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Basswerk Records - "Echt kölsche Jungs!"


Heiner Kruse aka The Green Man und Laszlo Milasovszky aka Cheetah sind die beiden Gründer des 1997 entstandenen deutschen Labels Basswerk. Heute schaut resident mal nach, wie es so läuft in Köln und was man demnächst noch erwarten darf. Dafür haben wir Label-Chef Heiner mal auf den Zahn gefühlt. Let the Bass(werk) roll!


Alles fing mit einer allmonatlichen Breakbeat-Party im Jahre 1994 an. Dort legten The Green Man und Cheetah, noch unter dem Namen “Junglegrowers” auf, hatten jedoch damals schon deutsche Top Acts im Club. Auch einige namhafte englische DJs wie Nicky Blackmarket konnten die beiden damals schon nach Köln holen. Nachdem The Green Man und Cheetah 1996 die “Junglegrowers EP” releast hatten, kam ihnen die Idee, ein neues Label zu gründen. 1997 folgte die Geburt des Basswerk Labels und der Ausbau des eigenen Studios, in dem bis heute noch gemastert wird.

Heiner Kruse hat sich also etwas getraut: Ein deutsches Label zu gründen, zu einer Zeit, wo in England neue Labels nur so aus dem Boden gesprossen sind. Gab es da keine Bedenken oder Ängste?

  Basswerk Recordings is:
The Green Man (Heiner Kruse, Köln)
Cheetah (Laszlo Milasovszky, Köln)


Basswerk Artists:
The Green Man, Cheetah, N.phect & Dizplay, Subz & Matik, Giana Brotherz, Klute, Misanthrop, Phace, Big Bud, Phoneheads, Cytech, Taxidriver, ICR, Native Minds, Konrad & Coda, Bassface Sascha, Gabb, Jonathan Baker, AJC (Amaning, J-Cut, Canoma), Basztart, Kingz, Kingpress, J-Buzz, Kolt Siewerts, Michael Rose vs. Kinder Atom, Acoustinetics, Jenz One

"Es war schon immer ein Traum von mir, ein eigenes Label zu besitzen. Und für den Sound, den ich produziert habe, gab es noch kein Label! Ich bin zwar auch nach England gefahren und habe Vertriebe für meine Platten gesucht, aber im Endeffekt ist es darauf hinausgelaufen, dass mir die Leute in Deutschland ihre Tunes gegeben haben und ich quasi die Anlaufstelle für gute Musik war. Ich fand die Demos dann gut und dachte mir: 'Cool! Das musst du rausbringen!'. Und außerdem war ich viel zu ungeduldig, um auf meine eigenen Tunes zu warten. Da habe ich das lieber selbst in die Hand genommen. Außerdem wollte ich, dass sich die Szene genauso entwickelt wie in England und da musste halt jeder seinen Teil dazu beitragen."

Basswerk kann von 1998 bis heute auf 24 Vinyl-Releases und drei Alben auf CDs zurückblicken. Was war denn in diesen acht Jahren das wichtigste beziehungsweise das interessanteste Release auf Basswerk? "Da kann ich mich nicht auf eins festlegen. Die allererste Maxi, die erste Compilation-CD, die Tunes von den Giana Brotherz, die zweite CD Compilation, die Basswerk21 mit 'Easy' und natürlich das Album von N.phect & Diz:play!"

Keine Kategorisierung neben Drum'n'Bass

Bei so viel Engagement lässt der Erfolg natürlich nicht lange auf sich warten. Der Track “Infinity” von The Green Man kam 2001 in die MTV Dance Top20 und war drei Wochen die Nummer eins der Deutschen Club Charts!

Basswerk war schon immer ein Label, das sich viel getraut und zugemutet hat. Deshalb waren sie auch die Ersten, die die Tracks des deutschen Producer-Duos Giana Brotherz releast haben. Mit "Crossed Roots" haben sich die Gianas als erste getraut, eine Heavy Metal-Gitarre ins Spiel zu bringen. Somit haben sie internationalen Ruhm in der Szene erlangt und die Single ist weltweit ausverkauft. Aber Moment mal, Gitarren? "Stilistisch wollen wir uns nicht in eine Ecke drängen lassen, Drum’n’Bass ist Kategorie genug. D&B kann für uns Techno-, aber auch Dub-, Soul-, Punk-, Jazz-, Wave- oder Ragga-Flavor haben. Oder völlig nach Science Fiction klingen. Liquid Funk ist cool, aber bitte nicht den ganzen Abend lang."

