wandlern, die im Aufnahme-, wie auch im Wiedergabebetrieb Top – Qualität
beweisen.
Vergleiche mit anderen Soundkarten haben in unserem Test gezeigt, dass man hier
auf allerhöchste Ebene arbeitet. Es gibt zwar noch bessere Wandler auf der
Welt. Den Unterschied nimmt man aber fast nur noch mit dem Messgerät wahr.
Das Ohr unterscheidet zwar ganz feine Nuancen zu den Top - Wandlern. Ob man dafür
aber dann viel mehr Geld ausgeben mag, hängt einzig und allein vom Genre
und Geldbeutel ab. Pop, Rock, HipHop und elektronische Musik rechtfertigen diesen
Einwand nur selten.
RME - Fire Face 800
Weiterhin sind Sample – Frequenzen von bis zu 192 kHz bei 24 Bit Wortbreite
im Wiedergabe- und Aufnahmeweg möglich. Die Kompatibilität zur professionellen
Welt will RME ebenfalls nicht vorenthalten, haben die Entwickler nämlich
auch noch BNC – Anschlüsse zum Synchronisieren, und die Möglichkeit
mit AUS/EBU – Signalen umzugehen, realisiert. Letztendlich rundet die gute Mixersoftware
und das Zusatztool DIGICheck den Lieferumfang des Fireface 800 ab. Letzteres
liefert eine amtliche Pegelmessung mit.
Will man nur auf digitaler Ebene arbeiten und verlässt zudem diesen Digitalkreis
nie, kann man auf ein Pegelmessgerät von RTW verzichten. Diese kosten wegen
ihrer Genauigkeit sehr viel Geld und sind in professioneller Umgebung Standart.
Kommen wir nun aber zum Aufbau des Gerätes:
Die Vorderseite besteht aus vier XLR – Mikrofoneingängen mit jeweils einem
Klinken – Eingang. Die Eingänge sieben bis zehn können alle gleichzeitig
benutzt werden und geben zudem alle 48 Volt – Phantomspeisung aus. Die vorderen
Eingänge können alle stufenlos per Gain – Regler in der Lautstärke
verändert werden. Auf der rechten Seite sing zudem Status – LEDs untergebracht.
Sie zeigen die Verwendung von Timecode, S/PDIF, ADAT, MONO, MIDI, und der eigenen
Konvektivität zum Computer an.
Ganz links befindet sich außerdem noch ein Kopfhöreranschluss. Dieser
ist gesondert zu betrachten. Die Kanäle 9/10 dienen als Kopfhörerausgang
des Fireface und stehen per Stereo-Klinkenbuchse an der Frontseite zur Verfügung.
Diese Ausgänge sind mit den gleichen Wandlern bestückt wie die Line-Ausgänge
und erreichen daher die gleichen technischen Daten. Das heißt schon einmal,
dass der Kopfhörerausgang sehr laut eingestellt werden kann. Im Hörtest
hat sich zudem auch noch der klare Sound bestätigt. Cooler und lauter Sound!
Der Power – Schalter ist ganz rechts angebracht.
Outputs
Die Rückseite ist mit den Anschlüssen bestückt. Hier findet man
die Line – In -, Line – Out -, ADAT -, SPDIF -, Wordclock – und MIDI – Anschlüsse
zu finden. Gehen wir aber näher ins Detail.
Das Fireface besitzt auf der Rückseite acht symmetrische Line-Eingänge
in Form von 6,3 mm Stereo - Klinkenbuchsen. Die elektronische Eingangsschaltung
arbeitet servosymmetrisch. Sie kann sowohl symmetrische (Stereo-Klinkenstecker)
als auch unsymmetrische (Mono-Klinkenstecker) Eingangssignale korrekt verarbeiten.
Die vier symmetrischen Mikrofoneingänge auf der Vorderseite des Fireface
800 bieten eine einstellbare Verstärkung von 10 bis 60 dB. Mit 10 kOhm
Eingangswiderstand, Stereo-Klinkenbuchse und stufenloser Verstärkungseinstellung über
einen Bereich von 50 dB, sind die frontseitigen Eingänge mit Keyboards,
Samplern, aktiven Gitarren und vielem mehr optimal zu nutzen. Der Line-Eingang
verarbeitet zudem Pegel von –28 dBu bis hinauf zu +22 dBu. Diese Aufnahmebandbreite
von 50 dB zeigt, dass die Entwickler von RME ganz schön hoch hinaus wollen.
Die besten Mischpulte oder Mikrofonvorverstärker arbeiten in der Regel
mit bis zu 58 bis 60 dB.
