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Events - Review

Veranstaltung: One Nation goes Love Parade  
Datum:   13.07.2002  
Location:   Tränenpalast  
Stadt:   Berlin  
DJ's:   Hype, Mickey Finn, Swift, Aphrodite, Freaky Flow, MTC Yaw, Metro, E.Decay, Luna C, Djane Simoné, Charlie Whizz, ...  
MC's:   Ragga Twins, Navigator, Skibadee, Fearless, Riddla, Sugars, Soultrain, Flipside, Mex-E, Stunnah, ...

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Review #1 von d_fault [7]

One Nation goes Love Parade - unter diesem Motto stand die Party am Loveparade Weekend 2002 im Tränenpalast in der Friedrichstraße. Das was in Bremen mittlerweile zu ner Instanz geworden ist, fand nun erstmals den Weg nach Berlin - die ONE NATION - Partyexportschlager Nr.1 aus dem Mutterland des broken beatz. Synonym für feinste Line-Ups aus dem Mutterland, großzügige Technik und Dekoinstallationen.

Auf 3 Areas sollte den Besuchern mal ne Abwechslung zum an diesem Wochenende regierenden 4/4 Takt geboten werden.

Für die akustische Feinkost buchte man den one and only DJ HYPE (nicht diesen Hip Hopper der wohl zur Zeit als sich Hype diesen Namen gab noch aufm Fahrrad mit Stützrädern übern heimischen Hof fegte...), dazu noch Mickey Finn, Aphrodite, Swift und das Beste was die deutsche Szene momentan zu bieten hat. Und ich muss sagen das war nicht minder qualitativ. Namen wie Metro, Apollo, MTC Yaw und E.Decay brauch man nicht weiter dokumentieren. Die verbale Unterstützung der Selectas hat man sich dann auch gut was kosten lassen. Skibbadee, Fearless, Ragga Twins, Navigator um nur die namenhaftesten zu nennen.

Trotz der 22,- EUR Eintritt die wohl für viele auch ne Abschreckung gewesen sein dürften, musste ich da auf jeden Fall hin!

Als wir gegen 19 Uhr das Areal um den Tränenpalast betraten waren wir ziemlich buff. Ca. 50 Leute waren es nebst uns bis zu diesem Zeitpunkt geworden...und wir dachten nicht einmal mehr unter die ersten tausend für die Free Mix CD zu kommen...

Nun ja. Demnach spielten die meisten DJ's, die die unliebsame Aufgabe hatten von 15-22 Uhr aufzulegen, mehr oder weniger für ihre mitgebrachte Posse, der Cluberfahrung wegen, whatever...

Aber solange man eben nicht Hype, Ed Rush oder Andy C heißt kann man mixen wie geleckt und es interessiert trotzdem niemanden wirklich, so auch an diesem Abend.

Endlich 22 Uhr und der erste Name mit dem die meisten dann was anfangen konnten, nämlich Apollo. Wie erwartet nahm die Resonanz langsam zu, der Saal füllte sich und alles nahm langsam die Form ner Party im Sinne der Veranstalter an.

Die MC's die bis dato die auf der Tribüne sitzenden als Adressaten hatten, durften sich nun über Zuspruch vom Tanzfloor freuen. So nahm die Zahl der MC's dann fast proportional zur Zahl der langsam aber stetig Eintrömenden zu, was beiweilen ganz schön nervig war.

Zeitweise standen 4 MC's oben und permanent musste da jemand seine Redegewalt und seine Skillz unter Beweis stellen und ich kam mir vor wie auf nem VIVA 'WordCup' Battle MC Contest. Zudem war die Anlage teilweise so schlecht abgestimmt, das mal der MC so laut war das man nichts von der Mucke hören konnte und mal wars genau umgekehrt. Bis zum Hauptact hatte der Soundengineer das dann in den Griff bekommen und das akustische Gesamtbild auf ein angenehmes Maß gepegelt.

Aber weiter im Programm!

