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Jazz Thieves - Tonko Stomp / Feelin' Easy (Pushin Wax Rec. 003)
Nach dem Erfolg mit "Keep on Pushin" und "Good Inside" auf Pushin 001 bringen sie auf dem aktuellen dritten Release zwei Tunes für den Sommer. "Tonka Stomp" zeichnet sich durch den 70er Jahre beeinflussten Gangsterfilm-Streicher aus, die sich zusammen mit funkigen Stabs fast durch den gesamten Track ziehen. Abwechslung bringt der der Break mit den schönen gefilterten Frauenvocals nach 3,5 Minuten. Insgesamt wirkt "Tonko Stomp" zu statisch... "Feeling Easy" auf der Flip gefällt besser. Die Drums variieren mit Percussions und die Strings und Brass-Sounds sind passend eingesetzt. Es ist Sommer!
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Kryptic Mindz & Leon Switch – Lost all Faith (DefCom 023 / 024 und CD)
Irgendwie ist es toll, mit anzusehen, wie sich die früher recht fragwürdigen Kryptic Minds und Leon Switch geändert und besonders: gesteigert haben. Das Label Defcom begann mit sinnlosem und schon 1000fach dagewesenem Amen- und Reese- Geprügel und glänzte meist durch schrottiges Mastering und höchst einfallslose Tunes. Jedoch konnte man bereits bei den letzten Releases feststellen, dass sie ihre Hausaufgaben in punkto Sound / Abmischung gemacht haben und zeitgleich auch musikalisch wesentlich reifer geworden sind. So wie es aussieht, katapultieren sie sich mit ihrer zweiten LP endgültig in den Olymp des geschmackvollen Drum´n´Bass. VOL 1 / DefCom 023: Der erste Track „Minor 9“ erinnert stark an Amit - ein stakkatoartiger Bass frisst sich hartnäckig durch bouncende Half-Time Beats und „The Forgotten“ dürfte so manchem Calyx- und Teebee- Fan eine wahre Freude sein. Zum Einsatz im Club dürften allerdings hauptsächlich die beiden anderen Tunes kommen: der „After Life VIP“ Mix erinnert an den frühen Matrix - und an die Zeiten, in denen Neurofunk tatsächlich noch Funk hatte. Diverse midrangelastige Bass-Sounds morphen durch frische, kristallklare und minimale Beats und erzeugen einen nie enden wollenden Groove. Das letzte Stück „Dark Flower Remedy“ hat ebenfalls Neuro-Anleihen, findet jedoch durch das soulige Vocal und die rollenden Beats seine Fans sicherlich eher im D-Bridge / Calibre Lager. VOL 2 / DefCom 024: „Dimensions“ betört einen zunächst mit einem atmosphärischen Intro, aber sobald man sich in Sicherheit wiegt, bohrt sich eine gewaltige Midrange-Bassline ins Gehirn, die mit leichtfüßigen und rollenden Beats unterlegt ist. „Road less travelled“ ist ein sehr zurückhaltender Track mit orientalisch anmutenden Soundscapes und auch „Ocean Blue“ gehört mit seinen komplexen Beats und Jazz-Samples eher in die Listening-Ecke. „Lost all Faith VIP“ dagegen ist wieder ein Neurofunk Roller der Extraklasse: ähnlich wie bei „Afterlife VIP“ handelt es sich um perfekt konstruierten Neurofunk, der garantiert in jedem Club ein absolutes Chaos anrichtet. Fazit: ungeheuer vielseitig und interessant. Tip!
