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DBX 266 XL


Hersteller: DBX
Produkt: Komprssor mit Gate-Funktion
Preis: 220,-
Released: 2003

Was gehört alles in einer guten Produktion dazu? Da gibt es natürlich die Klangerzeuger, das Mischpult, die Abhöre und so weiter. Eines der wichtigsten Geräte stellt zudem ein Kompressor dar, der den Sound so richtig schön fett klingen lässt. Und wer baut nun gute Kompressoren? Na klar, DBX...


dbx
 
Was gehört alles in einer guten Produktion dazu? Da gibt es natürlich die Klangerzeuger, das Mischpult, die Abhöre und so weiter. Eines der wichtigsten Geräte stellt zudem ein Kompressor dar, der den Sound so richtig schön fett klingen lässt. Nun haben wir in der Vergangenheit selten Effekte und ähnlich Geräte behandelt. Dies soll sich nun ändern, denn der Amerikanische Hersteller DBX hat ein Gerät zu uns zum Test geschickt. Was der „Fettmacher“ so alles kann, werden wir Euch jetzt verraten.

Das DBX 266 XL ist ein klassischer Kompressor mit Gate-Funktion.


Aber was ist überhaupt ein Kompressor und ein Gate?

Kompressoren und Gates bzw. Noisegates gehören zur Gruppe der Effekte. Der Kompressor verringert die Dynamik eines Sounds, in dem er die leiseren Signale an die lauteren anpasst. Diesen Effekt kann man bei einigen Radiostationen in Deutschland ganz deutlich hören. Bei Pop oder Rock-Sendern fällt das zudem ganz extrem auf. Die Musik klingt hier oft „gleich“. Richtige Pegelschwankungen gibt es nicht. Weiterhin fallen die satten Stimmen und fetten Bässe auf.

Gates oder Noisegates sind Regelverstärker. Sie lassen das Eingangssignal 1:1 zum Ausgang passieren, wenn ein Schwellwert überstiegen wird. Erreicht das Eingangssignals den Schwellwertpegel nicht, bleibt der Ausgang stumm. Statt einer vollen Stummschaltung kann auch nur eine Pegelreduzierung erfolgen.


Wollen wir uns aber nicht weiter mit Fachbegriffen rumschlagen und kommen nun zum Aufbau des Gerätes und somit zur Frontseite, die in Kanal eins und Kanal zwei unterteilt ist. Beide Kanäle sind identisch und können natürlich separat geregelt werden. Wer nun aber nicht zwei unterschiedliche Instrumente, sondern lieber ein Stereosignal bearbeiten will, der kann das Gerät natürlich im Stereobetrieb benutzen. Läuft das Gerät im Stereo-Betrieb, regelt die linke Kanalhälfte alle Parameter.

Auf der linken Seite befindet sich die Expander und Gate-Sektion. Auf der rechten Seite findet man die Kompressionseinheit vor. Die Gate und Expanderfunktion besteht aus Threshold und Ratio-Reglern, sowie den dazugehörigen LEDs. Mit den Reglern stellt man den Pegel ein, bei dem das Gate öffnet und das Signal vom Eingang zum Ausgang durchschaltet. Wenn man den Threshold-Regler ganz nach links (Off) dreht, wird das Audiosignal nicht abgeschwächt. Das Gate wird also praktisch umgangen. Am rechten Anschlag werden alle Eingangssignale unterhalb von + 15 dBu abgeschwächt. Das Ausmaß kann man mit dem Ratio-Regler einstellen. Die beiden dazugehörigen LEDs zeigen zudem das Verhältnis des Eingangspegels zur eingestellten Einsatzschwelle an. Liegt der Pegel unterhalb der Einsatzschwelle, leuchtet die rote LED. Wird die Einsatzschwelle überstiegen, so leuchtet die grüne.

Die Kompressor-Sektion besteht aus Threshold, Ratio, Attack, Release und Gain-Regler. Zudem hat der Hersteller die Over Easy-Funktion aus den anderen DBX-Kompressoren, eine Automatik-Funktion und Kontroll-LEDs verbaut.

 
Gesamtansicht DBX 266 XL
Threshold regelt dabei im Bereich von -40 dBu bis +20 dBu den Grenzbereich, ab welchem Pegel das Signal komprimiert wird. Stellt man den Regler zum Beispiel auf-10 dBu, so wird erst ab diesem Wert das Signal verändert. Darunter liegende Signale bleiben unverändert. Daneben befindet sich die Over Easy-Funktion, die es ermöglicht eine sanfte Komprimierung zu erzielen. Falls dies nun nicht gewünscht wird, kann man natürlich durch das Ausschalten der Funktion im gewöhnlichen Hard-Knee-Modus arbeiten. Über dem Threshold-Regler befinden sich die Kontroll-LEDs, die nach dem gleichen Prinzip der Expander und Gate-LEDs arbeiten.

