Ende der 90er Jahre wurde er in UK vom Jungle-Virus infiziert. Bald griff
er selbst zum Mikrofon und machte sich mit seinem angenehmen Style und deutschen
Lyrcis einen Namen in der Rhein-Neckar-Region. Es folgten Auftritte in allen Teilen
der Republik. 2004 gab es MC Dragoon dann auch auf Vinyl: zusammen mit The Green
Man produzierte er den viel gelobten Track "easy" der auf Basswerk erschien.
Wir trafen den sympathischen High Timer und Gewinner der future-music.net Awards
zum Interview ... Hallo Kris, schön das es nun mit dem Interview geklappt hat. Let's start
with the basics: Was waren Deine ersten Berührungen mit Jungle? Und wie kamst
Du dann zum MCing?
Wir waren Anfang 1998 im Schullandheim in London. Damals
war ich durch und durch Hip Hop Fanatiker. Einige meiner Schulfreunde (Big up
Man on a Mission an dieser Stelle) waren zu dieser Zeit schon waschechte Junglists
und überredeten mich, da man ja schon in der Drum'n'Bass Hochburg war, mit
auf einen Jungle-Rave zu gehen. Ich gebe zu dass ich nicht sonderlich begeistert
war von dieser Idee, da ich mit dieser Musikrichtung rein gar nichts anfangen
konnte. Das hat sich allerdings in dem Moment geändert als wir den Gewölbekeller
(Ich glaube es war The End) betreten haben. Der Rave war langsam am bouncen und
ich stand mitten zwischen heftigst abgehenden Junglists und hab meinen Mund nicht
mehr zugekriegt. Als dann noch der MC angefangen hat zu labern wars um mich geschehen.
Damals waren Mickey Finn, Brockie, Dett und Hyper D am Start...
Das werd ich auf jeden Fall nie vergessen, wir haben die ganze Nacht gefeiert
wie die Verrückten haben viele nette Leute kennen gelernt und haben uns schließlich
morgens um 7 am Portier unserer Jugendherberge vorbeigeschlichen um eine halbe
Stunde später von unsrer Lehrerin "geweckt" zu werden um 8 Stunden
zu Fuß (!) die Sehenswürdigkeiten von London abzuklappern.
Zurück in Deutschland hab ich mich erstmal mit Tapes eingedeckt und meine
Hip Hop CDs, Tapes etc, zur Verstaubung freigegeben, in den Schrank gepackt. Besonders
angetan hatten es mir auf jeden Fall die MCs. Ein Kumpel von mir, DJ Funksta,
hat damals schon Jungle aufgelegt. So kam eins zum anderen; ich hab mir bei ihm
im Wohnzimmer das Mikrofon geschnappt, er hat aufgelegt ich hab versucht zu mceen.
Ich hab erst neulich eine meiner ersten Aufnahmen gefunden die wir damals gemacht
haben... OH GOSH das darf man echt niemand zeigen ;) Und wie der Zufall es wollte,
war er Veranstalter von einem kleinen Jungle Floor auf einer Open Air Goa Party
in der Nähe von Heidelberg. So hatte ich bereits ca 3 Monate nach meinem
Erlebnis in London meinen ersten Auftritt.
Ich war so Aufgeregt das ich mich erst mal eine Stunde mit dem Mic in der Hand
hingestellt habe ohne auch nur einen Ton zu sagen.
Irgendwie folgte darauf eine Kaskade von glücklichen Zufällen, während
der ich andauernd zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Leuten
ins Gespräch gekommen bin. Es gibt da sehr viele wichtige Ereignisse für
meine "Karriere" aber ich glaube die alle aufzuzählen würde
den Rahmen dieses Interviews sprengen.
Auf Flyern steht hinter Deinem Namen "High Times"? Wer oder was ist
das?
