URL: http://www.future-music.net/stage/recordreviews/2/ Zurück zur normalen Ansicht

Record Reviews & Rezensionen


v.a. - New Blood 011 (Medschool)

Wenn ein System krank wird, braucht es häufig frisches Blut. Der Drum-and-Bass-Organismus ist zur Zeit gesundheitlich nicht angegriff en. Alle Organe der Breakbeat-Kreatur funktionieren tadellos. Die lebenswichtigen Elemente dieses Basskörpers: Ein quicklebendiges Partyleben und eine Vielzahl an unterschiedlichen und hochwertigen Veröffentlichungen.

Hospital schickt trotzdem wieder ein paar frische Künstler direkt aus der Dialyse in die Tonstudios um den Corpus mit neuem Material zu versorgen. Die Auswirkungen sind durchweg positiv. Auf zwölf Liedern beweisen New Blood´s wie Lung, Flame, Sato und Anile, dass Medikamente für die Tanzfläche nicht immer nach dem Rezept der Schulmedizin hergestellt werden müssen.

Von Rawtekk wird nach langer Zeit des Wartens endlich die Gänsehaut-Nummer „Snowflakes“ releast. Eleven8 füllt die Gefäße mit temperamentvollem Dubstep und Subreachers, Bulp und Furi Anga pumpen minimale Beats bei variablem Tempo in die Venen.

Das Herz freut sich über das zusätzliche Elixier und zeigt keinerlei negative Nebenwirkungen.


Bewertung: 8 von 10
(OL, 09.2011)
S.P.Y. - Stormtrooper / Fields of Joy (Critical 04)

Neben Camo & Krooked ist derzeit wohl S.P.Y. der Produzent mit dem größten Output. Seine Tracks erscheinen auf jedem erdenklichem Label und decken so ziemlich alle Sparten von Drum and Bass ab die es gibt. Der Sprung zur Belanglosigkeit ist deshalb gar nicht so groß, doch S.P.Y. scheint ihn zu meistern. Sowohl „Stormtrooper“ als auch „Fields Of Joy“ bestechen durch ihren düstere aber dennoch tanzbare Atmosphäre. Beide Tracks scheinen große Anlehnungen an die 98er und 99er Tech-Step Jahre zu haben, welche durch dreckigen Midrange Sound und eine starke Dunkelheit bestachen.

Was können wir wohl als nächstes von dem Brazilianer erwarten, Drumstep á la Hazard?
Bewertung: 0 von 10
(FS, 02.2011)
Squarepusher pres. Shobaleader One - D'emonstrator (WARP)

Im Pressetext für sein letztes Album “Just A Souvenir” hatte Squarepusher von einem Traum erzählt, in dem er eine Band gesehen hat, die man mit der verrückten Alien-Combo aus der „Mos Isley Bar“ von „Star Wars“ vergleichen könnte. Im Pressetext zu seinem neuen Album „d´Demonstrator“ erzählt Thomas Jenkinson, dass ihn aufgrund der letzten Info einige Musiker angesprochen haben, mit denen er das Projekt jetzt realisiert habe. Ob die Geschichte ein PR-Gag ist oder nicht, können wir mit Bestimmtheit nicht sagen, dass dieses Album eines seiner Durchschnittlichsten ist schon.

Ich bin ein großer Fan des britischen Drill and Bass Musikers und verfolge seine Karriere seit 15 Jahren. Der Sound auf dem neuen Album besteht aus Electro Funk, Jazz-Rock, Space Pop und Fahrstuhl-Ambiente. Über jedem Lied liegt eine Vocoder-Stimme, was schnell nervt. Dafür hört man weniger Basslines und komplexe Tonartmodulationen des virtuosen Musikers. Die Synthesizerklänge drängen in den Vordergrund und die experimentellen Stilmittel in den Hintergrund. Das letzte Lied auf der CD fällt als elektronische Metall-Nummer völlig aus dem Rahmen. Der Mr. Oizo Remix kann auch nichts mehr retten.

Für das nächste Album wünsche ich mir wieder mehr Eklektizismus.


