Alicia Williams aka Alley Cat entdeckte vor gut 4 Jahren die Jungle-Szene in
ihrer Heimatstadt San Francisco und nur wenig später, war sie dort eine der
gefragtesten DJs und bestimmte die Szene gewaltig mit. Schon zu diesem Zeitpunkt
wurde sie oft nach Deutschland geholt, um dort gemeinsam mit Shy FX und Kemistry
& Storm aufzulegen. Vor wenigen Monaten hat Alley Cat ihren Standort von San
Francisco nach London verlegt, um dort für das Label Skunkrock Productions
die Promotion zu übernehmen und auch Tracks zu produzieren. Im Dezember letzten
Jahres erschien auf Skunkrock ihre erste Produktion, die gemeinsam mit Markus
Maier (Tha Countaman) entstanden ist.
Bevor Alley Cat von ihrem Bruder auf die ersten Raves mitgenommen wurde, hörte
sie fast ausschließlich klassische Musik und spielte Saxophon. Als sie dann
in einem Club in San Francisco vor vier Jahren zum ersten Mal Drum’n’Bass
hörte, konnte sie nicht mehr anders, als regelmäßig einmal pro
Woche Vinyl zu kaufen, auf jeder einzelnen Drum’n’Bass-Party aufzutauchen
und die Vibes in sich aufnehmen. Bald darauf kaufte sie sich von ihrem letzten
Geld zwei Turntables und wenig später, als sie einige Zeit zu Hause geübt
hatte, startete sie mit einem Freund einen Dienstags-Drum’n’Bass-Club.
“In San Francisco gab es fast jede Nacht Parties. Bis 1997 waren es richtige
kultige Underground Parties, bis dann UFO angefangen hat. Die Crowd dort ist teilweise
viel jünger als hier in Europa, weil die meisten Parties keine Altersgrenzen
haben. Jetzt ist es gerade so, daß die jungen Rave-Kids auf Jungle aufmerksam
werden.”
Alley Cat versteht sich in erster Linie als DJ und ist gerade von ihrer Amerika-Tour
nach London zurückgekehrt, um auch bald schon wieder weiter durch Österreich
und Deutschland zu touren...”Ich war in allen großen Städten
Amerikas, Washington, Atlanta usw. und die Stimmung auf den Parties war wirklich
überall gut. In den großen Städten gibt es Drum’n’Bass
schon seit längerer Zeit, aber in North Carolina z.B. war das eine der ersten
Parties, die in diese Richtung gehen. Es war überall ein unterschiedliches
Publikum, aber ich bin sehr zufrieden mit den Reaktionen auf meinen Sound.”
Die Tour wurde von ihr selbst organisiert und ihr gingen zahlreiche Vorbereitungen
wie z.B. Tapes verschicken, Promoter kontaktieren usw. voraus, die sie selbst
in die Hand genommen hat.
Ihre Entscheidung, nach London übersiedelt zu sein, bereut sie jedoch ganz
und gar nicht. “Ich habe die Leute hier gerne und außerdem ist es
für mich eine gute Gelegenheit, für Skunkrock zu produzieren und zu
arbeiten.” Abgesehen davon kann sie in den ersten sieben Monaten seit ihrem
Umzug bereits über 50 internationale DJ-Bookings verzeichnen (u.a. eine Deutschland-Tour
mit 5 Gigs im Mai und eine Österreich-Tour im April). Dies geht natürlich
nicht an diversen Drum’n’Bass-Artists vorüber und sie wird inzwischen
mit DATs für Dubplates sowie Promotionsmaterial u.a. von Renegade Hardware
und Reinforced eingedeckt.
In Kooperation mit Tha Countamen hat Alley Cat im Dezember 1999 ihr erstes Drum’n’Bass
Release auf Skunkrock Productions herausgebracht. “Dieses Projekt war mein
erste Produktion gemeinsam mit Tha Countamen. Er hat dabei die technischen Dinge
übernommen, den Track abgemischt und wir haben gemeinsam versucht, passende
Samples, Melodien am Keyboard und den Beat zu finden. Ich weiß ja bis jetzt
noch nicht wirklich, wie man einen Sampler bedient.” Die B-Seite vom Skunkrock
Release 004 wurde mit einem Remix der Glasgower “Konflikt” (Renegade
Hardware) versehen. “Konflikt fanden, daß das Label Skunkrock einfach
coolen Sound hervorbringt. Wir werden auch in Zukunft wieder mit ihnen zusammenarbeiten
und im Ende Mai wird auf Skunkrock wieder ein Konflikt Remix von UFO erscheinen.
”Wenn Alley Cat nicht gerade hinter den Turntables steht, ist sie im Londoner
Skunkrock-Büro anzutreffen, um die Promotion zu organisieren. Uns hat sie
verraten, daß es bald wieder eine Tour durch die Staaten geben wird u.a.
mit Digital & Spirit und Dom & Roland, die auf Skunkrock auch mit Remixen
vertreten sind. Unter anderem wird es auch eine Mix-CD geben. Ganz gespannt darf
man aber vor allem auf die Ende April erscheinende Skunkrock-Veröffentlichung
des Tracks “Hydroxy” von Triadd (aka UFO, Sage & Empress) sein,
der von niemand geringerem als Digital & Spirit remixed wurde. Ed Garro aka
UFO lebt in San Francisco und startete vor über 10 Jahren mit seiner DJ-Karriere
und konnte in den Staaten bereits mit zahlreichen Releases z.B. auf Position Chrome,
Skunkrock, Green Label usw. seine Produktions-Skills unter Beweis stellen. Gemeinsam
mit der New Yorker Djane Christie Ingram aka Empress und der Nordirin Laura Totten
aka Sage ist das Trio Triadd entstanden, welche im April und Mai auch mit ihrem
ersten Skunkrock Release durch ganz Deutschland touren sowie einen Gig in Österreich
spielen werden.
Alley Cat knüpft mit ihren Kontakten in San Francisco die Verbindungen zwischen
den Staaten und Europa (England) und holt für Skunkrock Productions die bestmögliche
Besetzung für erfolgreiche Produktionen heraus. Abgesehen davon können
wir uns bald selbst auf der Tournee von ihren DJ-Skills überzeugen lassen...
Text: Shroombab[1]
Erschienen in Breakbeat Nr. 13 (04/05 2000) URL dieses Dokuments:
http://www.future-music.net/stage/features/2000-05_alleycat/