High Times ist ein Zusammenschluß einer handvoll
Künstlern aus der Rhein-Neckar-Region. Dazu gehören DJ Tobi ,der auch
der Kopf des ganzen ist, DJ Connecta, DJ Bombaklat, DJ Flavour, DJ Soulsurfer,
DJane Mel-o-d, DJ TG, unsere neue MC Frau Sabrination und ich. Der Gedanke war
einfach: Zusammen sind wir stark. Wir machen von Zeit zu Zeit eigene Veranstaltungen
in und um Heidelberg. Das wichtigste ist jedoch das wir uns ständig gegenseitig
Feedback geben, sei das nun bei den jeweiligen neuen Produktionen eines Crewmembers
oder auch bei dem Revue passieren lassen des letzten Auftritts.
Es ist einfach ungeheur wichtig sich mit ehrlich gemeinter konstruktiver Kritik
auseinanderzusetzen nur so kann man sich verbessern. Wir versuchen auch so oft
wie möglich als Crew ein Booking zu bekommen und gemeinsam unsere Definition
von Drum'n'Bass zu präsentieren. Gemeinsame Studioarbeit gehört natürlich
auch zu unsren Aktivitäten.
2003 gab es das Gerücht, dass Du aus Deutschland wegziehen wolltest...
Das war eine extrem schwierige Zeit für mich. Ich
habe damals bereits 3 Jahre auf einen Studienplatz für Medizin gewartet ohne
Aussicht auf Erfolg. In Szeged (Ungarn) gibt es eine deutsche Universität
, die wesentlich bessere Aufnahmebedingungen hat als unsere deutschen Unis, allerdings
muß man sich dort für 2 Jahre verpflichten und einen Haufen Studiengebühren
zahlen. Im Sommer 2003 bekam ich dann auch Tatsächlich einen Platz in Ungarn.
Ich bin dort mit sehr gemischten Gefühlen hingefahren. Einerseits war ich
natürlich überglücklich endlich anfangen zu könne, andererseits
bedeutete das natürlich meine Freundin, meine Freunde und meine Familie hier
zurückzulassen.
Ich bin dennoch nach Szeged gefahren und habe dort mit dem Studium angefangen.
Wirklich gut gings mir dort jedoch nicht. Nach 2 Wochen rief mich meine Mutter
an und hat mir gesagt ich hätte Post bekommen und sie würde gerade meine
Zulassung für die Uni in Heidelberg in ihren Händen halten. Ich hätte
heulen können vor Freude. Ich hab auf der Stelle die Koffer gepackt, mir
mit Händen und Füßen eine Fahrkarte am Szegediner Bahnhof besorgt
und bin am gleichen Tag mit dem Zug zurück nach Deutschland gefahren. Zu
Hause ist es halt doch am schönsten!? Seither studiere ich an der hiesigen
Universität Medizin.
"Wenn ich da
alleine an Parties wie Battle of the MCs und MC Convention denke ...
Ehrlich gesagt finde ich diese Art der Party auch recht...hmm bescheuert.
Ich meine, einen riesigen Boxring in die Mitte der Tanzfläche
stellen, 15 Laberbacken reinpacken und den DJ irgendwo hinten an den
Toiletten hinzusetzen, das kann ja wohl echt nix."
Bei den future-music.net Awards wurdest Du als bester nationaler MC gewählt.
Bedeutet Dir das etwas?
Auch auf die Gefahr hin dass das der Standartspruch auf
eine solche Frage ist, aber ich hätte wirklich nicht damit gerechnet. Als
ich morgens von Future die eMail gelesen habe, dass ich gleich zweimal gewonnen
habe war ich total perplex. Ich hab gleich mal meine Freundin geweckt, die allerdings
aufgrund ihres vorangegangen Nachtdienst meine Freude noch nicht so richtig teilen
wollte ;)
Seit der Wahl werde ich auch sehr oft darauf angesprochen und auf einigen Flyern
wurde ich als Germany's No 1 oder Best MC national angepriesen. Das war echt kraß
und hat mich dann schon mal richtig verlegen werden lassen.
