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MTC Yaw - Massive in Berlin!


Anfang Oktober 2008 war ich für einige Tage in Berlin und landete auf einer Party mit Roni Size und Shy FX. Danach wollte ich mehr über die Partyreihe erfahren. Auf die erste E-Mail an den Veranstalter kam keine Antwort. Auf die zweite meldete sich dann ein "Yaw". MTC Yaw? MTC Yaw! Er gab mir zu verstehen, dass er an Interview nicht interessiert sei. Über Umwege hat es dann doch noch geklappt. Wir trafen uns in den Räumen seiner Streetwear-Firma in Berlin Friedrichshain. Er begrüßte mich: „Hat’s doch noch geklappt..." Und so kamen wir ins Gespräch...

Du bist ja jetzt schon lange dabei. Wie bist Du zu Drum'n'Bass gekommen?

Ich habe Mitte der Neunziger immer Verwandte in London besucht. Und für einen Freund sollte ich immer "Breakbeat Tapes"“ mitbringen. Ich habe ihm Jahre lang diese Tapes mitgebracht ohne mal wirklich rein zuhören. Eines Tages habe ich es dann getan, doch es hat mir überhaupt nicht gefallen. Erst als ich eine Remix von Goldie von Scarface's „Hand Of The Dead Body“ hörte war ich hooked. Ab da habe ich mich mit dem Thema „Breakbeat“ befasst, mehr Tapes gekauft und dann auch Platten. Mit dem Auflegen habe ich dann 1996 angefangen.

Mit meinem Umzug nach Bremen habe ich auch die ganze Boys (ND, Dex, Hardy, Mick) kennen gelernt. 1997 gingen dann auch die ersten Jungle Mania Veranstaltungen von Dirk (DSP Promotions) los, bei denen ich jahrelang Resident war. Dann war ich noch einige Jahre Resident auf der „One Nation“.

Und dann ging es irgendwann weiter nach Hamburg?

Ja, das war 1999. Ich wusste, dass ich weiter wollte. Und Hamburg war eine neue Herausforderung. In Bremen war vieles schon erreicht. Drum'n'Bass lief zu der Zeit in so vielen Clubs in Bremen, das war der reinste Wahnsinn. Aber ich dachte mir: The show must go on. Dann ging es nach Hamburg. Dort habe ich dann Multimedia an der Sae studiert, bin am Wochenende durch die Republik gereist und hab die Clubs mit "Breakbeat" beschallt.

1999 dann Formrecording...

Da hat jemand seine Hausaufgaben gemacht! Genau. Ich traf Ende 1998 einen „Geezer“ Namens Roland der mir durch Erzählungen von Clayton von Renegade Hardware bekannt war. Clapton hatte immer von einem Freund in Hamburg erzählt. Roland und ich haben uns von Anfang an sehr gut verstanden. Wir sind dann gemeinsam durch das Hamburger Nachtleben gezogen. Als wir dann die ersten gemeinsamen Sessions angingen, da war alles klar. Wir haben uns einfach super ergänzt. Das hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich erlebt. Den ersten Tune den wir wirklich fertig gebaut haben, wurde auch die "Formrecording 001“.

"Vicious"?

Ja, dieser Tune hat uns auf jeden Fall einige Türen geöffnet. Ich habe den Tune als „last one “ auf der nächsten „Jungle Mania“ gespielt und Micky Finn, fragte mich, was das für ein Track sei. Der Tune hat ihm so gut gefallen, dass er meine Nummer Phil von Nu Urban Music gab, der mich die folgende Woche anrief. Wir hatten schon 1.000 Stück gepresst und über Groove Attack in Umlauf gebracht, aber als Phil mit seiner „Promo Order“ kam, mussten wir schnell nachpressen. Die Platte war auch der Größte Erfolgt auf Formrecording. Insgesamt haben wir knapp 7.000 Copies verkauft. Ja, das ist heute im Zeitalter von Digital Downloads natürlich nicht mehr möglich. Dann folgten noch einige Releases mit Seriously Tight, Roland und ich als Consequence. Und 2003 haben wir dann das erste Album released.