Zwei LEDs auf der Vorderseite zeigen vorhandenes Signal an und warnen vor Übersteuerung,
die sinnvoll bei -2 dBfs reagiert. Man hat also noch einen Headroom von 2 dB
vorhanden, bis es zu Verzerrungen kommt. Die Kanäle 7/8 können über
den Settingsdialog zwischen Line,Rückseite, Mikrophon, und Line/Mikrofon
gleichzeitig umgeschaltet werden. Der frontseitige Line-Eingang ist gleichzeitig
dem Mikrofoneingang nutzbar. So können im extremsten Fall drei verschiedene
Klangquellen (Line hinten, Line vorne, Mikrophon) gleichzeitig auf einem Kanal
aufgenommen werden. Der Instrumenteneingang des Fireface 800 ist speziell für
Gitarre und Bass optimiert. Eine weiche Clipping-Funktion begrenzt ab –10 dBFS,
und bewirkt bei voller Übersteuerung eine satte Röhrenverzerrung.
Der zuschaltbare Drive erhöht die Verzerrung und bringt noch mehr Sustain.
Der Speaker Emulator korrigiert den Sound sanft und doch optimal für direkte
Aufnahme.
Nun könnte man denken, dass durch die Röhrenverzerrung ein Vorteil
bei einer Aufnahme durch die Röhre selbst entsteht. Dies ist aber falsch,
da länger stehende Töne, wie vom Synthesizer kommend, verzerrt klingen.
Man sollte diese Art der Verzerrung daher nur für Bass oder Gitarre verwenden.
MIDI und Firewire
Die acht kurzschlussfesten und niederohmigen, symmetrischen Line - Ausgänge
sind in Form von 6,3 mm Stereo - Klinkenbuchsen realisiert. Die elektronische
Ausgangsschaltung arbeitet ebenfalls servosymmetrisch. So kann man ebenfalls
symmetrisch (Stereo-Klinkenstecker) als auch unsymmetrisch (Mono-Klinkenstecker)
verwenden.
Die digitalen Ausgänge des Fireface bieten die Formate SPDIF und ADAT
optical über zwei ADAT – Ein- und Ausgänge und einen SPDIF – Ein-
und Ausgang an.
Das SPDIF - Digitalsignal kann zudem im AES/EBU - Format aufgenommen werden.
Dazu ist einfach ein Adapterkabel zu verwenden und schon kann man im professionellen
Modus aufnehmen.
Schaut man sich die Rückseite genauer an, so fällt auf, dass noch
einige BNC – Anschlüsse beim Fireface untergebracht sind. Diese dienen
zum synchronisieren von externen Geräten. so also auch, wenn man ein zweites
oder drittes Fireface anschließen will.
Auf der linken Seite hat der Hersteller den Stromanschluss, einen MIDI – Ein-
und Ausgang und drei Firewire – Anschlüsse verbaut. Die Firewire – Anschlüsse
teilen sich in zwei 800er - und einer 400er – Variante auf. Hat man eine Firewire
800 – Schnittstelle zur Verfügung, sollte man diese verwenden. An ihr können
dann auch mehrere Geräte angeschlossen werden. Allerdings kann man nicht
erwarten, dass drei Firefaces über eine Leitung komplett bis ans Limit
angefahren werden dürfen. Man muss sich halt überlegen, mit welcher
Samplingfrequenz aufgenommen wird. Umso höher die Sample – Frequenz, desto
höher die anfallende Datenmenge, die durch einen Firewire – Bus geschickt
werden müssen. Will man die Firewire – Schnittstelle mit drei Firefaces
ausnutzen und zudem noch ein zweites Gerät über Firewire anschließen,
hilft nur ein vernünftig konfigurierter Computer, der genug freie Busse
zur Verfügung hat. Hier kann man nur die neusten Intel - und Apple – Rechner
empfehlen. AMD ist besonders kritisch zu betrachten, da hier vermehrt Komponenten
verbaut werden, die nicht ganz unproblematisch in Bezug aufs Musikproduzieren
funktionieren.
In- und Outputs
Bei Laptops kann dieser allerdings nicht immer frei konfiguriert werden. Da
muss man dann den PCMCIA – Anschluss beim Laptop opfern, sich eine Wandlerkarte
auf Firewire 800 kaufen und zusätzlich den ursprünglichen Firewire – Anschluss
vom Laptop benutzen. So verteilt man die Last und kann mit mehreren Firefaces
arbeiten.
Firewire 800 – Karten für den Computer oder den Laptop gib es im Handel.
Allerdings sollte man zuvor einen Blick auf die RME – Homepage werfen, da hier
ganz bestimmte Anforderungen gelten.
Ein weiteres Schmankerl ist die Mixersoftware TotalMix und das Tool DIGICheck.
TotalMix erlaubt das Routen der Subgruppenausgänge zur Aufnahmesoftware.
Statt des am Hardwareeingang anliegenden Signals wird dann das am Hardwareausgang
ausgegebene Signal zur Aufnahmesoftware geleitet. Auf diese Weise können
komplette Submixes ohne eine externe Schleifenverkabelung (Loopback) aufgenommen
werden. Auch kann die Wiedergabe einer Software von einer anderen Software
aufgenommen werden. Auf diese Art und Weise muss das Audio – Signal nicht die
digitale Ebene verlassen. Was will man mehr?
