Hersteller: Pioneer Produkt: Professioneller DJ CD-Player Preis: 1.250,- € Released: Juli 2003
Ein neuer CD-Player von Pioneer ist endlich am Start. Das wird für Furore
sorgen. Es kann eine Vinyl emulieren...
Pioneer, sound.vison.soul
MK2 - das ist das Stichwort. Alle Firmen versuchen diesem Gerät die Krone
abzujagen. Gemeint ist natürlich der Technics SL1200MK2. Nun werdet ihr euch
fragen, ob Pioneer in die Turntablefraktion übergestoßen ist. Dies
ist natürlich nicht der Fall. Die Japaner haben einen neune CD-Player. Man
kann jetzt der Auffassung sein, dass das Mischen mit CDs uncool ist. Man kann
natürlich auch meinen, dass das Mixen nicht so zu realisieren sei, wie bei
der guten alten Vinyl. Lasst euch gleich etwas gesagt sein – man kann!
Der CDJ-1000MK2 ist ein ziemlich großer CD-Player: auffällig ist seine
große Drehscheibe, die oben auf dem Gerät angebracht ist. Wir schieben
eine CD in rein und wollen mal checken, wie das so abgeht. Aus den Vorserien ist
man gewohnt, dass Pioneer gute, solide DJ-CD-Player baut. Was der Hersteller aber
nun erschaffen hat, ist etwas ganz anderes. Es stellt die CD-Player der davorigen
Generation völlig in den Schatten. Gemeint ist die naturgetreue Emulierung
eines Turntables.
Gesamtansicht Pioneer CDJ-1000 MK2
Es gibt zwei Arten, wie man mit dem Wundergeschoss mixen kann. Zum einen gibt’s
nämlich den Vinyl-Modus und zum anderen den CD-Modus. Der Vinyl-Modus kann
eine Schallplatte direkt nachemulieren. Dreht man an der großen Jog-Scheibe,
so scratcht man. Übt man leichten Druck auf die Scheibe, so hält die
Musik an. Die so genannten Stottereffekte sind somit zu realisieren. Ein Springen
der Nadel gibt’s hier natürlich nicht. Die Jog-Scheibe ist aber nochmals
unterteilt. Der untere Teil der Scheibe lässt sich getrennt bedienen. Dreht
man nämlich damit, so bremst die CD, wie bei einer Vinyl. Außerdem
kann man natürlich noch einstellen, wie stark die CD starten oder bremsen
soll. Dies kann jeweils über die kleinen Drehknöpfe oben rechts am Gerät
einstellen. Als geübter Scratch-Fetischist muss man sich ein bisschen Umgewöhnen.
Mit der Zeit kann man aber so einige Interessante Sachen anstellen. Natürlich
ist auch Backspinning, also das schnelle Zurückziehen der Platte, möglich.
Der Pitch reicht beim CDJ-1000MK2 von 0-100%. Man kann natürlich verschiedene
Funktionen einstellen. Der Pitchregler kann mit 6,10,16 und 100% eingestellt werden.
Somit hat man keine Probleme mehr die Stücke anzugleichen. Gleichzeitig hat
Pioneer, wie schon bei den davorigen CD-Playern, die Master-Tempo-Funkrion mit
eingebaut. Diese Funktion ist dafür verantwortlich, dass beim Pitchen kein
Micky Maus-Effekt entsteht, welcher beim hoch- oder runterpichen einer Vinyl immer
eintritt. Desweiteren gibt es bei der Mittelstellung des Pitchreglers keinen Widerstand
mehr. Somit ist das Angleichen um die 0-Prozentmarke auch kein Problem mehr. Will
man aber die CD ungepitcht abspielen, so ist dies mit der Tempo-Reset-Funktion
einstellbar.
Display
Kommen wir nun zum CD-Modus. Dieser läuft wie bei den anderen Pioneer-CD-Playern.
Hält man die CD an, so hört man die einzelnen Frames der CD. Eine Sekunde
besteht bei der CD aus 74 solcher Frames. Man kann somit den genauen Start- oder
Stoppunkt angeben. Die Loop-Funktion, welche in beiden Modis vorhanden ist, ist
ebenfalls darüber sehr gut zu steuern. Loopen kann man übrigens beim
Pioneer, wie man Lust hat. Alles ist hier möglich. Ein weiteres Bonbon ist
der Rückwärtsschalter. Betätigt man ihn, läuft die CD auf
einmal rückwärts. Vom Umschalten zum Vorwärts bzw. Rückwärtsmodus
bekommt man überhaupt nichts mit. Dies geschieht sofort!
