URL: http://www.future-music.net/stage/interviews/dillinja/ Zurück zur normalen Ansicht

Dillinja - the bass explorer


Goldie (mit dem Dillinja bei dessen Timeless Album zusammen arbeitete) bezeichnete ihn als "Bass explorer" und von anderen Zeitgenossen wird er unbestritten als Meister der Drums und Bässe gesehen.

Seit seinem ersten Release auf Pete Tong's FFRR Label vor mehr als 4 Jahren, blieb sich Dillinja (richtiger Name Karl Francis) selbst treu. Mit dem jetzt erschienenen Debütalbum geht Dillinja einen Schritt zurück, weg von den Majors, hin zu seinen Wurzeln: In einer Fabrikhalle hat er sein Studio und Equipment stehen, managet von dort aus seine Labels "Valve" und "Test" und bastelt an einem Sound System. Kingsley Marshall traf Dillinja um mit ihm über Musik, Medien und Management zu reden.


Das erste Album ('Cybotron') als Teil Deines Major Deals steht endlich in den Regalen - warum hat das so lange gedauert?

Dillinja: Das hatte verschiedene Gründe... Der westentlichste war die fehlende Kommunikation zwischen mir, meinem Manager und dem Label. Jeder ließ mich irgendwie hängen und so wusste ich nichts... auch, ob ich nun Singles veröffentlichen konnte oder nicht.

Kannst Du das Konzept das hinter 'Cybotron' steht erkären?

Dillinja: Eigentlich unterzeichnete ich 2 Verträge bei London Records, wobei 'Cybotron' als Dancefloor Projekt gedacht ist - something for the DJ's you know?

Was glaubst Du macht den typischen Dillinja Sound aus?

Dillinja: Wenn es so was überhaupt gibt, dann sind es die Beats. Alle auf dem Album verwendeten Beats sind meine eigenen, ich habe keine Beats von anderen Leute ge-sampled. Die Mehrheit der Drum'n'Bass Producer nutzen alte Funk Breaks aus den 70ern oder so. Aber ich fand vor ein paar Jahren heraus, dass ich Tage in meinem Studio verbringen konnte und an den EQ rumschrauben konnte ohne dabei das volle Potenzial wirklich auszureizen. Mein Ziel war es einen besseren Sound zu produzieren, der aber noch 'organic and raw' war, indem ich beim Abnehmen meines Drum Kits mehr Mikrophone einsetzte.

Du sagtest, Du hast zwei Deals. Was unterscheidet den einen vom anderen?

Dillinja: Das 'Cybotron' Album ist von beiden eigentlich das zweite und sollte ursprünglich auch nicht als 'Dillinja'-Album erscheinen.
Für das erste Album sollte ich einen ganzen Batzen Geld von einer anderen Seite bekommen, um die an dem Projekt beteiligten Artists zu bezahlen. Das lässt aber noch auf sich warten und so ist bisher, abgesehen von ein paar Beats, nicht viel gemacht worden. Nachdem ich jetzt mit Pete (Tong) gesprochen und ihm meine genauen Vorstellungen erklärt hatte, scheint er demgegenüber ganz aufgeschlossen zu sein. Wir werden sehen wie es weitergeht...

Eine recht entmutigende Erfahrung ...

Dillinja: Das einzige was mich dabei ärgerte war die Tatsache, dass einige gebrannten CD's mit halbfertigen Tracks oder nur Ideen von Tracks in den Umlauf kamen und sich DJ's davon Dubplates schneiden ließen. Ich bin nun soweit alles selbst machen zu wollen, mein Business am laufen zu halten und dafür die Verantwortung zu tragen. Wenn etwas spät herauskommt, dann ist das mein Fehler; ich muss niemanden anrufen und mich bei ihm beschweren.

Was hat es mit dem 'Valve Sound System' auf sich?

Dillinja: Eigentlich wollte ich das schon eine ganze Weil machen. Bevor ich jetzt als Resident in 'Fabric' anfing, hatte ich ca. 1 Jahr nicht mehr hinter Turntables als DJ gestanden, weil es oft vorkam, dass sich die Platten die ich auf der Anlage spielte schrecklich anhörten. Und dass nur, weil die Anlage eher für 'punchy house sounds' ausgelegt war. So kam ich auf den Gedanken meine eigene Anlage zu bauen und dorthin mit hinzunehmen wo ich auflege... wieder diese 18" Kästen, die die Bassline so warm klingen lassen und zu meiner Musik passen.

Wie haben die Leute darauf reagiert?

Dillinja: Die Promoter waren begeistert! Jeder findet es beeindruckend, dass ich das mache. Obwohl es im Dub Bereich schon seit Jahren gang und gebe ist, bin ich der erste, der so was auch in der Drum & Bass Szene probiert. Ich habe gerade mit jemanden darüber gesprochen, das ganze Sound System einzupacken und damit zur nächsten Music Conference nach Miami zu fliegen.

O.k., was sind Deine weiteren Pläne?

Dillinja: Ich habe gerade mein Appartement verkauft und mir eine Industriehalle gekauft, in die ich jetzt auch mein Studio reinbauen werde. Kevin (Lemon D) hat nun auch sein Album fertig... und dann wollen wir uns auf unsere Labels konzentrieren, damit die am laufen bleiben. Ich habe für mein Label "Test" noch etwas in der Schublade und auf "Valve" stehen auch mehrere Releases u.a. von Danny C. und Kevin an, bevor dann im Herbst ein Album erscheinen wird. Wir haben auch ein neues Label namens "Treshold" für langsamere Sachen an den Start gebracht. Leute wie Jekyll and Hyde - aber später auch wir - werden darauf veröffentlichen.
"People are calling it garage for me it sounds like drum & bass at 130 bpm!"

Thanks to Dillinja & Kingsley Marshall

URL dieses Dokuments:
   http://www.future-music.net/stage/interviews/dillinja/


© 1995-2017 Future & www.future-music.net