Wer mit Pioneer-Geräten arbeitet weiß, was Qualität heißt.
Der kleine schwarze Kasten ist nicht nur DJs, sondern auch für Produzenten
sehr interessant. Wer mit Effekten live arbeiten will, sollte sich das Gerät
mal näher anschauen.
Pioneer - Sound Vision Soul
Pioneer hat 2005 eine neue DJ-Reihe vorgestellt. Der CDJ-200[1],
den wir im Sommer vorgestellt haben, ist ein neues Produkt dieser Reihe. Nun gibt’s
noch mehr außer DJ-CD-Player und so ist vor einigen Tagen das neue Effektgerät
EFX-1000 bei uns eingetroffen. Dieser lehnt sich grundsätzlich an seinen
Vorgänger EFX-500 an und wir wollten wissen, was sich im Hause der Pioniere
alles getan hat.
Der schwarze Kasten hat eine Größe von 32 x 24 x 10 cm und wiegt 2,5
kg. Im Gegensatz zum Vorgänger gibt’s nun eine Abtastfrequenz von 44,1;
48 und 96 kHz bei 24 Bit Wortbreite. Durch die verbesserte Klangqualität
eignet sich das Effektgerät gut zum Produzieren. Dafür sprechen ebenso
die Optimierungen im Anschlussbereich. Schauen wir uns daher erst einmal die Rückseite
an.
Pioneer EFX-1000
Die Rückseite besteht aus den Anschlüssen für Strom, koaxialischem
SP/DIF In- und Out-, dem Fußpedal, symmetrische Stereo Klinkenein- und Ausgänge,
Stereo Cinchein- und Ausgänge, MIDI In und Out und dem EFX-Link. Letzter
ist ein spezieller Anschluss, um die neusten Modelle aus der DJ-Reihe von Pioneer
zu koppeln. So kann man zum Beispiel über das DJM-1000 das EFX-1000 fernsteuern.
Zudem hat man noch die Möglichkeit zwischen professionellem +4 dB- und semiprofessionellem
-10 dB-Pegel zu wählen. Eine bessere Möglichkeit an Anschlussmöglichkeiten
gibt es momentan kaum. Einzig allein der USB-Anschluss zur MIDI-Übertragung
fehlt noch. Diesen gibt’s vielleicht beim nächsten Modell?
Die Vorderseite besteht generell aus drei Bereichen, dem linken Beat-Effekt-Bereich,
dem rechten Digital Jog-Break-Bereich und dem oberen Einstell- und Pegelbereich.
Kommen wir als erstes zu den Einstellfunktionen. An den jeweiligen Rändern
sind die Ein- und Ausgangspegel verstellbar. Ebenso gibt’s einen Schalter,
mit dem man sich aussuchen kann, ob das Signal zuerst den Beat-Effekt-Bereich
oder den Digital Jog-Break-Bereich durchläuft. Sehr sinnvoll!
Weiterhin sind noch die MIDI-Einstellungen, wie MIDI-Master- und Slave, MIDI-Kanal
und MIDI-Snapshot, regelbar. Eine Bypass-Funktion ist ebenfalls vorhanden, die
zudem in Relais-Schaltung aufgebaut ist, heißt, dass das Signal direkt vom
Ein- zum Ausgang führt. Der Foot-Schalter regelt die Steuerung vom Fußpedal.
Zur Auswahl steht entweder die Steuerung des Beat-Effekt-Bereichs, des Digital
Jog-Break-Bereichs oder beides.
Zentral ist das Pegelmeter verbaut. Hier kann man sich aussuchen, ob nur der Input,
nur der Output oder beides angezeigt wird. Beim eigentlichen Pegel-Meter hat der
Hersteller nicht korrekt gearbeitet. Pioneer hat nämlich ein analoges Pegel-Meter
verbaut, obwohl das Effektgerät natürlich auf digitale Weise arbeitet.
Eigentlich müsste bei 0 dBfs Schluss sein, da kein Wandler Signale über
diese Grenze verarbeiten kann. In der Praxis muss man sich aber darum keine Sorgen
machen, wenn man bis maximal +7 dB aussteuert. Ab und zu dürfen in den Signalspitzen
+10 dB erreicht werden; mehr aber nicht, da sonst hörbare Verzerrungen wahrzunehmen
sind. Kommen wir nun zu den Effektbereichen.
BPM- & Pegel-Anzeige
Als erstes fällt auf, das der Hersteller gegenüber seinem letzten Modell
EFX-500 insgesamt nur vier Effekte mehr verbaut hat. Da hätte man angesichts
des hohen Anschaffungspreis mehr erwarten können.
Ebenso fällt auf, dass die Effektbenennung nicht mehr stimmt. Der Transformer
bietet beim EFX-1000 keine Tranform-Effekte mehr an. Stattdessen wird bei Einsatz
dieses Effektes das Panorama gewechselt. Beim Vorgänger, sowie dem Mixer
DJM 600, heißt dieser Effekt Auto Pan. Kommen wir zu den Effekten auf der
linken Seite.