Wie kam der Umzug nach Berlin?

Ich hatte neben der Musik immer ein sehr großes Interesse an Streetwear. 2002 gründete ich eine Vertriebsfirma mit der ich kleine Streetwear Labels aus dem Ausland hier auf den deutschen Markt bringen wollte. 2004 bat mich ein sehr guter Freund ihm bei der Europaeinführung der amerikanischen Hip Hop Marke Jokerbrand zu helfen. Er war damals in Amsterdam und wollte nach Berlin, um die Markteinführung von dort aus zu starten. Für mich war es ein große Chance... So kam ich dann 2004 nach Berlin.

In dem Folgejahr habe ich fast keine Musik gemacht, da der Job meine ganze Zeit in Anspruch genommen hatte. Ich habe die Zeit genutzt um die Drum'n'Bass Szene näher kennen zu lernen. Bis dahin kannte ich nur Metro, für den wir einige Mal im Watergate gespielt haben. Bald wusste ich, dass es auch hier ein großes vielfältiges Angebot gab. Da ich mich keiner Crew anschließen wollte, habe ich dann einige Veranstaltungsreihen angefangen.

"Massive!"?

Nee, „Pressure Drop“ war meine erste Veranstaltungsreihe in Berlin. Die Veranstaltung fand im Cassiopeia statt. Ich habe sie ca. ein Jahr gemacht und dann wieder ein Pause eingelegt.

Wieso?

Es gab so einige Sachen die mich dort gestört haben... ist jetzt auch egal. Auf jeden Fall hatte ich in der Zwischenzeit ein Streetwear Outlet Konzept ins Leben gerufen: Magic Price. Das Ganze war wieder sehr zeitaufwendig und aus dem einen Laden sollten dann in den nächsten zwei Jahren drei werden. Mit drei Läden, diversen Angestellten und Aushilfen, Lohnbuchhaltung, Logistik etc. war einfach überhaupt keine Zeit mehr für die Musik. Sie hat auch nicht länger meinen Lebensunterhalt finanziert.

Naja, so habe ich 2007 und 2008 wieder eine kleine Pause eingelegt. Aufgelegt habe ich mal immer wieder, aber das war mir dann auch nach einer 50-60 Stundenwoche einfach zuviel.

Wann hast Du denn mit Massive! angefangen?

Ende 2006. Ich hatte mir dann eine kleines Konzept aufgeschrieben mit Pros & Contras. Durch die Zeit mit DSP habe ich sehr viel aufgenommen was das Durchführen von Veranstaltungen angeht. Ich wollte auf keinen Fall zu viele Fehler machen und so standen auf den Listen einige Sachen wie: Anfangs nur DJs buchen die „the wide spektrum “ von Drum'n'Bass spielen.

Ich finde es wichtig, dass ein DJ ein großes Spektrum spielt. Ich habe so viele DJs erlebt die eine Stunde lang nur eine Sound spielen, weil’s halt ihr Sound ist. Aber irgendwann wird es für den Betrachter langweilig. Und viele DJs kümmert das dann auch nicht, oder sie merken es nicht und spielen halt munter ihren Sound weiter. Das verstehe ich nicht. Vielfalt zeugt erst vom Können. Genau wie der Vibe. Es gibt für mich beim DJing nicht alt oder neu. Passt der Tune in den Vibe, wird er gespielt, egal ob ’89, ’99 oder 2009 erschienen. Wenn Leute zu mir kommen und sagen: „Hey, wieso spielst du immer wieder diese alten Kamellen?“ dann krieg ich einenn Hals. Es geht nicht darum die neusten Tunes zu spielen und viele „Double Drops“ und viele „Reloads“ zu machen, sondern um einen Vibe zu kreieren. Aber dies kann man sich nicht irgendwo abschauen und da nützt es auch nichts Sets von irgendwelchen englischen DJs eins zu eins nachzuspielen, oder bestimmte „Double Drops“ nachzuahmen. Es geht um den Moment, und denn muss man als DJ richtig einschätzen können. Wie oft bin ich auf eine Party gekommen und der DJ vor mir hat 30% der Tunes gespielt die ich auch spielen wollte. Das ist mir einmal passiert, ein zweites Mal passiert und dann wusste ich, ich muss ready sein, ready for anything. Und so habe ich über die Jahre gelernt meinen eigenen Vibe zu kreieren.

