Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Drum&Bass im Rhein-Main-Gebiet - Overkill?


Seiten : [1] 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26

Thomas L
01.07.2002, 18:57
Ich beobachte nun schon seit 1997/98 die Drum&Bass-Szene im Rhein-Main-Gebiet und insbesondere Frankfurt. In den letzten Monaten fällt mir auf, dass die Partys zwar ok sind, aber der Funke nicht richtig überspringt, weil einfach zuwenig Leute zu den Veranstaltungen kommen. Im Jahr 2000/01 gab es eine ähnliche Situation, nur war damals der Grund eine "Übersättigung" des Partypublikums mit Stargästen aus UK. Da dies nun nicht mehr bezahlbar ist, hat man sich zwangsweise entschlossen, mit einem geringeren Budget mehr lokale DJ`s einzubinden (wenn ich etwas falsches sage, korrigiert mich bitte).

Nun meine Frage: Was ist Eurer Meinung nach der Grund für diese Entwicklung? Ich möchte alle anspechen, also Partyveranstalter, DJ`s, MC`s und ganz besonders die Partygänger, da sie es meiner Meinung nach sind, die für volle und gelungene Partys sorgen. Vielleicht können wir gemeinsam einen Grund für diese Entwicklung finden und einen "Ausweg" erarbeiten.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Die Situation ist nicht dramatisch, doch muss jeder, der in den letzten Monaten im Rhein-Main-Gebiet (besonders Frankfurt) auf Partys war, zugeben, dass die momentane Lage keinen Anlass für Luftsprünge gibt.

Außerdem: Dieser Thread ist keinesfalls als Diss gegen bestimmte Leute gedacht, ich möchte einfach nur Meinungen hören, da ich es mir manchmal selbst nicht erklären kann.

Und: Ich hab`keinen Bock auf anonyme Meinungen von Leuten, die sich hier anmelden und gleich mal abdrücken (dissen) wollen. Da ich weiss, dass (fast) jeder aus der Frankfurter Party-Szene das Forum liest und manche nicht zu bestimmten Themen schreiben oder anonym "abdissen": Macht Euch doch erst mal Gedanken und schreibt dann und vor allem gebt Euch zu erkennen. Ansonsten sehe ich mich gezwungen, diesen Thread löschen zu lassen.

Ich warte auf Eure Meinungen...

Dreas
01.07.2002, 19:47
Ich komme zwar nicht aus eurer Area, aber hier mein Beitrag:

Leute kommen und gehen, daran sollte man sich gewöhnen. Na klar gibt es Phasen, wo die halbe Stadt zu Parties rennt, aber es gibt auch die, wo nur noch der harte Kern kommt. Die Szene in Deutschland ist einfach noch zu jung und macht die ganzen Kinderkrankheiten noch mit, die in England größtenteils schon überwunden sind. Ich bin als jugendlicher Rotzer einer der Jüngsten hier gewesen, die in Leipzig zu den Parties gingen. Alles hatte hier mit UK-Parties angefangen. Ende 1996 war hier auch nicht viel los, dann schwappte der Hype relativ schnell rüber, aber wer dachte, es geht so weiter, sah sich schnell getäuscht. Klar gab es immer volle Sääle bei UK-Abenden, aber selbst da wanderten die Leute schnell wieder ab, als das Ding aus den MEdien verschwunden war. Ich kann mich erinnern, dass bei manchen Parties dann nur noch 20-30 Leute da waren. In den Jahren ab 1999 hat sich das dann wieder stetig verbessert, aber gleichzeitig gab es auch ein deutlich höheres Party-Angebot. Anfangs konnte man dann echt auch mal gute Kohle mit Parties machen, wenn man es geschickt angestellt hat. Zur Zeit erlebe ich hier eine Konsilidierung einiger lokaler Reihen, die wirklich was mit der Szene vor Ort zu tun haben, andere haben dafür aufgegeben. Es ist halt ein hart umkämpftes Territorium, da gerade durch den Verzicht auf große Namen und große Locations viele Leute auch demonstrativ wegblieben, aber ich denke, es geht gut vorwärts. Man muß halt als Veranstalter auch immer sehen, dass man den Leuten einen guten Abend bietet. Abwechslung beim Line-Up und vor allen Dingen der Musik, faire Preise, ab und zu ein paar Surprise-Aktionen usw. Aber man muß auch auf die Leute zugehen, ohne gleich gut Freund mit jedem zu werden. Aber sie müssen erkennen, dass man sich für sie Mühe gibt, dass sie kommen und einen geilen Abend bekommen. Das ist wie bei einer Firma. Zuerst kommt die Idee, dann die jahrelange harte Arbeit, dann der Erfolg. Was aus den ganzen Eintags-AktienGesellschaften geworden ist, sieht man ja.
Und man sollte nicht einfach nur irgendwelche DJ's auflegen lassen um des Auflegens willen, sondern es sollte immer ein gutes Konzept dahinterstecken, dass auch ruhig mal varieren kann. Und dann liegt es vor allen Dingen in der Hand der Residents das Boot durch den Abend zu schippern. Es müssen nicht immer teure oder bekannte Namen sein, aber die Leute sollten Vertrauen in die Parties gewinnen. Ich glaube, ich könnte hier noch stundenlang labern, aber ich lass es mal ;)
Noch was: Rückschläge gibt es immer, aber wenn man hinter einer Sache steht, wird es auch wieder vorwärts gehen.

Daydreama
01.07.2002, 19:59
So isses doch in jeder Musikrichtung..., erst rennen alle wie Sau auf die versch. Parties und nach einem halben Jahr trennt sich dann der wahre"Fan" von dem "Mitläufer". Find ich ehrlich gesagt auch nich weita schlimm, da ich lieba auf eine Party gehe wo vielleicht nich die Bude voll iss, aba wenigstens Leude am Start sind, die D&B wirklich lieben und richtig abgehen. Der Rest nimmt einen eh nur den Platz zum tanzen weg...!