Bewertung: 5 von 10
(RN, 02.2011)
Camo & Krooked - Climax / Reincarnation (Hospital)

Die beiden Produzenten aus Österreich haben einen Output, wie zuletzt Dillinja Mitte der 90er. Und dabei halten sie das Niveau unglaublich hoch. Auch auf ihrer neuen 12" stehen die Zeichen weiterhin auf Elektrosound.

Auf beiden Seiten findet sich absolutes Primetime-Material. Klassische Build-Ups gefolgt von Drops aus schwindelerregender Höhe. Pflicht!
Bewertung: 9 von 10
(CS, 11.2010)
Rockwell - My War / Full Circle (Shogun Audio)

Rockwell hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft einen frischen Sound in die Szene zu bringen. Seine originellen Releases auf Digital Soundboy, Critical und Shogun werden von unterschiedlichen DJs wie Andy C, Spectrasoul, Alix Perez, Shy FX und Noisia gespielt. Seine Soloinstrumente sind enorm scharf und druckvoll abgemischt. Jedes Arrangement ist im Kleinen, wie im Großen gnadenlos detailliert und die Summe hört sich brillant futuristisch an. „My War“ drängt mit einem Rhythmus bildenden Bass, auf Tanzflächen mit hartem Sound. Bei „Full Circle“ ist der Focus auf die mathematische Struktur gelegt wurden.
Bewertung: 8 von 10
(OL, 10.2010)
Fresh - Kryptone LP (Breakbeat Kaos)

Das warten hat ein Ende, endlich gibt es das neue Album von Superman DJ Fresh zu bestaunen. „Heavyweight“ und „Hypercaine“ sind schon länger bekannt. Dazu finden sich acht neue Tracks auf dem Longplayer. Mit „Chacruna“ und „Fight“ haben es zwei gute Dubstep Tracks auf das Album geschafft. „Lassitude“ und „Starfall“ haben modern klingende Beats mit leichtem Elektroeinschlag, Video-Game-Feeling und poppigem Gesang. „Golddust“ war so Massenkompatibel, dass das Original plus sieben Remixe auf Ministry Of Sound veröffentlicht wurde. „Talkbox“ und „Acid Rain“ sind gute Partystomper. „Kryptonite“ fällt völlig aus dem Rahmen. Der Titeltrack überzeugt mit einem völlig schrägen, minimalen Beat und wirren Elektromelodien.
Bewertung: 9 von 10
(KA, 10.2010)
Subz & Matik - Low Pressure Area (Basswerk)

Wie der Titel des Albums bereits vermuten lässt, lassen die beiden Kieler Produzenten es langsam angehen. Entspannte Subbässe, Hall und Echo sorgen für einen dubbigen Grundsound. Teilweise funktioniert das ganz gut, wie beim Opener "Could we be wrong" oder dem gemeinsam mit Labelboss TGM produzierten "Kyoto Pressure". Stücke wie "Bricktop" oder "Dark Dub" hätten für meinen Geschmack ein trockeneres Klangbild vertragen können.

Mein persönlicher Favorit ist "Inner Strength" mit seinem erfrischend minimalistischen Arrangement. Wie die Vinylauskopplung "Bright Lights" kommt auch dieses feine Stück ohne die etwas überhörten (weil) klassischen Loops aus. Freunde des alten Callibre-Sounds werden dennoch ihre helle Freude mit dem Album haben.
Bewertung: 8 von 10
(CS, 09.2010)
Timecode-Audio - Acid People/Well Wicked [A New Dawn/004]

Genau, das kann man noch mal klar formulieren, wieviel Technogeschichte heutzutage in vielen Drum and Bass Tracks steckt. Timecode-Audio machen das hier und klären gleich, wie nebenbei auch noch Acid mit Ragga zusammenhängt. Zischelnd und grausam, dubbig und cool, geradeaus und dennoch breakig, mit einem Hang zu Sägezahnhitsounds.

