Innovation in the Sun 2004 - Summer Weekender @ Lloret de Mar
Veranstaltung:
Innovation in the Sun - "Summer Weekender"
Datum:
17.-19.06.2004
Location:
Colossos, Strand, etc.
Stadt:
Lloret de Mar, Spanien
DJ's:
Mickey Finn, Hype, Andy C, Shy FX, Brockie, SS, Bryan Gee, Nicky Blackmarket,
Kenny Ken, Darren Jay, L Double, Hazard, Friction, Pascal, Aphrodite, Frenzic,
Logan D, ...
MC's:
Shabba, Skibadee, Navigator, Fearless, Det, Riddla, IC3, GQ, Rage, Sugars
Bilder von "Innovation in the Sun" findet
Ihr in der Gallery. Review von Stryker
So, inzwischen liegt glaube ich genügend Zeit zwischen mir und dem, in dieser
Form, ersten großen DnB Weekender "Innovation: In the Sun". Erst
hieß es, das Event findet im sonnigen und mit spanischen Schönheiten
vollgestopften Barcelona statt… bald wurde daraus dann Lloret de Mar, was
dem ganzen aber keinen Abbruch tat. Sonnig war es auch und die Damen der Wahl
kamen halt von der Insel. Das war schon ok so… und zumindest ist Lloret
durch Generationen von Abiturienten und sonstigen Ferienalkoholikern ziemlich
partyerprobt (und in diesem Sinne für gut befunden).
Der Event der Wahl war datiert vom 17.-19.06.2004, doch wer schlau war hat sich
selbst einen Tag vorher eingecheckt und nachher noch ein, zwei Tage Ruhe gegönnt.
Denn auch oder gerade was die Intensität der ganzen Veranstaltung angeht
gab es zumindest für mich und meine Heads eine derbe Überraschung. Hatten
im Vorfeld Begriffe wie "Summerclubbing" und "Good Vibrations"
in unseren Köpfen herumgespukt (wir alten Hippies, ich weiß….),
so wurden wir gleich am ersten Abend eines Besseren belehrt. Mickey Finn konnte
einfach nicht abwarten, bis die große Sause starten sollte und hat einfach
mal seinen Sohn Logan D und noch zwei, drei andere Hochkaräter eingepackt
und im "Beach Club" schon mal eine kleine "Warm up" Party
gestartet. So weit, so gut…
Genau mit dieser Prämisse (klein + "Warm up") sind wir dann auch
am späten Abend mal zum Club rübermarschiert. Ein bißchen Chillen,
warm werden, die Anreise abschütteln, ankommen. Netter Gedanke… als
wir schließlich (nach einigen navigatorischen Unwägbarkeiten) am Beach
Club ankamen und einen Fuß über die Schwelle setzten war klar: das
wird heute nix mit warm werden oder gar chillen. "Right in tha Face"
– schien das herausgegebene Motto gewesen zu sein. Geschätzte 300-400
Leute waren im Club und es hat tatsächlich KEINER gesessen. Alles hat gehüpft
und gebrüllt, ist gesprungen und abgegangen als gäbe es kein morgen.
Und es war heiß!!! Fanden übrigens auch einige der niedlichen kleinen
Engländerinnen und entledigten sich spontan zu großen Teilen ihrer
lästigen Kleidung. Wir waren uns einig, in diesem Fall mal ausnahmsweise
NICHT nach der Sittenpolizei zu rufen und uns in unser Schicksal zu ergeben. Also
– rein in die Menge und Gas gegeben. – Btw. ein angenehmer Effekt,
wenn der gemeine Deutsche nach Spanien fährt ist der, daß substantielle
Dinge wie Alkohol und andere "Partyannehmlichkeiten" in einem finanziell
sehr akzeptablen Rahmen liegen. (Also hier in München wären fünf
solcher Tage weitaus teurer gekommen!!!) – Nach ein paar Stunden „Warm
up“ und der ersten fetten, aufgescheuerten Blase (danke dafür…)
entschieden wir, nicht gleich alle Energie in der ersten Nacht zu verbraten und
haben Feierabend gemacht.
Daß das ganze eine äußerst feiste Angelegenheit würde stand
ja bereits fest, als Line-up, Datum und Ort bekannt waren. Allerdings muß
ich zugeben, daß es noch eine gewaltige Ecke härter zur Sache ging,
als ich angenommen hatte. JUNGLE pur! Permanent und unaufhörlich... und das
wurde klar, als am Donnerstag dann der ganze Rest der – größtenteils
englischen – Raver anreiste. Insgesamt war das feierwillige Volk auf drei
Hotels verteilt. Ein viertes gab es anscheinend auch noch für Veranstalter
und sonstige VIPs. Aber wen interessiert das schon?!