DIGICheck ist einTool für Tests, Messungen und Analyse des digitalen Audio
- Datenstroms. Die Software ist größtenteils selbsterklärend,
enthält aber trotzdem eine ausführliche Online -Hilfe. DIGICheck 4.2
arbeitet als Multiclient ASIO Host, und kann daher parallel zu jeglicher Software,
egal ob WDM, MME, GSIF oder ASIO, sowohl die Eingangs- als auch die Ausgangsdaten
anzeigen. DIGICheck bietet folgende Funktionen:
Level Meter: Hoch präzise, 24 Bit Auflösung, 2/8/16 Kanäle.
Anwendungsbeispiele: Spitzen - Pegelmessung, RMS - Pegelmessung, Over - Erkennung,
Messung des Korrelationsgrades (Phase), Messung von Dynamik / Rauschspannungsabständen,
Darstellung der Differenz RMS / Peak (Lautheit), Langzeit Spitzenwerterfassung.
Input Check. Oversampling Mode für Pegel höher als 0 dBFS.
Vector Audio Scope: Weltweit einmaliges Phasenmessgerät
mit dem typischen Nach¬leuchten einer Oszilloskok-Röhre, integriertem
Korrelationsgradmesser und Level Meter.
Spectral Analyser: Weltweit einmalige 10-, 20- oder
30-Band Darstellung in analoger Bandpass-Filter Technologie. 192 kHz-fähig!
Bit Statistics & Noise: Zeigt die tatsächliche
Bit Auflösung, sowie Fehler und DC. Integrier¬te
Signal to Noise Messung in dB und dBA, sowie DC-Messung.
Totalyser: Spectral Analyser und Vector Audio Scope
in einem Fenster.
Channel Status Display: Detailierte Analyse und
Klartext-Ausgabe der Channel Status Daten von SPDIF und AES.
Komplett Multiclient: Man kann sie so viele Messfenster
jeglicher Messfunktion auf jeglichen Kanälen
und Ein- und Ausgängen wie man will!
Das Fireface 800 kann zudem im Stand – Alone Betrieb verwendet werden. Dazu
stehen folgende Modi zur Verfügung: TotalMix, 10-Kanal, AD/DA – Konverter,
4-Kanal Mic Preamp und Digital Format Konverter.
Besonders zu beachten ist hier die analog/ digitale Routing Matrix. Sie zeigt
noch einmal deutlich, dass sämtliche Inputs und Outputs beliebig miteinander
önnen.
Nach all den positiven Features kann man sich fragen, ob es denn auch irgendwelche
negativen Aspekte beim Fireface 800 gibt? Wir haben uns dazu die Bedienungsanleitung
und den Service angeschaut. Hier kann ich RME nur wieder eine vorbildliche
Qualität bescheinigen. Die Anleitung ist genau so verfasst, wie man es
sich wünscht. Alle Funktionen werden klar und verständlich erläutert.
Ebenso ist der Online – Service zu betrachten. Der Hersteller gibt detaillierte
Infos und Tipps über die Produkte. Sogar eine klare Kaufempfehlung von
Computer – Hardware ist zu finden um ein problemfreies Musikproduzieren zu
ermöglichen. Hier können sich andere Hersteller mal ne Scheibe abschneiden,
da man sich als User nicht hilflos der Technik gegenübersteht.
Regelmäßig werden zudem Mixersoftware und Betriebssysteme zum Flashen
der Hardware bereitgestellt.
Die Systemvoraussetzungen sind: Windows 2000 mit SP4, Windows XP, Mac OS
X 10.3 oder höher, ein freier FireWire Port 400 (1394a) oder 800 (1394b).
Fazit RME - Fire Face 800
Das Fireface 800 von RME ist momentan das perfekte Audio – Interface zum Produzieren.
Dies mag sich jetzt übertrieben anhören, soll aber das Fazit genau auf
den Punkt bringen.
Man findet alle nötigen Eingangsformate in ausreichender Anzahl vor. Wem
das nicht reicht, kann natürlich noch bis zu zwei weitere Fireface – Einheiten
kaskadieren. Mit einem Staßenpreis von ca. 1300 € verlangt der Hersteller
nicht zuviel und nicht zuwenig Geld. Der Preis ist absolut gerechtfertigt.Schaut
man auf die Modelle der anderen Hersteller, findet man kaum ein vergleichbares
Gerät, das bei dem Preis mithalten kann. Die High – Endgeräte der Konkurrenz
mit bis zu 24 I/Os kosten zudem mehr Geld und sind meistens nicht für den
mobilen Einsatz geeignet. Da kann man nur sagen: Die Luft brennt…! www.rme-audio.de[1] Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net[2]
und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt. URL dieses Dokuments:
http://www.future-music.net/techreport/producing/rme-fireface800/