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MC Mankind - Dein geliebter Feind


Anlässlich seines neuen Albums "Dein geliebter Feind" hat MC Mankind für future-music.net ein weltexklusives, und eigentlich streng geheimes, Produktions-Tagebuch geführt! Wer denkt das alles sei ernst gemeint, liegt richtig. Meistens.

Das Album ist ab dem 08.06.2007 bundesweit im Tonträger-Handel erhältlich oder kann über die UpToTheSky [1] Webseite online bestellt werden. "Dein geliebter Feind" ist ebenfalls auf iTunes, musicload.de, Beatport und anderen Portalen als MP3 erhältlich. Alle Videos zum "Making Of" können auf Mankinds MySpace [2] Seite oder auf YouTube [3] gestreamed werden. Viel Spaß!


Vendetta feat. Sypda produziert von Boogie Army

Ich fahre auf der A8 in Richtung Mannheim. Heute ist es soweit.
Spyda, die wohl schwärzeste Tarantel der Welt, ist gestern in Rauenberg eingetroffen und wird sich in zwei Stunden im weltberühmten Rawhill Studio einfinden. Mein Aston Martin V8 Vantage Coupe stoppt vor einem gut-bürgerlichen Haus mitten in Kraichgau. "Sie haben Ihr Ziel erreicht" verkündet das GPS. „Keep it Ghetto“, schieß es mir durch den Kopf, während ich mit meinem mit Utenslilien voll gepackten Koffer aussteige.

Ein verschlafener E.Decay öffnet die Tür und gebietet Einlass. Vorbei am Portrait eines deutschen Schäferhundes geht’s über eine weiße Marmortreppe ins Studio. Spyda und OCB treffen kurze Zeit später mit Frühstück ein. Ich nehme eine Orangensaft, Sypda nimmt ein „Nusshöansche“. Dann wird gerappt. Ich bin bis in kleinste Detail vorbereitet. Den Text ist ordentlich ausgedruckt, es gibt eine klare Vorstellung des Endergebnisses und den Loop habe ich auf dem USB-Stick im Koffer. Als Spyda, der noch keinen Text hat, anfängt, sich eine Zigarette mit seltsam grünen Tabak zu drehen und seinen Part von „Vendetta“ zu schreiben, fühle ich wie die personifizierte Verkörperung des typisch deutschen Biedermannes. Ordentlich, pünktlich, pflichtbewusst. Aber es läuft trotzdem.

Eine halbe Stunde später wird aufgenommen. In einer Pause erzählt Spyda von seiner Heimatstadt Nottingham, dem Robin Hood Country. Dort herrschen rauere Sitten als in Ulm und Umgebung. Puh, keep it dann doch besser nicht so Ghetto“, schieß es mir durch den Kopf. OCB brennt die Daten auf CD, der Tag neigt sich dem Ende zu. Ich verabschiede mich von den Jungs, Spyda fliegt morgen wieder Heim nach England. Herzlichen Dank an alle Beteiligten !

Der Osten und der Westen produziert von GOR

GOR lebt in Weimar. Das ist eine kleine Stadt im Osten, die ich dieses Jahr schon bereist habe. Dort leben auffällige schöne Mädchen mit einem auffällig einladenden Lächeln. Ich überlege, ob ich mich hier mal später niederlassen soll. Vielleicht verkauft mir ein einheimischer seine Kolonialzeit-Villa für ein paar bunte Glasscherben? Aufgrund des Rassenkonfliktes zwischen Ost- und Westdeutschen haben sich GOR und ich diesen Track ausgedacht. Eine Hymne, die zeigen soll, dass wie alle gleich sind. Das wir Menschen alle Kinder Gottes sind.

Weimar ist die Stadt der Dichter und Denker. Goethe, Schiller, Shakespeare, Wagner, Bach, Warhol, Stradiwari. Alle waren sie da. Der Geist der Kultur schwebt über uns. Also lass machen, Nigga. Ich sitze über meinem Textblatt, meine Hand, welche meine goldenen Cartier- Füller führt, zuckt unkontrolliert über das unschuldige Weiß. Es ist vollendet. „… du bist so gay, neben dir ist auch Boy George ein Witz“. Ich merke, dass ich vom Thema abgekommen bin. Aber soll ich jetzt vor dem Ossi die Hosen runterlassen? Nein. Niemals. Es wir jetzt aufgenommen; komme was wolle.