Basswerk ist also ein Label mit vielen Facetten. Das wurde auch durch das 21. Release deutlich. 2004 kam nämlich das nächste wichtige Release von The Green Man selbst: Mit “Easy”, einem eingängigen Gitarren Sample und Vocals von MC Dragoon und Chevy machte Heiner Kruse mal wieder international von sich reden. Nicht zuletzt wegen dieses Tracks gewann Basswerk, das zweite Mal in Folge, den Titel “Bestes Label national” bei den Future Music Awards 2004. Im Jahre 2005 wurden sie nur knapp von Santorin Records auf den zweiten Platz gedrängt. Und 2006? Es sieht wieder sehr gut aus für eine Titelposition für Basswerk. (Anm. der Redaktion: Basswerk wurde als bestes nationales Label [1] gewählt.)

Vor kurzem erschien das Album “Beautiful Bytes” von N.phect & Diz:play auf Basswerk (siehe Album Review in Ausgabe 4). Aber lassen wir doch noch mal The Green Man selbst sagen, was in Zukunft von Basswerk zu erwarten sein wird: "Also aktuell sind gerade die Sachen von N.phect & Diz:play draußen. Als weitere Releases stehen Basswerk 25 (The Green Man feat. MC Dragoon - Hardcore Junglist / Slavery planned) und Basswerk 26 (Big Bud / Subz & Matik - Give A Little / Dark Dub) an. Diese beiden Maxis sind schon geschnitten, kommen im Oktober /November zumindest als Promos in die Shops. Außerdem noch Basswerk 27, welche vermutlich noch eine Vinylauskoppelung aus dem N.phect & Dizplay-Album wegen großer Nachfrage mit einem exklusiven Remix sein wird. Anschließend Basswerk Sessions 3 CD und mein eigenes Album, wo das Label noch nicht feststeht."

Die Basswerk-Files

Seit 2004 existieren die “Basswerk Files”. Das ist eine Plattform, auf der man MP3s kaufen kann, die wohl anders nicht erhältlich sein werden. Basswerk denkt auch sonst an die Zukunft und hat schon zwei CDs mit (ungemixten) Tracks veröffentlicht. Waren auf der Basswerk Sessions Volume 1 sieben Tracks von deutschen Artists vorhanden, steigerte sich das Label bei den Basswerk Sessions Volume 2 und lieferte zwei CDs randvoll mit 22 Drum’n’Bass Tracks ab.

  TGM's alltime D&B Top 3:
Break - Diffusion (Subtitles)
Goldie - Kemistry (Doc Scott Rmx)
Shut Up & Dance - The Green Man


TGM's alltime non D&B Top 3:
Montana Sextet - Heavy Vibes
Wally Badarou - Waltz
Eric Carmen - All by Myself


Cheetah's alltime D&B Top 3:
Ragga Twins & Junior Ride - Shine Eye
DJ Zinc - Super Sharp Shooter
DJ Zinc - Junglist Remix


Cheetah's alltime non D&B Top 3:
Soft Machine - Moon in June
Syd Barrett - Dark Globe
Phillis Dillon - Nice Time

Wer soviel Musik macht, muss sie ja auch irgendwie vorstellen. Und das geht nun mal am Besten auf Partys! Seit 1999 veranstaltet die Basswerk Crew im Kölner “Gebäude 9” jeden zweiten Samstags eine Party, wo schon diverse Gäste wie zum Beispiel D.Kay, Klute, Big Bud, Phace oder MC Lowqui eingeladen waren. Da macht es sich doch bezahlt, wenn man auf so eine Location wie das “Gebäude 9” zurückgreifen kann. Aber es lief nicht immer alles so glatt. Die Partyreihe stand schon mal auf der Kippe: "Das Gebäude 9 hat die Anzahl der Partys zurückgeschraubt und somit war nur noch Platz für eine Drum’n’Bass-Party im Monat. Und da es zwei Crews in Köln gibt, mussten wir uns die Abende teilen. Also gibt es einen Monat Basswerk Session und den anderen Monat machen die Jungs von Phonogenic eine Party. Nun kann man nicht mehr so viele Gast-DJs buchen, aber das hat auch Vorteile. So bleiben unsere Partys immer etwas Besonderes. Aus Köln wollten wir aber eigentlich nie weg. Hier ist unsere Homebase!"

Basswerk bleibt also in Köln, für kommende Releases ist gesorgt und es werden sicherlich noch einige Top Acts bei den Basswerk Sessions auflegen. Klingt nach einer gut funktionierenden Firma, oder? Da erlaube ich mir mal ein Zitat von der Basswerk Website: "Auch wenn unsere Website immer besser geworden ist, und es aussieht, als wären wir ne große, coole Firma, ist es doch immer noch Underground und wir machen es zu wenigen Personen alles alleine."

www.basswerk.de [2]
www.thegreenman.de [3]

Text: David Haubeck
Der Text erschien im resident [4] Magazin und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.


Ihr habt Kommentare / Fragen? Diskutiert das Feature im Future Forum [5]!



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