Ich müsste lügen wenn ich sagen würde ich wäre nicht Stolz
darauf, trotzdem würde ich von mir nie behaupten der Beste zu sein.
Welchen deutschen MCs findest Du persönlich gut?
Uuuuuh sehr verfänglich Frage... :)
Ich habe schon sehr viele deutsche MCs gehört die ich gut fand und
kenne auch sehr viele persönlich. Bei mir spielt da auch der Sympathiebonus
eine wichtige Rolle. Ich kann irgendwie niemanden gut finden der total arrogant
rüberkommt.
Alles in allem sag ich jetzt mal das es im Norden im Osten im Süden und im
Westen gute MCs gibt ;)
Namen will ich jetzt hier nicht aufzählen aber ich denke das ich ca von 20
MCs in Deutschland sagen kann das ich sie gut finde...
... und welchen internationalen?
Auch hier spielt die Sympathie eine wichtige Rolle. Ich
fand früher andere MCs besser als heute, einfach aufgrund der Tatsache
dass ich sie kennen gelernt und für mich als arrogant, überheblich und
eingebildet befunden habe. Eigentlich sagt das zwar nichts über ihre Qualität
aus, aber ich höre sie mir dann einfach anders an, ich hoffe man versteht
was ich meine.
Richtig gut finde ich beispielsweise Juiceman, Eksman, Rage, Stamina, SP:MC um
ein paar zu nennen.
"Easy" war einer der top deutschen D&B Tracks im letzten Jahr.
Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Heiner (The Green Man) und MC Chevy?
Ich war vor einigen Jahren, zusammen mit DJ Jonathan, von
Heiner zu einer Basswerk Session eingeladen worden. Dort habe ich TGM dann kennen
gelernt und er war mir von Anfang an sehr sympathisch. Er hat mich dann prompt
auch noch mal gebucht und ich wurde eine Art Resident auf seinen Veranstaltungen.
Irgendwann waren wir dann vor einer Party bei ihm im Studio und haben ein paar
Vocals aufgenommen, unter anderem auch die für "easy". Er rief
mich dann ein paar Wochen später an und sagte mir dass der Tune jetzt fertig
sei. Das war schon ein krasses Gefühl als ich dann die Platte in der Hand
hielt. Hab sie mir dann gleich an die Wand gehängt, als Trophäe sozusagen.
Es war natürlich superfett als wir dann merkten dass der Track richtig gut
ankommt. Heiner hat mir erst neulich erzählt das "easy" von vielen
nationalen und internationalen Radiostationen gespielt wird, unter anderem in
Österreich, Ungarn und sogar in Brasilien.
Wir haben letzten Sommer auch ein Video für "easy" in Köln
gedreht, wobei wir uns mitten in der Fußgängerzone total zum Affen
gemacht haben, aber mich kennt ja da zum Glück keiner .
Wir sind im Moment wieder im Studio und basteln an einem würdigen Nachfolger.
Man darf also schon gespannt sein.
Was verstehst Du unter der Aufgabe einen MCs?
Der Drum'n'Bass MC ist das Bindeglied zwischen DJ und
den Feiernden bzw den Zuhörern. Er ist dafür da die Musik zu unterstützen
in keinem Fall andersherum wie dass beim Hip Hop ist.
Er ist eine Art Entertainer der dazu beiträgt dass die Stimmung auf ein höheres
Level kommt und wenn möglich dort bleibt. Natürlich steht man als MC
auch mal ab und an im Vordergrund was man dazu nutzen sollte ein paar Lyrics mit
Message loszuwerden. Grobe Fehler wären jedoch über Vocals und Übergänge
zu labern was schon mal leicht passiert, wichtig ist jedoch das man es merkt und
die Notbremse zieht, in dem Fall die Klappe hält.
Auch muß nicht jeder Tune den der DJ auflegt mit Dauerfeuerlyriks überlagert
werden...
Mir passiert es auch manchmal dass ich so richtig on fire bin und dann am liebsten
zwei Münder hätte, da hilft nur sich mal richtig zusammenzureißen.
