URL: http://www.future-music.net/stage/interviews/shy-fx/ Zurück zur normalen Ansicht

Shy FX, SOUR und Ragga


Wann hast du angefangen Platten zu machen?

Shy FX: Das ist natürlich schon etwas länger her, aber es war alles nur auf Dubplate und so, seitdem ich sechzehn war. Aber im letzten Jahr ist es dann eigentlich richtig losgegangen, erst ein Whitelabel und dann die Platten auf SOUR. Jetzt bin ich neunzehn. Bis dahin habe ich viel als DJ gemacht.

Wie kam die Verbindung mit SOUR zustande?

Shy FX: Oh, ich habe meine Tracks hier im Studio aufgenommen und sie haben ihnen einfach gefallen.

Hättest du einen Namen für deinen Stil ?

Shy FX: Schwer zu sagen, Jungle natürlich, aber welcher? Sehr schnell, alles was man will, kann man Jungle nennen. Aber Jungle ist Jungle und Hardcore ist Hardcore.

Wo siehst du den Unterschied?

Shy FX: Der ist nicht unbedingt in den Raggasamples. Es sind viel mehr die Beats und der Sound und vor allem die Raggabassline. Es ist schwer zu sagen, das klingt einfach anders. Die Drums sind einfach anders.

Woher kommst du? Was ist dein Background, wie bist du aufgewachsen?`

Shy FX: Wie ich aufgewachsen bin? Oh, na auf jeden Fall komme ich von einem starken Reggea-Background, das ist auch was in Jungle passiert. Ich habe vorher auch Reggea produziert. Deshalb ist es für mich auch nicht ungewöhnlich mit Vocalisten zu arbeiten. Und aufgewachsen bin ich halt in Ostlondon, wahrscheinlich ganz typisch.

Magst du lieber Gunshot oder Apache als Vocalist?

Shy FX: Oh, Apache ist sehr sehr gut, du weißt was ich meine. Aber mir gefällt tatsächlich Gunshot etwas besser, der ist ruffer, und der Rhythmus von Gangsta ist auch einfach etwas besser. Viele Leute denken jetzt, wenn der MC gut ist, dann ist alles in Ord-nung. Aber das ist vollkommener Unsinn. Das ist die Mischung. Gangster Two hat ja auch gar kein Chatting mehr drauf. Jungle ohne Vocals gibt es doch schon seit Urzeiten, und warum sollte jetzt alles Vocals haben?

Gibt es Stories hinter den Tracks?

Shy FX: Ja, Gangster gab es, weil ich die Voices von London haben wollte. Ich wollte allen klar machen, daß es von London kommt, und das ist wohl auch der Sinn bei Apache.

Warum glaubst du kommt einfach alles aus London?

Shy FX: Keine Ahnung. Es hat sich einfach so entwickelt. Jeder mag halt spezielle Teile, es gibt Raregroove-jungle, Swingbeatjungle, Hiphop- jungle, Jazzjungle, Drum & Bass, was ich nicht unbedingt Jungle nennen würde, weil Jungle ist ja auch schneller, vor allem anders.

Wer hat dich beeinflußt?

Shy FX: Potential Bad Boy, Rude-Boy, ruff Programmer und außerhalb von Jungle Leute wie Dillinja, die machen es.

Wie kamst du von der Raggaszene in die Jungleszene.

Shy FX: Ich muß es wohl einfach irgendwann gehört haben und es hat mir gefallen. Das ist schon lange her. Wahrscheinlich waren es Raves, die mich dazu gebracht haben, es selber auch einmal zu versuchen. Und dann war ich schon drin. Wenn man einmal in der Szene ist, dann kennt man auch schnell jeden, weil es hier alles sehr nah ist. Aber die Jungle-Szene explodiert, das ist ein Monster.

Glaubst du, daß es noch mehr Ärger geben wird?

Shy FX: Leider ja. Es gibt da ein paar Leute, die können es einfach nicht lassen. Aber ich sollte lieber meinen Mund halten. Manche Leute haben aber ein Recht, sauer zu sein. Die nämlich, die vom ersten Tag an dabei sind, Leute wie Five OM, Navigator und so weiter. Leute, die damals gesagt haben, daß es verteufelte Musik ist, die hüpfen jetzt auf den fahrenden Zug. Sollen sie ruhig machen, aber wir kennen alle, die dabei waren und die nicht dabei waren. Uns bringt nichts ausein-ander.

Das Interview erschien im November 1994 im Frontpage Magazin und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt. Thanks to Jürgen Laarmann!

URL dieses Dokuments:
   http://www.future-music.net/stage/interviews/shy-fx/


© 1995-2017 Future & www.future-music.net