Hendriks
23.09.2002, 09:57
Mich würde mal interessieren, was für alle persönlich der Grund war, ihre Stimme einer bestimmten Partei zu geben. Die meisten Wähler haben nur gesagt "Hauptsache nicht Stoiber". War es bei euch auch so, oder was waren eure Gründe, die entsprechenden Personen/Parteien zu wählen?
Ich finde es nämlich schlimm, wie viele Leute ihre Wahl nur von einer einzigen Person abhängig machen. Habt ihr euch auch mit den Parteien selber befasst und mal gekuckt, welche der Parteien Dinge ändern will die euch betreffen (Verbesserung/Änderung von bestehenden Sozial-, Arbeitsrecht-, Gesundheits- oder Umweltgesetzen) oder auch nur gesagt "Hauptsache nicht Gerd/Eddi"?
Ich will nicht wissen, wen ihr wieso gewählt habt, mich interessiert nur mal das politische Interesse der User hier.
Hendriks
kb-dekoschlampe
23.09.2002, 10:33
letzten endes haben die parteien selbst zu dieser personalisierung beigetragen bzw. sie ins leben gerufen.
durch die immer geringer werdenden politischen differenzen braucht es ja derartige "wahlmotivation".
allerdings verlieren die kandidaten immer weiter an glaubwürdigkeit, wenn man z.b nachzählt, wie oft der eddi seine meinung zu irak-konflikt und hochwasser geändert hat.
fakt ist, dass stoiber gemeinsam mit beckstein für "blitzabschiebung" "schnellverfahren" und andere schikanen steht.
wer einmal an einem solchen schnellverfahren teilnehmen "durfte" weiss wovon ich spreche.
wer sich auf arbeitsmarktbilanzen in bayern beruft, die entstehen indem er arbeitslose aus sachsen (u.a) ansiedelt( was übrigens die arbeitsämter sachsen bezahlen müssen) und wer arbeitslosenzahlen des bundes der jetztigen regierung vorwirft, schiesst sich, wenn andere auch nachdenken würden) direkt ein eigentor. denn 4 mio. waren´s vor amtsantritt von r-g und sind es eben noch heut. aber auf diese zahl gestiegen ist sie binnen 8jahren unter unserm helmut. da ist doch eine stagnation schon ein schritt.
das ganze hier soll nicht als propaganda für schröder gewertet werden, hätte ich die wahl gehabt....ich hätte die appd oder schlingensief gewählt.
funny p.
23.09.2002, 10:35
hab mich schon mit dem kram auseinander gesetzt. spd gewählt, weil ich
1. mit der politik zufrieden bin. klar geht es immer besser, aber seit 1989 gibts für mich/uns cdu und die war nicht besser. bundesweit gesehen, im landtag in sachsen würd ich nach wie vor cdu wählen, weil man in sachsen mit denen sehr gut fährt (bestes neues bundesland).
2. hab ich keine lust auf aufweichung von tariflichen vereinbarungen, kündigungsschutz etc.
3. möchte ich keinen adolf beckstein als innenminister, der ist mir echt zu krass.
4. homoehe, mehr ökologie (auch wenn ich nich sooo der umweltmensch bin - nötig ists), andere zuwanderungspolitik waren auch kleine bausteine für die entscheidung.
5. wirtschaftlich gibts gute ansätze bei der fdp, wäre ne alternative für mich gewesen
6. klar spielt auch der kandidat stoiber mit rein, sein auftreten, sein stets sehr negatives gerede, seine aussage, dass bayern das modell für deutschland sein soll. seine ablehnung eines weiteren solidaritätspaketes fürn "osten" und 1 jahr später pseudo mäßig sich für die ossis einsetzen wollen. ne ne. aber er ist nur n hansel, der mich nur bedingt beeinflußt hat. eher abgeschreckt beckstein und töpfer (der ne weitere gesundheitsreform vergeigen hätte dürfen)
7. spielen für mich für die doch hohen arbeitslosen zahlen auch andere gründe eine rolle. sehr globalistische wirtschaft, aktienkurse und entlassungen wegen niedrigen kursen und auch der 11.09. der besonders auf meine branche sehr große auswirkungen hatte. auch die cdu hätte die letzten 4 jahre nicht weniger alos gehabt. imo.
8. 4 jahre sind nicht viel zeit, imo gibt es gute rot-grüne konzepte, deren auswirkung ich gerne erleben möchte. dafür braucht man zeit. sie gehen halt einen nicht gerade bequemen weg, der aber am ende vielleicht mehr licht bringt.
9. nur am rande, aber schröder repräsentiert uns schon besser als eddi. und joschka scheint n guter außenminister zu sein, sehr beliebt bei allen leuten im ausland.