GOR hat einen Spitzenbeat gebaut. Aber das sagen ich ihm nicht, dem blöden Ossi. Ich sage: „Ja, das ist ganz OK“. Der Track ist fertig. Die Ost-West Kollaboration ist im sprichwörtlichen Kasten. Ich überlege, ob ich GOR zum Dank eine Tafel Milka-Schokolade schenken soll. Aber dann ist wieder zu stolz und nimmt keine Almosen und ich bin gekränkt. Dann lassen wir das lieber. Ich kenn diese durchtriebenen Charaktere doch ganz genau. Also Scheiß drauf, kriegt er nix.

Ich verabschiede mich gekünstelt höflich und fahre heim. In den Westen. Meine Heimat. Fazit: Wir sind alle Brüder und Schwester. Freude, schöner Götterfunken.

Willkommen in den Achtziger produziert von DJ Under Ground

Heimspiel. Heute geht’s zum Aufnehmen mit Dj Under Ground und 63T, dem einen oder anderen bestimmt von Kinderzimmer Productions bekannt. Dj Under Ground kommt verspätet, weil er gestern auf einem Computerkongresse in Frankfurt/Oder einen Vortrag über die Sicherheit von EC-Karten gehalten hat. Ich frage ihn Interessehalber, ob man auf solchen Treffer hin- und wieder scharfe und notgeile Computerbraut mit aufs Hotelzimmer nehmen kann. Er antwortet mir trocken, dass es auf der ganzen Welt keine scharfen und notgeilen Computerbräute gibt. Und das Bonny, die technische Leiterin bei der Foundation für Recht und Verfassung (Knight Rider), eine dreiste Lüge der Filmindustrie ist. Ein Auto das sprechen kann, wird es bestimmt irgendwann geben können. Eine scharfe Braut, die sich gut mit Computern auskennt, jedoch niemals. Eine klare Aussage. Der rote Chevy von 63T brettert über die blaue Brücke der Donaustadt.

Unser Lied widmen wir den Achtziger Jahren. Der besten Zeit, die es je gab. Wo Männer noch eine Schnauzer und Muskeln hatten. Und wo Frauen Haare unter den Achseln hatten und Leopardenmusterleggings trugen. Wir holen die Old School back auf diesem Track. Willkommen in den Achtzigern, du lahmen Neuzeit-Jugend.

Hallo Stefanie produziert von Body & Soul

Jeder von Euch hatte schon mal eine Freundin?
Jeder von Euch hatte schon mal eine billige Hure als Freundin?
Jeder von Euch hatte schon mal Rohreiniger, eine Axt, Baufolie und Panzerband im Kofferraum?

Nein? Ihr elenden Waschlappen! Na ja, im Prinzip habt ihr Recht. Meine weißen Jordans sind bis heute nicht mehr richtig sauber geworden. Und die waren arschteuer! Jedenfalls handelt dieser Song von so einer einfältigen Provinztante. Das Interessante bei so einem Song ist, dass einem sofort ein verletztes Herz oder ein gekränkter Stolz unterstellt wird, wenn man auf die eigene Ex schimpft. Dann stilisiert sich die Ex meist als kaltblütige, berechnende Xena, die sich mit List und Tücke nimmt was sie will und dann wieder Männermorden ihrer Wege zieht.  Ein Alphaweibchen, das es gewohnt ist, von gierigen Männerblicken bestaunt und begafft zu werden. Die pure Sinnlichkeit und Leidenschaft, so nahe aber doch so unerreichbar. Der unwiderstehliche Traum eines jeden Mannes. Aber nein, so ist es nicht.

Scheiß auf die Votze. Es ist einfach ein witziges Thema, mit dem sich jeder identifizieren kann. Und wenn man Tausende Platten verkaufen will, muss man Lieder machen, mit denen sich die Hörer identifizieren können. Das ist ein Geheimnis, das Bushido mal in der Bravo gelüftet hat. Body & Soul, die 2 Österreicher mit dem Charme eines Peter Alexanders und eines Gunther Philipps, liefern ein 1A House- Minimal- Elektrogerüst aus St. Pölten.  Auf die Herren ist Verlass. Und nur zur Info: ich hatte niemals eine Freundin, die Stefanie hieß. Dazu hat mir lediglich mein Anwalt geraten.

