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Progression Sessions feat. LTJ Bukem & Makato


Veranstaltung: Progression Sessions  
Datum:   05.09.2003  
Location:   Pumpe  
Stadt:   Kiel  
DJ's:   LTJ Bukem, Makato, Subsonic Pressure  
MC's:   Conrad, Deezim


Review #1 von Abstrakt für m-conspiracy

Progression Session Part II. An diesem Wochenende sollte es einmal wieder so weit sein. Zum zweiten mal gastierte LTJ Bukem mit seiner Progresssion Session Tour in Kiel. Schon vor zwei Jahren gab sich der Drum and Bass Wizard der gemäßigteren Töne Töne zur Kieler Woche die Ehre. Und auch diesmal sollte es ein fest für die Ohren und Tanzbeine werden.

Im Gepäck hatte Bukem nätürlich wie immer MC Conrad (die beiden sind eben einfach unzertrennlich) und Makoto, einen japanischen Mitstreiter der Progression Sessions und Bukems Good Looking Labels. Zu einem weiteren Special dieses Abends werde ich später noch kommen. Die Progression Sessions des britischen Ausnahme DJs LTJ Bukem sind ja schon seit Jahren ein Garant für qualitativ hochwertige und zugleich äußerst tanzbare Variationen des Drum and Bass. Bukem und sein Good Looking Label waren und sind auch noch heute führend und stilprägend für das Genre des gemäßigteren Drum and Bass. Kein anderer Drum and Bass DJ ist mit einer solch weiten Akzeptanz, auch unter Non-Drum-and-Bass-Nerds, so berühmt geworden wie er. Umso mehr durfte man erfreut sein ihn wieder in Kiel begrüßen zu dürfen. Der Name der Progression Sessions ist auch zugleich Programm. Wer die ca. 10 jährige Erfolgsstory des Herrn Bukem verfolgt hat, dürfte dies auch unweigerlich mitbekommen haben. Bukem war immer darauf bedacht die Musikrichtung des Drum and Bass weiter nach vorne zu bringen. Stagnation scheint diesem Mann ein Fremdwort zu sein. So entwickelte sich aus der noch in der Anfangszeit doch eher Flächen und Harmonie betonten Sessions mit der Zeit bis zum heutigen Zeitpunkt die wohl bestmöglichste Fusion zwischen Breakbeats und der absoluten Funkyness, ohne dabei die harmonischen Klänge oder gar Soulfullness außer acht zu lassen. Also mit Abstand die entspannteste und zugleich tanzbarste Kombination , die es meines Erachtens zur Zeit im Drum and Bass gibt.

Der Austragungsort der diesmaligen Session war die Pumpe. Also eine Location, die genügend Menschen Platz bieten sollte, um dieses Ereignis genießen zu können. Eingeläutet wurde der Abend durch die Subsonic Pressure Crew. Leider war ich doch etwas spät dran, so das ich nur einen kleinen Teil von ihnen gehört habe. Auf jeden Fall war es eine gekonnte Einleitung in das, was darauf noch folgen sollte. Als Bukem, angekündigt von den Shout Outs MC Conrads, die Turntables übernahm, war die Menge nicht mehr zu halten. Souverän moderierte Conrad wie immer die musikalischen Sahnestücke Bukems. Gekonnt wusste er genau in der richtigen Dosierung eingesetzt, die Menge bis zum letzten zufordern. Eine Gabe, die ich häufig bei anderen MCs vermisse. Während des gesamten Sets gab es keinen einzigen musikalischen Ausfall. Kontinuierlich begab sich Bukem in einer nicht mehr enden wollenden Spirale in immer weiter Höhen des Drum and Bass. Man konnte sich getrost fallen lassen und sich dem endlosen Drum and Bass Universum hingeben. Also direkt gesagt einfach durchtanzen und genießen.
Auch Makoto führte die begonnene musikalische Story mehr als erfolgreich weiter. Er baute Bukems Vorarbeit noch weiter aus und ließ die Kontinuität der schir endlos erscheineden Funkyness nicht abbrechen. Ein besonderes Augenmerk sollte hier dem weiblichen Mc Makotos: Deezim Mc geschenkt werden. Deezim Mc machte den Abend in dieser Konstellation zu etwas ganz besonderem. Weibliche Mcs sind im Drum and Bass Business nun ja eine Rarität (wenn ich da falsch liege, bitte ich dieses zu berichtigen). Aber gerade deshalb katapultierte diese Tatsache die Stimmung noch um einiges nach vorne. Die Dame wusste genau mit ihrer bis zum Gesang reichenden Stimmhaftigkeit die Massen vollends unter Kontrolle zu bringen. Also auch hier ein Garant für endloses tanzen. So blieb die Stimmung trotz langsames abwandern der Gäste bis in die frühen Morgenstunden auf einem unerwarteten hohem Niveau. Doch irgendwann ist der Akku leer und ich verabschiedete mich zufrieden gen heimische Gefilde.