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Icicle & Nymfo – Shadows of Tomorrow / Unbreakable (Critical 028)
Der Holländer Icicle ist gewiss so etwas wie der Mann der Stunde. Zusammen mit Partner Nymfo schafft er zwei perfekt konstruierte, dubbige Roller mit minimalen Beats und simplen, aber effektiven Sub-Bässen, die sich als Mixing-Tools in nahezu jedes Set perfekt einfügen. "Shadows of Tomorrow" ist beinahe eine Hommage an alte DJ Die Tunes – man muss unweigerlich an Klassiker wie "Special Treat" denken. Auf der B-Seite zeigen sie Jonny L, wie es sich anhören würde, wenn er heutzutage noch gute Tracks produzieren würde. Scharfe Percussions ätzen sich durch eine abfallende Dub-Bassline und der stakkato-artige Beat entwickelt einen ganz eigenen Groove. Diese Tunes funktionieren sicherlich nur auf einer guten und sehr lauten Club-Anlage, also passt gut auf, wenn ihr die Tunes im Plattenladen eures Vertrauens checkt!
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Atlantic Connection & Mathematics – Let it burn / The Johnsons (C.I.A. Deep Kut 002)
America´s finest mit einer Kollaboration, die es in sich hat! Die A-Seite bietet den gewohnten Mathematics Qualitäts-Standard, heißt: ein dubbiger Roller mit fetten Beats, tollen Samples und einem DJ-freundlichen Arrangement. Business as usual auf hohem Niveau. Das wirkliche Highlight befindet sich allerdings auf der B-Seite: ein Disco-Sample unterlegt mit subtilen Streichern, Vocal-Snippets und kurz eingespielte dreckige Bass-Sounds fusionieren mit einem rollendem Amen-Loop zu einem souligen Tune der Extraklasse. Seit 3AM von Marcus Intalex konnte kein Tune dieser Spielart so überzeugen. Zu dieser Musik fährt Shaft mit geöffnetem Verdeck in den Sonnenuntergang… BIG Tune!
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Phace / Catacomb - Crocker / The Zodiac (Syndrome Audio 004)
Boh! Eins steht fest: das einzige, was man den ausgebrannten Legenden Ed Rush und Optical heute noch hoch anrechnen kann, ist, dass sie so begnadete Producer wie Phace maßgeblich beeinflusst haben. Crocker bounced in guter alter Virus Manier und ist ein technoider Drum´n´Bass Track wie aus dem Bilderbuch. Abgehackte Subbässe massieren einem die Magengrube und schroffe Midrange-Sounds injizieren den Funk in die perfekt konstruierten Beats. Die Jungs von Catacomb beweisen auf der B-Seite, dass es in Kanada auch noch etwas anderes als Ragga-Jungle gibt und releasen ihren bis dato besten Track. Wer Break, Virus Recordings oder Quarantine mag, wird großen Gefallen an diesem Release finden. Syndrome kann zwar bisher nur auf vier Releases zurückblicken, der Qualitätsstandard ist jedoch gigantisch. Auf dieses Label sollte man achten!
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Various Artists – Treasures of the Deep VOL 2 (Fokuz LP)
Der zweite Review in kurzer Zeit – und das zu Recht! Diese LP ist mit Abstand die beste Compilation, die in letzter Zeit erschienen ist. Natürlich werden nicht Allen alle Tracks gefallen – aber der Qualitätsstandard ist herausragend, der Name ist Programm. Von treibenden, deepen Bassmonstern von z.B. Mathematics (USA) und Mindscape (Ungarn) über minimal-jazzige Liquid-Perlen von z.B. Zyon Base (UK) bis zu Bass-orientierten Mix-Tools von z.B. Icicle (NL) vereint diese LP alles, was momentan das Herz eines jeden anspruchsvollen Drum´n´Bass Hörers höher schlagen lässt. Alle Soul:R, Hospital, Calibre Fans aufgepasst – mindestens 5 Hits auf 4 Platten = Pflichtkauf!