Als richtig cooles Gimmick hat sich Pioneer die drei Sofort-Cue-Schalter ausgedacht.
Man kann nämlich drei unterschiedliche Punkte festlegen, bei denen die CD
sofort startet. Hat man einmal einen guten Cue bzw. Startpunkt festgelegt, so
kann man ihn über die drei Tasten oben links festlegen. Noch ist aber nicht
genug. Diese Punkte kann man nämlich auch noch auf einer Speicherkarte festhalten.
Geht man in den Club und findet dort den gleichen CD-Player vor, so muss man nur
noch seine Karte reinstecken und schon kann es losgehen. Die Cue-Startpunkte hat
man ja schon einmal bei sich Zuhause festgelegt.
Loopen..., Vinyl - oder CD-Modus
Über das Display kann man bei diesem CD-Player alles im Auge behalten. Hier
wird von CD-Text bis zur Zeit alles angezeigt, was man will. Man hat sogar die
Möglichkeit sich die BPM-Anzahl und die Stelle des Stücks anzeigen zulassen.
Die Anzeige des Liedes erfolgt hier über Striche. Bei einer Schallplatte
kann man natürlich noch mehr sehen. Hier kann man die Rillen sehen. Wenn
man den Aufbau der Rillen versteht, kann man sogar wissen was als nächstes
im Lied kommt. Bässe, Flächen, HiHats?
Dies alles ist natürlich nicht über einen CD-Player anzeigbar. Dafür
hat man aber die genaue Zeitanzeige. Der CD-Player bietet aber noch nicht genug.
So kann die gespielte und somit auch gescratchte Musik digital herausgegeben werden.
Was will man mehr? Sratcheffekte müssen somit bei einer Prodution nicht mehr
analog hinzugegeben werden. Wer also ein wenig diese Funktion übt, kann also
in seiner nächsten Produktion einiges damit anstellen. An all diejenigen
die ein Pioneer-Mischpult haben sei außerdem noch ein Glückwunsch abzugeben.
Sie kommen nämlich in den Genuss des Faderstarts. Bewegt man die Crossfader
beim Mischpult, so fängt das Lied an. Setzt man ihn wieder zurück, ist
das Stück wieder am Startpunkt. Somit kann man natürlich auch die coolen
Tansformer-Effekte hinzaubern.
Fazit Pioneer CDJ-1000 MK2
Negatives gibt’s beim CDJ-1000MK2 kaum zu berichten. Wenn Pioneer schon
so ein tolles Wunderstück baut, so hätte man die Auslauffunktion einer
Schallplatte verbessern können. Dies hört sich nämlich noch nicht
so toll an. Ob das große Jog-Drehrad die ganzen Scratch- und Cut- Funktionen
aushält, können wir leider nicht beantworten. Dafür muss man ein
solches Gerät schon etwas länger haben. Wir können nur hoffen,
dass Pioneer das Rad solide verbaut hat.
Kommen wir nun zum Preis. Für stolze 1250,- € ist das Teil nicht gerade
billig. Für die oben genannten Funktion ist der Preis aber durchaus gerechtfertigt.
Man sollte sich im einen darüber im Klaren sein: es gibt bei diesem CD-Player
kein Abrieb der Nadel, kein Verschleiß der Platte, kein Springen der Nadel
und man bleibt immer auf der digitalen Ebene. Ob man sich für den Batzen
Geld diesen CD-Player holt, muss jeder selber wissen. Für das Geld bekommt
man auf jeden Fall schon zwei gut Plattenspieler. Das Kürzel „MK2“
beim Modelnamen ist aber in jedem Fall gerechtfertigt. Pioneer hat fast die totale
Emulierung hinbekommen. Den Vinyljunkies wird es vielleicht nicht so recht sein.
Sie sollten aber mal auf jeden Fall ein Auge auf das Gerät werfen. Eines
kann Pioneer aber nicht realisieren. Wie Grandmaster Afrika Bambaataa schon meinte:
man muss die Musik anfassen können. Und das kann man nur mit einer Schallplatte!
Pioneer
CDJ-1000 MK2 Homepage[1] Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net[2]
und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt. URL dieses Dokuments:
http://www.future-music.net/techreport/djtools/pioneer-cdj1000mk2/