MC Dragoon mit seinen deutschen Lyrics (3
min, 128 kbit, .MP3)
[1]
Auf welche Themen und Inhalte konzentrierst Du Dich beim Schreiben Deiner Lyrics
und welche Message möchtest Du damit geben?
Ich schreibe viele Partytexte weil dass nun mal dass ist
was die Leute auf einer Party hören wollen. Ich habe auch viele gesellschaftskritische
Texte geschrieben, aber wen interessieren die Probleme dieser Welt wenn er gerade
total am abfeiern ist?! So probiere ich in meine Texte öfter mal kleine Denkanstöße
einzubauen die man eher versteht wenn man sich das Tape danach noch mal anhört
,weil sie einfach auf der Party untergehen. Desweiteren schreibe ich viele Texte
über unsere Scene und über die Musik, weil ich finde das Drum'n'Bass
einfach ein sehr starkes Zusammengehörigkeitsgefühl vermittelt, was
ich damit zum Ausdruck bringen möchte.
Gerade die jüngeren Junglists will ich öfter mal daran erinnern das
es immer noch um Peace Love und Unity und nicht um wer ist der größte
Gangster geht.
In Deutschland kommst Du viel rum. Wo spielst Du besonders gerne?
Es gibt viele Städte in denen ich richtig gerne bin
und mich schon Wochen vorher auf den Auftritt freue. Klar ist es immer etwas besonderes
wenn man weiter weg spielt, aber auch hier in der Heimat macht es mir eigentlich
immer Spaß am Mic zu stehn, alleine schon weil man so viele Leute kennt.
Ich würde mal sagen die Auftritte im Osten sind meistens der absolute Rinseout
und immer ein Highlight. Ich kann nur jedem empfehlen, der noch nicht dort auf
einer Party war, sich die Scene "drüben" einmal anzusehen. Das
sind richtige Feierschweine gerade in Dresden, Chemnitz oder Jena.
Ich war jetzt am Wochenende gerade zum ersten Mal in Bremen, hat mir auch sehr
gut gefallen. Durchwegs sehr nette Leute kennen gelernt und trotz das es nicht
so voll war haben die Leute richtig gut gefeiert.
Lustig ist immer zu sehen wie die Leute in den verschiedenen Städten tanzen,
da sollte man echt mal ne DVD drüber machen. So vielfältig wie die Dialekte
sind die Tanzstile.
Wie sieht es mit internationalen Gigs aus?
Ja die gibt es auch dann und wann... Ich war zwei Mal in
Österreich, sehr oft in Frankreich und einmal in Ungarn am labern. Im April
bin ich in der Schweiz und am Tag drauf in Österreich. Im Mai bin ich in
Ungarn und Rumänien, England steht dieses Jahr auch noch an.
Hat ein MC in UK einen anderen Stellenwert als hier in Deutschland? Wenn ja,
woran denkst Du liegt das?
Ich glaube schon. Wenn ich da alleine an Parties wie Battle
of the MCs und MC Convention denke, die dort drüben ja gerade wie Pilze aus
dem Boden schießen. Ich kann mir kaum vorstellen dass dieses Konzept bei
uns in Deutschland funktionieren würde. Ehrlich gesagt finde ich diese Art
der Party auch recht...hmm bescheuert. Ich meine, einen riesigen Boxring in die
Mitte der Tanzfläche stellen, 15 Laberbacken reinpacken und den DJ irgendwo
hinten an den Toiletten hinzusetzen, das kann ja wohl echt nix.
Ich denke dass diese Entwicklung in England daran liegt, dass einige MCs dort
eine Art Rebellion begonnen haben und zwar in die Richtung, dass sie es nicht
mehr einsehen sich hinter dem DJ einreihen zu müssen sondern wie die Hip
Hop- Stars den alleinigen Mittelpunkt darstellen wollen. Dass die Musik dabei
auf der Strecke bleibt interessiert diese eine bestimmte Sorte MCs nicht
sonderlich. Das schlimme dabei ist dass viele der jungen englischen Raver nur
diese Art von Party kennen und eigentlich auch nur wegen den MCs überhaupt
abends auf die Raves gehen.
