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Andy C - aus dem Tal des Schattens


Hornchurch's Ram Records schaffte es seit der Gründung 1992 eigentlich immer, einen Schritt weiter zu sein als andere Labels.

'Valley Of The Shadows', obwohl schon mehrere Jahre alt, wurde aufgrund der hohen Nachfrage neu gepresst und neu arrangiert. Mit dieser Platte begann für Ram Records der Wandel von Darkside zu dem nicht leicht zu beschreibenden, typischen Ram Sound.

Kingsley Marshall sprach mit Andy C über den Erfolg von Ram und die 'Sound In Motion' LP.


Obwohl Drum'n Bass sich ja tendenziell sehr schnell weiter entwickelt, blieb Ram über all die Jahre immer vorne mit dabei und konnte die Zahl der verkauften Platten ständig erhöhen. Warum glaubst Du ist das so?

Andy C: Das wichtigste für uns ist, dass wir etwas tun das uns Spass macht und an das wir glauben. Der Zwang immer up-to-date zu sein, ergibt sich bei mir aus meinem Job als DJ. Ich denke, weil ich jedes Wochenende on tour bin und Zugang zu den aktuellsten Dubplates habe, macht es leicht für mich die neusten und aktuellsten Trends wahr zu nehmen.

Wenn man nicht ständig unterwegs ist, ist es auch ziemlich schwer zukunftsweisende Tunes zu machen. Obwohl Ant (Miles) z. B. die Fähigkeit hat....Es gibt Leute die können das. Dazu braucht man aber ein unglaubliches Talent.

Du hattest in den letzten Jahren phänomenale Erfolge mit Ram Records. Wie unterscheidet sich Eure Musik von der Musik der anderen etablierten Labels?

Andy C: Wir verzichten eigentlich darauf unsere Musik zu beschreiben. Das wollen wir lieber den Zuhörern überlassen.

Ich würde nicht unbedingt sagen, dass unsere Musik sich bewusst unterscheidet. Den Unterschied, den man vielleicht hört, kommt von unserer Art zu produzieren. Jeder hat seine eigenen Wege die er beim Schreiben von Musik und Einsetzen seines Equipments geht. Bei uns entsteht daraus eben der Ram Sound.

Du hast mal gesagt, dass Eure Musik einen Science-Fiction Touch haben soll. Das wurde dann auch von vielen anderen Producern so gemacht. Warum hat Drum'n Bass so eine Faszination von und für 'Future'?

Andy C: Ich selbst bin mit sehr vielen Science Fiction Filmen aufgewachsen. Mitte der 80er kamen eine Unmenge diese Filme raus und sie haben bestimmt viele Leute beeinflusst. Wir fanden die Idee des Zusammenspiels zwischen Ram und Zukunft immer gut. Diese Filme über die Zukunft haben uns immer beeinflusst.

Diese 'Future' Geschichte kommt aber auch daher, weil viele Producer 'cutting edge' in Bezug auf das Produzieren und deren Technik sind. Der technische Aspekt ist der wichtigste Teil der Musik. Leute probieren neue Techniken und schauen, was mit dem neuen Equipment alles möglich ist.

Ich denke, dass es in diesem Genre gerade das interessante ist, Sounds zu verändern und einzigartig klingen zu lassen und nicht den gleicher Sound immer wieder zu generieren. Dadurch werden die Producer auch wieder mehr in die musikalische Seite mit einbezogen. Heute sieht man technisch anspruchsvolle Programmierungen mit neuartigen Sounds, die in den Arrangements einen guten Flow haben.

Das ist einer der Hauptgründe warum diese Musik so innovativ ist. Die Leute die Drum'n Bass produzieren, merkten, dass sie etwas beisteuern wollten, kauften Equipment und lernten neue Techniken einzusetzen.

Deine Remixes machten Dich bekannt und zeichnen Dich aus - besonders außerhalb Englands. Wie kam es zu dem 'Wooh Hah' Remix?

Andy C: Wir haben schon immer viele Remixe gemacht, wobei die meisten aber in der Szene selbst blieben und nicht so die Aufmerksamkeit erregten wie der 'Wooh Hah' Remix.

So kam es zu dem Remix: Jemand von 'Elektra' tauchte bei unserer PR Company auf und suchte nach Leuten die einen Hip Hop Track remixen sollten. Unser Name ist gefallen und dann bekamen wir einen Anruf, ob wir das Teil remixen wollten. Wir wollten aber erst mal abwarten bis wir das Stück gehört hatten.

Als der Track dann mit der Post kam, konnte ich es kaum glauben. Ich kannte 'Wooh Hah' bereits - und obwohl es sich vielleicht komisch anhört: Es war gar nicht so einfach alle die Sounds bei diesem Tempo natürlich klingen zu lassen. Aber die Arbeit an dem Mix hat wirklich absoluten Spaß gemacht.

Nach dem Erfolg des Busta Rhymes Remix gab es Gespräche über Majordeals. Wie sieht es damit aus?

Andy C: Wir hatte von Anfang an viele Gespräche mit Majors. Aber wir warteten auf ein Angebot, das uns wirklich entgegen kam. Mit BMG haben wir einen Deal ausgehandelt, dass 'Origin Unknown' eine Album für BMG macht, Ram aber genauso weiterläuft wie jetzt.

Zum Abschluss: Wie würdest Du Eure 'Sound in Motion' LP beschreiben?

Andy C: Ich denke dass 'Sound in Motion' - und die darauf vertretenen Acts - das aktuelle Level repräsentiert auf der sich RAM momentan befindet.

Thanks to Kingsley Marshall

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