Ratio regelt den Grad der Komprimierung. Es steht eine Auswahl zwischen 1 zu 1 und unendlich zu 1 zur Auswahl. Attack stellt die Zeit zwischen dem Moment, wo der Signalpegel die Einsatzschwelle übersteigt, und dem tatsächlichem Kompressionseinsatz ein. Der Regelumfang reicht von „fast“ bis „slow“. „Fast“ bedeutet eine dichte, auffällige Kompression, „slow“ hingegen eine leicht verzögerte, allmähliche Kompression. Der Release-Regler stellt die Geschwindigkeit ein, mit der die Kompressorschaltung den Signalpegel auf seinen ursprünglichen Wert zurückregelt.

Für all diejenigen, die mit Kompressoren noch nicht so vertraut sind, hat DBX nun auch noch eine Automatikfunktion eingebaut, die Auto-Attack-Taste. Diese Taste, die sich zwischen Attack- und Release-Regler befindet, schaltet den Attack und Release-Regler weg und aktiviert voreingestellte programmabhängige Ansprech- und Rücklaufzeiten. Die Zeitkonstanten werden in diesem Fall aus dem Eingangssignal ermittelt und ändern sich daher ständig. Eine Auswahl an unterschiedlichen Ansprech- und Rücklaufzeiten wäre noch schöner gewesen.

Ganz zum Schluss fehlt ja noch der Gainregler. Er regelt den Output-Pegel. Behilflich bei der Komprimierung ist die oben angebrachte Gain-Reduction-LED. An ihr kann man sich ungefähr orientieren, wenn man sich nicht nur auf seine Ohren verlassen will.

Attack- & Release-Regler
 
Beide Kanäle haben zudem einen separaten Bypass-Schalter, der bei Aktivierung für das Durchschleifen des Audio-Signals sorgt.

Die Rückseite beinhaltet nicht so viele Regler, dafür reichlich Anschlüsse. Als Ein- und Ausgänge stehen jeweils symmetrische XLR-und Klinkenanschlüsse bereit, sodass man sich aussuchen kann, welche Steckverbindung man nehmen will. Vorbildlich!

Weiterhin hat der Hersteller noch die Overating-Level-Taste angebracht. Sie dient zum Ausgleich unterschiedlicher Pegel, wie es bei Verwendung von semiprofessionellen und professionellen Geräten vorkommen kann. Wenn man also einen zu hohen oder zu niedrigen Pegel hat, kann man hier für Ausgleich sorgen!

Weiterhin erfreut haben uns die Inserts. Sie ermöglichen das Einschleifen von EQ und Filtern im Regelkreis des VCAs. So kann man den Sound nicht nur Komprimieren, sondern gleich auch an weiteres Effektgerät weiterleiten. Das Mischpult lässt grüßen und stellt somit noch ein weiteren Insert-Kanal, wenn vorhanden, zur Verfügung.

Nun wissen wir zwar wie das Gerät aufgebaut ist. Noch interessanter für uns gestaltet sich aber die Bedienung und den Klang des DBX 266 XL. Zu ersteren können wir dem Hersteller nur gratulieren. Hier hat man sich geschickt angestellt und auf eine komplexe Bedienung verzichtet. Wenn man sich die gutgeschriebene Bedienungsanleitung durchließt, versteht man die Funktionsweise des Geräts sehr schnell. Eine Verwirrung kann im Großen und Ganzen nicht eintreten.

Zum Thema Sound können wir dem Gerät ein O.K. geben. Der Sound, der durch das Gerät bearbeitet wird, hört sich in Ordnung an. Hier muss ganz klar gesagt werden, dass es bessere Kompressoren, zumal auch von der Firma DBX, zu kaufen gibt. Angesichts des Preises von 220,- € kann man sich aber nicht beschweren. Dass man an ein Gerät der höheren Preisklasse nicht herankommen kann, sollte eigentlich jedem klar sein. Dafür hat aber das 266 XL einen entscheidenden Vorteil: die Verarbeitung! Mag man nun Interesse an einem günstigen Kompressor haben, sollte man sich das Gerät von DBX gut anschauen. Die Verarbeitung ist hier sehr gut. Es gibt keine wackligen Elemente oder sonst dergleichen.

Warum aber der Hersteller den Power-Schalter nicht mitverbaut hat, ist uns ein Rätsel. Der Grund der Kostenersparnis ist zwar einleuchtend, aber nach unserer Meinung nicht gerechtfertigt. Hier handelt es sich um Kleinstbeträge und nicht um den großen Sparknaller. So kommt man nun leider nicht drum herum, dass man immer den Netzstecker ziehen muss oder sich gleich eine Steckleiste mit Taster kauft.

Fazit DBX 266 XL

Alles in allem können wir dem DBX 266 XL ein gutes Testsurteil geben. Die Verarbeitung ist top, der Sound O.K. und die Bedienung recht einfach gehalten.

Bei Interesse sollte man daher auf jeden Fall beim DBX - Händler oder dem Deutschen Vertreib Audioexport vorbei schauen. Wer es nun noch etwas „fetter“ vom Sound mag, ist bei DBX ebenfalls in guten Händen. Bis in 3.000 € - Klasse hat man hier die Auswahl vom Feisten. Was sich demnächst am DBX-Himmel tut, bleibt spannend. Wenn es etwas Neues von DBX gibt, werden wir uns melden.

DBX 266 XL Homepage [1]

Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net [2] und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.


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   [2] http://www.loveparade.net



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