Der Boss der Bosse produziert von Rusher

Rusher und ich arbeiten zum ersten Mal zusammen. Wir haben uns über MySpace kennengelernt und von Internetbekanntschaften halte ich eigentlich nichts bis rein gar nichts. Es sei denn, es ist Paris Hilton, die sich in Deutschland aufhält, ihren Pass verloren hat und sich mit mir in einer dunklen Seitenstrasse on Berlin treffen will, weil sie mich so süß findet und dringend 5.000 Euro braucht, die sie mir dreifach zurückzahlt, sobald sie wieder Zuhause ist.

Ich sage ihm am Telefon genau, wie ich mir den Track vorstelle. Mach das so, mach das so, mach das so, mach das so, mach das so, mach das so, mach das so, mach das so. Von Rusher ist am anderen Ende der Leitung  nur ein leises und desinteressiert klingendes „Ähäääää“ zu hören. Ich bin mir bei diesem Typ wirklich nicht sicher. Das Gespräch ist beendet, ich bin gespannt, was und ob überhaupt dieser Typ etwas abliefern wird. Hat ja immerhin nichts gekostet. Festnetz am Wochenende ist gebührenfrei. Eine halbe Stunde später klingt oben im Penthouse das mit Nickistoff verkleidete Telefon. Ich schicke die Mädchen weg, es kann sich nur um eine geschäftliche Unterredung handeln.  Die Mädchen bekleiden sich spärlich und verlassen kichernd den Raum. Es ist Rusher, der mich auffordert, meine E-Mail abzurufen. Was? Eine halbe Stunde später?

Ich öffne das Outlook und bin überrascht. Das Instrumental von „Boss der Bosse“ steht. In einer verdammten, halben Stunde. Scheiße, solche Typen brauche ich auf dem Label! Rusher ist engagiert. Obwohl er ein glockenklares und dialektfreies Deutsch spricht, ist mir dieses talentierte Nordlicht sofort sympathisch.  

BOOM!!!! produziert von Rusher

Eine Rusher-Stunnah-Mankind-Produktion. Das Thema ist „Auftragskiller“. Das Instrumental ist ein Grime- Dubstep Teil mit dem Druck einer Boeing 747 Turbine. Stunnah, den ich von Backstage- Freestyles auf NME Click Parties kenne, bringt Doubletime Flows.

Um die Authentizität des Tracks zu waren, schießen wir im Waldstück meines Onkels auf rostige Blechdosen. Für einen Anfänger ist Stunnah ziemlich gut, er hantiert mit der Beretta 92 FS, wie ich es selten bei Zivilisten sehe. Als er sogar den Trick mit dem ungesicherten Schiebeschlitten beherrscht, hat er sich verraten. Aber sei´s drum. Auf der Heimfahrt behalte ich ihn genau im Auge, da er die Waffen bei sich im Fußbereich griffbereit hält. Als er nach seinem Handy greift, ersteche ich ihn fast mit meinem Stiefeldolch. Da ich glücklicherweise rechtzeitig reagiere, gaukle ich ihm vor, doch bitte den edel verarbeiteten Griff des handgeschmiedeten Dolches zu begutachten. Stunnah gibt sich interessiert, doch hat sicher etwas gemerkt.

Im Verlauf des Abends ist er seltsam distanziert. Als er mir sagt, eine geladene Waffe in der Gesangskabine bringe ihm Glück, lasse ich ihm seinen Willen. Irgendwann wird er mir sicher wieder vertrauen. Und aus den Patronen in seiner Waffe habe ich die Zündplättchen sowieso entfernt.

Der unbesiegbare Style produziert von dizplay

Ich rufe in Köln an. So, wie sich Dizplay anhört, hat er seit 40 Stunden nicht geschlafen und sich nur von purem Jodsalz ernährt. Aber ich will ihn für mein Album haben. Also bin ich nett und heuchle Verständnis und Mitgefühl für seinen stressigen Tagesablauf. Es scheint zu klappen. 2 Tage später kommt der Loop via E-Mail. Passt, damit kann ich ins Studio.

