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Dillinja & Rage @ Arena


Veranstaltung: Dillinja & Rage @ Arena  
Datum:   26.07.2003  
Location:   Arena  
Stadt:   Wien, Österreich  
DJ's:   Dillinja, Shroombab, Subsonic, Battlecry, Str8line, Count Zero  
MC's:   Rage, Terra, Davox, Phile


Review von Ritchie

Dank den Junglistic Sistaz und trashcan radio ließ sich Dillinja endlich mal in Wien blicken - Zeit war's ja, und manche Vermutungen wurden bestätigt. Andere wiederum widerlegt bis übertroffen.

So gut Gallerien auch zu Rock-Konzerten passen mögen, DnB Parties fallen in der Durchfahrt generell goiler aus. Man könnte sagen, das hat irgendwie mehr was von englischer Fabrikshalle, und eigentlich hätte sich Dilli ja sehr heimisch fühlen müssen, nicht zuletzt aufgrund der massiven Anlage - Bass Boost deluxe, bleibt da nur zu sagen. Trotzdem zog ihn anscheinend das Heimweh wieder fort - knappe 1 1/2 Stunden, die weit weniger avantgardistisch ausfielen, als man hätte annehmen können: Brettter-Hits des letzten Jahres statt ultra-neuer Dubplates, viele viele bunte Rewinds und Standard-Kost MC-Action mit Rage's großartiger Stimme und nicht ganz so großartigen Lyrics. Ich nehm an, Dillinja kann gut mixen. Sicher bin ich mir da allerdings nicht, weil er sich selbst kaum Gelegenheit gab, seine Skillz zu demonstrieren. Und irgendwie hatte ich das starke Gefühl, dass der Plan des britischen Duos, viele flächige Sounds mit bösartigen Bassdrops zu kombinieren, so gar nicht aufging - No Lighter Massive this evening, statt dessen Gedresche unter gekonnter Ausnutzung der Anlagencharakteristik. So schön kann gezieltes Übersteuern sein!
A propos Mixing: Dillinja sollte Shroombab dankbar sein für ihr "Warmup Set" - sonst wär's bei seinem Intro keinesfalls so gut um die Stimmung bestellt gewesen!
Big up to the Krushup Massive!

Trotz unbestreitbaren Nachteils der Arena - es gibt dort keine Dancehall mehr - darf man ihren unbestreitbaren Vorteil nicht vergessen: wunderbar relaxtes Outdoor-Chillen, für dessen soundtechnische Untermalung am Samstag die Krush Up Crew verantwortlich zeichnete. Ihre Show lässt sich mit drei Worten leicht charakterisieren: bitte mehr davon! Stand anfangs noch gemäßigtes Hip Hop Kopfnicken bei ebensolcher Lautstärke am Spielplan, so bescherten Steve Arouse, BATrigga & Co. bis in die frühen Morgenstunden der Outdoor Massive Hip Hop, feinste technoide Jazz-Breaks, Jungle Flavors und perfekt der langsam aufgehenden Sonne angepassten Tribal House. Eine beeindruckende Performance, nicht nur wegen einer Selection, wie man sie in Wien viel zu selten zu hören bekommt, sondern auch dank der tighten Mixing-Skills der Beteiligten - third song searching als erfreuliche Steigerung zu "nur" perfekten Übergängen. Einen fetten persönlichen Minuspunkt hat das Fest freilich für mich aufzuweisen: die Krush Ups sind schuld, dass ich MC G-Had verpasst hab!


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