Ryan, X-Plorer, Metro, MTC Yaw, Rollin B, DJ Tease, E.Decay, Loo-P, Hype
(Berlin), Kon & Amir
MC's:
Marvelous
Bilder vom "Berlinova Warmup" findet Ihr in
der Gallery[1]. Review von Dreas
Das Warm-Up zum Berlinova-Festival 2004 fand am 11.06. im Berliner Watergate-Club
statt. Die Location liegt an der früheren Grenze zwischen Ost- und Westberlin,
also direkt an der Spree zwischen Friedrichshain und Kreuzberg.
Da das Berlinova nur dem Namen nach mit der Hauptstadt zu tun hat, organisierte
Form Recordings, das Label um MTC Yaw und Syncopix (aka Rollin B) aus Bremen,
diese Pre-Session, um auch dem urbanen Publikum einen Geschmack der auf dem Festival
vertretenen Drum&Bass-Acts zu vermitteln.
Gegen 0.30 Uhr passierten wir den Einlass und fanden einen leeren Club vor. Etwa
15-20 Gäste hatten sich bis dato vor Ort begeben. Leider ist dieses Phänomen
in Berlin noch ausgeprägter als in anderen Städten, nämlich dass
das Party-Publikum erst zur Prime-Time erscheint und dass der Warm-Up-DJ sprichwörtlich
im Regen stehen gelassen wird.
DJ Ryan von Southern Sessions aus München hatte das etwas undankbare Los,
etwa eine Stunde fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu spielen. Sein
Set war sehr smooth und enthielt Stücke wie "Together" von Logistics,
"Flim (Calibre Rmx)" von Zinc oder "True Romance" von Bad
Company UK. Alles in allem eine sehr geschmackvolle Selection, allein die Platten
mochten nach meinem Geschmack manchmal nicht so recht zueinander passen. Gegen
Ende seines Sets, was etwa gegen 1.30 Uhr gewesen sein muss, füllte sich
allmählich auch der Dancefloor, und Ryan gab etwas Gas mit einigen jumpigeren
Tunes, um die Stimmung zu forcieren.
X-Plorer aus Köln übernahm als nächster. Er ist nach einer krankheitsbedingten
Pause seit einem halben Jahr wieder zurück und zeigte gleich wo der Hammer
hängt. Bis auf "One 2 Three" von D.Kay und DJ Lee bestand das Set
ausschließlich aus Tunes der härteren Gangart. Highlights waren neben
dem einwandfreien Mixing Platten wie "All Night Long (Matrix & Fierce
Rmx)" von Kaos, Karl K & Jae Kennedy, "Sahara" von X-Plorer&Dee
Pulse und "Stakker" von Cause 4 Concern.
Im Laufe seiner Darbietung gesellte sich MC Marvelous von der NME Click aus Ulm
hinzu. Als gebürtiger Amerikaner versteht er es im Gegensatz zu vielen anderen
MCs aus Deutschland sehr gut, sowohl eigene Lyrics als auch fehlerfreies Englisch
darzubieten. Insgesamt war seine Vorstellung über den ganzen Abend sehr souverän
und wenn nötig, trieb er entweder den das Publikum zum nächsten Rewind
an oder war auch in der Lage, etwas smoother zu hosten.
Nun lag es an Rollin B und MTC Yaw, die Stimmung zu halten. Dies gelang ihnen
mit ihrem back2back-Set ziemlich gut, obwohl das Mixing in der allgemeinen Euphorie
oft nebensächlich wurde und leider etwas arg litt. Smasher wie "The
Odyssey" von Drumsound & Simon Bassline Smith auf Prototype oder "Hot
Stuff" von Mannhattan Project wechselten sich ab mit smoothen Hospital-Tunes
wie Danny Bird's "Planet Music" oder "General Hospital" von
Syncopix.
DJ Tease, einer der Initiatoren des Rude Clubs in Stuttgart zelebrierte anschließend
ein sehr Ragga- und Jump-up-orientiertes Set, welches die Massive nochmal zu begeistern
wusste. Musikalisch nicht ganz meine Tasse Tee, aber für die Party war es
absolut dienlich.
Auf dem zweiten Floor, der durch seine großen Panorama-Fenster einen wunderbaren
Blick auf die Spree und die benachbarte Oberbaumbrücke zulässt, konnte
man bei Kon & Amir vom legendären Fat Beatz Recordstore aus New York
und Altmeister DJ Hype zu Oldschool-Hip Hop und Funk vom feinsten relaxen, bzw.
liessen es sich einige natürlich auch nicht nehmen, das Tanzbein zum Takt
zu schwingen. Am frühen morgen konnte man noch solch illustre Gestalten wie
Spax, Masta Ace und Ed OG ausmachen, die nach ihrem Gig beim ITF-Qualifying im
Kesselhaus noch auf eine Runde im Water-Gate vorbeischauten.
Insgesamt also eine sehr coole Party in einem der schönsten Clubs Deutschlands,
der mit den regelmäßig stattfindenden hard:edged-Parties für das
Drum&Bass-hungrige Publikum sehr viele Schmeckerchen bereit hält. Neben
den Residents Apollo, Metro und Defiant können Acts wie Storm, Flight, Lee,
Patife & Cleveland Watkiss oder Marcus Intalex desöfteren begrüßt
werden.
Checkt www.hardedged.de[2]
oder www.water-gate.de[3]
für die nächsten Termine. URL dieses Dokuments:
http://www.future-music.net/events/review/2004-06-11_hardedged/