Ich habe zum Beispiel mal also „Opener“ für das Wyclef Jean Konzert in der Columbia Halle in Berlin gespielt. Ich wusste nicht was mich erwartet, nur dass es ein Wyclef Konzert ist und die Hütte ausverkauft war. Ich war an dem Abend auf alles vorbereit und wie ich es mir dachte, waren die Zuschauer eher überrascht Drum'n'Bass zu hören. Viele konnten wahrscheinlich nichts mit dem Sound anfangen, so wie die ersten zwei Reihen mich angeschaut haben. Ich musste das Publikum in den ersten 20 Minuten in die Welt des Drum'n'Bass einführen, damit das Ganze nicht zum Albtraum wird und ich von der Bühne gebuht werde. Bei jedem der Tunes in diesen ersten entscheidenden 20 Minuten habe ich mir die Leute angeschaut, wie sind die Reaktionen etc. Die Selection habe dann präzise danach ausgewählt. Als ich dann nach ca. 90 Minuten zum Ende kam und sah das einige der Leute aus den besagten ersten Reihen kopfnickend bei der Sache waren, war ich froh. Ich ging von der Bühne und war sehr erleichtert. Das war auf jeden Fall eine schwierige Crowd. Und dann kam noch Wyclef und meinte „Dope beats, respect“ und fragte mich, ob ich noch die anderen Dates der Tour spielen will, aber daraus wurde terminlich leider nichts da ich andere Verpflichtungen hatte.

Wie andere Verpflichtungen?

Das Konzert war an einem Donnerstag und ich hatte für Freitag und Samstag schon Bookings die ich nicht absagen konnte und wollte.

Ein weiterer Punkt auf meiner Liste war: "proper Soundsystems".

Ja, ich hab schon zu viele Veranstaltungen mit schlechten Soundsystemen erlebt. Das ist nicht mehr feierlich. Ich meine die Leute kommen zum Tanzen und Musikhören. Wieso sollte ich dann an der Anlage sparen? Das Geht mir nicht in den Kopf. Deko, ist wichtig, Aber Anlage ist wichtiger! Visuals sind wichtig. Aber Anlage ist wichtiger! Flyer sind wichtig. Aber Anlage ist wichtiger! Eintritt frei für Ladies ist wichtig. Anlage ist wichtiger! Mann, da gibt es halt nicht zu Diskutieren.Veranstalter die dir dann noch was erzählen wollen, wieso die Anlage zu schlecht klingt. Naja und so bin ich dann auf die Maria (Maria am Ostbahnhof, Berlin Friedrichshain) gestoßen. Die haben ein „proper Soundsystem“ – und das war mir wichtig. Es gibt noch einige Punkte, aber die müssen wir jetzt nicht alle durchgehen. Ich glaube aber du verstehst was ich dir sagen will.

Stichwort: Klasse statt Masse.

Gutes Stichwort! Wenn ich Flyer mit 5 UK DJs und 3 UK MCs plus lokalen Künstler sehe, ist meist schon klar, dass es zuviel ist. Aber viele Veranstalter glauben, dass bei einer großen Masse von UK DJs auch mehr Besucher kommen. Lieber nur ein zwei UK DJs buchen und sie dafür länger als 60 Minuten spielen lassen. Aber ich muss dazu sagen, bei vielen DJs wird es halt nach 90 Minuten langweilig. Aber man hat ja auf den meisten Drum'n'Bass Veranstaltungen sowieso nicht mehr Zeit.

Und wie ist die Veranstaltungsreihe dann angelaufen?