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Chase & Status – Dumpling Riddim / Disco (Ram 064)
Der nächste Release aus der beständigen Rave-Hymnen Schmiede Ram Records besticht in erster Linie durch seinen witzigen Namen: wer wollte nicht schon immer mal den Knödel-Rhythmus auf seiner Party hören! Das vielseitige Chase & Status Duo bietet einen soliden Raggamuffin Tune im Stile ihres sehr erfolgreichen Duppy Man Remixes, welcher vor knapp 1.5 Jahren auf Breakbeat Kaos erschienen ist. Der Tune dürfte also auch für die Dancehall- und Grime- Liebhaber interessant sein! Leider - und das ist für Ram Records wirklich ungewöhnlich - macht die Abmischung einen eher unausgeglichenen Eindruck, was aber wahrscheinlich auf den Mega-PAs der großen Raves nicht wirklich auffällt. Die B-Seite „Disco“ ist leider nichts anderes als ein billiger Pendulum-Klon und weiß überhaupt nicht zu überzeugen. Eigentlich gute Tunes, aber auf Ram erwartet man definitiv mehr!
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Mistical – The Eleventh Hour LP (Soul:R)
Hinter Mistical verbergen sich drei der angesagtesten und zukunftsweisendsten Producer aus der Drum´n´Bass Welt, nämlich Marcus Intalex, ST Files und Calibre. Wo andere Producer nur noch sich selbst und andere kopieren, sind die drei jederzeit bedacht, neue und eigene Wege zu gehen. Das ihnen eine stetige Weiterentwicklung ihres Sounds und eine größere Verbreitung von Drum´n´Bass abseits pubertierender englischer Hooligans am Herzen liegt, sieht man unter anderem auch daran, dass John Tejada und Underground Resistance kürzlich einen Remix-Auftrag für zwei Perlen aus dem genialen Soul:R Back-Katalog bekamen. Die neue LP der drei besticht durch einen eher minimal gehaltenen Sound, der ihre Einflüsse von Detroit Techno bis Funkadelic spielerisch in die hohe Geschwindigkeit der pulsierenden Drum´n´Bass Rhythmen einarbeitet. Für einige ihrer Stücke konnten die drei fantastische Vocalists gewinnen, so sind auf der CD neben House-Legende Robert Owens auch Reggae-Altmeister Ras T-Weed (u.a. bekannt von Kruder & Dorfmeister´s Label G-Stone), Soul-Diva Diane Charlemagne sowie MC DRS vertreten. Ein rundum gelungenes Album für Drum´n´Bass Headz und solche, die es werden wollen!
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Greg Packer – Dancehall Queen / Lady in my Life (Shout 014)
Das Dancehall-Bootleg Label von Nu Urban Music hat zwar schon einige wenige großartige Tunes veröffentlicht, glänzt aber insgesamt durch beständiges Mittelmaß. Eine Ausnahme ist durchaus das neue Release von Greg Packer. Dancehall Queen ist ein smoother Roots-Rocker, der mit seinen rollenden Beats und seinen sweeten Vocals ein Lächeln auf die Gesichter der Tanzenden zaubert. Eine gut abgemischte Platte, die soundtechnisch die allseits beliebten Visionary Releases in den Schatten stellt. Die Rückseite bootlegged ein Bootleg: Lady in my Life war ursprünglich ein Michael Jackson Klassiker, der in den 80ern bereits als Reggae-Version die Soundclashs auf Jamaica und der ganzen Welt aufmischte. Dieser Tune ist nichts wirklich besonderes und lebt hauptsächlich vom Sample, aber: er funktioniert.
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J-Cut / Electrosoul System - The Beginning / Come Around (Fokuz 026)
Endlich! „The Beginning“ von J-Cut, einem der ganz großen Talente aus der Domstadt Köln, befindet sich schon seit über einem Jahr in meinem CD Case und verursachte bisher überall Gänsehaut-Feeling vom Feinsten. Ein verträumter Gitarrenlick und ein ätherisches Vocal harmonieren auf wunderbare Weise mit einer weichen Reese-Bassline, die mal mehr, mal weniger in den Vordergrund tritt. DIE Platte für den Sonnenaufgang! Auf der B-Seite befindet sich einer der bisher wohl ausgereiftesten Tracks von Electrosoul System aus Russland. Voluminöse Beats, eine jazzige Bassline und ein tolles, souliges Männer-Vocal fusionieren hier zu einem loungigen Hit. Checken!
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