Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Breakbeat-Community: eigenständige Jugendbewegung?


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Checker
09.05.2002, 20:32
Was meint ihr- kann man von der Breakbeat-Community (in Deutschland/England/Weltweit) bereits von einer Kultur , einer neuen Jugendbewegung sprechen?
Gibt es außer der Musik noch auffällige Gemeinsamkeiten/ typische Lebenseinstellungen? Anders gefragt- gibt es einen typischen "Jungleisten"?
Interessant wären:
-Aussehen (Kleidung, Schmuck,etc.)
-typischer Tages-/Wochen-ablauf (Arbeiten, Schule,Party, Freizeitgestaltung)
-Einstellung zur Gesellschaft (positives Bild/negetaives Bild, integriert/abgeschottet)
-"Einstieg" (Wie ist jemand aufmerksam auf die Musik/"Community" geworden)
-Symbole (z.B. das Kniteforce- Männchen oder ähnliche Dinge, die einen sofort an den Oberbegriff "Jungle" erinnern)

Würdet ihr sofort einen "typischen Jungelisten" erkennen, wenn ihr auf der Straße treffen würdet, oder sind die Leute viel zu verschieden, daß ein ungefähres Strickmuster (muß ja nicht 100% auf alle zutreffen) erkennbar ist?
Was meint ihr?

jungle_nutcase
09.05.2002, 21:09
Ich denke von einer "Community" zu sprechen ist übertrieben, besonders wenn man dann noch das "weltweit" mitreinnimmt. Letzten Endes ist das einzige was die Leute wirklich verbindet die Liebe zu der Musik, nicht mal die Einstellung zum feiern oder Hören der Musik ist bei allen Leuten gleich. Ich würde zwar einen Jungler hier bei uns oft als solchen erkennen, aber das weil in der Region sich ein gewisser Modestil durchgesetzt hat, den man mit Jungle in Verbindung setzt. In anderen Städten sieht das schon
wieder anders aus.

Viele der Leute die die Musik hören, verstehen sich zwar blendend, würden es aber auch ohne die Musik tun, und die Waage hält sich zwischen solchen Leuten und solchen, die sich untereinander nicht riechen können oder es zumindest ein Desinteresse besteht jemanden näher kennenzulernen.
Auch die Tagesabläufe sind so verschieden wie die Leute, es gibt alles vom Schüler über den Arbeitslosen über den Azubi/Student bis hin zum Bankangestellten.

In den Anfängen konnte man eher noch was von einer Community erzählen, wo das Ganze noch kleiner und familiärer war, aber heute denke ich, ist der Begriff eher...utopisch, fast.
Aber trotzdem kann man sagen, dass eher ein verbindender Grundgedanke bzw. Einstellung zum Leben da ist, Jungler oder besser Feierleute im allgemeinen, sei es Jungle, Techno oder was sonst, sind toleranter und offener gegenüber anderen Menschen und neuen Ideen und sehen vieles nicht ganz so verbissen wie der "normale" Mensch, und sie sind auch oft begeisterungsfähiger. Ich hab schon oft festgestellt, wenn ich jemanden so kennenlerne, dass ich merke ob jemand ein Feierer ist oder nicht, und ich lag fast immer richtig wenn ich jemanden als Partyman/woman vermutet habe. Und das lag nicht unbedingt an Kleidung, sondern an der Art. Insofern kann man vielleicht von einer sehr losen Community reden aber eine richtig tighte gibt es nicht IMO.

Und zuletzt, Symbole kommen und gehen, was für einen vor zehn Jahren das ultimative Erkennungszeichen war würden heute manche nicht zweimal angucken. Ich denke wenn man den Leuten von heute das Ohm-Zeichen unter die Nase halten würde, könnten die meisten nix mit anfangen, während es für die 92er Generation ein Symbol für Party war (auch wenn sie nicht wussten, dass das eigentlich ein griechischer Buchstabe ist... *angeb* *g*). Symbole sind also auch vergänglich, ausserdem sind meistens heute die bekannten Symbole nur ein Ergebnis von guter Marktplatzierung und geschickter Promotion (Cocoon oder Minstry of Sound sind sehr gute Beispiele), das passiert überall in jedem Business und die "DnB-Szene" ist heutzutage auch eher ein Businessplatz, auch wenn mehr Herzblut und Emotion drinstecken als z.B. bei DaimlerChrysler.

Wenn es eine Community im Breakbeat gibt, dann unter den "Machern", den Djs, Produzenten, Labelbetreibern, Promotern, Szeneaktivisten usw., denn hier gilt eher: je dichter das Netz, desto erfolgreicher läuft das Ding mit der Musik, oftmals auch weil eben Existenzen dranhängen. Viele normale Feirer sind sich dessen aber oft weniger bewusst, und merken das höchstens an den verschiedenen Parties, die stattfinden, wenn überhaupt. So ich könnte noch mehr schreiben, aber ich will Euch soviel lesen nicht zumuten, ist auch mehr oder weniger alles theoretisches Geschwafel. ;)

JVXP
09.05.2002, 21:16
Die Tatsache, dass es (auch hier) unglaublich viele Leute gibt, die vorher in einer andern Szene tätig waren, zeigt eigentlich nur, dass D&B eigentlich noch am ehesten den Spirit von damals hat...... Einen echten Junglisten gibt es meiner Meinung nicht... Weil man das einfach an nichts fest machen kann !!!! Du bist nicht weniger Junglist, wenn Du die Timeless von Goldie nicht hast, oder wie oft Du auf Parties gehs, oder sonstiges......

Ich mag es, dass es so viele verschieden Leute gibt, die auch ihre Erfahrungen aus anderen Stilen mitbirngen und damit die Musik eigentlich ziemlich bereichern !!!! :D

;o]

Thomas