Wir waren im Hotel Montevista untergebracht und hatten das Glück (oder gute
Organisation) auf unserer Seite und bekamen drei Zimmer nebeneinander. Da das
Hotel hufeisenförmig angelegt war und wir schön mittig an der Kopfseite
untergebracht wurden hatten wir stets den vollen Überblick! So muß
das sein… denn als sich unser Hotel langsam aber sicher mit Partyvolk füllte
wurde klar, daß da nicht mehr viel Platz für andere Gäste sein
würde. Man war also mehr oder weniger "unter sich". Und als schließlich
irgend jemand das erste Tape Deck eingestartet hatte, war es (im Nachhinein) wie
der Startschuß zum ersten spanischen DnB-Rave-Marathon. BIG UP an alle Junglists,
die das Hotel in eine einzige Partyzone verwandelt haben. HAMMER!!! Eigentlich
haben nur noch zwei Decks und ein Mic gefehlt... an DJs und MCs waren ja, zumindest
in diesem Hotel, wirklich genug namhafte Jungs am Start. Auf einem Balkon hingen
immer IC3 und Skibba rum und haben dem Volk tagsüber beim feiern zugeschaut.
Die Partynächte im Club "Colossos" waren extrem englisch geprägt.
Rough style sowohl vom Sound (ein Brett nach dem andern!), als auch von den vielen
Bad Boys (die großen Schwarzen mit dem kleinen Weißen…) und
nicht zuletzt von all den kleinen englischen B**ches, die einen auf dem "Höhepunkt
der Nacht" schier in den Wahnsinn treiben konnten. Wir hatten das interessante
Vergnügen, gleich in der ersten Nacht die richtigen Jungs am anderen Ende
des Glases zu haben und konnten von da an die meiste Zeit an der inoffiziellen(!?)
Backstage/VIP/Artist Bar gut und günstig saufen, steppen und mitbekommen,
was so alles neben dem Dancefloor abging. Und da ging eine ganze Menge…
(Shoutz to Alex & Neill, auch wenn sie das hier wahrscheinlich niemals lesen
werden. Dapper Don Junglists!!). Ganz nebenbei bemerkt hatte die Bar die mit Abstand
süßesten Bedienungen der Welt. Oh mein Gott waren die nett und toll
und heiß und sexy und überhaupt.
Der Sound an sich war im "Colossos" - rein qualitativ - so ziemlich
das Beste, was mit in den vergangenen zehn Jahren untergekommen ist. Überall
im Club war es sehr angenehm laut (auch ohne Ohrenstöpsel), aber nicht mal
direkt vor den Boxen hat es im Ohr geschmerzt. Fein das! Die einzelnen Sets auseinanderzunehmen,
oder sich auch nur noch an einige davon zu erinnern ist mir persönlich unmöglich.
Die einzigen WIRKLICH herausragenden Sets waren für mich die von Andy C in
der zweiten Nacht (der dritten, wenn man die "Beach Club" Party mitrechnet),
bei dem ich mich mit jedem Track mehr gewundert habe wie der Kerl es schafft immer
NOCH einen draufzusetzen und die Crowd NOCH mehr zu pushen, und das Set von Hype
am Abschlußabend.
Während sich Andy C durch äußerste Härte bei gut dosierten
Rewinds ausgezeichnet hat (zum durchatmen und wahrscheinlich, um nicht wegen vorsätzlicher
Körperverletzung angezeigt zu werden…) fand ich das Set von Hype am
abwechslungsreichsten von allen. Wie gesagt - an allen Tagen und Nächten
"Gebretter" wo man hinhört, da hat auch Herr Hype keine Ausnahme
gemacht. Aber er hat für meine Begriffe am meisten variiert und mit den Sounds
gespielt. Das war schon eine echte Abwechslung. Grundsätzlich kann man als
Beschreibung dieses DNB Weekenders sehr schön Mr. Shy FX zitieren: "Twist
it, stomp it, bounce it, shake it, ´cause you know the vibe is what you
make it." Es war eigentlich egal, welcher DJ und welche MCs auf der Bühne
Alarm gemacht haben – der Star war die Party und sonst niemand.
Ansonsten gibt es für mich nur noch zu sagen, daß alle Nächte
einfach nur noch krass und exzessiv und überhaupt kaum zu toppen sind –
Rave in Reinkultur!!! Was allerdings zu Teilen sicher auch an der Location gelegen
hat. Lloret hin oder her für diesen Event war das schon eine ziemlich gute
Wahl. Alles in allem also eine echt feine Veranstaltung. Vielleicht zu krass für
den einen oder anderen, aber das ist eines jeden eigenes Bier... ich persönlich
muß mich dem Diktat des Alters hingeben und habe wahrscheinlich mit der
"In the Sun" meinen Rave Abschied gegeben (zumindest in dieser Form
und Härte). Jetzt – knapp zwei Wochen später ist meine Kniescheibe
immer noch ziemlich im Eimer und auch der Rest meines Körpers (und Geistes)
hat "mal wieder" unverhältnismäßig lange gebraucht,
bis er sich wieder so weit sortiert hatte, daß ich mich wieder halbwegs
unter Menschen begeben konnte.
"If you play the game, you have to obey the rules…"
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