Bei uns gibt es natürlich auch viele Leutz die auf MCs stehen (find ich ja
nicht schlecht ;) ), aber so wie ich es auffasse, die Musik trotzdem noch an erster
Stelle sehn. Und so sollte es meiner Meinung nach auch bleiben.
Denkst Du, dass ein deutscher MC die Chance hat, ähnlich großen
internationalen Erfolg zu erringen wie die bekannten MCs aus UK?
Schön wäre das natürlich und es werden ja
auch immer wieder deutsche MCs im Ausland gebucht.
Aber ich glaube einen Terminkalender wie Skibba oder Shabba , eine Woche USA,
dann weiter nach Asien, dann Australien, bei aller Liebe, das wird noch n paar
Jahre dauern, wenn das überhaupt jemals ein deutscher MC schafft. Die sind
einfach (in der Drum'n'Bass Scene) weltberühmt und vor allem
in den besten Bookingagenturen, die dass alles schön für die Regeln.
*neid* :)
"Tief in Katakomben düster in Fabrikanlagen
trifft sich uns're Generation um die letzte Schlacht zu schlagen.
Dies sind die letzten Orte wo sich Spießer nicht hinwagen weil
sie die monströsen Tiefen uns'rer Bässe nicht ertragen.
Tiefer, tiefer, tiefer, ..."
Thema "Deutsche Lyrics". Denkst Du das ist die Zukunft?
Für mich persönlich auf jeden Fall. Gut, ich
werde wahrscheinlich nie komplett auf deutsch Texten wie mein bro Shoota das macht,
aber ich will auf jeden Fall eine gesunde 50%/50% Mischung erreichen. Ich höre
auch immer öfter andere deutsche MCs die in unsrer Muttersprache abgehn.
Ich find das richtig fett und hoffe dass es die Zukunft der deutschen MCs ist.
Das Feedback der Leute zu diesem Thema ist auch sehr positiv. Klar gibt es einige
denen das gar nicht gefällt aber Geschmäcker sind nun mal verschieden.
Vor allem kann man sich als MC dann nicht mehr hinter bedebedebedebo und
menemenemenemove verstecken weil die Leute verstehen was Du sagst und der
Text dann zumindest ein wenig Sinn haben sollte. Bei Phrasen wie : Werft jetzt
mal alle die Hände in die Luft oder: Mein DJ spul doch die Pladde noch mal
zurück, greife ich persönlich aber dennoch lieber auf das Englische
zurück.
Step PB und Sinista sind nur zwei Beispiele für MCs die deutsche Lyriks in
ihr Repertoire mit aufgenommen haben und ich finde das klingt richtig gut. Also
werte Kollegen weiter geht's...
Immer wieder gibt es Diskussionen über "nervende" MCs. Deine
Meinung als "Betroffender" dazu?
Die Dosis macht das Gift. Ich finde es auch extrem nervig
wenn 5 MCs um´s Mikrofon stehen und jeder ,in der kurzen Zeit die ihm bleibt,
natürlich der schnellste und beste sein will. Das schlägt sich auch
schnell auf die Stimmung im Club nieder. Dafür sind aber meiner Meinung nach
die Veranstalter verantwortlich. Erstmal finde ich es völlig ausreichend
für einen Abend 2 maximal 3 MCs zu buchen, denen dann genau wie den DJs einen
Timetable zu geben ,damit es nicht zu Laberexzessen kommt.
