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Drum & Bass Bundesliga Finale @ Brainklub, Braunschweig


Veranstaltung: Drum & Bass Bundesliga Finale  
Datum:   07.03.2008  
Location:   Brainklub  
Stadt:   Braunschweig  
Teams:   SV Werder One Nation
Stuttgarter Kickass
 


Bilder vom Drum & Bass Bundesliga Finale findet Ihr in der Gallery

Review von Lyde Buddah

Die "Stuttgarter Kickass" sind der neue Deutsche Drum'n'Bass Bundesliga Meister!

Die Brainarena in Braunschweig war früh gefüllt und man spürte bein Eintritt ein explosives Prickeln in der Luft. Der Vizemeister "SV Werder One Nation" und die "Stuttgarter Kickass" hatten sich schon ab 12 auf dem Platz eingefunden. Beim gewohnt heftigem Powerplay der offiziellen Ly.da´Buddah Vorfelder und Mystic Zwanziger Dan tropfte es bereits beim Warm-up von der Decke des Stadions. Klar und zielstrebig forcierten die Mannschaften den kontinuierlich steigenden Jägermeisterkonsum um Sympapthiepunkte beim Publikum zu gewinnen.

Um 1.30 Uhr wurde es Ernst. Der unparteiische Jamaikaner Mystic Dan kümmerte sich um den obligatorischen Münzwurf - die glücklichen Bremer durften wählen, und entschieden sich mutig die erste Halbzeit im Titelkampf anzustoßen. Unser Nationalstümer Dirk D. spielte mit partyerprobten Tunes wie dem "Pornstar Dubplate" schnell nach vorne, doch der letzte Pass auf den Stürmer MC "Smokin" Temper kam nicht, Torchancen blieben in den ersten fünf Minuten selten. Der Vizemeister ließ sich nicht verunsichern und baute das Spiel druckvoll von hinten auf. Temper beackerte die Außenbahn mit seinen Rap-Styles und Dirk rückte mit entschlossenen Jump-up Nummern nach. Die viel gelobte Bremer Offensivherrlichkeit glänzte wie aus dem Lehrbuch. Der spielerische Aufwand konnte vor Abpfiff der ersten Halbzeit sicher in zählbares umgewertet werden.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Kickass die Möglichkeit ihr Konterspiel aufzuziehen. Die Stuttgarter hatten ihre Taktik geändert und spielten mit dem neuen Final-Scratch-System. Durch die neue Spielweise konnte DJ Tease gleich mit einem zusammengeschnittenen Intro punkten, welches von der Massive mit "Wiederholungs"-gesängen gefeiert wurde. Da MC Sinista verletzungsbedingt nur 90 % geben konnte drehte sich viel um den Routinier Tease, der mit kurzen Oldschool-Direktpässen auf brandneue Dubs zusehends die Oberhand für die Jungs aus dem Süden erkämpfte. Mit dem neuen Lied von der Stuttgarter-Spielerfrau Tika-Tina, die gegen 4 Uhr von den Sannis wegen gelungenem Überkonsum vom Spielfeld getragen werden musste, gelang noch ein wunderschöner Heber über den Bremer Wall. Nun war es am Publikum die ersten Punkte zu vergeben. Die Entscheidung hing an einem seidenen Faden, ging aber mit 2:1 für Stuttgart aus.

In der zweiten Hälfte mussten die MCs und DJs jeweils Solo gegeneinander antreten. Durch aggressives Jägermeistertrinken ließ auf beiden Seiten die Präzision, Handlungs- und Gedankenschnelligkeit langsam nach, was beiden Teams gleich viele Pluspunkte brachte. Jetzt begann das Kopfballspiel der MCs mit einem zwei Minuten langen Accapella. Die beiden jungen Mikrofonstürmer glänzten mit ihren Lyrics und trafen abgeklärt, aus kurzer Distanz, das Tor. Die qualvolle Entscheidung lag jetzt wieder beim Publikum, das eine gleich hohe Qualität, aber unterschiedliche Styles zu bewerten hatte. Durch einen blosen Lautstärkevergleich ließ sich kein Gewinner ermitteln, also musste mit Handzeichen abgestimmt werden. Mit einem 3:2 für Stuttgart war das Ergebniss noch knapper ausgefallen als die erste Entscheidung.

Um den Ausgang der Party offen zu halten, wurden die Ergebnisse bis zum letzten Wettkampf geheim gehalten. Der körperlich robuste Chef des grünen Profikaders agierte sehr motiviert an allen Fronten, und zückte euphorisch sein Plattencase, um die Punkte aus der letzten Kategorie für sein Team zu gewinnen. Mit aggressiven Plattendribblings preschte Dirk in die Erfolgsspur, und das Publikum auf der Tanzfläche folgte engagiert. Auch DJ Tease agierte äußerst effizient, in der genialen Selection fanden sich viele extra für ihn eingesungene Specials von internationalen Topstürmern wie MC $pyda. Die Massive dankte Dirk für sein sensationelles Set mit einem 2:1 für Bremen.

Nun begann das große Zittern, während die Jury hektisch die eigenen- und die Zuschauerentscheidungen durchging. Mit der Bekanntgabe des Ergebnisses von 6:5 für die "Stuttgarter Kickass" brachen alle Dämme. Die Stuttgarter feierten den triumphalen Erfolg, als ob der letzte Tag gekommen wäre. Für die Spieler und Fans vom "SV Werder" brach kurzzeitig eine Welt zusammen und Dirk kündigte an, sich für die nächste DnB-Bundesliga-Saison aus dem aktiven Profigeschäft zurückzuziehen.. Nach der ergeifenden Pokalvergabe übertönten die euphorischen Fans die gepimpte Anlage und versuchten wieder Andenken vom Spielfeld mitzunehmen (leider auch das Handy des Präsidenten). MC "Smokin" Temper zeigte individuelle Körperschwäche und fiel mehmals sorglos mit dem Kopf auf das DJ-Pult.

Die dritte Halbzeit wurde zusammen mit allen Mannschaften und den DnB Ultras bis in die späten Morgenstunden zelebriert. Der "SV Werder One Nation" führt die Statistik in den Bereichen absolvierte Spielen und geschossene Tore mit Abstand an. Aus diesem Grund bekommen die Bremen die erste Ehrenmitgliedschaft auf Lebenszeit.

21.11.2017, 01:44 h | 8 Junglists online