Ich schreibe den Text und nehme auf. Besonders dann, wenn der Synthie mit der Hookline hochzieht wie ein Jagdhubschrauber, hat das Ding was von einer Fußballhymne. Leider bin ich ein Jahr zu spät. Scheiße. Sportfreunde Stiller haben den Erfolg nicht verdient. Ich melde mich noch mal telefonisch bei dizplay, um ihm zu sagen dass er bald Post kriegen wird. Er sagt: „Ja“ – „OK“ – „Stress“ – „Effiziente Nutzung der Zeit“ – „Gut“ - „Tschüss“. Und legt wieder auf. Vielleicht habe ich mich auch mit einem Anrufbeantworter oder eine C64-Sprachprogramm unterhalten. Ich weiß es bis heute nicht. Jedenfalls hat er eine Woche später den fertigen Tune geschickt. Ich bin überaus zufrieden. Gute Arbeit Kumpel. Sagt Michael immer zu K.I.T.T.

www.timohaltdeinmaul.de produziert von Rusher

Rusher soll einen Nu Skool Track machen. Er macht; wie gewohnt exzellent und termingerecht. Für einen Exzentriker wie mich ist so eine Arbeitsweise wie ein Bad in Eselsmilch. Der Song handelt von einem selbstverständlich fiktiven Computerfreak, dessen Vater ein homosexueller Rektor an einer Walddorfschule ist und der im Internet gerne über andere Menschen herzieht, weil sein Penis aussieht ist wie ein Erdnussflip.

Da so ein Track schon lange überfällig war, gebe ich mir Mühe, die Situation bis ins kleinste Detail zu beschreiben. Plötzlich habe ich Mitleid mit dem armen, selbstverständlich fiktiven Timo. Ich schüttle mir diese lästige Emotionsscheiße aus den Knochen und arbeite weiter bis in die frühen Morgenstunden. In der Hookline ist halb Ulm vertreten, jeder schreit ins Mic: „We We We Timo halt dein maul De“. Zum Glück ist besagter Timo eine selbstverständlich fiktive Person. Sonst würde ihn der kompromisslose Inhalt dieser Songs wahrscheinlich sehr verletzen. Käme ich damit klar, könnte ich damit leben? Ja, wahrscheinlich sogar sehr gut. Aber was mache ich mir Gedanken, er ist doch selbstverständlich fiktiv.

Metropolis featuring Prinz Pi produziert von Sebastian Schmitt

Prinz Pi ist ein viel beschäftigter Mann. Er macht in einem Jahr 3 Alben, 2 Touren und eine DVD. Und das nicht nur mit dem Maul, sondern in Echt. Dieses Jahr ist er Headliner bei den Hip Hop Open in Stuttgart und noch auf einigen anderen Festivals auch. Da der Gast auf den Track König ist (In diesem Fall Prinz) gibt Prinz Pi die Idee vor und ich steige auf das Thema ein. Er wählt „Metropolis“, ein Stummfilmklassiker von Fritz Lang. Ein cooler Film und eine coole Zeit. Sebastian Schmitt macht das Instrumental, Prinz Pi und ich rappen die Parts ein.

Dank dem wunderbaren Internet kann man größere Datenmengen austauschen. Am Schluss werden die Lyrics im Studio auf das Instrumental gelegt. Zack Bumm Aus – Der Tune ist fertig! Und Prinz Pi geht auf Donnerwetter-Tour und zerlegt Deutschland. So muss es sein. Hallelujah!

Willkommen in den Achtziger produziert von DJ Under Ground

Heimspiel. Heute geht’s zum Aufnehmen mit Dj Under Ground und 63T, dem einen oder anderen bestimmt von Kinderzimmer Productions bekannt. Dj Under Ground kommt verspätet, weil er gestern auf einem Computerkongresse in Frankfurt/Oder einen Vortrag über die Sicherheit von EC-Karten gehalten hat. Ich frage ihn Interessehalber, ob man auf solchen Treffer hin- und wieder scharfe und notgeile Computerbraut mit aufs Hotelzimmer nehmen kann. Er antwortet mir trocken, dass es auf der ganzen Welt keine scharfen und notgeilen Computerbräute gibt. Und dass Bonny, die technische Leiterin bei der Foundation für Recht und Verfassung (Knight Rider), eine dreiste Lüge der Filmindustrie ist. Ein Auto das sprechen kann, wird es bestimmt irgendwann geben können. Eine scharfe Braut, die sich gut mit Computern auskennt, jedoch niemals. Eine klare Aussage. Der rote Chevy von 63T brettert über die blaue Brücke der Donaustadt. Unser Lied widmen wir den Achtziger Jahren. Der besten Zeit, die es je gab. Wo Männer noch eine Schnauzer und Muskeln hatten. Und wo Frauen Haare unter den Achseln hatten und Leopardenmusterleggings trugen. Wir holen die Old School back auf diesem Track. Willkommen in den Achtzigern, du lahmen Neuzeit-Jugend.