Nach Apollo spielte dann Metro und da der zumeist eh nur Jamie an seiner Seite haben will, hatte man bei ihm auch was von dem Set das er spielte. In seiner Manier wieder sehr soulig beginnend, in der Mitte zwei, drei ravige Dancefloorsmasher und dann wieder langsam runter. Wie immer ne sehr coole Plattenauswahl, gespickt mit n paar brandneuen Promos die sich meiner Kenntnis entziehen, alles ziemlich sauber gemixt und nen MC zur Seite der es versteht, die Mucke nicht totzulabern. Die beiden sind halt ein eingespieltes Team und das was sie auszeichnet ist die Kontinuität mit der sie ihr Handwerk betreiben.

Für das erste Highlight an diesem Abend sorgte dann MTC Yaw von Form Recordings. Meine Herren!!! Ein Set was richtig richtig derb nach vorne ging. Zwar mit einigen Tanzfloor etablierten Platten aber sehr spektakulär und kompromisslos gemixt. Dazu noch Tools gespielt die nicht besser hätten sitzen können...THAT'S YOU'VE TO DO, TO ROCK THE CROWD...

Der Mann der auf Yaw folgte und die Aufgabe hatte die Crowd aufm Floor auf Hype vorzubereiten, war E.Decay von U3R aus Mannheim.

Bisher kannte ich nur ein paar Mitschnitte von Rave Satellite von ihm und ich mochte seinen Style. Nahtlos knüpfte er genau da an und Navigator und die Ragga Twins die ihm zur Seite standen machten richtig Bambule. Das Set war wie beim Großteil der DJ's sehr ravig im Stile der vielen neuen Produktionen. Auch wenn's viele nervt weil es doch monoton is, ich fands geil und die meisten Tanzwütigen auch. Die Wahrheit liegt eben immer noch aufm Floor und der war mittlerweile gerammelt voll und die Masse war bereit für Mr.Hype und die ihm zur Seite stehenden MC's Skibbadee und Fearless.

Dann Hype's erste Platte. Ein ziemlich oldskooliger Amen Tune mit ner sehr bedrohlichen Bassline beginnend...natürlich ne Rewind Platte!
Dazu ließen erst Skibbadee und dann Fearless den Knüppel ausm Sack. Alter Schwede! Das war echt unklar. Die vergangenen zwei Silvesterfeuerwerke kommen nicht annähernd in die Ecke dessen was die beiden da losließen.

Gut das die beiden da waren, denn ich glaub nicht der einzige an diesem Abend gewesen zu sein, dem das Set ziemlich lau vorkahm. Ne Menge Platten die nicht wirklich treibend für den Floor waren, dazwischen mal nen Bad Company Klassiker (normalerweise spielt man die wenn nichts mehr geht und eigentlich dachte ich, hätte er es nicht nötig...), aufgepeppt mit ein, zwei Scratcheinlagen - doch auch nicht wirklich spektakulär.

Alles in allem schon irgendwie enttäuschend und so verweilten wir dann einige Zeit außerhalb der Area. Langsam gewöhnte man sich an alles, den Style, die MC's und man sehnte sich nach etwas Abwechslung. Doch die konnte einem weder die Oldskool Area, noch die Dancehall Area geben. An diesem Punkt hätten wir uns nichts lieber als nen nen Chillout Floor gewünscht... ma keine Beatz, einfach entspannen.

So waren wir dann nur noch sporadisch im Saal und einzig Aphrodite soll noch ein kurzes Statement vergönnt sein. Da wars mittlerweile schon 4 Uhr und der biologische Akku, der nicht unter dem Einfluss psycho- und physiologischer Stimulanzia stand, neigte sich auch sehr stark dem Nullpunkt.

Doch waren die Platten die im Endeffekt genau das waren was man von einem Aphrodite erwartete noch mal wie ne kleine Adrenalinspritze ins Herz. !!!JUNGLE!!! Das was sich 10 Stunden niemand traute zu spielen oder spielen wollte (!?!), kam nun. Harte, schnelle Beatz, viele Vocals im Mix mit flächigen Soundlandschaften brachten die Meute nochma richtig zum Abgehn. Fast das komplette Set der Klassiker von 'Ready or not' (Zinc) über Super Sharp Shooter (ebenfalls Zinc) wurde gespielt. Für mich und den Oliver sollte das das letzte Highlight an diesem Abend gewesen sein. Dann waren wir weg!