Die Ersten drei Jahre gut. Gute Resonanz. Mit der vierten wollte ich einen Teil der deutschen Szene nach Berlin holen: „The German Connection“. Ich habe ca. 30 Künstler eingeladen und wollte mit „The German Connection II“ noch mal 30 einladen. Aber dazu kam es leider nicht. Anscheinend hat es niemanden interessiert. Die Besucherzahl war an dem Abend so schlecht - unglaublich! Das hätte ich nicht gedacht, vor allem weil sehr viel gute DJs und MCs eingeladen waren. Naja, ich habe an dem Abend sehr viel Geld verloren.

Ich mach das alles für die Musik und versuch vor allem immer etwas für die deutsche Szene zu tun. Als ich z.B. 2004 von der DEAG (Deutsche Entertainment AG) die Möglichkeit bekam ein Zelt auf dem „Berlinova“-Festival [1] zu machen, ging mir auch gleich wieder das „deutsche Drum'n'Bass Ding“ durch den Kopf. Da habe ich natürlich so viele deutsche Künstler wie es das Budget zuließ eingeladen, um die Szene zu supporten. Ich hätte auch einfach die ganze Nacht mit Syncopix spielen können und das Geld zwischen uns aufteilen. Nein, Yaw lädt die ganzen Boys wieder ein. Dafür war das Zelt auf jeden Fall ein großes Highlight des Festivals. Deswegen war ich etwas verwundert als „The German Connection“ floppte.

Ja, das wusste ich gar nicht, das dass Drum'n'Bass Zelt auf dem Berlinova Festival auch von euch war. Ich war 2005 da. Was ist den überhaupt mit dem Festival passiert?

Es hat einfach nicht so funktioniert wie es sollte. Die Erwartungen der Veranstalter waren sehr hoch gesetzt. Ich meine, DEAG ist ja auch nicht irgendeine Hinterhoffirma. Weil es im zweiten Jahr nicht richtig funktioniert hat, wurde es abgesetzt. Ich finde es auch sehr schade.

Thema Festivals. Wie siehst du die Festivalsituation hier in Deutschland?

Das Thema Drum'n'Bass auf Festivals sieht in Deutschland nicht so gut aus. Ja, es wird von Jahr zu Jahr immer schwieriger. Ich meine, in anderen Ländern gibt es auf jedem guten Festival ein Drum'n'Bass Lineup. Vor einigen Jahren gab es auch hierzulande viele, aber es werden immer weniger. Gut dass es noch Sonne Mond und Sterne und das Melt gibt. Da läuft ja immer Drum'n'Bass. Splash hat ja auch nach dem Umzug das Drum'n'Bass Zelt gecancelt, was sehr schade war, da das Splash ja ein „Urban Festival “ ist und Drum'n'Bass auch zu der „Urban Music Section“ gehört. Ich frag mich halt, wieso es bei Festivals wie Rock am Ring, Rock im Park, Hurrican, oder dem Southside Festival kein Drum'n'Bass Program gibt? So ein Zelt bereichert jedes Festival.

Zurück zur Deiner Veranstaltung. Das Publikum auf der letzten Veranstaltung war meiner Ansicht nach sehr vielfältig. Wie erklärst du dass?

Ich muss sagen, ich war auch schwer überrascht. Die Party war ein Erfolg, aber der größte Erfolg für mich war das gemischte Publikum. Ich treffe durch mein Textbusiness auch alle paar Wochen Leute aus den verschiedensten Szenen, die erzählen, dass Sie mal wieder auf einer tollen Drum'n'Bass Party waren. Und das ist gut für die Musik. Denn im moment sind wir wirklich an einem Tiefpunkt angekommen und da können wir jeden Supporter gebrauchen. Klar zieht man mit einem „Roni Size“ andere Leute als irgendein Drum'n'Bass DJ der 60 Minuten „darkside“ spielt.

Ich versuche halt schon bei der Kommunikation drauf zu achten, alle Klischées von Drum'n'Bass zu vermeiden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass manchen Leute schon abgeneigt sind, wenn sie nur Drum'n'Bass lesen.

Was meinst du denn woran das liegt? Dieses negative Image das an Drum'n'Bass teilweise haftet?