Das pure Böse produziert von Polarity

Seit Polarity aus der U-Haft entlassen wurde, ist er ein gänzlich anderer Mensch. Er redet kaum, scheut geschlossene Räume und wirklich innerlich zerbrochen und zermürbt. Was in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim vorgefallen ist, weiß keiner. Darüber lässt sich nur spekulieren. Ich rede nicht über solche Dinge mit ihm und außerdem ist es mir auch scheißegal. Da er sich im Sommer 2001 bei Anzapfen der Konten einer Schweizer Privatbank hat erwischen lassen, läuft die Bewährungsstrafe immer noch.

Wir arbeiten an einem Song mit Namen „Das pure Böse“. Ein Track, in dem ich die Welt aus der Sicht des Antichristen schildere. Trotz der schlaflosen Nächste, die Polarity sehr zu schaffen machen, programmiert der die Drums gewohnt meisterhaft. Diesmal ist es ein Dupstep-Ding. Von dem am Album verdienten Geld will sich Polarity einen alten Luftschutzbunker in der Nähe von Kopenhagen kaufen. Zum drin wohnen. Soll doch.

Mein Weg 2007 produziert von Polarity

Um ihn etwas aufzubauen, bleibe ich einige Tage länger in Aglasterhausen. Der Vater von Polarity zeigt mir, das die Zukunft in Plastik liegt. Da vor anderthalb Jahren alle auf „Mein Weg“ abgefahren sind, liegt der Entschluss nahe, eine Vorsetzung zu machen. Das ist wie bei Fluch der Karibik, Matrix oder Spider-Man. Hauptsache Kohle machen, denke ich mir. In einer Kaffeepause kramt seine Mutter Kinderfotos von Polarity aus dem Küchenschrank. Ich wittere eine Möglichkeit, ihn bloßzustellen. Das mache ich sofort.

Im Studio blüht Robert Aghte, wie Polarity in echt heiß, wieder voll auf. Es ist, als wäre nichts gewesen. Er übertrifft kurzer Hand den alten Sound von „Mein Weg“ und bringt den ultimativen Scheiß für 2007 auf den Schirm. Obwohl ich es ihm nie sage, ist dieser computersüchtige Bengel Gold wert. Also beschließe ich, ihn fest ins UpToTheSky- Boot zu holen. Zur Belohnung für die harte Arbeit fahren wir ins benachbarte Sinsheim, wo ich ihm den Eintritt ins Technikmuseeum und ein Cornetto Nuss bezahle.

Zurück in Ulm nehme ich in meinem Studio den Text auf und schicke die Dateien nach Berlin, wo Polarity mittlerweile hingezogen ist. Wahrscheinlich, um zu vergessen.

In meinem Kopf produziert von Rusher

Schon als Kind habe ich immer nur das Beste gewollt. Für mich. Und damit ich es gekriegt habe, musste ich mich gegen die anderen Penner im Kinderhort gnadenlos durchsetzten. Mal genügte eine geschickt eingefädelte Intrige, mal eine höflich ausgesprochene Drohung und manchmal sind die, die in ihrem kindlichen Trotz nicht nachgeben wollten, blöd hingefallen oder haben sich in die Hose geschissen, weil sie nicht rechtzeitig aus dem Schrank gekommen sind. Das alles habe ich nur einem Mann zu verdanken: Dem kleinen Mann. Der wohnt in meinem Kopf und sagt mir, wie ich die Dinge regeln muss.

Rusher, der mittlerweile fast das halbe Album produziert hat, gibt eine Traum von Instrumental ab. Ich widme diesen Song dem kleine Mann in meinem Kopf. Du bist ein guter Gangster. Nächstes Jahr manipulieren wir die US-Präsidentschaftswahl an. Das wird witzig.

Das wars. Das Album ist im Kasten. Yeah!


www.uptothesky.de [4]
www.myspace.com/uptotheskymankind [2]
"Making Of" Videos auf YouTube [3]

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   [3] http://www.youtube.com/results?search_query=Making+of+"Dein+geliebter+Feind"&search=Search
   [4] http://www.uptothesky.de
   [5] http://www.future-music.net/forum/showthread.php?t=42988



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