Selten habe ich so einen energiegeladenen und durchweg qualitativ und ansprechbaren Abend erlebt wie diesen. Da fühlte man sich doch glatt wieder zurückversetzt in die euphorische Anfangszeit des Drum and Bass. Ich hoffe die Progression Session wird in nicht allzu ferner Zukunft wieder einmal halt in Kiel machen.


Review #2 von A.Taler & Gao-Kerena für m-conspiracy

Am Freitag, den 05.09.2003 war es soweit: Nach zweijähriger Abstinenz sollte LTJ Bukem dank Groove Complex endlich wieder die Kieler Szene rocken. Als wir so gegen 24.00 Uhr an der Pumpe ankamen, stach uns gleich die Menschenanansammlung vor der Tür ins Auge. Es handelte sich dabei definitiv nicht ausschließlich um D&B-Fans. Offensichtlich hatten die im unteren Teil der Pumpe spielenden lokalen Kieler Bands die Location mit ihren Fans bereits gut gefüllt.

Drinnen angekommen, empfingen uns die Beats von Subsonic Pressure, die uns sogleich auf den Abend einstimmen konnten.
Die Pumpe füllte sich in den nächsten eineinhalb Stunden kontinuierlich und Subsonic Pressure zeigten erneut, dass sie sich im Kieler D&B-Bereich fest etabliert haben und die Leute ohne Probleme zum Tanzen motivieren können. Auch erwähnen möchten wir an dieser Stelle Mc Upper Cut, der es gekonnt verstand, sich in die Musik und Stimmung einzufügen. So war die Stimmung schon angeheizt und der Raum mit Erwartungen gefüllt, als der Großmeister selbst die Turntables übernahm. Unterstützt wurde er dabei wie gewohnt von MC Conrad.
Es war schon ein besonderes Gefühl, sich der Magie des doch recht unscheinbar wirkenden Bukems hinzugeben. Das Publikum gab sich dem D&B hin und tanzte, was das Zeug hielt. Leise Musikphasen und Rewinds nutze die Crowd dazu, ihren Spass durch Pfeifen und Jubeln zu signalisieren. Insgesamt war die Musik über den gesamten Abend hinweg sehr tanzbar und sie bot eine gelungene Mischung aus härteren Passagen und kurzen Momenten zum Verschnaufen.

Gegen ca 3:30 übernahm dann Makoto das Pult, den wir aber leider aus zeittechnischen Gründen verpasst haben. Visuell wurde das gesamte Event von der Optischen Bank gekonnt untermalt.
Unserer Meinung nach, war der Standort der Bühne besser gewählt als bei den vorherigen Veranstaltungen. Sie war an der breiten Rückwand der Pumpe platziert und ging über in die Bar. Diese Anordnung sorgte für bessere Sicht auch vom hinteren Teil der Pumpe und insgesamt für ein rundes Bild. Auch wenn vielleicht noch ein paar mehr Leute in die Pumpe gepasst hätten, so war die Tanzfläche doch durchgehend voll und die Stimmung ausgelassen.

Fazit: Der Abend hat gerockt. Groove Complex hat mit der Wahl der Acts wieder einmal gezeigt, wie man den Kielern einen fetten Abend bescheren kann und die Gäste haben es offensichtlich verstanden, gebührend zu feiern.

24.11.2017, 04:50 h | 9 Junglists online