Dann finde ich auch dass es in der Verantwortung des Promoters steht, wie auch
immer ,nicht gebuchte MCs vom Mikrofon fernzuhalten. Ich habe auch keinen Bock
als gebuchter MC als Buhmann dazustehn weil ich niemanden ans Mic lasse. Die Veranstalter
sagen einem meistens man dürfe niemanden ans Mic lassen und ziehen sich damit
relativ einfach aus der Affäre. Wenn ich dann jemanden labern lasse bin ich
der Depp beim Veranstalter und wenn ich denjenigen nicht labern lasse dann bin
ich für ihn der arrogante, egoistische Arsch.
Lange Rede kurzer Sinn, wenn dann nämlich auch wirklich nur die gebuchten
MCs am Mikrofon stehen, dann liegt es nämlich im Vorhinein der Party im Ermessen
des Besuchers ,ob er sich diese MCs geben will oder nicht, ohne Gefahr
zu laufen böse überrascht zu werden.
Was sind Deine Tipps für Newcomer-MCs?
Jeder fängt mal klein an. Nur ist der Anfang leider
immer das schwerste an der ganzen Sache. Es ist extrem hart als noch unbekannter
MC an ein Booking heranzukommen. Deshalb habe ich auch Verständnis dafür,
dass man dann versucht auf einer Party überhaupt mal an ein Mikrofon zu kommen.
Dieses Verständnis haben glaube ich dann aber auch nur die MCs (weil selber
durchgemacht) und die Freunde des Nachwuchs-MCs (weil Freunde). Für die restlichen
Partygänger ist der Betreffende dann leider meist nur ein "nervender"
MC, siehe oben.
Das schlimme ist halt dass viele Nachwuchs MCs dann zur Primetime ankommen und
das Mic haben wollen. Mein Tip wäre da ,es ganz am Schluss zu probieren,
und es muss ja auch nicht gleich in der Mainarena sein. Im Norden gibt es häufig
einen Newcomer Floor auf großen Parties auch das finde ich eine gute Sache.
Auch sollte man nicht einfach so drauf loslabern sondern erst mal viel mit einem
befreundeten DJ zusammen im stillen Kämmerlein üben, Tapes machen, sich
selber anhören und seinen Freunden die Ergebnisse vortragen, die dann natürlich
auch ehrlich sein müssen.
Fängt man zu früh an aufzutreten läuft man leicht Gefahr als schlecht
abgestempelt zu werden.
Der beste Weg ist meiner Meinung nach eine CD zu machen und die jedem DJ, MC und
Veranstalter zuzustecken, oder im Internet ein gutes Set hochzuladen. Und halt
üben, üben, üben und Texte schreiben. Es gibt auf jeden Fall vielversprechende
Talente da draußen (Big up MC Tropic an dieser Stelle, er wird’s machen)
Welche Projekte hast Du für die Zukunft geplant?
Dieses Jahr steht bei mir im August das erste Staatsexamen
an, da werd ich mich wohl hauptsächlich dem Lernen widmen. Auftritte werde
ich natürlich trotzdem weitermachen, ist das Perfekte um Mal abschalten zu
können und meine Wohnung will auch bezahlt sein.
Ansonsten natürlich noch weitere Projekte mit TGM, meinen High Times Jungs
und Humpty C.
Ich will schauen dass ich 2005/2006 mein erstes Album raushauen kann, einige Tracks
dafür hab ich schon fertig.
Es gibt auch noch einige Leute mit denen ich gerne einen Tune machen würde.
Dann hat Fatman D mich gefragt ob ich für sein Album ein paar Sachen einsingen
will.
Ok, vielen Dank Kris und alles Gute weiterhin. Gibt es sonst noch etwas was
Du loswerden willst?
Grüße an meine Süße (I love you)
und an alle Leute die ich kenne (wenn ich versuche euch aufzuzählen vergesse
ich eh die Hälfte, but u know who u are ;)
Vielen vielen Dank an die Leute die mich bei den Future-Music-Awards gewählt
haben! www.high-times.org[2] Ihr habt Kommentare / Fragen? Diskutiert das Interview
im Future
Forum[3]! URL dieses Dokuments:
http://www.future-music.net/stage/interviews/2005-04_mcdragoon/