„Well Wicked“ geht dann mehr auf die coolere, mit Pianostakkato verhangene Seite von Drum and Bass Rollern und integriert Oldschoolvocalschnipsel in eine etwas zu aufgeblasene Bassline. Dennoch sehr gut, weil auch hier diese zerrigen Synthsounds über dem Ganzen hängen wie eine psychedelische Drohung. Strange aber intensiv.


Bewertung: 9 von 10
(Bleed, 06.2010)
Sabre- A Wandering Journal (Critical)

Das neue Album von Seba ist weitaus mehr als eine gute LP. „A Wandering Journal“ ist ein Kunstprojekt, eine Reise im mehrfachen Sinne des Wortes. Die Musikstücke auf dem Album vertonen eine fiktive Reise. Entsprechend der Dramatik des Reiseverlaufs gibt es bestimmte „Audiodokumentationen“ wie Strassengeräusche, spannungserzeugende Ambientflächen, Radiointerviews mit den Überlebenden des Fluges und vieles mehr zu hören. Ich will nicht zu viel von der Geschichte vorwegnehmen. Es gibt aber nicht nur die von mir genannten 15 Tracks mit Namen wie: „Day One“, „Quaters“, „Escapade“ und „Havens Verge“, sondern 55 Schwarz-Weiß Bilder die zusätzlich die Reise veranschaulichen.

Es gibt auch noch eine zweite CD, auf der Sabre mit verschieden Freunden wie Noisia, Icicle, Stray, Rockwell und Alix Perez Club Remixe von dem Kunstprojekt „A Wandering Journal“ produziert hat.

Wer Lust auf ein bisschen mehr hat, sollte sich die Zeit nehmen und sich auf die Reise begeben!
Bewertung: 9 von 10
(RN, 05.2010)
Breakage - Foundation (Digital Soundboy)

Breakage ist ein Künstler, der schon immer unabhängig von allen Trends seine Musik produziert hat. Seine Drum and Bass Sets haben mich nie begeistert, da er in den letzten Jahren immer mehr dazu geneigt war, unbekannte Jungle Scheiben zu droppen, die niemanden aus dem Hocker gerissen haben. Seine Dubstep Sets und Produktionen hingegen berühren mich vom ersten Ton an. Kurz nach dem Release von seinem ersten Album vor vier Jahren, hat er einen Vertrag auf Shy FX´s Label Digital Soundboy unterschrieben.

Sein neues Album bewegt sich auch dementsprechend zwischen Old School Jungle, Dubstep und intensiven Reggae Einfl üssen. Alleine die Liste der Features mit dem englischen Reggae Veteranen David Rodigan, dem genialen britischen Hip Hop MC Roots Manuva, Zarif, Kemo, Burial und vielen mehr zeigt, dass auf dem Album eine große musikalische Bandbreite zu erwarten ist. Alle Beats, die sich über der 140 bpm Grenze befi nden, haben den typischen Breakage Old School Touch. Zu meiner persönlichen Verwunderung gefallen mir genau diese Lieder am besten, witzigerweise ist „Old Skool Ting“ sogar mein Lieblingslied von dem Album.

Die Dubstep Tracks sind alle recht unterschiedlich, vom wobbeligen Roller über ambientlastige Soundeskapaden ist alles vertreten. Als gemeinsamen Nenner finden sich auf nahezu allen Tracks Vocalparts von verschiedenen Künstlern. Mir persönlich fehlt der gewisse Pep um „Foundation“ in Albumlänge genießen zu können.
Bewertung: 9 von 10
(RN, 05.2010)
Zurück [1]  1 [1] 2 3 [2] 4 [3] 5 [4] 6 [5] 7 [6]  Weiter [2]


URL dieses Dokuments:
   http://www.future-music.net/stage/recordreviews/2/

Links:
   [1] http://www.future-music.net/stage/recordreviews/
   [2] http://www.future-music.net/stage/recordreviews/3/
   [3] http://www.future-music.net/stage/recordreviews/4/
   [4] http://www.future-music.net/stage/recordreviews/5/
   [5] http://www.future-music.net/stage/recordreviews/6/
   [6] http://www.future-music.net/stage/recordreviews/7/



© 1995-2017 Future & www.future-music.net