Abschließend muss ich trotz vieler Nörgeleien ein positives Fazit aus dieser Party ziehen. Die Stimmung war wirklich cool, es gab jede Menge überaus hübsche Mädchen und ich hab das erste Mal in meinem Leben so geschwitzt das ich schrumplige Hände hatte.

Als Tipp für den Veranstalter falls die Sache das nächste Jahr noch mal statt finden sollte:
- den Soundcheck nicht während der Party machen
- ne kleine chillout - area um mal abspannen zu können
- und vielleicht noch ne aufregendere Deko als dieses Mal...bis auf das Siegmund Jähn Poster, denn das war wirklich trash

written by d_fault (platin crew; thüringen)


Review #2 von Karsten

Die Party ging offiziell schon um 15.00 h nachmittags - parallel zum Umzug der Love Parade - los.

Wir trudelten aber erst gegen Mitternacht im Tränenpalast (nahe beim Tiergarten) ein. An der Kasse und Security waren wir fix vorbei. Es gab einen großen open air Bereich mit Barbeque, Bars, Dixie-Klos und Sitzmöglichkeiten. Zur Linken ging es in eine Halle in der Happy/Oldschool gespielt wurde. Nach rechts ging es an der Gaderobe vorbei, paar Stufen nach unten in die Drum'n'Bass area.

Der Tränenpalast ist ein ehemaliger Ost/West Grenzübergang. (Daher auch der Name: Dort wurde auch über Ein- und Ausreise entschieden und deshalb so manche Träne vergossen.) Am hinteren Ende des Floors ging eine steile Tribühne nach oben von der man einen guten Überblick über die Halle hatte. Auf der linken Seite gingen Stufen auf eine Plattform wo Tische und Stühle standen. Rechts ging es in einen Garten der auch noch mal massig Sitzmöglichkeiten bot.

Metro hatten wir leider verpasst. Jetzt am Set war der Hamburger MTC Yaw mit MC Soultrain. Danach war E.Decay vom Rawhill Camp mit MC Navigator, Ragga Twins und MC Soultrain am Start. Und die machten mächtig Stimmung.

Danach war Mampi Swift an der Reihe, der überraschender Weise keines seinter typischen Feier-Sets spielte, sondern es etwas ruhiger anging. MC Fearless und MC Skibadee im Doppelpack kamen sehr gut. Die 2 sind gut aufeinander eingespielt und chatten fett mit der crowd.

Die Sets von Aphrodite, Hype und Mickey Finn hörten wir nur teilweise. Aber was wir hörten war business as usual... nichts was einem vom Hocker riss. Der Bad Company remix von 'Mo Fire' wurde am Abend 4 oder 5 Mal gespielt.

Positiv vom Einheitssound hob sich der Kanadier Freaky Flow ab, der durch seine Scratch- und HipHop Einlagen für frischen Wind sorgte. Sein MC Flipside machte dazu noch Vocal-scratches übers Micro. Die Track-selection von Freaky Flow erinnerte teilweise an 97er/98er UK Jungle. Den Abschluss machten Loo-P, und Dean Saster b2b Phunkee, denen leider schon um 9.00 Uhr der Saft abgedreht wurde. Offiziell war die Party bis 12.00 Uhr geplant.

Über den Happy-floor können wir nicht viel sagen... Aber er war nicht so voll wie der D&B floor.

Manche Feier-Leute hatten sich offensichtlich etwas verirrt oder waren noch von der Nacht zuvor (DJ Rush, Thomas P. Heckmann, ...) im Tränenpalast geblieben: Zu erkennen an den 'anderen' Klamotten und dem 'anderen' Tanzstil. Ansonsten angenehmes Publikum und viele bekannte Gesichter aus Hamburg, Bremen, Mannheim, Berlin.

Fazit: Gute Party, und die beste Wahl für Junglists an dem Love Parade Wochenende in Berlin.

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