Hier stehen Delay, Echo, Pitch Echo, Transformer, Flanger, Filter und Phaser zur
Auswahl. Alle Effekte klingen gut, für DJ-Effekte sogar sehr gut. Der Effekt
Pitch Echo ist meiner Meinung nicht so sinnvoll, da beim kombinierten Einsatz
von Echo und Zip ein ähnliches Ergebnis erreicht werden kann.
Von 1/8 bis 8/1
Zu jedem Effekt kann man sich aussuchen, welche Frequenzbänder verändert
werden. Höhen, Mitten und Tiefen können jeweils isoliert werden. Zudem
bietet das EFX-1000 zu jedem Effekt zwei Effekt-Charaktere an. Diese können
im Gegensatz zu anderen Effektgeräten auch als unterschiedliche Programme
angesehen werden. Zur Auswahl steht entweder Programm eins, zwei oder eine Mischung
aus beiden bereit. Ebenso vorhanden sind die Regulierung von Effektstärke
und dem Verhältnis zum Original- und Effektsignal.
Die Steuerung des Beat-Effekt-Bereichs fällt positiv auf. So hat man den
Steuerungsbereich vergrößert. Ging er beim Vorgänger nur von 1/4
bis 4/1 geht er nun von 1/8 bis 8/1. Zudem kann an sich weiterhin aussuchen, ob
man den Effekt automatisch oder manuell einstellt. Wählt man letzteres, geschieht
dies durch rhythmisches Drücken der TAP-Taste.
Effektauswahl
Die rechte Seite ist ähnlich strukturiert aufgebaut. Wie auf der linken Seite
ist oben in dieser Rubrik ein Display angezeigt, das alle nötigen Effektinformationen
wiedergibt. Einzig und allein die Effekte und die Steuerung über das große
Jog Wheel sind anders. Zur Auswahl stehen hier Jet, Wah, Phase Shifter, Ring,
Zip, Humanizer und Vocoder. Das Jog Wheel eignet sich hervorragend zur Steuerung
der Effekte. Das Beste ist aber, dass die Daten per MIDI ausgegeben und im Computer
weiter verarbeitet werden können. So dient das EFX-1000 auch als MIDI Controler.
Eine weitere Erneuerung ist die Jog Memory Play-Funktion, über welche man
die Bewegung des Jog Wheels speichern und einzeln oder als Loop wiedergeben kann.
Pluspunkt für Pioneer!
Die wichtigste Frage für alle Interessierten ist nun, ob man auf das EFX-500
oder EFX-1000 zurückgreifen soll. Diese Frage kann mal wieder nicht so einfach
beantwortet werden, da beide Geräte Vor- und Nachteile aufweisen. Großer
Vorteil vom EFX-500 ist der geringere Anschaffungspreises von ca. 350 €.
Zudem sind einige Effekte sehr ähnlich.
Output- & MIDI-Regler
Die Klangqualität und Effekt-Algorhythmen klingen beim EFX-1000 besser. Ob
man den Unterschied aber auf einer lauten Anlage im Club wahrnimmt, ist fraglich.
Benötigt man ein Effektgerät zum Auflegen und Produzieren, kommt das
EFX-1000 in Frage. Dies hat allerdings eine hohe UVP von 1000,- €, im Laden
zahlt man ca. 800,- €. Schaut man nun auf die Konkurrenz anderer Hersteller,
muss man wieder abschätzen, was man will. Sicherlich bieten andere Modelle
mehr Auswahl an Effekten an. Dafür klingen diese meist nicht so gut.
Nichts desto Trotz appelliere ich an den Hersteller, die Zahl der Effekte angesichts
der starken Konkurrenz zu vergrößern. Vielleicht gibt’s ja, wie
beim CDJ-1000, ein Update. Ein interessanter Effekt wäre zum Beispiel ein
gut klingender Kompressor. Ist dieser Standart mäßig beim Produzieren
vorhanden, habe ich bis Dato kein DJ-Mixer oder Effektgerät gesehen, der
einen guten Kompressor beinhaltet. So kann man einerseits noch ein bisschen mehr
Dampf im Club erzeugen und zudem Pegeldifferenzen beim Übergang ausgleichen.
Fazit Pioneer EFX-1000
Das EFX-1000 ist in vielen Hinsichten ein würdiger Nachfolger des EFX-500.
In Sachen Klangqualität und Anschlussmöglichkeiten hat Pioneer ganze
Arbeit geleistet. Es eignet sich sowohl für den DJ als auch für den
Produzenten. Der Preis von ca. 800,- € ist gerechtfertigt. Pioneer
EFX-1000 Homepage[2] Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net[3]
und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt. URL dieses Dokuments:
http://www.future-music.net/techreport/djtools/pioneer-efx1000/