Das kann verschiedene Gründe haben. Wenn ich als Ottonormalverbraucher um 23:00 Uhr in einen Club komme und hör „Rrrrrhhh, rrrrhhhhhhh, rhhhhhhhh Amen“ und dann noch irgendeinen MC der sinnlos über den schon anstrengenden Sound rhymt - dann gibt es zwei Möglichkeiten: 1.: Ottonormalverbraucher reißt sich zusammen und versucht es noch 30 Minuten auszuhalten in der Hoffnung, da kommt ein DJ der weiß wie man einen Abend einleitet. Oder 2.: Ottonormalverbraucher sagt sich: "Nee, ich habe diese Woche 38 Stunden gearbeitet „I'm not feelings this - I don't need this" und geht. Letzteres ist die meistgewählte Variante. Und das Folgeproblem: Dieser Ottonormalverbraucher wird sich die nächsten zwei Jahre keiner Veranstaltung nähern wo er Drum'n'Bass vermutet. Und das ist nicht gut für die Musik. Das gleiche Problem hat der deutsche HipHop durchgemacht. Wenn erst mal ein schlechtes Image da ist, wird es schwierig dieses Image wieder loszuwerden.

Zusätzlich haben viele Medien einfach das Interesse an Drum'n'Bass verloren. In den Musikzeitschriften, wie Groove, liest man nichts mehr über Drum'n'Bass. Und wenn Medien nicht mehr darüber schreiben, wird es für Ottonormalverbraucher schwierig. Es gibt zwar noch etwas Drum'n'Bass in Werbespots, aber das hilft der Musik auch nicht wirklich. Drum'n'Bass ist einfach nicht mehr „fancy und in“. Die Musik ist an einem sehr tiefen Punkt angelangt. Level null. Und nun geht es darum Aufbauarbeit zu leisten.

Was kann man gegen dieses Image tun?

Wenn ich das mal wüsste. Ich versuche mit meiner Veranstaltung etwas dagegen zu tun. Deshalb habe ich mit „Massive“ angefangen Drum'n'Bass einfach so zu präsentieren wie ich es für richtig halte, mit den Künstlern, die ich schätze. Das sind vor allem diejenigen, die etwas für diese Musik tun oder getan haben.

Wie oft machst du die Veranstaltung?

Unregelmäßig. Ich wollte es eigentlich alle drei Monate machen. Die Ersten waren auch in dem Zyklus. Jetzt vergehen auch mal fünf bis sechs Monate.

Wenn ich keinen Bock habe oder gestresst bin lass ich es einfach. Mein Job nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und dann hab ich auch nicht immer Lust und Zeit mich hinzusetzen und die nächste Veranstaltung zu planen. Ein weiteres Problem ist aber auch, dass ich 95% allein arbeite. Von Booking, über Flüge, über Hotelbuchung bis hin zu Flyern, Plakate etc. Also ich gestalte Flyer und Plakate nicht selbst, aber alles andere wird von mir gemanaged.

Das heißt Du machst die ganze Organisation alleine?

Ja. Natürlich helfen hier und da mal Freunde oder Bekannte, aber auch nur wenn es wirklich eng wird. Meistens plane ich den Tag der Veranstaltung in „Units“ ein. Unit 1 = Venue checken; Unit 2 = Hotelzimmer checken; Unit 3 = Soundcheck; Unit 4 = Abholung Flughafen; Unit 5 = Abendessen; Unit 6 = die Veranstaltung; Unit 7 = Abrechung mit Künstler; Unit 8 = Heimweg. Und jede „Unit“ bekommt Stunden zugeteilt.

Was heißt denn Hotelzimmer "checken"?

Ich schau mir halt die gebuchten Hotelzimmer an. Ob die sauber sind etc. einfach ob alles cool ist. Fühlt sich der Künstler wohl, kommt er auch mit guten Vibes auf die Party. Vielleicht hört ich sich das für einige Drum'n'Bass Veranstalter jetzt überspitzt an, aber diese Kleinigkeiten dienen auch zum Erfolg der Veranstaltung. Natürlich würde ich gerne ein Team haben. Das würde vieles für mich vereinfachen. Aber das Team hat sich leider noch nicht gefunden. Ich habe jetzt lediglich eine Dame die online etwas Promo für den Event macht, über MySpace etc. Wir haben jetzt auch eine kleine Annonce auf der Myspace Site aufgegeben, dass wir „Supporter“ suchen. Wir suchen Leute für das Team. Also falls jemand Lust und Zeit hat zu helfen: einfach melden. Egal, ob nur zu Flyer promoten, Photos machen, ob Eventmanger, VJ, Dekorateur, Grafikdesigner, Blogger, Schreiberling…alles was halt helfen könnte.

Wie siehst du allgemein die Drum'n'Bass Szene momentan?

Hm, ja momentan sieht das Ganze nicht wirklich gut aus. Ich habe mir in den letzten sechs Monaten mit einigen Headz über das Thema unterhalten. Ich glaube wir sind an einem sehr tiefen Punkt angekommen und es wird auf jeden Fall nicht leicht die Krise zu überwinden. Viele Veranstaltungen gibt es nicht mehr. Viele haben einfach aufgeben. Viele Producer machen sich Gedanken, über den Sinn der ganzen Sache. Aber es ist ein „Up and Down“. „After the Rain comes the Sun“ Ich bin der festen Überzeugung, dass es wieder aufwärts gehen wird.

Was ist mit dir und Syncopix? Früher habt ihr oft zusammen Released!

Alles gut mit mir und Herrn Bogdahn. Er lebt halt noch in Hamburg. Durch meinen Umzug nach Berlin wurde die Zusammenarbeit schwierig. Anfangs war ich alle paar Wochen da und wir haben eine Session gemacht. Aber leider fehlte mir dann irgendwann die Zeit.

Im Zuge meiner Recherche war ich auch auf seiner MySpace Seite und da seid ihr (Du oder MC Soultrain) nicht unter den „Top Friends“. Deshalb eigentlich meine Frage...

Hahaha... Diese Frage höre nicht zum ersten Mal, grad im Zusammenhang mit MySpace. Hast du irgendeinen deutschen Drum'n'Bass Künstler unter seinen Top Friends gesehen? Und ich sage es noch mal jetzt für alle: Es gibt keinen Trouble zwischen uns. Alles ist gut. Ich weiß nicht wieso wir nicht seine „Top Friends“ in der virtuellen Welt sind. „In The Real World“ sind wie jedenfalls immer noch sehr gute Homies. Roland und mich verbindet nicht nur die Musik, ... wir verstehen uns blind. Und für mich ist er nicht Syncopix sondern Roland aka the Chief Cook Mr. Bodgahn. Also, alles gut.

Die letzte Release auf dem Formrecording ist schon langer her. Wann kann man mit der nächsten Release rechnen?

Ich bin gerade in den letzten Zügen meines Albums. Das Releasedate wird Mitte September sein und davor gibt es noch zwei Maxis. Eine im Mai und die zweite im Juli.

Wie, ernsthaft? Ich bin etwas überrascht, wusste jetzt nicht das du an einem Album arbeitest. Was können wir denn erwarten?

Breakbeat, .mehr möchte ich zu diesem Zeitpunkt auch nicht sagen.

Ich würde dir jetzt mal gerne einige Begriffe nenne und du gibt’s mir kurze Statements dazu.

MCs: Soultrain
Doc Scott: Pionieer of Dnb
Dubstep: slow tempo, hard bassline
Reprazent: Opened a lot of doors
Strobo und Nebel: Nicht notwendig
Blue Note Sunday Session: Big Vibes
Neurofunk: Vieles ist auf einem sehr hohen Standart produziert, aber leider ohne Funk

Irgendwas was du noch den Leuten mit auf den Weg geben willst?

Yes, keep pushing Jungle.


www.myspace.com/mtcyaw [2]
www.myspace.com/massiveberlin [3]


Text: Lena Schulze

Ihr habt Kommentare / Fragen? Diskutiert das Interview im Future Forum [4]!

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   [3] http://www.myspace.com/massiveberlin
   [4] http://www.future-music.net/forum/showthread.php?t=57768



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